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erstes Blatt.

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trteiiwtiBbaidt imd Verlag der Vuchbrucker« des wb». a, Daiserchause» in Hamm.

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Dil fLafgefpaSen« Perüzeile »der deren Dm» 15 W», im SiettameMeü die Zeile 35 Pjz.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Berlmtraarü. KLakteur: «. Schreck«, in Hamm.

Nr. 290 F-erusprechauschluff Nr. 605.

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Mittwoch den 12. Dezember

Nerufprechauschlus; Nr. 605. 1906

Die hMgeNvMtt mfcht Myer d.NnterhaltungMatt

14 Seiten.

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SlmMches.

Stadtkreis panau.

Unter Aushebung der Polizeiverordnung vom 2. November

1897, betreffend die Reinigung der Bürgersteige von Schnee imd Bestreuung derselben nach eingelretenem Glatteise mit Sand, Asche rc., wird für den Umfang .des Stadtbezirks Hanau die nachstehende Polizeiverordnung erlassen.

Polizei-Verordnung.

Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung in den neuer- worbeneir Landesteilen, sowie des § 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird mit Zustimmung des Stadtrats für den Umfang des Stadt­bezirks Hanau folgendes verordnet:

,s 1.

Jeder Besitzer oder Verwalter eines privaten oder öffent­lichen Gebäudes hat, soweit die Hofreite mit Einschluß der Höfe und Gärten an Straßen oder öffentlichen Plätzen liegt, den Bürgersteig nach jedem Schneefall sorgfältig vom Schnee reinigen und bei eingetretenem Glatteise in seiner ganzen Breite mit Sand, Äsche oder einem anderen geeigneten Material bestreuen zu lassen.

Die gleichen Verpflichtungen hat jeher iBeiiger eines Grundstücks bezüglich des längs desselben sich hinziehenden Trottoirs.

Bei aus Zementplatten hergestellten 35 ürger steigen hat sich die Steinigung auf ein leichtes Abkehren des frisch gefallenen Schnees zu beschränken.

An Kreuzstraßen müssen die Uebergänge über die Fahr­bahn in der Breite von 1,25 Meter (4 Fuß) von den an­stoßenden Hausbesitzern resp. Hausverwaltern ebenfalls bestreut werden.

Entsteht das Glatteis zwischen 7 Uhr morgens und 8 Uhr abends, so muß sogleich, längstens mit Ablauf der Ersten Stunde nachher, entsteht es aber in der Nacht, in der ersten Stunde nach Tagesanbruch gestreut sein.

Hinsichtlich der öffentlichen Plätze und der darüber gehen­den Wege liegt die Verbindlichkeit des Bestreuens bei Glatteis derjenigen Behörde ob, welche für Reinigung dieser Plätze zu sorgen hat.

Jngleichen haben diejenigen Behörden, denen die Unter­haltung der öffentlichen Brunnen obliegt, so oft als nötig, vor denselben aufeisen und streuen zu lassen.

§ 3.

Bei eintretenbem Tauwetter haben die Hausbesitzer bezw. die Hausverwalter das Eis in den Floßrinnen und vor dm Häusern aufhauen und baldtunlichst abfahren zu lassen. Zement­vlattentrottoirs sind erst dann abzuräumen, wenn der ent­standene Belag sich gelockert hat, auch darf die Abräumung nur durch stumpfe, zum Abkratzen geeignete Gerätschaften und nicht unter Anwendung von Spitzhakcu, Stoßeisen, Aexten, Beilen oder ähnlichen Werkzeugen erfolgen. Das Eis darf nicht auf die Fahrbahn der Straße geworfen oder dort abge­lagert^ sowie nicht in die Straßeneinläufe der Neukanalisation geworfen bezw. eingekehrt oder auf den gußeisernen Abdeckungen derselben abgelegt werben.

Aus bem~ Innern der Hofreiten darf kein Schnee oder Eis auf die Straße getragen werden, es sei denn, daß gleich­zeitig das Abfahren desselben erfolgt.

Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit einer Geldbuße bis zu 9 Mark oder verhältnismäßiger Haft­strafe geahndet.

Die Polizei-Verordnung tritt mit. dem Tage ihrer Ver­öffentlichung in Kraft.

Hanau den 8. Februar 1898.

Königliche Polizei-Direktion.

, v. Schenck.

Eandkreis panau. MnntmchnNM des MWt« Lsickatssurts.

In Windecken ist die Schweinefeuche erloschen. Die Gc- höftiperrr ist aufgehoben.

Hanau den 11. Dezember 1906.

Der Königliche Landrat.'

V 8965 I. A.: C o n r a d,' Kreissekretär

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Am Samstag den 15. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, findet von der Kinzigbrücke aus beginnend die meistbietende Versteigerung einer Jlnzahl von Väumeu aus den städtischen Anlagen statt.

Kaufliebhaber werden zu diesem Termine cingeladen.

Hanau den 11. Dezember 1906.

Stadthauptkasse. 26506

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanan, 12. Dezember.

Hk. Aufgabe der Postpakete. Bei dem großen Andrang, welcher zur gegenwärtigen Weihnachtszeit an den Paketschaltern herrscht, wirkt es naturgemäß besonders störend, wenn sich die Aufgabe der Pakete gegen 7 Uhr oder in der Stunde von 7 bis 8 Uhr zusammendrängt; auch leidet die pünktliche Beförderung unter diesem Mißstand erheblich zum Schaden der Versender selbst. In bereit eigenem Interesse richtet daher die Handelskammer an die beteiligten Firmen die Aufforderung, ihre Postpakete nicht in letzter Stunde auf die Post geben zu wollen, sondern den Versand nach Mög­lichkeit auf den ganzen Tag zu verteilen. Alsdann wird auch der einzelne Bote an ben Schaltern weit schneller ab­gefertigt werden können.

* Wahl eines besoldeten Beigeordneten. Ma­gistrat und Stadtverordnetenversammlung hielten gestern nachmütqg eine gemeinsame (vertrauliche) Sitzung ab, in der Stadtrar Hild in Nordhausen einstimmig zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Hanau auf die gesetzliche Amis- dauèr vhn 12 Jahren gewählt wurde. Die Anstellung eines besoldeten Beigeordneten mit einem Gehalt von 6000 Mk., steigend alle 3 Jahre um 500 Mk. bis 7500 Mk. wurde bekanntlich in der Sitzung der Stadtverordnetenver­sammlung vom 25. Oktober d. I. beschlossen. -Die Aus­schreibung der Stelle hatte znr Folge, daß 37 Bewerbungen einliefen.

* Evangelischer Bund. Die Vorbereitungen für die nächste Generalversammlung des Evangelischen Bundes wurden in der vergangenen Woche durch eine Besprechung in Worms eingeleitet, an welcher der geschäftsführende Vorsitzende des Bundes Direktor Lic. Everling aus Halle und der Vor­sitzende des hessischen Hauptvercins, Pfarrer.Lic. Waitz aus Darmstadt teilnahmen. Die Gründung des Festausschusses wurde besprochen und beschlossen, die Generalversammlung in Worms in den Tagen vom 29. September bis 2. Oktober abzuhalten.

* Stadttheater. Das heute nochmals zur Aufführung gelangende Schauspiel:Der Abt v o n S t. B e r n - hard" , dessen aktueller Inhalt noch größeren - Erfolg er­zielte, als seine -Brüder", erhebt sich insbesondere in der mit großer BühnenkentniS gearbeiteten Kapitelszene und in dem wirkungsvollen Schlußakte weit über daS Niveau eines bloßen Tendenzstückes hinaus. Auch geilte dürfte das wirkungsvolle Werk eine außergewöhnliche Zugkraft erweisen. Am Freitag wird Stobitzers reizendes Lustspiel:Die Barbaren", welches hier so starken Beifall erzielte, neu einstudiert zu Aufführung gelangen.

°" Die "Teuerung. Der städtische Beamtenverein in Fulda hat beschlossen, von einer Vereinsweihnachtsfeier der allgemeinen Teuerung wegen in diesem Jahre Abstand zu nehmen.

* Lohnerhöhungen in den Buchdruckereien. Der am 1. Januar 1907 in Kraft tretende neue Lohntarif in den Buchdruckereien Deutschlands bat bekanntlich eine durchgängige Erhöhung der Lohnsätze um 10. pCt. mit sich gebracht. Die Grundpositionen des Lohntarifs erfahren in den meisten Städten, je nach den Teuerungs- und anderen Verhältnissen, noch eine Erhöhung in Form von Lokalzuschlägen. Hanau hat nunFvom 1. Januar 1907 eine Erhöhung des Lokal­zuschlags von 10 auf 12 ^ä pCt. erhalten.» iodaß von diesem

Zeitpunkte ab in Hanau der

24 Jahre alte Buchdrucker 28,1

1. Jan. 1909 ab tritt in Ha Lokalzuschlages von 121

Propinz Hesscn-Naüau i Hanau nur erhalten Wv»». Jahre 1909 ab Bingen, Bi Hanau.

* Tic Entwickelung Offenbacher Zeitung". weid;

der Proviuzpresse. Die bisher auf einer achtteiligen

Rotationsmaschine gedruckt worden ist, hat eine 16fetHgi Zwillings-Rotatiousmaschine erhalten.

* Sherlock Holmes in Harra«. Das theatralisch« Hauptereignis dieser Saison ist unzweifelhaft die englisch« DetektivkomodieSherlock Holmes" welche in sämtlichen deutschen Groß- und Mittelstädten mit beispiellosem Erfolg« gegeben wird. Das Berliner Schauspiel-Ensemble, welche» zur Zeit die Bearbeitung der Sensationskomödie von Ferdi­nand Bonn in Frankfurt a. M. aufführt, rotrb nach Be­endigung seines sechswöchigen von beispiellosem Erfolg ge­krönten Gastspiels am kommenden Montag eine einmalig« Vorstellung in Hanau geben. Die Bearbeitung der Komödi« ist diejenige, welche in Berlin gegen 200 Mal und wieder­holt vor Sr. Majestät unb dem Kronprinzenpaar aufgefuhrt würbe. Das Personal ist ein durchaus erstklassiges.

* Reinigung der Bürgersteige. Bei dem einge- tretenen Schneewetter machen wir auf die im amtlichen Teile enthaltene Polizei-Verordnung vom 8. Februar 1898 betr. die Reinigung der Bürgersteige von Schnee und ihre Be­streuung nach eingetretenem Glatteise mit Sand, Asche re. aufmerksam.

* Verhütetes Unglück. Durch die Geistesgegenwart des Lokomotivführers des auf der Mainkur 5 Uhr 36 Min. abgehenden Personenzuges wurde vorgestern an der Schranke vor dem Röderwäldchen, die vom nächsten Bahnwärterhaus bedient wird, ein großes Unglück verhütet. Ein Fuhrwerk -passierte kurz vor dem Heranbrausendcu Zuge den Bahnkörper, doch vermochte der Lokomotivführer durch energisches Ein­greifen den Zug noch rechtzeitig zum Stehen zu dringen.

0 Kesselstadt, 12. Dez. (Beerdiguu g.) Gestern wurde die irdische Hülle des in weiteren Greifen bekannten Bezirksbrandmeisters Robert Diehls unter großer Be­teiligung zu Grabe getragen. Wie ein Blitzstrahl ans heiterem Himmel traf uns am Sonntag vormittag die schmerzliche Kunde, daß am frühen Morgen Herr Robert Diehls einem Herzschlag plötzlich erlegen sei. Noch tags zuvor war et beim Stiftungsfest des' freiwilligen Steigerkorps, dessen Mit­begründer er war, anwesend. Sein Hinscheiden bedeutet für die Feuerwehr einen schweren Verlust, denn er war einer der Besten, die ihr Wissen und Können in den Dienst der Feuer- wehrsache gestellt haben. 31 Jahre lang gehörte er dem freiwilligen Steigerkorps als aktives Mitglied an und wurde 1904 zum Bezirksbrandmeister und Oberkommandanten der freiwilligen Feuerwehr Kesselstadt ernannt. Der steundliche, wohlwollende und bescheidene Mann genoß große Sympathie bei allen, die ihn kannten, und werden ihm seine Freunde und Kameraden stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Oeffcntlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 12. Dezember bis zum nächsten Abend.

Mäßige westliche Winde, meist trübe, Niederschläge, etwas wärmer.

Hus Dab und fern.

Cassel, 11. Dezbr. In der Verhandlung gegen ben Möbelhändler Meyer- Wildlingen wurde der Angeklagte auf Antrag des Staatsanwaltes wegen schweren Raubes zu 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust, Tragung der Kosten sowie Zulässigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Die Schuldstage auf Mord war von den Geschworenen verneint worden.

r Marburg, 11. Dez. Wegen Fahrkartenschwindeleien, begangen auf dem Bahnhof in Kirchhain, hatten sich heute der frühere Bahnhofszpirt König von dort und der ebenfalls aus seinem Amte entlassene Bahnsteigschaffner Schneider aus Langenstein zu verantworten. Es handelte sich um einige Fälle, in denen Schneider dem König Rückfahrkarten zur weiteren Benutzung überlassen hatte. König wurde zu 10. Schneider zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt.

W. Marburg, 12. Dezbr. Privattelegramm. Die Stadtverordneten genehmigten heute die Angliederung eines Reform-Gymnasiums an die hiesige O berreal schule.

® Mücke, 9. Dezbr. Bei dem hiesigen Gemeinde- rechner L. Reitz würbe dieser Tage ein Einbruch verübt. Die Diebe gelangtest durw ein Fenster des Hinterhauses in die Küche und stahlen hier bedeutende Mengen NahruugS-

Gemrindekasse blieb anscheinend verschont. Man ist den an­scheinend ortskundigen Dieben auf der. Spur.

X Groff-Steinheim, 12. Dezbr. Vor einiger Zeit flog hier um das Zirgeleigebâudc herum noch eine langohrige Fledermaus.