Erstes B!â
Anzeiger
CWeW^ IM W, monatlich SV M, für au».
-Vârtia» Abonnenten mit dem betreffenden PsstauMl«s. , Die einzelne Rrumwr kostet 10 Pfz.
58»tati«SdruL und Verlag der Luchdrnckerri de» verein. " n. Waisenhauses in Hanan.
General-Anzeiger
AMihts Organ für SW and fanikttis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausmchme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage»
Nr. 276 Fernsprechanschluß Nr. 605»
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Amtliches.
Eandkreis Hanau.
BekâüèsiAchMgen des MiMen Lkn-rktsmts.
In R a v o l z h a u s e n ist die Rostausseuche festgestellt.
Die Gehöftssperre ist angeordnet.
Hanau den 24. November 1906.
Der Königliche Lanbrat.
V 8579 Z. A.: Conrad, Kreissekretär.
In Marköbel ist die Schweineseuche erloschen.
Die Gehöftssperre ist aufgehoben.
Hanau den 24. November 1906.
Der Königliche Landrat.
V 8598 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Die Entwürfe zu den Haushaltsplänen
der Gaswerkskaffe,
der Wafferwerkskaffe,
der Elektrizitätswerkskaffe,
der Babeanstaltskaffe -
für das Rechnungsjahr 1907 liegen vom 26. November 1906 an 8 Tage lang im Stadtsekretariat, Rathaus Zimmer Nr. 11, zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen.
Hanau den 24. November 1906.
Der Oberbürgermeister.
Dr. Gebeschu s.. , 25286
Zwangsversteigerung.
. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Rückingen belegenen, im Grundbuche von Rückingen nur Zeit der Eintragung des Dersteigerungsvermerkes auf den Namen
1. der Anna Maria Margareta Jäger,
2. des Heinrich Jäger,
8. des Wilhelm Jäger
Andreas Kinder zu Rückingen, - zu 2 und 3 minderjährig und vertreten durch ihren Vater, Andreas Jäger daselbst, eingetragenen Grundstücke und zwar:
1. Artikel 372 auf den Namen:
a) der Anna Maria Margareta Jäger zu ideellen 'fisteln der Parzellen Abt. I Nr. 1 bis 12 und zu ideellen ^stellt der Parzelle Abt. I Nr. 13,
Feuilleton.
Totcnsestfeicr - Vollskouzert.
Eine düstere Tragik liegt in dem Worte Totensonntag, wie eherner Glockenschall dröhnt cs mit mahnendem Klange in unser Ohr: Gedenket der Toten. Selbst in unserer Zeit der schwersten Jnteresseukâmpfe auf wirtschaftlichem, politischem, ethischem und ästhetischem Gebiete übt dieser Gedenktag seine ergreifende Wirkung aus. Vor allem tragen die Gottesdienste ein besonders ernstes Gepräge, was auch hier der Fall war. In der Johanniskirche war der Abendgottesdienst zu einer T o t e n f e st f e i e r ausersehen, der Johannis- k i r ch e n ch o r hatte ein Volkskirchenkonzert veranstaltet. Einer Völkerwanderung gleich ergoß sich schon lange Zeit vor Beginn der ernsten Feier der Strom der Besucher in das Gotteshaus, dessen weite Räume bis zu jedem Eck- und Stehplätzchen mit Beschlag belegt waren. Geistlichkeit und Leitung des Kirchenchores hatten aber auch alles daran- gesetzt, die Feier zu einer Herz und Gemüt erhebenden, er- baulich und erfrischend wirkenden zu gestalten. „Tod und Auferstehung" war der dem Programm zugrunde liegende Gedankengang. Nach einem Orgelvorspiel über den Choral „Herzlich tut mich verlangen" von I. S. Bach (Herr C. A l t), Gemeindegesang, Choralsätzen u. a. m. bot der Kirchenchor (Leiter: Herr W. Breidenbach) die prachtvolle Komposition D. Schultze's über den Text „Laßt mich gehn", bei dem der gemischte Chor mit einem Damenchor wechselt. Die Ausführung war eine in jeder Beziehung lobenswerte, geradezu mustergültige. Anschließend an die ansprechende Komposition Albert Beckers „Gottlob, cs geht nunmehr zu Ende" hielt Herr Pfarrer Fuchs eine kurze, aber durch ihren Inhalt mit jedem einzelnen Satze mächtig ergreifende Ansprache, die mitten in das Leben führend, aus
Montag den 26. November
b) des Heinrich Jäger zu ideellen 'fisteln der Parzellen Abt. I Nr. 1 bis 12 und zu ideellen 'foteln der Parzelle Abt. I Nr. 13,
c) des Wilhelm Jäger zu ideellen 'fisteln der Parzellen Abt. I Nr. 1 bis 12 und zu ideellen '/oteln der Parzelle Abt. I Nr. 13, nämlich:
Lfde. Nr. 1 B 437/280 Haus Nr. 21,
a) Wohnhaus mit Hofraum 2 ar, und Lfde. Nr. 2 B 279 Hausgarten 1,31 ar,
437/280 b) Kuh- und Schweinestall,
Lfde. Nr. 3 A 93 Acker, die Gende, 16,07 ar, „ „ 4 F 27 Ack^r, das Erlesfeld, 4,46 ar, „ „ 5 G 15 Acker, die Jutenweide, 2,58 ar, „ „ 6 H 112 Acker beim Kreuzweiher 2,56 ar, „ „ 7 J 84 Acker daselbst 5,57 ar, „ „ 8 K 119 Acker, die Oberhörr, 6,13 ar, „ „ 9 K 143 Acker, die Oberhörr, 2,28 ar, „ „ 10 K 187 Acker, die Oberhörr, 6,05 ar,
„ „ 11 M 47 Wiese, die Oberwaldswiese, 5,97 ar,
„ „ 12 M 50 Wiese, die Oberwaldswiese, 7,72 ar,
„ „ 13 C 22 Wiese, der Kinzigmorgen, 18,22 ar,
2. Artikel 426 auf den Namen:
a) der Anna Maria Margareta Jäger,
b) des Heinrich Jäger,
c) des Wilhelm Jäger,
je zu einem Drittel,
Lfde. Nr. 1 M 48 Wiese, die Oberwaldswiesen, 5,97 ar,
3. Artikel 276 auf den Namen:
I a) der Anna Maria Margareta Jäger, zu ideellen 'fsiteln,
J bes Heinrich Jäger,
c) des Wilhelm Jäger, zu ideellen '/-Äeln, ,
II des Ackermanns Ferdinand Schreiber zu Langendiebach, zu ideellen 12/«4teln,
Lfde. Nr. 1 C 45 Wiese, die Kinzigmorgen, 17,90 ar, zu den Anteilen der Eigentümer unter I a — c,
4. Artikel 351 auf den Namen:
a) der Anna Maria Margareta Jäger,
b) des Heinrich Jäger,
Andreas Kinder und Philipps Enkel, Lfde. Nr. 1 A 358/352 Acker, das Haitergastfeld, 8,67 ar, „ „ 2 A 348/29 Acker, am Unkeloch 4,98 ar, „ „ 3 0 110 Wiese, der Dornickel, 20,76 ar,
„ „ 4 K 210 Acker, die Oberhörr, 12,09 ar,
am 16. Januar 1907, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 12. November 1906.
Königliches Amtsgericht. 25283
dem Leben schöpfend, darum auch sichtlich nachhaltigen Eindruck inachte. Seine Mahnung an die Gemeinde klang aus, daß würdig wie das Kirchenjahr zu Ende geführt, auch das neue Kirchenjahr begonnen werden möge. Fräul. Elisabeth Fritsch aus Hanau und Fräul. W. W e i s m a n n aus Frankfurt a. M., die ihre geschätzte Mitwirkung der Veranstaltung hatten zu Teil werden lassen, boten Solovorträge und ein Duett, und zwar Leistungen, die hoher Anerkennung würdig waren. Den Schluß des in seinem ganzen Verlaufe sich genußreich gestaltenden Volkskirchenkonzerts bildete die herrliche Choralbearbeitung „Jesus meine Zuversicht" für gemischten Chor, Knabenchor und Orgel, bearbeitet von Th. Huhn. Mitglieder der Ulanenkapelle führten die Hörnerbegleitung aus, sodaß die Wirkung noch in hohem Maße erhöht wurde. Der Massenbesuch in des Wortes vollster Bedeutung war der beste Beweis, daß die eingeschlagene Form in der Darbietung von Volkskirchenkonzerten als höchst beachtenswert zu bezeichnen ist. Dem Kirchenchor, seinem unermüdlichen Leiter, wie nicht minder den trefflichen Solistinnen und auch Herrn Alt, der meisterhaft die Orgel beherrschte, sei nochmals uneingeschränkte Anerkennung gezollt.
Stadüheater in Hanan.
— Hanau, 25. November.
Die gestern zur ersten Aufführung an unserer Bühne gekommene Fortsetzung des Ohorn'schen Schauspiels „Die Brüder von St. Bernhard", betitelt „Der Abt von St. Bernhard", teilt das Schicksal mancher solcher Versuche, wie beispielsweise „Als ich wiederkam" (Fortsetzung vom „Weißen Röß'l"), einen starken Bühnenerfolg in dieser Richtung aus- zubeuten — es führt in den meisten Fällen zu einem etwas enttäuschenden Resultat. So finden wir denn in dem 5-aktigen Schauspiel die angewandte Technik schon primitiv, sowie die gewählten Bühneneffekte ziemlich grob, aber auf der anderen Seite ,übt auch hier wieder das Milieu des Stückes
Fernsprechanschlust Nr. 605, 1906
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 26. November.
* Bei der Postagentur in Pulverfabrik bei Hanau ist eine öffentliche Sprechstelle eingerichtet worden.
* Gegen die Grenzenöffnung für die Dieh» einftthr. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Cassel beschloß, beim Herrn Reichskanzler und dem Herrn Landwirtschaftsminister zu beantragen,. dem erneuten Ansturm der Städte und sonstigen Korporationen für Oeffnung der Grenzen zur Einführung lebenden Schlachtviehes die Zustimmung versagen zu wollen.
* Stadttheater. (Wochenspielplan.) Mittwoch: Neu einstudiert: „Hans Huckebein", Schwank in 3 Akten von Blumenthal und Kadelburg. — Freitag: Neu einstudiert: „Nathan der Weise", dramatisches Gedicht in 5 Akten von G. E. Lessing (Nathan: Herr Mathieu Pfeil als Gast). — Sonntag: Nachmittag? ^»4 Uhr, bei ermäßigten Preisen: „Stein unter Steinen". Abends 7 Uhr: Zum ersten Male: „Fla tte r s^ch t", Lustspiel in 3 Akten von Vikt. Sardou.
* Gastspiel Pfeil. Ein ganz außergewöhnlich in- tereffanter und genußreicher Theaterabend wird am kommenden Freitag bcvorstehen. Herr Mathieu Pfeil, eines der allerersten und beliebtesten Mitglieder des Frankfurter Schauspielhauses, wird in seiner Glanzrolle als „Nathan" ein einmaliges Gastspiel absolvieren.
* Goldene Hochzeit. Wie bereits erwähnt, feierten am Samstag Herr Rentner Jean Heinemann und Frau Henriette, geb. v. Zipf, Philippsruher Allee, ihre goldene Hochzeit. Vormittags überreichte Herr Pfarrer Fnchs dem Jubelpaar die goldene Ehejubiläums-Medaille im Auftrage Sr. Maj. mit einer ehrenden Ansprache, später wurde ihm ein Ständchen gebracht und nachmittags fand im „Hotel zum Riesen", unter Teilnahme eines großen Freundeskreises, eine größere Feier statt. Zahlreiche briefliche, telegraphische und mündliche Gratulationen sowie Geschenke erfreuten das Jubelpaar noch außerdem an seinem Ehrentag. Den vielen Wünschen, baß dem Jubelpaar noch ein langer, ungetrübter Lebensabend beschieden sein möge, schließen auch wir unS an.
* Herrenlose Kuh. Ein Handelsmann aus Oberzell vertauschte an den Landwirt E. in Mottgers eine Kuh gegen ein Pferd. Dem Landwirt schien die Kuh später nicht zu entsprechen, und so machte er sich dieser Tage auf nach Oberzell und stellte dem Handelsmann die Kuh wieder zur Verfügung. Letzterer verweigerte die Annahme und da auch der Bauer die Kuh nicht wieder zu sich nahm, lief dieselbe herrenlos im Dorfe herum, bis sie einige Burschen deS Dorfes einfingen. Da sich niemand erbarmte, die Kuh zu
einen eigenen Reiz und eine selten versagende, allerdings nur äußerliche Wirkung aus. Erwägt man den Inhalt, so ist eigentlich von einer direkten Fortsetzung des ersten Teils nur wenig zu vermerken. Der Held des neuen Werkes ist nicht, wie man anzunehmen berechtigt wäre, der Bruder Paulus, sondern der neue Abt Heinrich, der sein hohes, würdiges Priesteramt in reinem Idealismus erfaßt und wahre, edle Menschlichkeit als strikten Vorsatz seiner verantwortlichen geweihten Stellung walten läßt. Wie nun Abt Heinrich erhabenen Gemütes seiner Divise treu bleibt, wie er stark und unerschütterlich durch eine Schar Widersacher hindurchschreitet, bis er zuletzt, nachdem sein ältester Freund bei diesem Machtkämpfe fällt, von einer anderen treuen Menschenseele geleitet, vom Kloster Abschied nimmt, das ist der gekürzte Inhalt der Komödie. Nebenbei behandelt der Stoff noch — der wohl für volle 5 Akte etwas zu knapp bemessen erscheint — die Liebesgeschichte des dem Kloster jetzt fernstehenden ehemaligen Stuber Paulus, des jetzigen Doktors und Gymnasiallehrers. Diese Nebenhandlung ist aber nicht dazu angetan, größere Anteilnahme zu erregen. Bezüglich verschiedener Gesprächmotive erweisen sich solche manches Mal unliebsam unnatürlich detailliert, wodurch die betreffenden Scenen an der beabsichtigten Bühnenwirksamkeit einbüßen. Der weitaus gelungenste Akt ist der vierte, der eine Sitzung des Kapitels vorführt und auch gestern den meisten Beifall fand. — Der Gesamteindruck der künstlerischen Darstellung war unter der offenbar liebevollen Regie des Herrn S t e g e r ein recht erfreulicher und günstiger. Den Abt „Heinrich" gab Herr Pu st ar schon äußerlich recht treffend mit der nötigen imposanten Würde. Durchgängig bewahrte der Darsteller eine derart ruhige natürliche Sprechweise, vereint mit vornehm angepaßten Bewegungen, daß diese kreierte Figur in vollem Maße unserer Sympathie sicher sein konnte. Die durch ihren geradezu lasterhaften Egoismus verbitterten beiden Klosterinsassen lagen bei den Herren O. H. Müller und Matter in recht guten Händen. Während der Erstere