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Ustatianrdrmk und Verlag der Vuchdruckerei del rast».

General-Anzeiger

Amtliches Organ für SieM= uni Landkreis Kanan.

Dir fünfgespaltene Petttze-Ie »der beten Rewe 16 Pf», Nb Sieklamentrü btt Zeile 66 Pf»

n, Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Berantmmtl. Siüxrkirur:. VstreSee in Hanau.

^r» 255 Ferusprechattschluß Nr. 605.

Mittwoch den 31. Oktober

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1906

Amtliches.

Eandhreis Ran au.

MMmchWR des Köiriglichen LMratslimts.

In Wachenbuchen sind die Backsteinblattern er­loschen.

Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 27. Oktober 1906.

Der Königliche Landrat.

V 7941 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Roßdorf ist die Schweineseuche erloschen. Die Gehöftssperre ist aufgeboben.

Hanau den 29. Oktober 1906.

Der Königliche Land rat.

V 7961 I. A.: Conrad, Kreissekretir.

In Bergen ist die Rotlaufseuche erloschen.

Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 29. Oktober 1906.

Der Königliche Lanbrat.

V 7975 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Festgestellt: Die Schweineseuche in Langen, Kreis Offenbach.

Hanau den 30. Oktober 1906. V 7906

Der Verputzer Anton Friedrich Grams zu Rüdigheim ist unter dem Vorbehalte des sederzeiligen Wider­rufs zum Schlachtvieh-, Fleisch- und Trichinenschauer zu Rüdigheim mit Gutsbezirk Rüdigheimerhof bestellt. Gleichzeitig wird er mit der Stellvertretung des Schlachtvieh-, Fleisch- und Trichinenschauers zu Ravolzhausen bis auf weiteres widerruflich beauftragt.

Hanau den 27. Oktober 1906.

Der Königliche Landrat.

¥7933 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Der Landwirt Heinrich Waas in Ostheim ist vor­behaltlich jederzeitigen Widerrufs zum Schlachtvieh- und Fleischbeichauer des Bezirks Ostheim I bestellt und eidlich verpflichtet und gleichzeitig beauftragt worden, den Beschauer des Bezirks II vorkommenden Falls zu vertreten.

Fortan wird im Bezirk I die Beschau der Schweine und deS Rindviehs rc. nicht mehr getrennt, sondern von Waas allein ausgeübt. Mit der Stellvertretung im T. Bezirk bleibt der II. Beschauer Kaspar Förter bis auf weiteres be­auftragt.

Hanau den 27. Oktober 1906.

Der Königliche Landrat.

V 7933 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Hus Ran au Stadt und Eand.

Hanau, 31. Oktober.

Hk. Postfiliale am Ostbalmhof. Auf ihre Eingabe, betr. Einrichtung einerPostfiliale amOstbahn- h o f hat die hiesige Handelskammer von der Kaiserlichen Oberpostdirektion Cassel nachstehenden Bescheid erhalten:Die Einrichtung einer Postanstalt im Osten der Stadt Hanau, hätte diesseits nur in Erwägung gezogen werden können, wenn die Unterbringung auf dem Ostbahnhofe möglich ge­wesen wäre und dadurch für den Ueberladeverkehr auf dem Bahnhof die bereits bestehende Dienststelle des Postamts auch für den Publikumsverkehr hätte nutzbar gemacht werden können. Geschieht dies nicht und wird auf Einrichtung einer besonderen Postanstalt in der Nähe des Nürnberger Thores, etwa am Auheimer Weg, Bedacht genommen, so würden durch eine derartige Einrichtung sächliche und Betriebskosten von solchem Umfang entstehen, daß die Ausgaben mit den zu erwartenden Vorteilen nicht im richtigen Verhältnis ft an« den.« Die Möglichkeit der Einrichtung einer dem Publikum zugänglichen Postannahmestelle auf dem dortigen Ostbahnhof ist aber zur Zeit ausgeschlossen, weil nach den angestellten Ermittlungen die erforderlichen Diensträume auf dem Bahn­höfe nicht beschafft werden können. Unter diesen Um­ständen muß von der weiteren Verfolgung der Anregung einstweilen abgesehen werden. Die Oberpostdirektion wird aber die Einrichtung einer Postannahmestelle am dortigen Ostbahnhofe für den Fall im Auge behalten, daß sich bei einem etwa bevorstehenden Um- oder Erweiterungsbau der Bahnhofsanlagen die Möglichkeit zur Beschaffung geeigneter Postdiensträume auf dem Bahnhöfe bietet."

* Ordensverleihung. Dem Prinzen Carl zu Isenburg und Büdingen-Birst ein auf Birstein im Kreise Gelnhausen, wurde die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Ehrenritterkreuzes des Johanniter- Malteserordens erteilt.

* Reformations-Abend. Nächsten Sonntag den 4. November, nachmittags ^eS Uhr nicht w i e g e' wöhnlich um Va6 Uhr findet in der Johanniskirche ein auSgestalteter Reformations-Abend statt, den Herr Pfarrer Fuchs leiten wird. In diesem Gottesdienst wird der Kirchen­chor der Johanniskirche mitwirken. Zum Eingang bringt der Verein das Albert Becker'sche Dankgebet:Wir treten zum Beten" (Text von Droß) mit Begleitung der Orgel zum Dortrag. Neben dem Kirchengesangverein wird auch der Knabenchor die Wirkung dieser ansprechenden und packenden Komposition noch erhöhen. Ferner bringt der Kirchenchor den 1. Satz aus der Bachsschen Kantate:Eine feste Burg ist unser Gott", sowie den wundervollen Schluß­choral zur Ausführung. Diese geradezu mächtige Komposition ist vielleicht vielen noch vom 25jährigen Jubiläum des Ver­eins her in lebhafter Erinnerung. Zu dem 1. Satz sei noch zum besseren Verständnis hervorgehoben, daß er in den äußersten Grenzen des Tongebietes das Ganze mit der Form des Kanons umspannt. Die 4 Chorstimmen situieren den reich ausgebildeten Melodichrvers, und ihn umschließt die gleiche Choralmelodie das Ganze mit mächtigem Griff zu­sammenfassend, in den Trompeten und Bässen im Kanon, die Einheit im All der Bewegung, die unwandelbare Sicher­heit des Glaubens an Gott erkennen lassend. Die Orchester­begleitung wird von der hiesigen Ulanenkapelle ausgeführt. Gewiß dürfte der Gottesdienst eine sehrHroße Zahl Ge- meindeglieder- heranziehen.

* Personalien. Der dem Königlichen Landratsamt überwiesene staatliche Bureauhilfsarbeiter Regierungszivil- supernumerar Schmeißer ist zum 1. November zur König­lichen Regierung in Cassel versetzt und an seine Stelle der Regierungszivilsupernumerar Müller dem Landratsamt zugeteilt worden.

* Achtung! Berjährima der Forderunoen am Jahresschluß. Das Herannahen des Jahresschlusses bildet für jeden Geschäftsmann eine Mahnung, seine Außenstände auf ihre Verjährung hin zu prüfen. Man schiebe dies nicht bis in die letzten Wochen oder Tage des Jahres auf, da er« fahrungsgemäß am Jahresschlüsse die Gerichte mit Arbeiten oft überhäuft sind, und eS Vorkommen kann, daß ein zu spät beauftragter Zahlungsbefehl dem Schuldner nicht mehr recht­zeitig zugestellt wird, was die Verjährung der Forderung zur Folge hat. Es empfiehlt sich aber auch, vor der Ein­leitung gerichtlicher Schritte noch einen letzten Versuch zu machen, auf gütlichem Wege zu seinem Gelde zu kommen. Hier leitet das Mahnverfahren d er Vereine C r e d i t r e f o r m , welches für die Mitglieder Provi­sion s f r e i auSgeübt wird, vorzügliche Dienste. Das Bureau des hiesigen Vereins Creditreform, welches sich Französische Allee 16 (Geschäftsführer Herr Pierre Lamy) befindet, ist erbötig, näheren Aufschluß an Interes­senten zu erteilen.

* Klaffensotterie. Die Erneuerungslose sowie die Freilose zur 5. Klasse der 215. Königlich preußischen Klassen- lotterte sind unter Vorlegung der bezüglichen Lose aus der 4. Klasse bis zum 2. November d. I., abends 8 Uhr, bei Verlust des Anrechts einzulösen. Die Ziehung der 5. Klasse dieser Lotterie wird am 6. November d?J., morgens 8 Uhr, ihren Anfang nehmen.

* Stadttheater. Das in der Fulda'schen Neubear- beitung heute zum ersten Male in Szene gehende Lustspiel: Der Tartüff" von Molière wird genau nach der Inszenierung des Berliner Theaters zur Wiedergabe gebracht und bürste das reizvolle Werk, welches an allen größeren Bühnen mit stürmischem Beifall ausgenommen wurde, auch hier einen be­deutenden Erfolg erzielen, umsomehr als die Rollenbesetzung die denkbar günstigste ist.

* Hanauer Abonnements-Konzerte. In dem am 6. November, abends 8 Uhr, staltfindenden 2.. Abonnements- Konzerte werden von den mitwirkenden Künstlern: Frau Elsa Hensel-Schweitzer, Herrn Rud. Brinkmann und Herrn Otto Müller Kompositionen und Lieder von Rich. Wagner, Spohr, d'Ambrosio, Liszt, Franz, Weingartner, Saint-Sa^us, Schu­bert und Katz zu Gehör gebracht. Ausführliches Programm erscheint nächster Tage im Annoncenteil dieses Blattes.

* Fahrrad gestohlen. Vorgestern wurde ein auf dem Exerzierplätze stehendes Adler-Fahrrad, das einem Ulanen­offizier gehört und die Fabriknummer 163 396 trägt, ent- ' wendet.

* Landwirtschaftlicher Kreisverein Hanan. Nachdem die Sommer- und Herbstarbeiten deS Landwirts beendet sind, tritt der Landwirtschaftliche Kreisverein Hanau nunmehr durch die Veranstaltung von Winterversammlungen wiederum an die theoretische Erörterung von Fragen und Angelegenheiten aus allen Gebieten der Landwirtschaft heran. Am Samstag nachmittag wurde die erste dieswinterliche Ver­sammlung abgehalten. Unter den geschäftlichen Mitteilungen kamen u. a. die in den Verstcherungsbedingungen der Hanauer Fleischerinnungs - VersicherungSkasse enthaltenen Härten zur Sprache, die dringend einer Abänderung bedürftig seien.» Herr Direktor Wa gner aus Gelnhausen sprach dann über Altes und Neues auf dem Gebiete der Düngerlehre". Der Referent behandelte besonder? eingehend das neue Dünge­mittel Stickstoffkalk oder Kalkstickstoff, das berufen sein wird, in Zukunft eine große Rolle zu spielen, umsomehr, als ja bekanntlich in absehbarer Zeit die Chilisalpeterfelder erschöpft sein werden. Das neue Düngemittel wird hergrstellt aus dem Stickstoff, der sich in der atmosphärischen Luft befindet und stellt sich gegenüber dem Chilisalpeter und dem schwefel­sauren Ammoniak auch noch als billigeres Düngemittel dar. Die Anwendung ist jedoch nicht so einfach, denn das neue Düngemittel darf nicht direkt bei der Bestellung gegeben werden, da sonst der Kcimungsprozeß Schaden leiden würde, vielmehr hat die Verwendung etwa 14 Tage vor der Feld­bestellung zu erfolgen, damit die vorherige Vermischung mit dem Boden sich vollziehen kann. Als Kopfdüngungsmittel, wie man es bei dem Chilisalpeter gewöhnt ist, kann man daS neue Mittel also nicht verwenden, höchstens vielleicht bei dem Rübenanbau. Einige der Versuchsanstalten haben auch herausgefunden, daß das neue Düngemittel geeignet ist, schäd­liche Insekten zu vertreiben, was namentlich für den Gemüse­anbau als von großer Tragweite anzusehen ist. Im Ver­laufe seines Vortrags berührt der Referent noch manche inter­essante Punkte aus der Düngerlehre, betonte auch, daß die Kartoffelfelder außerordentlich dankbar für die Kalidüngung seien. Die sich anschließende Diskussion gab dem Referenten Gelegenheit, noch verschiedene Fragen zu beantworten und klärend nach den verschiedensten Richtungen hin zu wirken. Der ihm vom Vorsitzenden wie von der Versammlung ge­spendete Dank war ein wohlverdienter. Die Besprechung über die diesjährigen Ernteerträge zeigte, daß im ganzen ge­nommen eine gute Ernte zu verzeichnen war. Die Erträge waren je nach der Bodenart verschieden; die Heu- und die Grummeternte kann als eine vorzügliche bezeichnet werden. Die Zuckerrüben erreichen jedoch nicht den vorjährigen Er­trag. Die Koruhausverwaltung hatte kleinere Mengen von Feldfrüchten der diesjährigen Ernte im Vereinslokale zur Ausstellung gebracht. Nach Aufnahme neuer Mitglieder wurde über die Abhaltung eines Winterfestes gesprochen und der Beschluß gefaßt, das Fest wieder in der gewohnten Wesse zu feiern. Ein Festkomitee wird die erforderlichen Vorbereitungen treffen.

* Der Verschönerunasverein Hanau hielt gestern abend imRestaurant Mohr" seine Jahresversammlung ab. In Verhinderung des Schriftführers erstattete der Vorsitzende Herr Heinr. Henckel den Bericht über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Vereinsjahre. Mit der Herstellung der Wege zum Bulausteg in der Bulau und derScheuer" wurde fortgefahren und hierfür ein Betrag von 322.62 Mk. verausgabt. Weiter ließ der Verein den Bulausteg neu an» streichen, am Kohlbrunnen Reparaturen ausführen, den Platz desselben auf Vereinskosten in Ordnung halten u. a. m. Auch das Aufstellen mehrerer Bänke wurde beschlossen. In einer Vorstandssitzung wurde beschlossen, den Magistrat der Stadt Hanau zu ersuchen, Mittel und Wege zu ergreifen gegen die immer stärker auftretende Schnakenplage. Er­freulicherweise fiel das Gesuch auf günstigen Boden und fand Annahme. Der Verein hat nach den verschiedenen Richtungen hin gesucht, Anregungen zu geben, gemeinnützige Einrichtungen zu unterstützen und nichts unversucht gelassen, im Rahmen der ihm zur Der- fügung stehenden Mittel nach besten Kräften für Verschöne­rungen unserer Stadt zu wirken. Der Wunsch, daß dem Verein die Mithülfe, die Unterstützung weiterer Kreise unserer Einwohnerschaft zu Teil werde, ist sicherlich ein berechtigter. Die Jahresrechnung wurde von Herrn Wilh. Schroeter geprüft und als richtig befunden, und dem Rechner, Herrn Redakteur Schrecker Entlastung erteilt. Hierauf erfolgte noch eine Besprechung über die im neuen Vereinsjahr aus- zuführenden Arbeiten, nach der die Versammlung geschlossen wurde.

* Rohrbruch. In vergangener Nacht bemerkte der Wächter Nr. 1 der Frankfurter Wach- und Schließgesellschaft bei seinem Rundgang um 1 Uhr 30 Min. an der Ecke Markt-