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Danauer W Anzeiger

B^agspreiS-

^l«rtel>SH<'ch 1,8C Mk., monatlich 60 Pfg>, f61 ^* sättig. LLsunrnten mit dem betresienden Postausjchlao Die einzelne Nmru»r kostet 10 Pfg.

General-Anzeiger

KstatiraSdnuk und Verlag der Buchdrucker« bd Bttei«.

Amtliches Orzin für StaM= mL Landkreis Kanas.

«nrLcknngsgeLLHr, Die fünfgesvaltene Peützeil« oder deren Stimm 16 tpfgv im Roklawenteil die Zeile 32 Ph^

ct. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur:. Battier in Hanan.

Nk. 253 Kernsprechauschlus; Nr. 605*

Montag den 29. Oktober

Fernsprechauschluß Nr. 605. 1906

AMLNches.

Eandkreis kDAnau.

AekmtmchNgen des Kömglichen Läntsamts.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher.

Die Verfügung vom 2. Oktober 1901, V 10396, wo­nach alljährlich zum 1. Oktober der Bedarf an Formularen zur Pferdevorführungsliste anzuzeigen ist, wird aufgehoben.

Hanau den 26. Oktober 1906.

Der Königliche Landrat.

V 7926 v. Beckerath.

Polizeiverordnung.

Auf Grund des § 5 der Allerhöchsten Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20./9. 1867 und des § 143 des Gesetzes über die all- genieine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird für den Gemeindebezirk Dörnigheim folgende Polizeiverordnung erlassen:

s -

Alle Straßen, Straßenteile und Plätze im Gemeindebezirk Dörnigheim gellen dann als für den öffentlichen Verkehr lind ben Anbau fertiggestellt, wenn sie so hergestellt sind, daß sie den nachfolgenden Vorschriften entsprechen.

8 2.

Fahrbahn: Die Fahrbahn, welche in der Regel eine Breite von zwei Dritteilen der Straßenbreite haben muß, soll ein Lângegefäll von nicht über 1 : 20 haben. Die Wöl­bung von der Mitte nach der Gosse soll bei gepflasterten Straßen 1 : 50, bei chauffierten 1 : 25 nicht überschreiten.

8 3.

Bürgersteige: Das Gefälle der Bürgersteige soll im Quer­profil im Maximum 1 : 35 sein.

Die Breite des Bürgersteigs ist in der Regel ein Sechs­teil der ganzen Straßenbreite, soll aber nicht unter 1,50 m betragen.

Die Befestigung der Bürgersteige soll erfolgen

a) entweder durch Pflastern,

b) durch Beschütten von Kies oder Kohlenschlacken.

Ausnahmsweise saun auch eine andere Befestigungsart gestaltet werden.

8 4.

Die Entwässerung der Straßen und Plätze hat oberirdisch durch Gossen oder unterirdisch durch Kanäle zu geschehen.

8 5.

Gossen: Zur Ableitung des Straßenivassers, des Wassers von den Dachfallröhren und des sonst überschießenden Regen-

Feuilleton.

Stalttheoter in Heim».

Hanau, 29. Oktober.

Obschon die Premiere von Adolf L'Arronge's 4aktigem Volksstück mit GesangHasemanns Töchter" bereits über 30 Jahre zurückliegt, sichern sonniger, urwüchsiger Htimor, verbunden mit lebenswahren natürlichen Stimmungsmomenten dem gestern wieder einmal zur Darstellung gelangten be­liebten Repertoirstück unserer Bühne bis zum heutigen Tage immer noch eine unverkennbare aktuelle Beständigkeit. Einen besonderen Vorteil genießt schließlich das Werk noch dadurch, daß es nicht, wie die meisten Berliner Produkte dieser Art, mit sogenanntem Berliner Lokalwitz ausgestattet ist, dessen Wirksamkeit sich mit dem Laufe der Jahre abschwächt, und die ursprünglich berechneten Pointen zu Nichte werden läßt. So bekundete denn auch der reichbemcssene Beifall des aus- verkauften Hauses wiederum die günstige Aufnahme dieses , Bolksstückes, dessen Eindruck noch durch die stimmungsvolle Musik Millöcker's, sowie durch einige allerliebste Gesangs­einlagen bedeutend erhöht erschien.

Herr Gehrmann alsAnton Hasemann" wußte diese Figur, wie bereits schon deS öfteren bei früheren Aufführungen, zur vollsten Zufriedenheit zu gestalten, indem er in den komischen Szenen als stets zu Hause gewesenerVergnügungs­reisender mit den Eutgleisungskissen", sowie auch in dem Stimmungsdialog des 4. Aktes treffend und wirksam Spiel und Nüancierung zu einem abgerundeten Ganzen zu verbin­den verstand. Das sanguinisch angelegte EhepaarKnorr" fand in Frl. H o l m und Herrn Hauser zwei Vertreter, die ihren Rollen in Bezug auf Darstellung nichts schuldig blieben und verursachte der drollige Meinungsunterschied in

wassers sind zu beiden Seiten der Fahrbahn Gossen anzu­legen, welche gepflastert und nicht unter 50 cm breit sein dürfen. Die Ableitung des Wassers aus den Dachfallröhren bis zur Straßengosse, muß durch gepflasterte oder steinerne Rinnen oder vermittelst gußeiserne runde oder viereckige in ihrer obersten Fläche (Deckel) geschlitzter und gerippter Röhren geschehen, die Oberfläche dieser Abflußrinnen muß mit der Oberfläche des Bürgersteiges in einer Ebene sein. In Strafen mit erhöhten Bürgersteigen darf das Wasser von den Dach­sallröhren nur vermittelst gepflasterter Rinnen oder eiserner Röhren nach.den Gossen geleitet werden. Haushaltungs­und sonstige Abwässer nach der Straße zu leiten, oder ver­mittelst Gefäßen dorthin zu schütten, ist verboten.

8 6. ,

Die Art der ersten Einrichtung und Befestigung der Straße und des Bürgersteigs wird von der Gemeindebehörde festgestellt, § 3 des Orlsstatuts betreffend Anlegung und Ver­änderung von Straßen und Plätzen.

8

Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden mit einer Geldstrafe bis neun Mark resp, entsprechender Haft bestraft, soweit nach anderer Bestimmung nicht höhere Strafen zulässig sind.

8 8.

Wer es unterläßt, den ihm nach dieser Polizeiverordnung obliegenden Verpflichtungen nachzukommen, hat, abgesehen von der Bestrafung, zu gewärtigen, daß er im Zwangswege zur Beseitigung der ordnnngswidrigen Bauanlage oder baulichen Einrichtungen auf seine Kosten angehalten wird.

§ 9.

Auf die jetzt bestehenden Straßen findet vorstehende Ver­ordnung nur insoweit Anwendung, als in den betreffenden Straßen Veränderungen vorgenommen weisen.

§ 10.

Diese Verordnung tritt sofort nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Dörnigheim den 29. Oktober 1906.

Die Ortspottzeibehörde. 23261

Mus F)anau Stadt und Eand.

HaUtttt, 29 Oktober.

* Stadttheaier. (W o chen sp ielpl an.) Dienstag: Vorstellung bei kleinen Preisen: Außer Abonnement: Othello", Trauerspiel von Shakespeare. Mittwoch: Zum ersten Male in der Bearbeitung von Ludwig Fulda: Der Tartüff", Lustspiel von Molière. Freitag:

derKindererziehung" durch die gelungene Wiedergabe stürmische Lachsalven. Der sich in seiner Liebe betrogen fühlende FabrikantKörner" wurde von Herrn P u st a r vornehm zur Geltung- gebracht, die Leistung des Herrn Ny grin alsEduard Klein" rn demSulzheimerJargon" (Weißes Röß'l") schloß sich in drastischer Weise an. Eine Darbietung, die von Empfinden und Herzlichkeit zeugte, bot uns in anerkennenswerter Weise Frl. Sarno als Darstellerin derRosa", den neckischen, naseweisenkar­toffelstrickenden" BackfischFranziska" gab Frl. Berger zufriedenstellend. Für die Gestaltung der Rolle "ber kuragierten GebieterinAlbertine" war Frl. Reinhard bemüht. Von den kleineren Aufgaben seien noch Herr O. H. Müller alsPantoffelheld Klingert", sowie Frl. I a i d a (Frau Klingert) besonders erwähnt. Herr H o p- kirk (Baron von Ziunow), Herr Matter (Dr. Seiler), Frl. Macdonald (Anna), Frl. Reichelt (Fritz), Herr H e i b e m a it n (Naumann), Herr Schrod e r (Bartsch) trugen ferner zum Gelingen des Ganzen bestens bei. Die altbewährte Regie des Herrn Gehrmann sorgte dafür, daß das Stück im nötigen Tempo höchst wirksam zur Darstellung gelangte, wie auch Herr KöNigl. Musikdir. Schmidt mit feinsinnigem Verständnis den Taktstock am Dirigentenpult führte.

Kür Errichtuttg eines Ausstchtsturnres aus dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein: 'Buchbergfreund I. K.-Hailer . . 1.60 Mk.

Voriger Betrag . . . . 1323.40

Zusammen bis jetzt 1325.00 Mk.

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion desHanauer Anzeiger."

Neu einstudiert:Traum ulus", Tragische Komödie von Arno Holz und Oskar Jerschke. Sonntag: Neu einstu­diert:Gespenster", Familiendrama von H. Ibsen.

* Volksvorstcllung. Shakespeares Trauerspiel Othello" wird morgen Dienstag abend 8 Uhr bei ganz bede^itend ermäßigten Preisen in Szene gehen und sei auf diese Vorstellung hiermit nochmals besonders hin­gewiesen.

* Edelmetallindustrie in Schwab. Gmünd. Der Arbeitgeberverband in Schwäb. Gmünd beschloß, daß mit Einführung der neunstündigen Arbeitszeit diese von allen Arbeitsgruppen voll einzuhallen sei und daß nur Schleifern, Formern, Schmelzern und Goldpoliseusen gestattet sei, mittags mit der Arbeit fünf Minuten vor 12 Uhr aufzuhören, um notwendige Waschungen vorzunehmen. Bis jetzt war ein vorzeitiges Aufhören von 1015 Min. auch abends ge­stattet.

* Dramatisch-literarischer Verein Hanau. Die angekündigten Aufführungen sind verschoben worden, die nähere Mitteilung erfolgt in den nächsten Tagen.

* Waidmannsheil ! Wir erhalten folgende Zuschrift. Im Anschluß an die in der vorigen Woche gebrachte Notiz, betreffend die Jagden in Heffen, möchte Einsender dieser Zeilen, der schon lange Jahre Jagdgast auf preußischen Jagden ist, bemerken, daß in Preußen der Rehstand ebenso reich wäre als in Heffen, wenn man in den preußischen Waldungen nicht alle Schonungen einfriedigte. Das Mutter­wild ist dadurch gezwungen, seine Kitze in offenes Holz zu setzen und die Kitze werden im Frühjahr durch das Streu­rechen sowie durch die Waldbummler beschädigt oder mitge­nommen. Auch durch die vielen Spaziergänger, welche kreuz und quer durch den Wald laufen, ist das Reh in steter Flucht, das Kitze, welches der Mutter nicht folgen kann, fängt an zu vieben (rufen) und dadurch wird Alt und Jung auf­merksam gemacht, eilt herbei, nimmt das Kitze in die Hand oder noch schlimmer, der mitgebrachte Köter frißt es. Dies alles sind die Schattenseiten der teuren eingezäunten Jagden, auch ist es noch nicht gelungen, auch nur einigermaßen den Wilddieben das Handwerk zu legen, wurde doch, wie ich höre, auf den Waldschützen Dietz aus Niedergründau durch einen Wildschützen, welcher noch mehrere Gehilfen bei sich hatte, aus einer gezogenen Büchse ein Kugelschuß abgegeben, der sicher den Tod gebracht hätte, wenn nicht die Kugel an des Waldhüters Flintenschaft abgeprallt wäre, den Schafft und die Hand zerschmetternd. In den hessischen Gemeinde­waldungen findet man selten Schonungen eingefriedigt, infolge dessen kann das Wild darin ungestört wohnen und die Kitzen infolgedessen ungestört hochkommen. Der hessische Bauers­mann hat außerdem audj eine Freude daran, wenn der Wildstand reichlich ist und er verlangt keinen Wildschaden, der sich in anderen Gemeinden auf Tausende von Mark be­läuft. Haidmannsheil!

* Ter Spessart - Touristen - Verein, der am 2k Oktober seine letzte diesjährige Programmtour bei denkbar günstigstem Wetter zur Ausführung gebracht, nach welcher, wie alljährlich, ein geselliger Familienabend im Saale des Deutschen Hauses" die Mitglieder und deren Familien ver­einigten, feiert am Sonntag den 4. November d. I., abends von 6 Uhr an, in den Sälen derCentralhalle" sein Deko­rierungsfest. Wie bekannt, wird den Teilnehmern an allen Touren, deren der Verein in diesem Jahre 19 unternommen hat, für diese rege Beteiligung die vom Verein hierfür vor­gesehene Auszeichnung überreicht. Weiter benützt der Verein diese Festlichkeit, an der stets eine recht gute Unterhaltung geboten wird, auch zur Auszeichnung derjenigen Mitglieder, die in diesem Jahre auf eine 25jährige Mitgliedschaft zurück- blickcn. Daß natürlich nach Schluß ber Unterhaltung auch für die tanzende Jugend gesorgt ist, braucht wohl nicht er­wähnt zu werden. Den Mitgliedern ist gestattet, befreunde» Familien hierzu einzuführen, wozu eine Liste sich durch den Vereinsdiener im Umlaufe befindet, sowie auch Freunde sich zur Beteiligung bei Mitgliedern anmeldcn können.

* Hosbrauhaus Hanau votm. G. Ph. Nicolay, Aikr.-Ges. Der Anfsich'tsral schlägt der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 5°/o vor (i. D. 6°/o). Das Mindererträgnis wird jedenfalls auf das Schuldkonto des Bierstreiks zu setzen sein.

* Schneckeuplage. In den Gemarkungen der Kreist Hanau und Gelnhausen treten, wie in der letzten Sitzung des landwirtschaftlichen Kreisvereins Hanau mitgeteilt wurde, die Schnecken sehr stark und schädigend auf. Es wurde als Mittel zur Vertilgung derSchädlinge das Ausslreuen gelöschten Kalkes empfohlen, auch feingemachter Chilisapetrr wie Superphosphat in feuchtem Zustande haben gute Wirkungen gezeitigt.