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Danauer K Anzeiger

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Di« füufgespân« Petitzetl« »»er betet Roma 15 Pfr,

a, Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Grgan fit Stabt« nab Mbtotia Hans«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

BaottiwetfL Redakteur: T. ©freiet in Hanau,

Nr. 270 Fernsprechanschltttz Nr. 605.

Samstag den 17. November

F-rnsprechanschlutz Nr. 605. 1906

Die jellttzeMmmer mstßt ausser d.llnterWnngMatt

18 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Ran au« Bekanntmachung.

Arbeitsrrchsnde in der Zeit vom 10. bis 16. November 1906:

1 Arbeiter, 1 Konditor, 1 Fabrikarbeiter,

1 Fahrbnrsche, 2 Hansburschen, 8 Tage­löhner.

Hanau den 17. November 1906.

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle. 24802

Hus Ran au Stadt und Eand.

Hanau, 17. November.

* Evang. Vereinshaus. Die Bibclstunde im evg. Vereinshause fällt morgen abend aus, weil um dieselbe Zeit ein Gesang-Gottesdienst in der Marienkirche stattfindet.

* Volkskirchenkonzert in der Marienkirche am 18. November, abends Nhr. Eingang zu den numerierten Plätzen (für 50 Pfg.) durch die' Haupttür, zu den nicht numerierten Plätzen (für 20 Pfg.) durch die Seitentüren. DaS Konzert wird einen hehren Genuß ge­währen, möge deshalb der Besuch ein zahlreicher werden.

* Stadttheater. Morgen Sonntag nachmittag halb 4 Uhr wird die mit so überaus großem Erfolge bereits vier­mal hier gegebene Detektiv-KomödieSherlock Holmes" nochmals bei bedeutend ermäßigten Preisen in Szene gehen. Abends 7 Uhr folgt neu ein­studiert Gustav v. Mosers reizendes Lustspiel:D a s Stiftungsfest." Das heitere Werk des beliebten Ver­fassers ist seit längerer Zeit nicht gegeben worden und dürfte jetzt wieder einer äußerst freundlichen Aufnahme gewiß sein. Der köstliche Humor Mosers tritt in diesem Stücke ganz be­sonders hervor und löst immer wieder die stärksten Heiter- kcitserfolge aus. Eine hübsche ansprechende Handlung und treffliche geeignete Typen sind überdies Vorzüge des humor­vollen Stückes, sodaß es auch morgen wieder seinen Hörern einige recht genußreiche, fröhliche Stunden schenken wird. Die Besetzung ist die denkbar günstigste. In Hauptrollen treten hervor die Damen : Sarno, Reinhard, Berger, und die Herren: Gehrmann, Hauser, O. H. Mül­ler, P u st a r, N y g r i n und Kempf. Die Regie führt Herr Haus e r. Der Vorverkauf für beide Sonntags­vorstellungen findet heute Samstag nachmittag von 4 bis 5 Uhr an der Theaterkasse statt.

* Parolemttstk. Die Kapelle des Jnf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke: 1)Kadetten-Marsch" von Eilenberg; 2) Schön Rothtraut", Ouvertüre von A. Reckling; 3) La Barcarolle, Walzer, nach Motiven der Offenbach'schen Op. Hoffmann's Erzählungen" ; 4) Liebeslied ausDie Wal­küre" von R. Wagner; 5) Introduktion und Chor aus der Op.Carmen" von G. Bizet.

* Volksbiblisthekev. Die fortschreitende Volks­bildungsbewegung in unserer Gegend hat auch das Interesse für das Volksbibliothekswesen neu belebt. In den weitesten Kreisen unseres Volkes besteht das Verlangen nach guter Lektüre, und Freunde und Freundinnen der Volkswohlfahrt bemühen sich angelegentlichst, ihm durch Gründung von Volks­bibliotheken zu entsprechen. Leider bleiben aber die wohl­meinendsten Absichten oft ohne den rechten Erfolg, zumeist weil die notwendigen Geldmittel zu ihrer Ausführung fehlen, aber auch recht oft, weil die Veranstalter mit der Praxis des Volksbibliothekswesens nicht vertraut sind, weil sie über die Wahl der Bücher, über die Möglichkeit des vorteilhaften Be­zuges, über die äußere Einrichtung der Bibliotheken im Un­klaren sind und weil die Möglichkeit persönlicher Aussprache unter den Interessenten fehlt. Um nun einen Zusammen­schluß aller Bibliotheksfreunde in dem weiteren Heimatgebiete zu erzielen, haben sich am Sonntag nachmittag imTaunus" zu Frankfurt etwa 50 Freunde der Volksbildungssache aus Hessen, Nassau und der Pfalz versammelt und die Wege zur Förderung der Volksbibliothekssache und damit zusammen­hängender Bestrebungen besprochen. Die Versammlung hat ihrem Vorstande Auftrag gegeben, alle Mittel und Wege zu untersuchen und zu verfolgen, die der Versorgung weitester Volkskreise mit gutem unterhaltenden und belehrendem Lese­stoff dienen können, so für wrieilhafte Bezugsqelegrnheitcn

zu sorgen, als beratende Stelle bei der Bücherauswahl und bei der Einrichtung der Bibliotheken tätig zu sein und alle Interessenten, Personen, Ortsverwaltungen und Vereine, zu einem Erfahrungsaustausch zusammenzuziehen. Auch die Ver­breitung guter Bücher durch Haus- und Jahrmarktsverkauf wurde besprochen. Wer sich für die Sache interessiert, wolle sich an die Rhein-Mainische Geschäftsstelle für Volksbildung in Frankfurt a. M., an der Schmidtstube 7, wenden.

* 3«m Zellhäuser Mädchenmorde. In einem Gasthause zu Groß-Steinheim erregte dieser Tage ein zuge­reister Walzbruder durch sein eigenartiges Benehmen einiges Aufsehen. Ohne ersichtliche Veranlassung schilderte er näm­lich urplötzlich den am 7. August ds. Js. im Walde bei Seligenstadt an der 13jährigen Frieda Weyh aus Zellhausen verübten Mord mit allen Details der grauenvollen Bluttat. Nachdem man bei dem Stromer noch ein großes Messer be­merkte, verdichtete sich der alsbald ausgetauchte Verdacht, der Fremde sei wahrscheinlich selbst der Mörder oder stehe mit diesem in gewisser Beziehung. Die sofort benachrichtigten Sicherheitsorgane schritten schließlich zur Verhaftung des Ver­dächtigen und transportierten denselben einstweilen ins Bezirks­gefängnis zu Offenbach. Ob sich der schwere Verdacht be­stätigt, bleibt abzuwarten. Tatsache ist vorerst, daß fragliche Gastwirtin inzwischen wiederholt bezüglich der Aeußerungen des Stromers gerichtlich vernommen wurde.

* Bcstiiwechsel. Die Liegenschaft Hainstraße 3, der Präsenz Hanau gehörig, ging gestern für den Preis von 30 000 Mk. in den Besitz des Herrn Abraham L ö b e n st e i n, Mehl- und Getreidegeschäft, über.

" ° Das HahttsnkammhaAs ist nur Sonntags geöffnet.

* Bon den Apotheken ist morgen nachmittag von 39 Uhr die Einhorn - Apotheke geöffnet.

_ * Turn- und Fechtklub. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, unternimmt der Turn- und Fechtklub morgen eine Turnfahrt mit Kriegsspiel nach dem Hahnenkamm. Die Mitglieder werden gebeten, sich zahlreich an diesem turneri­schen Unternehmen zu beteiligen. Abfahrt 10 Uhr vom West­bahnhof nach Kahl bezw. Dettingen. Zusammenkunft eine Viertelstunde vor Abgang des Zuges.

* Turnerisches. Die Spielahteilung der Turngemeinde veranstaltet am kommenden Sonntag eine Schnitzeljagd. Dieselbe, beginnt um 2 Uhr an der Kirschenallee und ent­wickelt sich von hier aus nach dem Neuwirtshause zu. Das Endziel ist die^ Turnhalle, woselbst abends von 7 Uhr ab gemütliches Zusammensein mit Familie stattfindet. Alle Freunde der Turnsache sind herzlichst eingeladen.

* Der Zitherverein Hanan veranstaltet am Sonntag den 18. d. Mts. in derStadt Bremen" eine Abendunter­haltung mit Tanz.

* ImRestaurant Bürgerbrâu", das sich mit seinen schönen geräumigen Lokalitäten für derartige Veranstaltungen besonders eignet, findet morgen nachmittags 4 bis abends 11 Uhr erstmals Konzert und zwar von der italienischen Instrumental- und Vokal-KapelleSavo" Crolla-Arcari statt und dürfte, da ein guter Ruf der Kapelle begleitet und ein gewähltes speziell auch für Familienbesuch geeignetes Programm vorliegt, ein Besuch dieser Veranstaltung zu empfehlen sein.

* KonzerthausWiener Spitze". Morgen finden in dem gerne besuchten Konzerthaus Wiener Spitze wieder 2 Vorstellungen statt, für welche ein vorzügliches Künstler­ensemble gewonnen wurde. Bei einem völlig neuen Programm, wird den Besuchern Gelegenheit geboten, sich einige Stunden köstlich zu amüsieren.

Die städtische Bibliothek

Gärtnerstraße 67 (alte Zeichenakademie) ist Sonntags, Mitt­wochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet. Gesam tkata- loge sind in der Bibliothek zu haben.

Marktbericht.

Haman, 17. November. (L e b en s m i t t e l p r e i s e.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 0,80 bis 1.00 M.; ein alter Hahn 1.502.00 Mark; ein junger Hahn 0.90 dis 1.30 Mk.; ein Huhn 1.30 bis 1.60 Mark; eine Ente 2.50 bis 3.00 Mk.; eine Gans 4.00 bis 5.00 Mk.; Gans, ger., das Pfd. 7080 Pfg.; Fische: gewöhnl. Sorte 35 Pfg., bessere Sorte 40 Pfg., Aal.. Mk., Hecht 1.001.10 Mk., Brescm 50 bis 60 Pfg., Barben 50 bis 60 Pfg., Barsch 60 bis 70 Pfg., K-Kilogr. Gemüse: Meerrettich die Stange 1025 Pfg.; Blumenkohl, das Stück 3070 Pfg., Kopfsalat, Stück 515 Pfg., Endivien das Slück 510 Pfennig ; Rettich, das Stück 35 Pfennig ; Ober- Kohlrabi, das Stück Pfg.; Unter-Kohlrabi 1015 Pf., Wirsing, das Stück 1025 Pfg; Weißkraut, daS Stück 1030 Pfg-, Rotkraut, das Stück 1030 Pfg., Sellerie, das Stück 1020 Pfg.; Gurken, St. Pfg.;'gelbe Rüben, d. Bund

8 Pfennig; Neue Erbsen, Pfund Pfennig, neu! Bohnen, das Pfd. Pfg., Braunkohl, Portion 2030 Pfg., Rosenkohl Pfd. 30, Schwarzwurzeln, P. 20 30 Pfg., Spinat, 1 Pfd. 15 Pfg., Schmalzkraut, Port. 1020 Pfg., Kartoffeln Doppelliter 1214 Pfg.; Obst: Trauben, Pfund 60 Pfennig, Aepfel 1 Pfund 1525 Pfennig, Birnen Pfund 15 bis 25 Pfennig, Zwetschen, das Hundert bis Pfennig, Nüffe, das Hundert 4560 Mk., Pfirsiche, das Pfund. Pfennig, Citronen, das Stück 510 Pf.; Paradiesäpfel, das Pfd. 4050 Pfg; Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,15 bis 1,40 Mk.; Käse, 1 Stück 46 Pfennig; Eier, Stück 610 Pfg.; Zwiebeln, Doppelliter 10 Pfg.; Welschkorn, Doppeliitcr 23 25 Pfg., Radiesch«, das Bündel Pfennig., Kastanien, Pfund 1820 Pfg Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig; 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfennig.

Hus Dab und fern.

O Fulda, 16. Novbr. Heute Nacht hat es zum ersten Male in diesem Winter int ganzen Gebiete der Rhön stark geschneit, nachdem vorgestern das Thermometer auf 6 Grad Celsius unter Null gefallen war. Allem Anschein nach bleibt dieser Schnee noch nicht liegen und freuen sich die Skiläufer und Rodelfahrer umsonst.

() Offenbach a. M 17. Nov. Die Stadtverordneten­versammlung beschäftigte sich u. a. auch' mit der Vorlage be­treffs Erbauung der elektrischen Bahn nach Bürgel. Der Ausschuß schlägt vor, die Erbauung der Bahn, die ursprüng­lich nur eingleisig geplant war, zweigleisig auszuführen. Sie geht Karlstraße-Obermainstraße-Kreisstraße-Langestraße in Bürgel. Nur in Bürgel ist sie eine Strecke weit eingleisig. Für den Bahnbau selbst werden 530 000 Mk., für die voll­ständige Pflasterung der von der Bahn durchzogenen Straßen 113 500 Mk. verlangt. Die Kreisstraße soll auf 8 Meter verbreitert, die Obermainstraße dagegen um 1 Meter ge­schmälert werden. Die Mittel sollen auf Anleihe bewilligt werden. Hierzu bemerkt Oberbürgermeister Brink, daß in der Anleihe die hierfür notigen Mittel nicht mehr vorhanden sind. Es sind aus der letzten Anleihe bewilligt worden für: Elektrizitätswerk 662 000 M., elektrische Bahn 790000 M., Krankenhaus-Erweiterung 415 000 M., Turnhalle an der Knabenschule 77 000 M., Anbau der Knabenmittelschule 60 000 M., Aufbau der höheren Mädchenschule 51000 M., Zuschuß zum neuen Gymnasium 80 000 M., Grundstück­erwerbung für das neue Gaswerk 40 000 M., Geleisausbau am Hafen 17 000 M., dazu noch eine Anzahl Grundstücks­erwerbungen usw. und für die nötigen Straßenherstellungen 350 000 M. Don der Gesamtsumme sind noch 1600 000 Mark zu bestreiten, es stehen aber nur noch 1 200 000 M. zur Verfügung. Dazu kommen noch die oben genannten Forderungen. Man müsse Bahn und Pflasterung auf ein noch aufzunehmendes Darlehen bewilligen. Oberbürger­meister Brink sagt noch, Frankfurt lege vor allem Wert auf eine Verbindung zwischen Offenbach und Frankfurt-Ost. Die Verbindung an der Südseite des Maines, an der Offenbach vor allem Interesse habe, werde dadurch etwas in den Hintergrund gedrängt. Die geplante Straße soll am hiesigen Gocthering über eine neue Mainbrücke zu den Nieder­höfen gehen und von dort nach Frankfurt-Ost abbiegen, wo­durch ein Winkel entsteht. Aber vor allem will Frankfurt über diese Straße auch eine neue elektrische Linie nach Offen­bach legen. Wegen dieser Brücke haben neulich Besprechungen stattgefunden, ob sie mit zwei oder drei Pfeilern, oder ohne Pfeiler über den Main gebaut werden soll. Die Kostenfrage sei auch noch zu erledigen, sodaß immerhin noch 12 jJahre werden vergehen, ehe mit dem Bau begonnen werden kann. Stadtv. Boehm hat gehört, daß noch eine zweite Brücke für die neue Eisenbahn geplant ist. Er verspricht sich viel für Offenbach von der geplanten elektrischen Rundbahn. Es wird darauf beschlossen, die Erbauung der Bahn in Aussicht zu nehmen und nunmehr bei der Regierung um die Konzession zum Ausbau und Betrieb einzukommeu. Gleichzeitig soll um die Er­laubnis zur Güterbeförderung an Marktagen nachgesucht werden. Bei der Beratung über die Wiederbesetzung der B n r g c r m e i st e r st e l l e verläßt Oberbürgermeister Brink den Saal; den Vorsitz übernimmt Beigeordneter Walter. Dieser erklärt, der Ausschuß für die Bürgermeisterwahl habe die 39 eingegangenen Bewerbungen sorgfältig geprüft und habe beschlossen, vier Herren als beachtenswert zu empfehlen, nämlich die Bürgermeister Hotop, Großenhain bei Dresden, Vogt, Waldheim (Sachsen), Dr. Roth, Burgstädt (Sachsen) und Dr. Dullo, Direktor des statistischen Amtes in Königs- ber.g- Es wird beantragt, dem Ausschuß zu überlassen, drei Mitglieder aus seiner Mitte zu bestimmen, welche an Ort