gkotatisaUunck und Verlag der Buchdruckerei bei verein, o, Waisenhauses in Hanau.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- undFeiertage, mit belletristischer Beilage. «rrant«»rkl. Rckâm: 6. Schrecke, in $«»«&.
Bezugspreis-
NierkVâMch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., f5t m* lâtig. LLdnnmten mit dem betreffenden Postauhchl^.
Die einzelne Nmu».'! kostet 10 Pfg.
Die fünfgespaltene Petitzrèls »der deren Raum 15 Pfg, im Siekiamestell die Zeile 36 $&
Nr. 268 Fernsprechanschlutz Nr. 605.
Donnerstag den 15. November
Fernsprechanschlntz Nr. 605. 1906
Amtliches. .
Landkreis Hanau.
MMm-Wen des Königlichen LandrnLsnmts.
An die Ortspolizeibehörden des Landkreises!
Da der Verdacht besteht, daß zur Herstellung der billigeren Branntweinsorten hier und da auch denaturierter Spiritus verwendet wird, so ersuche ich bei der Nahrungsmittelkontrolle diesen Fälschungen ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und Proben verdächtiger Trinkbranntweine untersuchen zu lassen. Ebenso ist den Ersuchen der Steuerbehörden oder der Technischen Prüfungsstelle des Reichsschatzamtes zu Berlin eine Entnahme von Proben unverzüglich zu entsprechen.
In solchen Fällen ist von jedem der zu untersuchenden Trinkbranntweine eine Probe von 2 Litern in der ursprünglichen Verpackung oder in sorgfältig gereinigten Glasflaschen, die mit ungebrauchten Korkstopfen zu verschließen sind, zu entnehmen. Der Verschluß ist gegen unbefugtes Oeffnen zu sichern. An jeder Flasche ist ein Zettel zu befestigen, der die Handelsbezeichnung des Trinkbranntweins, den Namen und Wohnort des Händlers, den Preis, den Tag der Entnahme und die Unterschrift des Entnehmenden trägt. ^ Beanstandete Befunde sind zur strafrechtlichen Verfolgung zu bringen und außerdem dem hiesigen Königlichen Hauptsteueramte mitzuteilen.
Hanau den 5. November 1906.
V 8142
Der Königliche Landrat. v. Beckerath.
Zugelaufen: ein weiß- und schwarzer schottischer Schäferhund, m. Geschl.
Mittelbuchen den 13. November 1906,
Bürgermeisteramt.
24589
Câkmck- Verkehr her Leihbauk
Zinsfuß bei Einlagen 4*/ä °/o.
24593
Hus Hanau Stadt und Eand»
Hanan, 15. November.
Beamtsn-Pepfonalnachrichten.
Ernannt: der Rektor zu Felsberg, past. extr. Wilhelm Sostmann, zum Pfarrer in Aufenau, Klasse Gelnhausen, der Hilfspfarrer Heinrich Vial zu Rommershausen, Klasse Treysa, zum Pfarrer daselbst, der Referendar v. Reden zum Regierungs-Referendar, der Forstaufseher Simon zu Steinau, Oberförsterei Steinau, zum Hilfsförster, die seitherigen Probeaufseher Riebeling und Rindt zu Ziegenhain zu Aufsehern bei der Königlichen Strafanstalt daselbst.
Uebertragen: dem Pfarrer Wagner in Ottrau endgültig das Nebenamt eines Kreisschulinspektors über die Schulen des Aufsichtsbezirks Neukirchen II.
U eberwiesen: der Gerichtsassessor Ruh köpf dem Amtsgericht in Rodenberg.
* Pfarrstellen. Bewerber um die infolge Versetzung ihrer seitherigen Inhaber zur Erledigung gekommenen Pfarr- stcllcn zu Sebbeterode, Klasse Treysa, unb Binsförth, Klasse Spangenberg, haben ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten au Königliches Konsistorium in Castel einzureichen.
* Marienkirchenchor — Volkskirchenkonzert. Es sei hiermit nochmals bekannt gegeben, daß Eintrittskarten inkl. Programm zu dein am nächsten Sonntag um 7^2 Uhr stattfindenden Konzerte in den beiden Hofbuchhandlungen, bei den Herren G r a s m e h e r' (Gärtnerstraße), Cal a minus (Neust. Markt), Speitcl (Allst. Markt) und am Konzertabend an der Kirche zu haben sind. Um jedoch unliebsamen Störungen vor dem Konzerte vorzubeugen, bitten wir freundlichst, mit der Lösung einer Eintrittskarte nicht bis zum letzten Augenblicke warten zu wollen. Der gute Ruf, welcher dem Marienkirchenchor bezüglich seiner erfolgreichen geistl. Musikaufführungen vorausgeht, wird sich auch diesmal von neuem bewähren. Zu einer recht würdigen Gestaltung dieses Volkskonzerts, welches eine Vorfeier des Totenfestes sein soll, bedarf es nur noch einer allseitigen Beteiligung d e r G e m e i n d e g l i e d e r. (Liste zirkuliert nicht.) Chorprobe heute abend in der Kirche.
* Ladenpreise. Im Monat Oktober 1906 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 kg Mehl zur Speisebereitung aus Weizen 36 Pf., Roggen 28 Pf., Gersten-
Graupe 44 Pf., -Grütze 38 Pf., Hafergrütze 46 Pf., Hirse 33 Pf., Reis, Java (mittlerer) 48 Pf., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 30 Pf., gelber (in gebrannten Bohnen)
2 Mk. 90 Pf., Speisesalz 20 Pf., Schweineschmalz 1 Mk. 80 Pf.
* Evangelischer Männer-Abend. Wie bereits an dieser Stelle mitgeteilt, beabsichtigen die Presbyterien der Marien- und Johannisgemeinde evangelische Männer-Abende zu arrangieren, um den evangelischen Männern Hanaus Gelegenheit zur Besprechung moderner Glaubensprobleme und kirchlicher Fragen zu geben. Die erste dieser Veranstaltungen fand gestern abend im Riesensaale statt. Es war ein Versuch, um sich Gewißheit zu verschaffen, ob diese Sache Anklang finden werde, weshalb man wohl auch vorerst nur eine kleinere Saallokalität gewählt hatte. Mit Genugtuung kann aber konstatiert werden, daß der Versuch auf günstigen Boden gefallen ist. Groß war die Zahl der evangelischen Männer, die sich eingefunden hatte, um Zeugnis abzulegen von dem hohen Ditereffe, das das Vorgehen der beiden Presbyterien allseits erweckt hat. Zweifellos zeitigt das wieder erwachende christliche Leben in weiten Kreisen das Verlangen, eine Gelegenheit zu schaffen, bei der sich die Gemeindeglieder zwanglos näher treten können, das Band, das alle umschließt, dadurch enger zu ziehen. Herr Superintendent Fritsch gab in seiner einleitenden Begrüßungsansprache eingehende Erläuterung über den Zweck der in Aussicht genommenen Zusammenkünfte. Es liege nicht in der Absicht, einen neuen Verein zu bilden, vielmehr ganz lose sollen die Zusammenkünfte sein. Komme man zusammen, so würden nicht etwa die konfessionellen Gegensätze geschürt, sondern auf Grund des Evangeliums die Zeitfragen besprochen, die uns wichtig genug «tonnen. Micken wir zurâ so seien jetzt bedeutungsvolle Gedenktage zu verzeichnen, der 10. November und der 14. November als Luthertage, der 17. November als» der Gedenktag der kaiserlichen Botschaft vom Jahre 1881. Möge deshalb der heutige dazwischenliegende Tag dor ersten Zusammenkunft evangelischer Männer Hanaus von froher Vorbedeutung sein für die Kräftigung und Stärkung unseres evangelischen Bekenntnisses. Nach dieser Einleitung erhielt Herr Pfarrer Fuchs das Wort zu seinem Vortrage über „Männliches Christentum und die Aufgabe christlicher Männer." In packender Form führte der Referent die Zuhörer hinein in die Tiefe des Glaubenslebens, beleuchtete die Stellung der Apostel, das reinliche Christentum derselben und ging dann über zur Schilderung der modernen Zeit, darlegend die Art und Weise, wie sich die großen Männer der Weltgeschichte, Napoleon I, Fürst Bismarck und Gladstone zum Christentum gestellt haben. Ueber die Aufgaben der christlichen Männer in unserer Zeit verbreitete sich der Redner in fesselnder Weise. Neben treuer Berufserfüllung, sei es Aufgabe aller christlichen Männer, auch über den Beruf hinaus sich zu» betätigen, überall als Christen ihren Mann zu stellen, den Grundsatz aufzustellen „Heraus aus dem Turm!", zu suchen, auch unsere Arbeiter wieder für das Evangelium zu gewinnen. — In der nachfolgenden Diskussion bezeichnete Herr Superintendent Fritsch die aufgestellte Forderung „Heraus aus dem Turm" als recht sympathisch, noch andere Redner äußerten sich interessant über aufgeworfene Fragen, sodaß der Abend einen nach jeder Richtung hin anregenden Verlauf nahm. Die nächste Zusammenkunft soll am 7. Dezember stattfinden.
* Hanauer Detailliften-Verein. Der Verein hat an den Magistrat die Bitte gerichtet, daß er den seit mehreren ftahren projektierten und bereits lange in Bearbeitung befindlichen Bau einer elektrischen Straßenbahn nach Möglichkeit betreiben möge. In der Eingabe führt der Verein~ aus: Die Tatsache, daß die elektrische Bahn den Interessenten des hiesigen Detailgeschäfts in bedeutsamer Weise nützen wird, bedarf kaum mehr'des Beweises. Wir wollen jedoch nicht Unterlasten, nochmals darauf hinzuweisen, in welchen Punkten wir diesen Nutzen besonders erwarten, und wie notwendig diese Förderung erscheint, um ein weiteres Gedeihen des hiesigen Detailgeschäfts zu ermöglichen. Die bestehenden Eisenbahnverbindungen zwischen*Hanau und denjenigen Ortschaften der Ilmgegend, welche naturgemäß nach Hanau gravitieren, sind teilweise so unzureichend, daß ein lebhafter Verkehr dadurch vielfach verhindert wird. Wir erinnern insbesondere an die Verbindung mit Großauheim, beten Verbesserung bezw. wünschenswerte Vervielfältigung an technischen Schwierigkeiten sowie daran scheitert, daß die Eisen- bahnverwaltuug für die nur 2 Kilometer betragende Strecke genügend viele Züge einzulegen außerstande ist. Hier ist der elektrische Verkehr die gegebene und notwendige Ergänzung, um auch den Hanauer Geschäften den gebührenden Anteil an der steigenden Kaufkraft dieser anfblühenden Gemeinde zuzu
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Lwterhaltungsbratt 14 Seiten.
führen. Aehnlich liegen die Verhältnisse hinsichtlich anderer Nachbarorte, wie Steinheim u. s. w., und die bevorstehende Eingemeindung Kesselstadt's scheint uns ein neuer wichtiger Anlaß zu sein, den Bau der elektrischen Bahn energisch zu betreiben, um die beiden alsbald vereinigten Gemeinwesen auch wirtschaftlich und geschäftlich einander noch mehr zu nähern. Dazu kommt vor allem noch die weite Entfernung der Bahnhöfe, namentlich des Ostbahnhofs von dem Stadt- innern, welche seither ein schweres Hindernis für die wünschenswerte Belebung des Verkehrs in unserer Stadt bildet und den hiesigen Detailkaufleuten schon unberechenbaren Schaden gebracht hat. Denn es ist unverkennbar und wiederholt beobachtet worden, daß mancher Reisende aus der Umgegend lieber im Zuge sitzen bleibt und nach Frankfurt oder Offenbach weiterfährt, als in Hanau aussteigt und den weiten Weg in die Stadt hinein zu Fuße zurücklegt. Ueberdies wird durch die großen Entfernungen der Landbevölkerung und sonstigem Publikum aus der Umgegend die in Hanau für Einkäufe rc. übrigbleibende Zeit so sehr verkürzt, daß solche Personen häufig garnicht mehr in der Lage sind, die hiesigen Geschäfte aufzusuchen, oder daß ihnen nicht die erforderliche Muße zum Auswahlen und Kaufen bleibt ; vielfach hat die Beschränkung auf einen so knappen Aufenthalt auch zur Folge, daß das einzelne Geschäft von solchen eiligen Besuchern derart überfüllt wird, daß sie nicht in angemessener Weise bedient werden können und aus diesem Grunde das nächste Mal lieber eine andere Stadt für ihre Einkäufe aufsuchen; dies insbesondere im Verhältnis zu Aschaffenburg, wo an Sonn- und Feiertagen die Läden bis 4 Uhr nachm. geöffnet sind, während hier nach 1 Uhr selbst das Weiterbedienen der im Laden bereits anwesenden Kunden verboten ist. Der verehrliche Magistrat wird aus obigen Darlegungen ersehen, in wie schwieriger Lage sich das Hanauer Detail- geschäft infolge der mangelhaften Derkehrsverhältnisse, insbesondere auch im Wettbewerb mit den großen Nachbarsiäbteu, befindet, und wir richten aus diesem Grunde die eingangs ausgesprochene Bitte an den verehrlichen Magistrat mit besonderer Dringlichkeit. Welche technischen Schwierigkeiten, namentlich seitens der Eisenbahnverwaltung, dem Projekt einer elektrischen Straßenbahn entgegenstehen, ist uns wohl bewußt, und wir möchten daher noch die weitere Bitte anzuschließen uns erlauben, daß für die Ucbergaugszeit für die wichtigsten Verbindungen ein Verkehr durch Automobil- Omnibusse eingerichtet werden möge, wie dies auch von der hiesigen Handelskammer bereits im vorigen Jahre vorgeschlagen worden ist.
* Wegen Verbilligung von Gas uhö Elektrizität hat der „Hanauer D e t a i l l i st e n - V e r e i n"
au den Magistrat folgende Eingabe gerichtet: Nach den zur Zeit geltenden Preisen sind zu zahlen für Leuchtgas 19 Pfg. pro Kubikmeter und für elektrischen Lichtstrom 60 Pfg. pro Kilowattstunde, während für Mas bezw. elektrische Energie zu Motoren unb überhaupt zu industriellen Zwecken nur 12 bezw. 25 Pfg. berechnet werden (abgesehen von den bei stei- gendendem Verbrauch außerdem noch gewährten besonderen Rabatten in Höhe von 21/a bis zu 25 Prozent.) Die bedcu- tende Begünstigung, welche in der Preisermäßigung von 19 auf 12 P;g. und von 60 auf 25 Pfg. liegt, kommt zur Zeit also nur der Industrie, dem Handwerk unb sonstigem lech- ni^en Verbrauch zugute. Wir vermögen jedoch nicht einzusehen, warum der Handel darin schlechter gestellt ist, meinen vielmehr, daß auch er und speziell der Detailhandel an jener Vergünstigung mit gutem Recht beteiligt werden könnte. Denn wie Gas und Elektrizität als treibende oder Heizkraft den technischen Gewerben zur Herstellung unentbehrlich sind, mit derselben wirtschaftlichen Notwendigkeit ist das moderne H a u d e l s g e s ch äf t auf Leuchtgas und elckrrisches Licht $um Absatz seiner Waren angewiesen. Schon diese einfache Ueberlegung muß zu dem Schlüsse führen, daß eine Stadtverwaltung, welche die wirtschaftlichen Interessen ihres Gemeinwesens nicht ungleich berücksichtigen will, dem Detail- geschäft» bei der Abgabe von Gas und Elektrizität ein Anrecht cmf dieselben Bedingungen einräumen wird, wie der Industrie. Tatsächlich ist diese folgerichtige Konsequenz denn auch an anderen Orten bereits gezogen worden ; wir können auf das Beispiel der Stadt Kaiserslautern verweisen, welche ben SabeninMern für ihre geschäftlichen Zwecke die Elektrizität zu 10 Pfg. liefert. Wir glauben nicht, daß die seitherigen bedeutenden Reingewinne der städt. Gas- und Elektrizitätswerke »eine nennenswerte Einbuße durch die bezeichnete Preisermäßigung erleiden wurden. Denn — wie sich das noch stets in solchen Fällen gezeigt hat — ist es mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die große Verbilligung einen ebenso großen Mehrverbrauch herbeisühren und dadurch von selbst den er- forderlichen Ausgleich bringen würde. Mancher Detailkauf-