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V ju gewinnen. Oberst Lukin wird morgen in PrieSak ein- rrcffen und den Oberbefehl über die Bewegungen übernehmen.
Die Lage in Rußland.
Moskau, 12. No». (W. B.) ES bestäiigt sich, daß das heute vormittag auf der Twerskaja verübte Attentat gegen den Stadthauptmann Reinbot gerichtet war, und daß dieser unverletzt geblieben ist. Ein Schutzmann erschoß den Täter.
Krasnojarsk, 12. Nov. (W. B.) Drei Untermilitärs des 81. Regiments wurden wegen Tätlichkeit gegen einen Feldwebel und Verwundung eines Offiziers standrechtlich erschossen.
Petersburg, 12. Novbr. Das Komitee der Sozialrevolutionäre faßte den Beschluß, sich während der Wahlen zur Reichsduma aller terroristischen Akte zu enthalten.
Petersburg, 12. Novbr. Graf Witte ist hier ein- getroffen.
Moskau, 12. Novbr. (Pet. Telegr.-Agentur.) Ueber den heute gegen den Stadthauptmann Reinbot verübten Anschlag ist ausführlicher noch zu berichten: NIS gegen Mittag der Sladthauptmann in Begleitung seines Adjutanten auf dem Wege zur Wasittikirche an dem Hospital für Augenkranke vorbeikam, warf rin Mann eine Bombe, die vor den Füßen des Etadthauptmanns niederfiel und dann auf den Straßendamm rollte, wo sie explodierte. Der Mann, der die Bombe geworfen hatte, floh, wurde aber von Polizei- beamten festgenommen. ES gelang ihm trotzdem, einen Revolver zu ziehen und auf den Stadthauptmann zu schießen. Der Stadthauptmann blieb aber unverletzt, zog hierauf ebenfalls den Revolver und traf den Verbrecher in den Kopf. Der Verbrecher wurde ins nächste Polizeibureau gebracht, wo er auf Befragen nur angab, daß sein Vater in Moskau wohne. Durch die Svlitter der Bombe wurden zwei Polizisten leicht verletzt. Der Stadthauptmann setzte seinen Weg nach der Wasittikirche fort, wo bald darauf der General- gouverneur erschien und den Stadthauptmann zu dem für ihn glücklichen Ausgang des Anschlags beglückwünschte.
Lodz, 12. Novbr. Mehrere Fabriken, dir über 1000 Arbeiter beschäftigen, find wegen fortgesetzter Lohnforderungen der Arbeiter auf unbestimmte Zeit geflossen worden.
Kiew. 12. Novbr. (Pet. Telegr. - Agentur.) In der letzten Nacht überfielen auf Werft 174 der Asow-Lutte der Südwkstdahn Bewaffnete einen Güterzug, beschossen den Zugführer und das Lokomotivpersonal und erbrachen mehrere Waggons. In die Hände gefallen find ihnen aber nur wertlose Gegenstände, da sie augenscheinlich nicht wußten, auf welchem Wagen sich die wertvollen Frachten befanden. Bei Ankunft deS Zuges auf der Station fehlte ein Wagen- schmierer. Sein Schicksal ist unbekannt.
Zur Grundsteinlegung des deutschen Museums.
München, 12. Novbr. Der Kaiser hörte aus der Fahrt nach München im Sonderzug den Vortrag des stellvertreten- en Chefs des Zivilkabinetts, Geh. Regierungsrats v. Eisenhart-Rothe. Im Laufe des TageS stattete der Kaiser den hier anwesenden Prinzen und Herzogen Besuche ab. Ebenso besuchte die Kaiserin die hier weilenden Prinzessinnen deS königlichen und herzoglichen HauseS. Heute nachmittag gegen halb 3 Uhr fuhr der Kaiser mit dem Prinzen Ludwig und die Kaiserin mit der Prinzessin Ludwig vor dem alten Nationalmuseum vor, um die dort ausgestellten Gegenstände des neuen deutschen Museums zu besichtigen. In dem Vestibül waren die Mitglieder deS Vorstandes und des VorstandS- rates des deutschen MuseumS, Staatssekretär Graf PosadowSky, Kultusminister Dr. v. Studt, der preußische Gesandte in München, Graf Pourtales und der bayerische Gesandte in Berlin, Graf Lerchenfeld, die bayerischen StaatSminister und andere anwesend. Am Portal wurden die Fürstlichkeiten vom Vorstände des MuseumS empfangen. Baurat Oskar v. Miller begrüßte den Kaiser mit warmen Dankesworten für das allerhöchste Interesse für daS deutsche Museum, worauf der SWWWWWWWWIMioWWWWWPWIWWWWWWWMWWWIWoWMMMMSWMWW» weise dieser Schleuse. Die notwendige Maschinenarbeit zum Heben und Senken der Schiffe wird nämlich durch das Kanalwasser selbst geliefert. Etz wird dies dadurch erzielt, daß daS Wasser in der oberen Kanalhaltung etwas tiefer ist als in der unteren. Verfolgen wir zur Erklärung des Vorganges eine Schiffshebung. Der obere Trog ist eben von unten berauftekommen und legt sich an die obere Kanalhaltung. In dieser steht jedoch daS Wasser einen Viertel Meter höher alS in ihm. Infolgedessen fließt nach dem Oeffnen der Tore, welche Kanalhaltung und Trog abschließen, eine gewaltige Waffermenge von mehreren 1000 Kilogrammen in diesen Trog hinein. Ebenso fließt aus dem Trog, der mit der unteren Kanalhaltung verbunden wird, ein Gewicht von mehreren 1000 Kilogramm Wasser heraus. Dadurch tritt jetzt eine solche Gewichtsveränderung ein, daß der obere Trcg ein starkes Nebergewicht erhält und daS Bestreben bekommt, in die Tiefe zu fahren und den unteren Trog heraufzunehmen. Dies wird zunächst durch die hydraulischen Pressen gehindert, deren Zylinder zwar eine Rohroerbindung haben, die aber vorläufig durch ein Venttl abgesperrt ist. Sobald indes in die beiden Tröge neue Schiffe eingesahren, und alle Tore geschloffen sind, beginnt der Maschinist seine Arbeit. Er öffnet das Ventil zwischen den beiden Zylindern, und nun tut der Ueberdruck im oberen Trog seine Arbeit. Dieser Trog beginnt zufallen, treibt dabei seinen hydraulischen Kolben nach unten, dieser Kolben jagt daS Preßwasser in den zweiten Zylinder, und hier hebt eS den andern Kolben und unterstützt dadurch das Steigen des zweiten Troges.
Eine derartige Anordnung ist freilich nur dort möglich, wo eine beträchtliche Menge von Kanalwaffer zur Verfügung steht. Das ist aber in diesem Falle vorhanden. Bei mangelndem Wasser wie beim Dortmund—EmS-Kanal muß man dagegen seine Zuflucht zu elektrischen Kraftwerken nehmen, da dort jeder Tropfen Kanalwasser kostbar ist und im Gegenteil noch mittelst elektrischer Pumpen Kanalwasser aus der unteren in die obere Kanalhaltung geworfen werden muß.
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' " ' - * >—«xuwnw«~w— —M,'wnmamn«fi»—wumii—ui—ir«w«n mm wwiww«» Kaffer mit den besten Wünschen für das Museum erwiderte. Die Besichtigung des Museums unter Führung des Vorstandes nahm längere Zeit in Anspruch. Am Nachmittag um halb 6 Uhr empfing der Kaiser eine Abordnung von Veteranen des sechsten' bayerischen Infanterie-Regimen iS. Die Kaiserin begab sich nach dem Besuch des alten National- MusenmS nach dem Säuglingsheim und dem Roten Kreuz- Spital. Abends um 6 Uhr fand in dem Palais des Prinzen Leopold zu Ehren des Kaiserpaares Festtafel zu 36 Gedecken statt. Der Kaiser und die Kaiserin hatten ihre Plätze inmitten der hufeisenförmigen Tafel greif eben dem Prinzen und der Prinzessin Leopold. Recht? vom Prinzen Leopold saß Gräfin Pourtales, die Gemahlin des preußischen Gesandten in München. Dem Kaiser und der Kaiserin gegenüber hatten der preußische Gesandte, Graf Pourtales, und der bayerische Gesandte, Graf Lerchenfeld, ihre Plätze. An der Tafel nahmen ferner die Staatssekretäre Graf Posadoivsky und Tschirschky, sowie das Gefolge und der Ehrendienst teil.
München, 12. Novbr. Heute abend um 8 Uhr begaben sich der Kaiser und die Kaiserin und der bayerische Hof in daS Hof- und Nationaltheater, um der Festaufführung aus Anlaß der Grundsteinlegung deS deutschen MuseumS beizuwohnen. Das mit Guirlanden geschmückt« Haus war von einer erlesenen geladenen Gesellschaft gefüllt. Die Mitglieder des bayerischenKönigshauses hatten in den Proszeniumslogen Platz genommen. Mit Hochrufen und Fanfaren begrüßt, erschienen in der großen Hofloge der Prinzregent mit der Kaiserin und der Kaiser mit der Prinzessin Leopold, hinter denen die Prinzen Leopold und Rupprecht Platz nahmen, Das allegorische Festspiel stellte in der Form eines Festzuges die Vereinigung von Wiffenschaft und Technik dar. Nach einer Pause, in welcher sich der Kaiser die Münchener Künstler vorstellen ließ, die bei der Durchführung des Festspiels mitgewirkt hatten, folgte die Ouvertüre zu Webers „Euryanthe" und Richard Wagners Kaisermarsch, dessen Schlnßgesang bei offener Szene in einem wundervollen Gruppenbild vom Chor ausgeführt wurde.
München, 12. Novbr. Der Kaiser wird morgen nachmittag eine aus 36 Herren bestehende Deputation der Münchener Vereine und Innungen empfangen und einen nach einem Entwurf des Professors Adolf "Hengeler gefertigten Prunkpokal zum Andenken an seinen Münchener Aufenthalt entgegen nehmen.
München, 12. Novbr. Der Ausschuß des Deutschen MuseumS hielt unter dem Vorsitz seines Ehrenpräsidenten, des Prinzen Ludwig, eine Sitzung ab, in der verschiedene Vorstandsmitglieder über den Stand des Unternehmens berichteten. Danach hatte das Museum Ende 1905 ein Vermögen von über 2'/« Millionen Mark. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärte, das Reich werde aus seiner Ehrenpflicht, den Reichsgedanken in allen Teilen Deutschlands zu fördern, die Konsequenz ziehen müssen, dem Werke in Erfüllung einer Ehrenpflicht Unterstützung angedeihen zu lassen. Der Vertreter deS Reichssckatzamtes, Unterstaatssekretär Dombois, teilte mit, daß im Entwurf des Reichsetats für 1907 für die Verwaltung und als erste Baurate je 50000 Mark eingesetzt seien. Dieser Betrag komme dem von Bayern in den Etat eingesetzten gleich. Der Protektor deS Deutschen MuseumS, Prinz Ludwig, sieht in der Gegenwart des Kaisers bei der Grundsteinlegung ein sicheres Zeichen dafür, daß das Museum bei der höchsten Stelle im Reiche dieselbe Teilnahme finde, wie in allen Teilen des Reiches. Mit vereinten Kräften werde man sicher das Ziel erreichen.
München, 12. Novbr. Der Kaiser hat eine große Anzahl von Ordens-Auszeichnungen verliehen; unter anderen den Schwarzen Adlerorden nebst dem am Sautoir zu tragenden Großkreuze des Roten Adlerordens dem Prinzen Heinrich von Bayern und dem Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern; daS Großkreuz des Roten Adlerordens dem Staatsminister Grafen v. Feilitzsch, den Roten Ritterorden 1. Kl. dem Staatsminister Dr. v. Wehner, den Roten Adlerorden 2. Kl. mit Stern dem Reichsrat Frhrn. v. Würzburg, den Roten Adlerorden 3. Kl. dem Hofmarschall Frhrn. v. Perfall, sowie dem ersten Bürgermeister von München Dr. v.Borscht, den Kronenorden 1. Kl. dem preußischen Gesandten Grasen Pourtales, dem Oberzeremonienmeister v. Moy, dem Generalintendanten Frhrn. v. Speidel und Ministerialdirektor Staatsrat v. Bever; den Kronenorden 2. Kl. dem Regierungsrat Hartlieb, dem Reichsrat v. Maffei, dem Polizeidirektor Frhrn. v. d. Heydte, dem zweiten Bürgermeister Dr. v. Brunner, dem Geh. Hofrat Schacht von der preußischen Gesandtschaft und dem Ministerialrat Dr. Blourl. Ferner erhielten das Bildnis des Kaisers (Stich nach Lenbach) in Florentiner Rahmen der Minister Frhr. v. Podewils, der Generaladjutant General der Infanterie Frhr. v. Wiedemann und der General der Infanterie Frhr. Reichlin von Meldegg. Die Photographie des Kaisers mit eigenhändiger Unterschrift in Rahmen erhielten der Obersthofmeister Graf zu Castell-Castell, der Oberhofmarschall Graf Seinsheim, der Oberstallmeister Graf Wottsleel v. Reichenberg, ferner der Hofmarschall des Prinzen Ludwig, Frhr. v. Laßberg, Prof. Dr. v. Dyck, Legalionsrat Frhr. v. Werthern von der preußischen Gesandtschaft, Militärattachee der bayerischen Gesandtschaft in Berlin Oberst Ludwig Frhr. v. Gebsattel, der Kommandeur des 1. Ulanenregiments Oberst Hermann v. Gebsattel und der Oberst Mantey Frhr. v. Dittmer, Kommandeur des 6. Infanterieregiments. Ebenso wurde der bayerische Gesandtem Berlin Graf von und zu Lerchenfeld durch ein kaiserliches Geschenk ausgezeichnet.
Arbeiterbewegnng.
«mSdetten (Westfalen), 12. Nov. (W. B.) In den hiesigen Textilbettieben wurden heute insgesamt 1039 christlich organisierte Arbeiter ausgesperrt.
Verdiers, 12. Nov. Die Arbeit in den Webereibetrieben wurde ohne Zwischerttall wieder ausgenommen.
London, 12. Nov. „Daily Chronicle" meldet aus New- york: Ein AuSstand von gewaltiger Ausdehnung droht hier bei den Eisenbahnen auszubrechen. Etwa 100000 Angestellte der Eriebahn, der Delaware und Lackawana, sowie der New Nork-Zentralcisenbahn halten Besprechungen über die Frage des Ausstandes ab; die Mehrzahl ist für die Erklärung des Streiks. ES handelt sich um die Löhne und die Zahl her täglichen Arbeitsstunden; die Leute verlangen eine Lohnerhöhung entsprechend derjenigen, die die Pennsylvaniaeism- bahn ihren Angestellten gewährt. Falls der Streik wirklich auSbricht, wird er den Verkehr auf den wichtigsten Eisenbahnlinien nach Newyork unterbinden und gewaltigen Schaden nebst unabsehbaren Ungut reinlichleiten mit sich bringen.
___ kN. November
Bisher sind nur die unteren Eisenbahnbediensteten, wir Bremser und Lastträger, in die Ausstandsbewegung eingetreten, es wird aber versucht, die Lokomotivführer zur Beteiligung zu bewegen. Man glaubt, daß die Angestellten mit einem Ausstand Erfolg haben würden, da durch das ganze Laich in letzter Zeit eine Bewegung auf Erhöhung der Arbeitslöhne in allen Geschäftszweigen geht, viele große Trusts, selbst dir Standard-Oil-Company fügten sich in daS Unvenneidliche, noch jüngst erhöhte der Kupfertrust die Löhne der Arbeiter um einen Schilling pro Tag.
Berlin, 12. Novbr. Nachdem die Vereinigten Elbeschiff. fahrtS-Gesellschnften-Aktiengesellschaft in Dresden infolge der Vereinbarung mit dem Hafenarbeiterverband ihrerseits den SchiffahrtSbetrieb wieder ausgenommen hat, haben die Mitglieder des „Arbeitgeberverbandes für Binnen- schiffahrt und verwandte Seroerbe“, die den bei weitem größten Teil der Schiffahrtsinleressenten auf der Elbe ausmachen, um sich nicht dem Vorwurfe auSzusetzen, sie wollten der Wiederaufnahme des FrachtschiffahrtsverkehrS auf der Elbe und Havel irgendwie hinderlich sein, folgenden Beschluß gefaßt: Es wird den Mitgliedern anheimge- qeben, den im Dienst gebliebenen Mannschaften vom 1. November d. I. ab eine Lohnerhöhung von b Mk. pro Monat zu bewilligen. Den neu in den Dienst tretenden Mannschaften wird "der gleiche Lohn vom Tage des Diensteintritts gewährt.
Kiel, 12. Novbr. Da die über die Schiffswerft von Stocks undKolbe in Wellingdorf, woselbst die Zimmerer und die Schiffsbauer seit drei Monaten ausständig sind, verhängte Sperre bisher nicht aufgehoben ist, hat die vorsitzende Gruppe der deutschen Schiffswerften weitgehende Aussperrungen auf den deutschen Werften ange- kündigt. Am" 24. November werden all« dem Arbeitgeberverbande von Kiel angehörenden Firmen und mit diesen zugleich die Wersten der schleswig-Holsteinischen Gruppe bit Betriebe derartig einschränken, daß nur die Hälfte der Arbeiter beschäftigt wird. ?lm 8. Dezember 1906 werden sich bie übrigen deutschen Werften dieser Maßnahme anschließen. Di« Germania-Werft hat bereits 2000 Arbeitern gekündigt.
Kiel, 12. Novbr. Der Verband der elektrotechnischen Jnstallationsbetriebe sperrte in allen diesen Betrieben die Elektromonteure aus, nachdem die Beilegung des bei einer hiesigen Firma ausgebrochene» Ausstandes bis Samstag abend nicht stattfand.
Hus aller Meil.
Allerlei aus Bayer«. Der 62 Jahre alte Lehrer Rieß in Solnhofen stürzte kürzlich beim Obstpflücken so unglücklich von einer Leiter, daß er sich einen schweren Schenkelbruch zuzog. — Beim vorzeitigen Abfeuern eine» Böllers in Farchant bei Garmisch zerschmetterte ein Böllerschuß die Hand des Gütlersohnes Hibler; auch erlitt er schwere Verletzungen im Gesicht. — Der Landrat der Oberpfalz hat ein Kreisanlehen bis zu 300,000 Mark zum Zwecke des Neubaues einer Kreistaubstummenanstatt in Regensburg genehmigt. Das bereits ausgearbeitete Projekt beS Neubaues unterliegt nun noch ebenfalls der Ser nebmigung. — Im Güterbahnhof Regensburg entgleisten am Samstag die drei letzten Wagen des Ferngüterzuges Pasiau-Nürnberg. Aushelfer Barth. Müller, der absprang, erlitt eine Verletzung am Fuße. — Beim Neubau des Ämtsgerichtègebäudes in Straubing fiel gestern ein Balken herab und verletzte den Taglöhner Th. Barth sehr schwer. Dem Unglücklichen wurde u. a. das linke Ohr vollständig weggerissen. — Der bekannte Besitzer und Bewirtschafter der beiden Unterkunftshäuser auf der Zwiesel- alpe, der verheiratete Lehensbesitzer Michael Kramer von Karlstein, wurde wegen Sittlichkettsvergehens verhaftet. — Ein Schadenfeuer äscherte in E g w e i l bei Ingolstadt ca. 100 Schober Getreide des Oekonomen Braun ein. Der Schaden beträgt 12,000 Mark. —Rechtsanwalt Müllerschön in Frankenthal wurde unter dem Verdacht zum Nachteil verschiedener Personen Veruntreuungen begangen zu haben, verhaftet. — Der 63jährige verheiratete Maurer Schafroth, der, wie berichtet, in San fb euren am Donnerstag innerhalb des Dlartins-Kirchturmes, wo er mit Reparaturen beschäftigt war, abgestürzt ist, starb noch am Abend desselben Tages an den erlittenen Verletzungen. — In Schirmitz bei Weiden sind Sonntag nachmittag 5 Häuser mit allen Nebengebäuden abgebrannt — Die Lederfabrik von Louis Leinenweber in Pirmasens ist von der Aktiengesellschaft Gebrüder Fahr erworben worden.
, Ein französischer „Hauptmann von Köpenick." Die Lorbeeren des Schusters Voigt lassen auch die französischen Spitzbuben nicht schlafen, wie aus folgender Geschichte hervorgeht, die sich in den letzten Tagen dies- und jenseits der Pyrenäen zugettagen hat: Gegen Ende voriger Woche fand sich ein junger sehr elegant gekleideter Mann auf dem französischen Vizekonsulat in Tarragona ein, dessen Titular eben gewechselt worden war, und stellte sich dort als der neue Vizekonsul vor. Der Kanzler ließ ihn ruhig geivâhren, öffnete ihm die Türen der Kanzlei, in der der junge Mann anscheinend einige Zeit arbeitete, in Wirklichkeit aber sich verschiedener Papiere und Siegel bemächtigte, ivorauf er das Weite suchte. Er begab sich damit nach dem internationalen Bahnhöfe von Serbere an der französischen Grenze, wo er als Vizekonsul von Taragona und obendrein nod) als Neffe des Ministerpräsidenten Clemenceau auftrat und sowohl mit dem Unicrpräfekten von Ceret, als mit Offizieren und großen Grschäfisleuten Bekanntschaft machte^ In luftiger Gesellschaft reifte er nach Perpignan, wo er einige Tage in Saus und Draus lebte und dann plötzlich verduftete, iiachdem er Hotelbesitzer, Geschäftsleute und sogar Halbweltterinnen mit Erfolg angepumpt hatte. Erst nach seinem Verschwinden hatten die Geschädigten den Einfall, sich telegraphisch in Paris nach dem Dizekonsul von Taragona und dem Neffen des Ministerpräsidenten Clemenceau zu erkundigen, und man kann leitet erraten, wie der Bescheid ausgefallen ist.