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jkÄrtevLMH 1,80 M., monatUch «0 Pfg., für <iuä» zâtis. Lbrnueuten mit dem betrrfimden Poftatffschr«x< Die emjelae Numreie l»ß«t 10 Ps«.

General-Anzeiger

KMti«Sdlmr und Verlag der Buchdruckerri bei »«ei«.

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n, Wm svchearseS in Hssau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- mck Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 273 F-rnspr-ch<Ms<Mch Nr. 605» Donnerstag den 22. November

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F-rnspr-chanschltttz Nr. 605. 1906

Amtliches.

Landkreis Hanau.

Hekmimchmgen lies Körchlichen LkOratsM.

Der Landwirt Peter Wilhelm Schmidt zu Niederrodenbach ist zum Bürgermeister dieser Gemeinde gewählt und bestätigt worden.

Hanau den 19. November 1906.

Der Königliche Landrat.

A 4485 v. Beckerath.

In Dörnigheim ist die Schweineseuche ausgebrochen.

Die Gehöftssperre ist angeordnet.

Hanau den 20. November 1906.

Der Königliche Landrat.

V 8479 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die städtischen Körperschaften haben unter dem 23. Oktober und 1. November d. Js. beschlossen, die mit dem Bebau­ungsplan für das Gelände nördlich der Frankfurterlandstraße bis zur krumnien Kinzig am 8. Dezember 1894 förmlich festgestellten Fluchtlinien der Straße Nr. 35 (sitzt Gustav- Adolfstraßc) auf der Strecke von Frankfurterlandstraße bis zur Brv.chköbelerlandstraße abzuändcrn.

Nach erfolgter Zustimmung der Ortspolizeibehörde zu dem Abänderungsplan legen wir diesen nunmehr auf Grund des § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 22. d. M. ab 4 Wochen lang im Rathause, Zimmer 21, zu jeder­manns Einsicht aus mit dem Bemerken, daß während dieser Zeit Einwendungen gegen den Plan mündlich oder schriftlich bei uns erhoben werden können.

Hanau den 19. November 1906.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 25025

MWe ArdMnmttelmWt,

Langstraße Nr. 41.

Kostenfreie Arbeitsvermittelnng werktäglich vorm 81/a12t/, jj^ ^chm. 36 Uhr.

Städtisches Arbeitsamt, Rathans Zimmer Nr. 12. Kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetz­gebung (Unfall-, Invaliden-, Kranken- usw. Gesetze.) Hanau am 19. November 1906.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 1280

Kmtoèmt-Mehr der Stijient.

Zinsfuß bei Einlagen 4J/s °/o. 24593

Hus Hanau Stadt und Eand*

Hanan, 22. November.

* Ernannt zum Bat. - Arzt unter Beförderung zum Stabsarzt der Oberarzt Dr. W i ch u r a des Inf. - Negts. Hessen-Homburg Nr. 166 bei dem 2. Bat. Jnf.-Reqts. Nr. U0 (Hohensalza).

* Versetzt: Graunke, Zeug - Oberlt. bei der Art.- Werkstatt in Straßburg i. E., zur Pulverfabrik bei Hanau.

, * Verliehen. Dem Eisenbahn - Assistenten Hermann Rieger zu Hanau wurde der Königliche Kronenorden vier­ter Klasse verliehen.

. * Reichsbanknebenstelle. Am 7. Dezember d. I.

r e u e n eine von der Reichsbankstelle in Plauen (Bogn.) abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und ^beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

^uer Schießplatz zu Messel. WiederDarm- nadtcr Tgl. Anz. milteilt, beabsichtigt die Militärverwaltung den Griesheimer Schießplatz wegen der ins Ungcmessene ge­steigerten Entschädigungsansprüche aufzugeben. Es ist der Militärverwaltung gelungen, zwei sehr geeignete Schießplätze ausfindig zu machen ; der eine Schießplatz ist bei R a m b a ch, unweit Wiesbaden, für die Garnisonen Mainz, Bieb­rich und Wiesbaden, der andere ist bei Messel, in der Richtung nach Offenthnl, längs der Parkeinfriedigung, Jür die Garnisonen Darmstadt, Worms, Gießen, Offenbach, Hanau und Frankfurt. Für den Messeler Schießvlatz ist

an Pacht kaum mehr als 7000 Mk. zu zahlen. Die Schieß­übungen werden kompanieweise abgehalten. Die in der Frühe eintreffenden Kompanien der Garnisonen Darmstadt, Offen­bach, Hanau und Frankfurt kehren Abends in ihre Garni- sonen zurück, während die Infanterie von Gießen und Worms in den Orten Messel, Offenthal und Urberach einquartiert werden. Heute wird schon die erste Schießübung vom Leib­garberegiment auf der neuen Schießstätte abgehalten.

. * Sozialpolitik und Armee. In der Presse wurde dieser Page berichtet, daß das Generalkommando des acht­zehnten Armeekorps eine Art sozialpolitischen Unterrichts für die Soldaten einzuführen gedenke. DieKl. Pr." hat an zuständiger Stelle Erkundigungen eingezogen und folgende Zuschrift erhalten :Auf Ihre Anfrage gestatte ich mir, Ihnen sehr ergebenst mitzuteilen, daß die Zeitungsmeldungen über Einführung eines sozialpolitischen Unterrichts für die Mann­schaften des 18. Armeekorps unzutreffend sind. Im übrigen sieht Seine Exzellenz der kommandierende Herr General da­von ab, dieser Angelegenheit in der Presse näherzutreten. Hochachtungsvoll v. Klenck, Major und Adjutant beim Ge­neralkommando des 18. Armeekorps."

* Verstorben. Gestern mittag verstarb nach längerem Leiden Herr Alex G o u r d i n, Mitinhaber der Firma Gebr. Gourdin, Bijouterie- und Ringfabrik, deren Erzeugnisse sich einen Weltruf erworben haben und die Geschäfisbezichungen nach allen Erdteilen unterhält. Neben seinem geschäftlichen Ruhm besaß der Verstorbene auch als Mensch die besten Charaktereigenschaften, sodaß sein Ableben allgemeine Teil­nahme erregt.

* Touristisches. Der Winter ist gekommen, kahl und leer sind Felder und Wiesen, entlaubt Gärten und Wälder, der Forst beginnt die Bäche zu erstarren, doch fehlt noch der Schnee als Leichentuch, die Erde zu decken. Graue Nebel durchziehen das Land, Sturm und Regen fesseln die Men­schen hinter den Ofen. Winterstimmung überall, die ben Verkehr hemmt. Dies ist die Zeit, wo die Touristen daran denken müssen, ihre innere Organisation zu vervollkommnen, um gemeinsam ihre ganze Kraft in den Dienst ihrer schönen Sache zu stellen. Das Arbeitsfeld ist groß und verschieden­artig. Es gilt die Vorarbeiten für die Wanderpläne des kommenden Jahres auszuführen und die Verbesserungen der Wegezeichen-Anlage zu beraten. Aber nicht nur diese alljähr­lich wiederkehrenden Arbeiten sind zu erledigen, sondern ein neues, großes Projekt soll in Angriff genommen werden, und zwar, der Ausbau des dem Freigerichter Bund gehörigen Ludwigsturms auf dem Hahnenkamm. Die Verkehrskommis­sion der Hanauer Touristenvereine und des Freigerichter Bun­des, die durch den Spessart-Touristenverein, die Sektionen des Vereins der Spcssartfreunde und des Dentsch-Oester- reichischen Alpenvereins in Hanau und den Freigerichter Bund zur Förderung der "gemeinsamen Bestrebungen gegrün­det worden ist und in rastloser Tätigkeit das Unterkunftshaus für Touristen auf dem Hahnenkamm geschaffen hat, beab­sichtigt nämlich, sich zur Sicherung des gemeinschaftlichen Eigentums fester zusammen zu schließen und in einen Ver­kehrsverband für die beteiligten Touristenvereine umzuwan­deln, der in das Vereinsregister eingetragen werden soll. Auf den Verkehrsverband, dessen Mitglieder die sämtlichen Vereine sind, die ihn gegründet haben, wird dann das Hahnenkammhaus grundbuchmäßig eingetragen und damit das unteilbare Eigen­tum den Touristen für alle Zeit gesichert. Diebeiden Hanauer Sektionen des Alpenvereins und Vereins der Spessartfreunde haben der Umwandlung der Verkehrskommission in einen Verkehrsverband bereits zugestimmt und demselben neue Mittel beleidigt. Der Spessarttouristenverein, der im Ringen für touristische Bestrebungen immer in den ersten Reihen ge­standen hat, wird sicher in seiner nächsten Hauptversammlung den Antrag ebenfalls annehmcn, auch der Freigerichter Bund sich den Nachbarvereinen gewiß anschließen, denn Touristen- vereinc kennen keine Landekreuzen, sondern dienen gemein­schaftlich dem geliebten,» großen, deutschen Vaterland. Die im Verkehrsverband zusammen geschlossene, gemeinsame Ära ft her Touristenvercine, wird den dem Bayerischen Brnderver- ein gehörigen, den Namen des stetigen Bavernkönigs tragen­den Aussichtsturm auf dem Hahnenkamm sicher so umge­stalten, daß er seinen Zweck, einen Rundblick in das schöne Vorspcssartgebiet zu. bieten, voll und ganz erfüllt, des Namens würdig ist, den er trägt und unsere Vaterstadt grüßt, als ein Denkmal deutscher Einigkeit.

* Ueber die Läuvttug der weiblichen Leiche bei Rumpcnheim erfährt man noch, daß dieselbe schon mindestens zwei Jahre im Wasser gelegen har. Sie war teilweise noch mir Kleidern und Schnürstiefeln versehen. Das Alter mag 25 bis 30 Jahre betragen. Die Leiche trug schwarze ge­webte baumwollene Strümpfe mit weißlichen Streifen, einen

schwarzbraunen Rock mit dunklen Streifen, schwarze Taille mit zahlreichen Falten an den Aermeln, schwarzseidenen Gürtel mit einfacher Schnalle. Sie hatte ein weißes Hemd an und anscheinend neue Schnürstiefel mit niederen Absätzen. Das braune Haar war jedenfalls mit Haarnadeln in Flechten am Hinterkopf befestigt gewesen. Man hat bis jetzt keinen An­haltspunkt über die Identität der schon so lange im Wasser liegenden Toten.

* Zum Zellhaufener Mord. Der als verdächtig verhaftete Walzbruder Nautz hat sein Alibi nachgewiesen und ist wieder aus der Haft entlassen worden.

* Die Teuerung. Der Lokomotivbeamtenverein in Frankfurt hat beschlossen, wegen der herrschenden Teue­rung von jeglicher Winterfestlichkeit Abstand zu nehmen.

* Der Zither-Verein Hanau hielt am vergangenen Sonntag im Saalezur Stadt Bremen" sein diesjähriges Stiftungsfest ab. Die durchweg gutgespielten Zither-Chöre fanden den lebhaftesten Beifall des zahlreich eschienenen Publikums. Der humoristische Teil lag in den Händen des Herrn Ihle, welcher es gut verstand, die Anwesenden in die animierteste Stimmung zu versetzen. Der musikalische Teil wurde von den Herren Hartwig und Lohrey ausgeführt und trugen die Darbietungen beider Herren nicht wenig zum guten Gelingen der Veranstaltung bei. Ein Tänzchen beschloß die schön verlaufene Feier und hielt die Anwesenden noch lange zusammen.

X Niederrodenbach, 22. Novbr. (Gedenkt ä g.) Am gestrigen Bußtag hatte unsere Gemeinde noch einen be­sonderen Gedenktag, an welchen wir im Eingang der Vor­mittagspredigt erinnert wurden. Es waren nämlich gestern genau 300 Jahre verflossen, seitdem auf unserem noch jetzt im Gebrauch befindlichen Totenhof das erste Begräbnis statt­gefunden hat. Früher wurden die Toten um die Kirche be­graben. Als aber im Jahre 1606 die Pest in unsere Gegend kam, da reichte die seitherige Begräbnisstätte bald nicht mehr aus, es wurde daher ein neuer Totenhof vor dem Dorfe an» gelegt, der natürlich im Laufe der Zeit manche Erweiterung erfahren hat. Wie schrecklich die Seuche, welche 18 Monate dauerte, in unserer Gemeinde gewütet hat, sieht man daraus, daß in jener Zeit hier nicht weniger als 234 Leute an der Pest gestorben sind. Der damalige Pfarrer Siegfried Ludwig verlor innerhalb 14 Tagen vier seiner Kinder und einige Wochen später starb ihm auch noch ein fünftes Kind. Welcher Jammer mag in jener Zeit in unserem Dorfe geherrscht haben I

Jg. Oberrodenbach, 22. Novbr. (Postlich es.) Durch die mit der hiesigen Posthülfsstelle verbundene Fern­sprechanlage und durch die Errichtung einer flottgehenden Zi- garrenfabrif hat sich der postamtliche Verkehr dermaßen ver­mehrt, daß sich die Postbehörde mit dem Gedanken trägt, die Posthülfsstelle in eine Agentur umzuwandeln. Täglich werden durchschnittlich 2030 Pakete eingeliefert, die bann nach der vorschriftsmäßigen Abfertigung auf einem offenen Breakwagen nach Niederrodenbach befördert werden müssen Für die Dauer ist dieser Zustand unhaltbar. Hoffentlich nehmen die angeregten Verhandlungen ein solches Tempo an, daß recht bald Fahrpost und Agentur am Platze sind.

Sprechfaul.

Dem Artikelschreiber derHanauer Zeitung" über die Beamtenbesoldungen kann ich nur Recht geben, wenn er die Stellung der Privatangestellten al« eine nicht bevorzugte bespricht. Besser wäre es aber gewesen, wenn er Vorschläge gebracht hätte, wie dieser geplagten Menschenklasse aufzuhelfen wäre, als daß er danach strebt, die öffentlichen Beamten auch in das Dilemma der Privat­beamten zu ziehen. Der Einsender scheint zu befürchten, daß er durch Unterstützung der berechtigten Wünsche der ftâbti» schen unteren Beamten den Privatbediensteten ähnliche Wünsche nahelegt und nur deshalb gegen die Aufbesserung der Be- amten loszulegen, um den Privatbeamten eine Berufung auf die ersteren abzuschneiden.

Bei den Lehrerbesoldungen wird in derHanauer Ztg." immer auf den Bremserlaß des Ministers Studt in Berlin hingewiesen, bei den Privatangestellten sitzt derBremser" in H a n a u. E i n P r i v a t a n g e st e l l t e r.

Gertchtsfaal.

Sitzung bet Strafkammer vom 19. November.

Wild dieberei.

Der Auszüger Georg Schüßler in Altengronau wurde am 1. August vom Förster Michel, der ihn schon lange im Verdacht der Wilddieberei hatte, auf dem Anstand sitzend angetroffen. Er floh und versteckte das Gewehr schließlich im Gebüsch, von wo es aber adfebalb vom nachfolgenden