GOsS Mâ
Hanauer
meiger
BezugSprerr»
etetteM§^ 1,80 DL, monatlich 60 üpfg., für ane« wrMig. Lbdnnrntm mit dem betrefjenden Postaufichlax
Die erntetet Nunw-.e kostet 10 Pf,.
IkotatiMâmk mb Verlag der Buchdrucker« der »errät, tau Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für SW und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
TinrücknngsgeLühr t
Die fünf gespaltene Petitzeile oder deren Stemm 15 Psg, « Sirklamentrii die Zelle 35 Psg.
Berotttroetfl. Redakteur: ®. Schrecker in Hamm.
Nr. 259 Ferirsprechanschlich Nr. 605.
Montag den 5. November
Fernsprechanschürtz Nr. 605. 1906
Amtliches.
tanâkreis Ran au.
SekMtmil-mgell des Wulfen LWkstsmts.
Nachdem bei einem in Bergen getöteten Hunde der Verdacht der Tollwut festgestellt, bestimme ich
1 . daß alle in Bergen-Enkheim vorhandenen Hunde bis zum 1. Februar u. Js. durch Ankettung oder Einsperrung festzulegen sind. Der Festlegung gleichzuachten ist das Führen der mit einem sicheren Maulkorbe versehenen Hunde an einer festen Leine.
Die Benutzung von Hunden zum Ziehen ist unter der Bedingung gestattet, daß sie fest angeschirrt, mit einem sicheren Maulkorb versehen und außer der Zeit des Gebrauchs festgelegt werden.
Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung der Herde, von Fleischerhunden zum Treiben von Vieh und von Jagdhunden bei der Jagd ist unter der Bedingung gestattet, daß die Hunde außer der Zeit des Gebrauchs bezw. außerhalb des Jagdreviers zuverlässig festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorbe versehen an dauerhafter Leine geführt werden.
2 daß aus dem Sperrgebiet (Ziffer 1) nur mit Genehmigung der Ortspolizeibehörde Hunde ausgeführt werden dürfen, wenn der Besitzer durch kreistierärztliches Zeugnis nachweist, daß der Hund weder tollwutkrank noch tollwutverdächtig, noch ansteckungsverdächtig ist. Die Identität des vom Kreistierarztc untersuchten Hundes mit der des aus dem Sperrgebiete auszuführenden Hundes muß sich aus dem Zeugnis ersehen lassen.
Zuwiderhandlungen gegen diese Bekanntmachung und die sonstigen Vorschriften zur Abwehr und Unterdrückung der Tollwut ziehen Strafe nach sich. Wer im Sperrgebiet Hunde dm Vorschriften zuwider frei umherlaufen läßt, hat außerdem zu gewärtigen, daß die Hunde getötet werden.
Hanau den 3. November 1906.
Der Königliche Landrat.
V 8118 v. Beckerath.
Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche mit der Berichterstattung zur Verfügung vom 2. Oktober 1906 — V. 7131 — betreffend Nachrevision der Feuerstätten im Rückstände sind, werden an Erledigung der angezogenen Verftigung mit Mäßiger Frist erinnert.
Hanau den 2. November 1906.
Der Königliche Landrat.
A 8089 v. Beckerath.
Feuilleton.
Zum Kouzctt dcs Lchrcr-SLugerchors.
Das diesjährige Konzert des Lehrer-Sängerchors findet, wie bereits bekannt, am 27. November cr. statt und wird, was Abwechselung und Vielseitigkeit der Darbietungen betrifft, die früheren Konzerte des Vereins noch übertreffen. Dies gilt besonders hinsichtlich des soliftischen Teils desselben.
In Frau Charlotte Kimpel aus Berlin hat der Verein eine Sängerin gewonnen, die eine herrliche, vorzüglich ausgeglichene Sopranstimme besitzt, und deren künstlerischer, von großer Empfindung beseelter Vortrag die Hörer unwiderstehlich hinreißt.
Ferner ist das Steindel'sche Quartett aus Stuttgart zur Mitwirkung verpflichtet worden. Diese aus Vater und drei Söhnen bestehende Künstlervereinigung vermag nickt nur durch ihre hervorragenden Leistungen in hohem Grade zu fesseln, sondern erscheint auch durch' den Umstand bemerkenswert, daß drei ihrer Mitglieder noch im zarten Jugendalter stehen und somit zur Kategorie der Wunderkinder gezählt werden müssen. Außer einem Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello, op. 47 (Es-dur) von R. Schumann, das der Vater mit seinen drei hoffnungsvollen Söhnen zum Dortrag bringt, wird auch noch jeder der jungen Künstler solistisch tätig sein. —
Es dürfte von Interesse sein, über den Werdegang des Steindel'schen Quartetts im folgenden aus der Feder eines namhaften Musikschriftstcllers etivas Näheres zu erfahren.
Albin Steindel, der Vater der drei Söhne und zugleich Schöpfer des Familienquartetts, stammt aus Zwickau in Sachsen, wo er am 13. Juni 1859 als Sohn des dortigen Stadtmulikdirektors geboren wurde.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Lieferung von 150,00 ebm Anamefit-Pflasier- fietnen 1. Sorte und 50,00 ebm Sckablousnsteinen soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamte, Rathaus Zimmer Nr. 19, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf SamsLag den 17. November, vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Hanau den 30. Oktober 1906.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 23857
^inCaöun^ zu einer geheimen Sitzung der Stadt-- verovdneten-Versammlnng auf Donnerstag den 8. November 1906, nachmittags 5 Uhr.
Gegenstand: Eingemeindungsoertrag mit Kesselstabt.
Hanau den 3. November 1906.
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
J. D.: Schroeter. 23856
Erhebung der Kirchensteuer.
Das Kirchengesetz vom 10. März 1906 bestimmt, daß die Kirchensteuern, welche seither für das Kalenderjahr erhoben wurden, für die Folge für das Rechnungsjahr (1. April bis 31. März) zu erheben sind. Infolge dessen müssen diesmal die Kirchensteuern für die Zeit vom 1. Januar 1906 bis 31. März 1907 erhoben werden und zwar für das erste Vierteljahr 1906 auf Grund der Steuerveranlagung für das Rechnungsjahr 1905 und für 1. April 1906 bis 31. März 1907 auf Grund der Steuerveranlagung für
Der musikalisch reich beanlagte Knabe spielte schon mit sieben Jahren öffentlich schwierige Violinkonzerte. Früh selbstständig, erlernte er bald die verschiedenen Orchesterinstrumente und bildete sich nicht nur auf der Geige, sondern auch auf dem Violoncell als Schüler von Grützmacher, Prof. Werner und Prof. Walter solistisch aus. Auch ernsthafte theoretische Studien, unter anderem bei Hofmusikdirektor Abeuheim in Stuttgart, wurden eifrig und mit Erfolg betrieben. Das beweisen einige hübsche Kompositionen, die von seinen Söhnen verschiedentlich mit Erfolg zu Gehör gebracht werden. Außerdem wirkte er als Konzertmeister und Leiter von zahlreichen Konzertorchestern. Krankheit und Tod seines Vaters riefen ihn jedoch nach Zwickau zurück, wo er die Leitung des väterlichen Orchesters übernahm. Zehn Jahre lang war Steindel sodann in M.-Gladbach als Musikdirektor und Dirigent des dortigen MusikvereinS tätig. In dieser Zeit verheiratete er sich mit einer Stuttgarterin. Von den 5 Kindern, die dieser Ehe entsproßten, sind 4 Knaben. Die 3 ältesten, Bruno, Max und Albin, sowie das Töchterchen Klara finb in M.'-Gladbach, der jüngste, Walter, in der Heimat seiner Mutter, in Stuttgart geboren, wo Steindel gegenwärtig als Musiklehrer lebt, sich aber hauptsächlich seinen Kindern widmet, auf die sich des Vaters Talent vererbt hat.
Bruno, der Pianist, zählt gegenwärtig fast fünfzehn, Max, der Cellist, fast dreizehn, Älbin, der Violinist, zwölfeinhalb Jahre. Früher in Form eines Trios reisend und konzertierend, ist die musikalische Vereinigung durch den Ein-- tritt des jüngsten Sohnes, des kleinen Geigers Albin, seit dem Jahre 1903 in ein Quartett (Klavier, Viola, Violine und Violoncell) umgewandet worden, bei dem der Vater den Part der Viola übernahm.
Um auf die drei kleinen Künstler kurz einzeln einzugehen, sei hier noch erwähnt, daß der Pianist Bruno, der älteste der Brüder, schon mit vier Jabren vom Vater Klavierunterricht empfing und im Alte!- ^. > •— öffentlich in Hanno
bas Rechnungsjahr 1906. Um den Kirchensteuerzahlern entgegenzukommen, werden diese Steuern in einem Betrage durch einen städtischen Kassenboten bei den Steuerpflichtigen im Laufe der nächsten Woche abgeholt.
Die Presbyterien
23842 der Marien- und Johanniskirche.
Bekanntmachung.
Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Roggen, Hafer, Wiesenheu und Roggenstroh diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen.
Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 8—12 Uhr vormittags, sowie von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen.
Das Proviantamt vermittelt auch den Ankauf von Hülsenfrüchten für die Armeekonservenfabrik in Mainz.
Hanau den 2. November 1906.
Königliches Proviant-Amt.
Gefundene nnd verlorene Gegenstände 2t.
Gefunden: 1 kleines Portemonnaie mit 1 Mark Inhalt.
Verloren: 1 goldene gefärbte Anhängekette mn Federring, 1 Portemonnaie mit 8 Mk. und einigen Pfennigen.
Zugelaufen: 1 junger brauner Jagdhund, 1 großer schwarz-weißer Hund.
Hanau den 5. November 1906.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 5. November.
* Kontrolversammlung. Dienstag den 6. November , vormittags 9 Uhr in Hoch stadt (Ausgang nach Bischofsheim). Nachmittags 3’/s Uhr in Großauheim (Schulhof). Siehe amtliche Bekanntmachung in Nr. 251 „Han. Anz.".
* Reformatiousfeier in der Joharruiskirche. Der gestrige Abendgottesdienst der Johanniskirche erhielt durch die Mitwirkung des Kirchenchors eine besondere Weihe. Zum Eingang des Gottesdienstes brachte der Kirchenchor das Becker'sche Dankgebet „Wir treten zum Beten" mit Begleitung der Orgel zmu Vortrag, später folgte die Darbietung des 1. Satzes aus der Bach'schen Cantate „Eine feste Burg ist unser Gott", unter Begleitung der Ulanenkapelle. Die kraftvolle Komposition verfehlte ihre mächtig ergreifende Wirkung nicht. Ebenso kraftvoll war die Feft- predigt des Herrn Pfarrers Fuchs, der das wuchtige Luther-
ver, Antwerpen, Paris und anderen Städten auftrat. Seine hochentwickelte Technik und sein verständnisvoller Dortrag erregten überall berechtigtes Erstaunen. Mir 7 Jahren spielte er das 4. der Klavierkonzerte von Beethoven (in G-dur) und Mozarts D-moU-Klavierkonzcrt mit Orchesterbegleiiung öffentlich in Krefeld und Barmen. Gewiß ein einzigartiges Zeugitis für die Begabung und das Können eines Siebenjährigen. diese beiden Werke, die technisch und noch mehr musikalisch die höchsten Anforderungen an den Spieler stellen, vorzutragen! Bald darauf trat er in Scheveningen mit dem Berliner Philharmonischen Orchester auf. Dann gings über den Kanal nach London, wo bekaniltlich die berühmtesten Wunderkinder jetziger und früherer Zeit konzertierten; ich erinnere nur an Franz Liszt und Joseph Joachim. Er spielte dort in den weltbekannten Sinfoniekonzerten im Krystallpalast und mit dem berühmten Queens-Hall-Orchester, wobei stets der Vater das Orchester leitete. Ganz London war entzückt von dem kleinen Zauberer. Er erhielt die schmeichelhaftesten Besprechungen von der Londoner Kritik.
So machte sich der jugendliche Pianist einen Namen und auch die äußeren Ehrungen für ihn blieben nicht aus. In Brüssel, Ostende und Blankenberghe wurde er mit goldenen Medaillen ausgezeichnet.
Max, der Cellist, lernte sein Instrument ebenfalls sehr frühzeitig mit Meisterschaft handhaben und bestach durch ungewöhnliche Reife der Auffassung und seinen tiefempfundenen Vortrag. Albi n, der Violinist, endlich hat, obwohl er der jüngste der drei Brüder ist, verhältnismäßig die stärkste Begabung an den Tag gelegt und die schnellsten Fortschritte gemacht; sein erstaunliches technisches Können und das für sein Alter auffallend ausgeprägte und stark entwickelte Stilgefühl sind in der Tat bewundernswert. Dazu kommt aber bei. den kleinen Steindel noch etivaS ganz besonderes, ihnen allein eigentümliches. Nicht nur, daß die begabten Knaben die schwierigsten Kompositionen für ihre Instrumente öffent- Ucb und auswendig mit Erfolg spielen, das bringt auch daS