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H^^f,«»^ mb Verlag der Buchdrucker« bei »erei». 1*. Waisenhauses tat Hanau.

Amtliches Organ für StiM M Landkreis K

man.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Berantmerti. Redakteur: 6. Schreck», tat Hau«,

^U 251 Fernsprechanschlittz Nr. 605»

Freitag den 26. Oktober

Fernsprechanschlntz Nr. 605. 1906

Weltliches.

Stadtkreis F)anau»

Der Maurermeister Jean Bernges hier ist als weiterer Ortsschätzer für Gebäude und Baugrundstücke und der Zimmermeister Heinrich Franz an seiner Stelle <18 stellvertretender Ortsschätzer bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 24. Oktober 1906.

Königliche Polizeidirektion.

P 8714 v. Beckerath.

Eandkreis Hanau.

BekmtMchNM des F V' i Landratsmts.

In Niederissigheim ist die Schweineseuche er­loschen.

Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 23. Oktober 1906.

Der Königliche Landrat.

V 7828 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Oberissigheim ist die Schweineseuche erloschen.

Die Gehöftsiperre ist aufgehoben.

Hanau den 24. Oktober 1906.

Der Königliche Landrat.

V 7838 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Festgestellt: Die Schweineseuche in Orb und die Rot­laufseuche in Mauswinkel, Kreis Gelnhausen.

Erloschen: Die Schweineseuche in Roth und die Rot- lausseuche in Lieblos, Kreis Gelnhausen.

Hanau den 25. Oktober 1906. V 7845

Die im Zuge des Landwege« innerhalb der Gemarkung Rüdigheim über den Krebsbach führende Brücke wird wegen Erneuerung des Anstrichs am Samstag den 87., Sonn­tag den 28. und Montag den 29. d. Mts. für Leden Fuhrwerksverkehr gesperrt.

Hanau den 24. Oktober 1906.

Der Königliche Landrat.

V 7868___________v. Beckerath.________________ Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Brille, 1 Damenschirm.

Verloren: 1 schwarze Handbrieftasche, 1 Kinder- schnürschuh, 1 Portemonnaie mit 25 Mk. und einigen be­schriebenen Zetteln, 1 geflochtener Damen-Schnürriemgürtel, 1 mattgoldenes Armband (in der Mitte ein Hufeisen mit kleinen Brillanten und Saphieren).

Zugelaufen: 1 Dachshund mit Halsband m. Geschl. Entlaufen: 1 Tackel, schwarz mit gelben Abzeichen, ^* Jahr alt, w. Geschl.

Hanau den 26. Oktober 1906.

Hus Hanau Stadt und Eand*

Hanau, 26. Oktober.

WMcht Atz«« ta *' " : ........M

vom 25. Oktober 1906.

Anwesend waren die Herren: Vorsteher Kommerzienrat Canthal, Bonn, Bernges, Baader, Craß, Daßbach, Föll, Dr. Heraeus, Honsen, Holm, Hock, Hoch, Jost, Kehl, Koburgcr, Kreuter, Lohberger, Müller, Ohl, Peteler, Rousselle, Schroe­ter, Schwabe, Steinheuer, Spatz, Salomon, Stübing, Uth, Voltz, Dr. Wagner, Wohlfart, Dr. Wenke und Wolff. Vom Magistrat: Herr. Oberbürgermeister Dr. GebeschuS.

Der Vorsteher Herr Canthal teilt mit, vom Stadtver­ordneten Hoch u. Gen. seien folgende Anträge eingegangen: 1) daß die städtische Verwaltung zur Milderung des gegen­wärtigen Notstandes Kartoffeln und Fische zu möglichst billi­gem Preise aufkaufe und an die hiesige Bevölkerung zum Selbstkostenpreise abgebe; 2) daß eine Eingabe an den Reichs­tag und die Regierung gerichtet werde, durch welche die Oeff- nung der Landesgrenzen zur Einführung von Schlachtvieh erbeten wird.

Ferner sei von der gleichen Stelle eine Interpellation über das Unglück an dem Neubau der Dunlopfabrik eingebracht.

Der Antragsteller sei damit einverstanden, daß der unter 2) aufgeführte Antrag zuerst in der Finanzkommission be­raten, der unter 1) aufgeführte Antrag und die Interpellation »m Schluffe der heutigen Sitzung beraten werde.

Es wird nunmehr in die Tagesordnung eingetreten.

Kanalisation.

Der Magistrat beantragt, nachdem das Projekt der Klär- beckenanlage Genehmigung gefunden hat, den Baurat Lindley mit der Vorlegung eines Ärbeitsprogramms zu beauftragen. Die Stadtverordnetenversammlung stimmt zu.

Kleinbahn Hanau-Büdingen.

Ueber die eventuelle finanzielle Unterstützung des Bahnbau- projekts Hanau-Büdingen durch die Stadt Hanau referiert Stadtv. Schwabe: Der Magistrat hat unterm 9. d. M. beschlossen, auf der Grundlage des Schreibens des Königl. Landrats vom 12. September d. J. zu verhandeln und dem­gemäß die Bereitwilligkeit auszusprechen: a) das zum Bahn­bau erforderliche Gelände zu erwerben und unentgeltlich an die die Bahn bauende Gesellschaft abzutreten; b) einen Zu­schuß von 70 000 Mk. zu den im Landkreise erforderlichen Grunderwerbskosten und von 30 000 Mk. zu demverlore­nen Zuschuß" zu leisten, ersteren unter der Voraussetzung, daß der Wert des Grund und Bodens 170 000 Mk., der Zuschuß der Gemeinden 80 000 Mk. und der des Kreises 20 000 Mk. beträgt, beides unter noch durch Vertrag näher festzulegenden Bedingungen. Der Finanz- und Bauaus­schuß schlug folgenden Beschluß zur Annahme vor: Die Ver­sammlung kann die Zustimmung zu dem Anträge des Magistrats zunächst nicht empfehlen. Finanz- und Bauaus­schuß ist im Prinzip bereit, das Unternehmen in weitgehendster Weise zu unterstützen, hält aber die angeforderte Summe für zu hoch und empfiehlt deshalb: Der Magistrat soll ersucht werden, in erneute Verhandlungen mit dem Landrat zu tre­ten, ob es nicht zweckmäßig sei, die Bahn in Langen­diebach oder einer anderen Station der Hanauer Klein­bahn ein münden zu lassen. Finanz- und Bauausschuß erklärt sich auch in diesem Falle zu einer Unterstützung bereit. Ferner soll versucht werden, vom Landkreis eine größere Leistung zu Gunsten der Stadt zu erzielen. Der Referent Stadtv. Schwabe empfiehlt den Antrag des Ausschusses zur Annahme und gibt Erläuterungen über das Projekt. Die Kosten des Grunderwerbs werden auf 170 000 Mark geschätzt, hierzu sind an Zuschüssen der interessierten Land­gemeinden zu erwarten von Marköbel 35 000 Mk., Rüdig- heimerhof 12 000 Mk., Rüdigheim 10 000 Mk., Oberissig­heim 10 000 Mk., Niederissigheim 3000 Mk., Bruchköbel 10 000 Mk. Stadtv. Wohlfahrt wendet sich in länge­ren Ausführungen gegen die Darlegungen des Stadtverord­neten Schwabe, namentlich gegen die von diesem befürwortete Einführung der Bahn in Langendiebach. Die Unter­nehmerin,' die Aklien-Gesellfchaft für Bahnbau und -Betrieb in Frankfurt a. M., habe schon alles versucht, die Bahn billig zu tracieren. Eine Ablenkung von Oberissigheim nach Langen­diebach komme sicherlich nicht billiger zu stehen als die direkte Führung nach Hanau. Die Bewohner des Land­kreises Hanau und des Kreises Büdingen würden sicherlich nicht darauf brennen, nach Langendiebach zu gelangen, son­dern Wert auf eine Verbindung mit Hanau legen. Nun komme noch hinzu, daß die Kleinbahn die Straße benutze, nach Einmündung einer anderen Bahn ein stärkerer Verkehr zu erwarten sei und weder die Lanvespolizeibehörde noch der Landesausschuß die Genehmigung dazu erteilen würden, daß noch mehr Eisenbahnverkehr auf die Straße komme. Die Bahn werde entweder über Bruchköbel nach Hanau geführt oder überhaupt nicht gebaut. Der Transport der für die Stadt Hanau benötigten Basaltsteine aus dem Büdinger Kreise werde nach der Bahnerbauung für die Stadt Hanau schon eine Verbilligung von etwa 2000 Mk. pro Jahr erbringen. Auch in anderer Beziehung sei die Förderung der Bahnange­legenheit erwünscht, um Verkehr nach Hanau zu lenken. Wir müssen die Bahn haben als Konkurrenzbahn der nach ihrer Vollendung den Verkehr nach Frankfurt lenkenden Stockheim-Vilbeler Bahn. Nun komme es darauf an, die Verwirklichung des Projekts nicht zu erschweren und nicht mit neuen Vorschlägen hervorzutreten. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus bedauert zunächst, daß Stadlv. Baurat Wohlfarth nicht in jener Finanz- und Bauausschußsitzung an­wesend sein konnte, in der Stadtv. Schwabe auf gründ der Generalstabskarte die neue Trace nach Langendiebach heraus­gefunden habe. Gegen die Einmündung der Bahn in Langen­diebach spreche auch der Umstand, daß dadurch ein Umweg von 5 km entstehe und durch Staat und Bezirks­verband kaum eine Unterstützung dieses Projekts zu erwarten sein. Durch einen Beschluß, der nach den Vor­schlägen des Finanz- und Bauausschusses gefaßt werde, sei gar nichts gemacht. Er empfehle eventuell die Zurückver­weisung der Sache an den Finanzausschuß. Stadtv. Schwabe bringt als Entgegnung auf die Darlegungen der Vorredner verschiedene rechnerische Unterlagen vor, worauf Oberbürger- I

meister Dr. Gebeschus erwidert, es sei nicht richtig, wenn mit Zahlen operiert werde, die nicht gegeben seien. Stadlv. Dr. Wenke führt aus, im Vordergrund der Be­ratung des Finanz- und BauausschusseS habe die neue Trace des Herrn Schwabe gestanden, die ohne weiteres fallen ge­lassen worden wäre, wenn man so unterrichtet wie heute ge­wesen sei. Er trete für eine grundsätzliche Unterstützung de« Projektes ein, eine Prüfung, wie hoch sich der Zuschuß zu belaufen habe, wie die Kosten zwischen Stadt- und Landkreis zu verteilen seien, müsse noch in dem Finanzausschüsse er­folgen. Nach weiteren Bemerkungen der Stadtv. Schwabe und R o u s s e l l e und des Oberbürgermeisters Dr. G e b e- s ch u s tritt Stadtv. Dr. Wagner namens seiner Freunde für die Ablehnung des Finanzausschußantrages und die An­nahme des Magistraisantrages ein mit dem Zusatze, den Magistrat zu beauftragen, in Verhandlungen mit dem Land­kreise behufs einer größeren Beitragsgewährung desselben ein» zutreien. Von außerordentlicherWichtigkeit sei es, die Sache nicht weiter zu verschleppen, daher eine Zurückverweisung an den Finanzausschuß unangebracht erscheine. Zu bemerken sei noch, daß auch die Hanauer Kleinbahn für die Einmündung eine erhebliche Summe fordern werde. Stadtv. Dr. Wenke tritt für eine nochmalige Prüfung im Finanzaus­schüsse ein, auch Stadtv.-Vorsteher Canthal stimmt diesem Verlangen zu. Es sprechen noch Siadw. Hoch für und Schwabe gegen den Antrag Wagner, worauf zur Abstim­mung geschritten wird. Der Antrag Dr. Wenke, sich grundsätzlich für Unterstützung des Unternehmens und Hergabe des Geländes auszusprechen, die Angelegenheit wegen Ge­währung eines Zuschusses zu den im Landkreise erforder­lichen Grunderwerbskosten an den Finanzausschuß zurückzu- verweisen, wurde mit einer Mehrheit angenommen.

Anstellung eines besoldeten Beigeordneten.

Der Beschluß des Magistrats lautet:Die Anstellung eines besoldeten Beigeordneten mit einem Gehalt von 6000 Mk. steigend alle 3 Jahre um 500 Mk. bis 7500 Mk. zum 1. April 1907 wird beschlossen."

Begründung des Magistrats: Als im Jahre 1900 die Anstellung eines weiteren besoldeten MagistratsmitgliedeS in Frage kam, wurde erwogen, ob ein besoldeter Beigeordneter, der das Examen für den höheren Justiz- und Verwaltungs­dienst abgelegt hatte, oder ein Techniker mit Regierungsbau» mcister-Qualifikation einzustellen sei. Mau entschied sich für das Letztere. Schon einige Jahre nach der Anstellung eines Baurats gelangte der Magistrat jedoch zu der Ueberzeugung, daß ein Techniker als Mitglied des Magistrats mit Rück­sicht auf die Größe der Stadt entbehrlich und vielmehr ein Beigeordneter mit der oben angegebenen Vorbildung am Platze sei. Für die laufenden Arbeiten genügt das der Sladt zur Verfügung stehende Baupersonal und für größere Bauausführungen wird entweder die Hilfe von Spezialisten in Anspruch genommen werden, oder es könnte ein Wettbe­werb stattfinden, in welchen beiden Fällen die Kosten zwar in einem einzelnen Fall nicht unerheblich sind, immerhin aber ganz bedeutend hinter dem Gehalte des Stadtbaurats zurück- bleiben, da derartige Spezial- oder größere Bauten seltener vorkommen, während der Gehalt des Siadtbaurats dauernd zu zahlen ist. Wenn dann noch der Stadtbaurgj nicht per­sönlich in umfassendstem Maße an der technischen Arbeit sich beteiligt, sondern seine Tätigkeit nur nach der Verwaltungs- feite hin erblickt, und dieselbe auf die Leitung deS Bau­wesens beschränkt, so ist derselbe in durchaus ungenügender Weise beschäftigt. Aus dieser Erwägung heraus wurde zu­nächst, um dem Mangel eines verwaltungstechnisch oder juristisch vorgebildeten Beamten abzuhelfen, neben dem Stadt­baurat ein Magistrats-Assessor eingestellt. Die Körperschaften waren selbst wohl der Meinung, daß mit der Schaffung dieser Stelle nur ein Provisorium geschaffen werden sollte, denn der Etat spricht von der provisorischen Wahrnehmung der Geschäfte eines Magistrats-Assessors. Als nun derStadt- baurat am 1. Oktober v. I. aus dem Dienst ausschied und auch der die Verwaltungsgeschäfte de» Stadtbauamts be­sorgende Bausekretär zum 1. Januar d. Js. den hiesigen Dienst verlies, wurde die Probe daraufhin gemacht, ob ohne ander-weite Besetzung der Stadtbauratstelle die Geschäfte ge­führt werden. könnten. Es hat sich im Verlauf d. I. er- geben, daß, wie oben bereits bemerkt, mit dem vorhandenen Personal die laufenden Geschäfte und vor allen Dingen auch die kleineren Neubauten und Umbauten besorgt werden können, daß andererseits aber Neubauten, welche entweder eine besondere Fachkenntnis erfordern oder eine größere An­zahl Einzel-Projekte notwendig machen, durch Üebertragung der Arbeiten an Spezialisten oder durch Ausschreiben erledigt werden müssen. Mängel, die unserem Bauwesen anhaster