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18. Oktober

fffègimentg, der an hem Abend deS Unalütf? bfe öefdiühe zu bewacht hatte. Das Krieasaericht nahm feine fahrlässige Tötung, sondern nur al 8 straffällig die Außerachtlassung militärischer Vorschriften an und erkannte demgemäß auf sieben Monate Gefängnis.

Schasset Nistplätze für unsere Vögel!

Von Rudolf B«ra««r.

An uns ist es, den Kampf gegen die Femde unserer Vögel zu führen, zugleich aber auch alles aufzubieten, um das zu erhalten, was uns an Vogelbestand bisher geblieben ist. Ganz töricht würde es sein, wollten wir sagen: „Wes­halb sollen denn wir die Vögel hegen und pflegen, da sie doch von anderen zu Millionen vernichtet werden?" Bei solcher Logik würden wir jenen Barbaren gleich zu achten sein, und die Folge wäre, daß es wirklich bald keine Vögel mehr gäbe. Nein, laßt uns retten, was noch zu retten ist, einerseits durch den Kampf, den wir mit Entrüstung gegen Gewinnsucht und mit Eifer gegen Unkenntnis führen, anderer­seits dadurch, daß wir unsere lieben kleinen Vögel durch Winterfütterung unterstützen. Mit der Winterfütterung allein ist es natürlich" nicht abgetan, es muß sich unser Augenmerk auch darauf richten, daß wir den Vögeln das Dasein im Sommer erleichtern.

Weil nun in der schönen, anmutigen Jahreszeit Mutter Natur den Tisch reichlich deckt, indem sie Myriaden von Fliegen, Käfern, Raupen, Wiirmern, Früchten und Sämereien erzeugt, haben wir nicht notwendig, in der warmen Jahres­zeit die Vögel zu füttern, wir würden sie dadurch ihrer Be­stimmung entfremden und uns selbst schädigen; dagegen sollen wir mit aller Sorgfalt auf das Darbieten von Wohnungen bedacht sein. Es ist nun einmal leider im Interesse der Vögelchen zu beklagen, daß man in unseren nordischen Ländern mehr und mehr ordnungsliebend und gewinnsüchtig wird.

Ein Vorwurf soll nicmanbem daraus erhoben werden, es yandelt sich hier vielmehr um Tatsachen, wie sie die fort­schreitende Kultur im Gefolge hat. Der Forstmann entfernt in den seiner Obhut anvertrauten Wäldern sorgsam die hohlen und kranken Bäume, der Parkwächter und der Gärtner befleißigen sich, das gleiche zu tun und jeden kränkelnden Baum so bald als möglich durch einen gesunden zu ersetzen, auf den Wiesen und auf den Feldern fallen die Gebüsche, auf daß der Wiesenkultur und dem Ackerlande mehr Boden gewonnen werde, und im großen und ganzen muß man von einer bemerkenswerten Verringerung der Laubbäume und Büsche überhaupt sprechen. Das ist nun sehr schlimm für unsere Vögel. Sie kommen aus dem Süden, überwinden die Gefahren, die ihnen die Mordgier des Italieners und die Putzsucht der Modedame bereitet, und finden ihre Woh­nungen nicht mehr. Das eine Pärchen ist ein Höhlenbrüter, fein hohler Baum wurde gefällt, zerhackt und verbrannt; das andere nistet im Gebüsch, das Gebüsch wurde ausge­rodet und das Land in eine Wiese verwandelt. Da ist denn guter Rat teuer. Man sieht sich nach neuen Woh­nungen um; was brauchbar wäre ist schon besetzt; man zieht in eine andere Gegend um sich anzusiedeln, und der Schaden ist da. Ein Starpärchen vertilgt jährlich mit feinen Jungen ca. 150000 größere Schädlinge, ein M isenpärchen deren Millionen. Welche Nachkommenschaft aber hätten diese Schädlinge erzeugt! Hat man doch die Nachkommen- schaft mancher Fliege in einem Jahre auf zirka 5 000 000 geschätzt 1 Lohnt es sich da nicht der Mühe, der Frage näher zu treten, wie kann man Nistplätze schaffen und Nistkästchen aufhängen?

Wer den Vögeln Freude bereiten will und ihnen itn" sich selbst zu helfen wünscht, der trachte danach, daß nid), jeder hohle Baum kassiert wird; er rede den Anpflanzungen von dichtem Gebüsch das Wort; er richte die Aufmerksam­keit der Gemeindevertretungen und der Anpflanzungs- und Verschönerungsvereine auf den so wichtigen Vogelschutz; er sorge dafür, daß durch ortspolizeiliche Vorschriften das Be­schneiden der Hecken nur im Herbste oder im zeitlichen Früh­jahre geschieht, weil sonst manche Brut gehindert oder zer­stört wird; und wo sich ein Vogelpärchen einen ungewöhn­lichen Wohnort ausgesucht hat, wie bei Denkmälern, in Häusern, in Lusthäusern, da dulde man es und halte jede Störung fern. Außerdem empfehle man die Anlage dichter lebender Hecken. Den Kindern aber sage man ununter­brochen, daß jedes Vogelnest in seiner kunstvollen Aus­führung, mit seiner entzückenden Auskleidung durch dürres Laub, Gras, Moos, Haare, Federn, Reiser, Erde und Lehm von den Wundern der Schöpumg predigt, wie es in rühren­der Weise für unnachahmliche, aufopferungsvolle Eltern­liebe zeugt, und man lehre die Kinder das Vogelnest als ein Heiligtum betrachten. Wie das Schwalbennest und die Schwalbenbrut dem Landmanne heilig ist, so möge fortan auch jedes Vogelnest jedermann heilig sein. Ist die Wohnung bezogen, sei es das Nest im Gebüsch, die Baumhöhlung oder das Nistkästchen am Baume, so sorge man für das Fern­halten störender Einflüsse, insbesondere für das der Vogel­fänger und der Katzen. Beide vertilgen viele Vögel und zer­stören einen hohen Prozentsatz der Nester. Zum Schlitze gegen Katzen befestige man in Meterhöhe um den Baum­stamm einen Dornenkranz oder ein Drahtgeflecht.

Jeder Park- und Gartenbesitzer sollte auf die Anlage einte Vogetheims bedacht sein. Er schaffe in der Ecke seines Be- sitzüms ein dichtes, schattiges Gebüsch. Außerdem aber sollte der einzelne, die Vereine und die Behörden darauf achten, daß Eisenbabnein^chnitte, Eisenbahndämme und llfer= böschunam entsprechend bepflanzt werden. Hub endlich möge man FAdgehölze oder Remisen schaffen. Auf wertlosen oder wenig wertvollen Grundparzellen soll man sie anlegen. Der Boden wird rigolt oder doch stark gelockert, und was bis her als unfruchtbare Berghalde oder unbeachteter Weidefle k galt, trägt nach kurzer Zeit eine Busch- und Banwgriippe, in der sich Vögel wohlfühlen. Solche Feldgehölze seien hiermit allen Vogestreunden nachdrücklichst empfohlen. Ganz beson­ders eignen sich zum natürlichen Vogelheim wegen bi du er Belaubung, Hainbuche, Rotbuche, Salbei, Jasmin. Wegen ihrer den Vögeln als Nahrung dienenden Früchte euwWe, wir Vogelkirsche, Vogelbeere, Faulbaum, Holunder, Schnee­beere, Johannisbeere und wegen ihrer auffälligen Bebeae- lung durch Ungeziefer Pappel, Weide und Ginster. Weib­dorn, Schwarzdorn und wilde Rosen stehen bei den Vöge.» in großer Gunst. Das Ideal eines solchen natürlicheir Vogel­heims bleibt allezeit ein auf allen Seiten vom Wasser um­zogenes Stückchen Land, welches, wie die weit und breit be­kannte Vogelinsel des botanischen Gartens zu Gießen, die | Idyll« gegen mutwillige Knaben und Katzen abschließt. Sie

Donnerstag

ist und muß selbst im kleinsten Maßstabe unseren Vöglein als Paradies erscheinen, und man hat vorgeichlagen, anstatt hervorragenden Ornithologen kostspielige Denkmäler aus Stein zu roibmen, zu ihrem Gedenken solche Vogelinseln zu schaffen und diese nach jenen großen Vogel freunden zu benennen.

Wir haben vorstehend einige Winke über die Errichtung von Nistplätzen erteilt und kommen nunmehr zur Besprechung der Nistkästen. Solche sind für unsere Höhlenbrüter eine große Wohltat, nur müssen sie genau nach Bedürfnis der einzelnen Bogelarten angefertigt uud richtig ausgehängt wer­den. Sollte dennoch die Besiedlung nicht sofort erfolgen, so möge man nicht mit dem Geschick und den kleinen Sängern hadern, diese sind begreiflicherweise mißtrauisch und nehmen die Kästen nicht immer schnell an. Die BesestigungS- Höhe über dem Erdboden beträgt für Stare, Bachstelzen, Wendehälse 7—8 Meter, für Meisen 4—5 Meter nicht an großen Bäumen, für Rotschwänzchen 3—4'/i Meter an mitt­leren und großen Bäumen, für Fliegenschnäpper 3—4'/, Mtr. an großen Bäumen.

Die Nistkästchen werben am besten aus Baumstämmen hergestellt; vor dem Flugloch kann sich ein Zweiglein oder auch ein Holzstock zum Sitzen befinden, nur sei er klein, da­mit er nickt Raubvögeln zum Anflug diene.

Die Erfahrung hat nun die folgenden Gesetze gelehrt, Für Stare kann man hohe Bäume auswählen, auch mehrere Kästen an einem Baum anbringen, da der Star mit seines­gleichen gut auskommt. Meiscnkästen sind da zu befestigen: wo mehrere Bäume beieinander stehen und in der Nähe wo­möglich keine Tannen und Fichten sind; das Flugloch soll schräg nach dem Boden zu stehen, ihre Kästen sind gleich denen für Rotschwänzchen und Fliegenschnäpper mit Dornen zu schützen. Die Nistkästen für die beiden letztgenannten bringe man an Gartenhäusern und Wandgesimsen an, auch der Starkasten kann am Dachgiebel befestigt werden. Die Befestigung an Bäumen geschieht am besten mit Draht; das Einschlagen von Nägeln würde den Baum beschädigen. Der gewählte Baum darf nicht allzusrei stehen und muß sich früh­zeitig belauben, Alle Kästen sollen festhängen, damit sich der Vogel nicht schmeckt, alle sollen mit dem Fluchloch gegen Sonnenaufgang gerichtet sein und alle Müßest im Frühjahr gründlich gereinigt werden, bamit der alte Unrat entfernt wird und die Vögel nicht durch die so lästigen Vogelmilben zur Verzweiflung getrieben werden.

Wer nach einem billigen illustrierten Leitfaden sowohl für die Wmterstltterung, wie für die Niststätten sucht, sei Hingewiesen auf die vorzüglichen im Verlage von B. G. Teubner, Leipzig, Post straffe 3, erschienenen Schriftcheu:

„Fyttewlützs für Vögel im Winter", von Hofrat Pro­fessor Dr. K. Th. Liebe. Vollständig neu bearbeitet von Otto Kleinschmidt. — l Stück 20 Pf., 100 Stück 5 Mk.

„Nistplätze und Nistkästen." Juhiläumsschrift von Otto Kleinschmidt: — 1 Stück 20 Pf., 100 Stück 5 Mk.

Lr»Miwckrickten.

Der Kaiser in Bonn.

Berlin, 17. Oktbr. Der Kaiser beabsichtigt, seinen gegen- wärtigen Aufenthalt in Bonn noch um einige Tage zu ver­längern. Die für Dienstag geplant gewesene Jmmatrikn- lation des Prinzen August Wilhelm M MMtifi?» M'- vrfität wird einer neuen Bestimmung zufolge erst nach der Abreise des Kaisers stattfinden.

Bonn, 17. Oktober. An der heutigen Automobilfahrt nahmen die hier weilenden Fürstlichkeiten und das Gefolge teil. Die Fahrt ging über Godesberg, Remagen, durch die Eifel nach der Burg Elz, die eingehend in mehrstündigem Aufenthalte besichtigt wurde. Alsdann ging es zunächst nach Münstermaifeld. Hier wurde im Gasthofe zur „Sonne" ein Mahl eingenommen. Von da ging es nach Maria Laach, wo die Abtei besichtigt wurde und der Tee beim Abt v. Stotzinger eingenommen wurde. Um 6'/. Uhr kehrte der Kaiser in baS PalaiS Schaumburg zurück. Auf seiner Fahrt nurbe der Kaiser, wie auf der gestrigen Tour, auf das aller- cebhafteste und freudigste begrüßt. Um 8 Uhr abends begab sich der Kaiser in der Couleur der Bonner Borussen in offenem Automobil zur Kneipe des Korps ^Borussia, wo ein Essen stattfand, an welchem außer dem Prinzen August W'ihelm der Erbprinz und der Prinz Adolf zu Schaum- bucg-Lippe, sowie Graf Dönhoff-Friedrichstein und die ak­tiven und inaktiven Mitglieder des Korps Borussia teil= nahmen.

Die Lage in Rustland.

Petersburg, 17. Oktbr. Die Verhandlungen zwilchen dem Rektor der Moskauer Universität und dem Ministerpräsidenten Stolypin haben zu einem günstigen Ergebnis geführt. Der Ministerpräsident versprach, die Polizeipatrouillen, von denen das UniversitätSaebäude um­geben ist, zurückzuziehen und gab seine Einwilligung dazu, daß innerhalb der Universität die Studenten Versammlungen nach den vom Universtätsrate erlassenen Vorschriften ab- halten dürften. Infolgedessen wird die Universität am 19. Oktober wieder geöffnet.

Berstorbon.

Wien, 17. Okt. Prinz Iosephzu Windisch-Grätz, General der Kavallerie und Gardekapitän der 1. Arcieren- lcibgarbe, ist gestorben.

RücktrittSentschsuk.

Paris, 18. Oktbr. Ministerpräsident Sarrien hat, da er seit langer Zeit leidend ist, und da sein Arzt die An­sicht geäußert hat, er könne weht ohne Schaden für seine Gesundheit die Leitung der Geschäfte des Kabinetts weiter­führen, gestern nachmittag dem Präsidenten der Republik Fallidres erklärt, er glaube nicht mehr die zur Fort- iüh'ung seines Amtes genügende physische Kraft zu haben. Präsident Falliere s»und S a r r i e n' s Freunde haben diesen dringend ersucht, im Amte zu bleiben, und in­folgedessen ist der Rücktritlsentschluß Sarrien's nom nicht als endgültig zu betrachten. Wenn er aber bei seinem Enlülänsse beharrt, wird dieser in dem am Freitag fütttfinbenben Ministerrate offiziell bekannt gegeben werden. In politischen Kreisen meint man, die Minister- krise sei tatsächlich bereits nusgebrochen, und man beschäftigt sich bereits mit der Frage der Znsammen''etzung des neuen j Kabinetts. Es gilt schon jetzt als sicher, daß Fallieres Cle­menceau die Kabine: "äLdnng aniragen werde.

Sisare * assanier.

Berlin, 18. rUbt. AehnNch wie der Fall Fischer scheint die Affäre Putkamer sich der Erledigung zu nähern. Kammergerichtsrat GtuWer. der sich als Untersuchungs-

_____________________________________Seite 3 richter nach Kamerun begeben hatte, kehrt demnächst vop dort zurück. Sein Bericht mug abgewartet werden; schon jetzt kann indessen nach den „Hanib/ Nachr." als feststehend gelten, daß der bedenklichste der ernsthaft gegen Put kamer erhobenen Vorwürfe, nämlich der finanzieller Be^ Ziehungen zu Kameruner Interessenten als g e g e» si » n d s- I o s anzusehen ist,

<»oluchowski.

Wien, 17. Okt. Die „Neue Freie Presse" meldet, daß der Riicktritt des Ministers des Aeußern Goluchowski bevor­stehe, da die ungarische Regierung eine Garantie für dis Haltung der ungarischen Delegation nicht geben wolle.

Arbeitsaufnahme."

Budapest, 17. Okt. Ein großer Teil der streikenden Bäckergehilfen hat die Arbeit wieder ausgenommen.

Liebestragödie.

Waldshut, 18. Oktbr. (Priv.-Tel.) Auf der Straße zwischen Lienheim und Hohentingen wurde gestern ein Liebes­paar, sie tot, er lebensgefährlich verletzt, aufgefunden. Er hatte dem Mädchen einen Schuß beigebracht und sich dann selbst zu entleiben versucht.

Der Köpenicker Fall.

Berlin, l7. Oktbr. Auf die Ergreifung des Köpe­nicker Kassenräubers hat der Regierungspräsident von Potsdam eine Belohnung von 2000 Mark ausgesetzt, der Magistrat von Köpenick eine solche von 500 Mark.

Racheakt.

Köslin, 17. Oktbr. Gestern nachmittag wurde der Baron von Sprenger auf Rassow von seinem In­spektor durch Schrotschüsse in den Rücken schwer ver­wundet. Nachher schoß sich der Inspektor eine Kugel in den Kopf. Veranlaffiing zu der Tat war die Enllassung des Inspektors.

Das Geld der „veutfchen" Sozialisten.

Paris, 18. Cftbr. Ianrös erhielt von Bebel ein Schreiben, in welchem dieser mitteilt, daß der Parieiauöschuß der deuischen Sozialdemokraten, der das Eingehen der „Humaniitz" als ein großes-Unglück nichtimr für die französische lozialistischk Parlei, sondern für die gesamle internationale betrachte, bereit sei für die „Hilmanitö" 25 000 Francs zur Unterstützung zu stifte. Der Verwaltungsausichuß der fran­zösischen geeinten Sozialisten nahm da s Anerbieten mit Dank an. Der Betrag von 25 000 Francs wird in Aktien der „^unianité" umgewandelt werden, welche sodann in das Eigentum der französischen sozialistischen Partei übergehen. Die.zii Gunsten der „Öumanité" von den sozialistischen Ber- einmutigen Frankreichs veranstalteten Geldsammlungen haben bis jetzt an 10 000 Francs ergeben.

Minister Clemencen«.

.Hyères, l7. Oktbr. Minister Clemenceau hielt heute hier auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahl eine Rede, in der er u. a. sagte: „Ohne Macht ist kein Friede möglich. Als ich den Ministerposten übernahm, glaubte ich, daß alle Völker Europas darin einig wären, den Frieden zu wollet:, und fast sofort darauf entlud sich, ohne irgendwelche Herausforderung unsererseits, ein wahrer Sturm von Beleidigungen gegen uns. Wir . mußten uns die $W M^kMDSM, mit Ètveu^h %ey Minister sprach dann von dem Trennnngsgesetz und sagte, das Gesetz werde auf das strengste durchgeführt werden.

Paris, 18. Oktbr. Mehrere Blätter bestätigen die Meldung über die Denlission-absickten des Ministerpräsidenten Sarrien. Der „Figaro" will wissen, daß Sarrien fest ent­schloßen sei, bereits jetzt zu gehen, weil er dann keine unent- wirroare politische Situation zurücklaffcn und sein Rücktritt nicht einmal eine vollständige Kabincitskriese herbeiführen werde.

Die Katastrophe ves Unterseebootes.

Paris, 18. Oktbr. Ueber die Katastrophe des Untersee­bootes „Sühn" wird noch gemeldet: Das Marineministerium erhielt um Mitternacht noch folgendes Telegramm deS Admirals Belluc aus Bizertar Trotz besseren Metiers haben die Taucher bis in die Nacht hinein erfolglos gearbeitet. Die Rettungsversuche iverden morgen früh wieder aufgr- nomm n werden. Nach Berichien ist übrigens jede Hoff­nung auf Rettung geschwnnden. ES heißt, daß der „Lutin* vor etwa 14 Tagen auf eine Sandbank bei der Ponw-Bucht v'iffuhr und daß er bei der von einem Schlepper erfolgten FlotWachung Schaden gelitten haben dürfte; der Komniandant des „Lutin" hielt jedoch deit Unfall für bedeutungslos und unterließ es, das Unterseeboot wenigsten» einer Besichtigung zu unterziehen. Dem „Matiit" zufolge glaubt man, daß die gesamte Besatzung sofort durch eine Gasexplosion getötet worden sei.

Spionagever-acht.

Paris, 18. Oktbr. Wie der „Petit Paristtn" aus Lille meldet, ist doxt der der Spionage verdächtige Artillerie- Haupimanil Krempp verhaftet worden.

I Zur Warnung!

Warenzeiâen-Urknude.

Vorstehendes Warenzeichen ist auf Grund bei Gesetzes zum Schutz der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894, gemäß der Anmeldung vom 1. Oktober 1894 für die Firma Apotheker Rich. Brandt's Nachf. Fr.Merck- Itng Schaffhausen (Scbweiz) am 10. Oktober 1895 unter Nr. 10. 100, Klafft 2 t« di« Jrichenrott« eingetragen. Ge-

schäkisbe'rieb, in welchem das Zeichen verwendet werden soll: Verstellung und Bertried von Pillen. Waren, für welche das Reichen bestimmt ist: Pillen. „

Berlin, 10. Oktober 1895. Kaiserliches Patentamt L.G.

Ich sehe mich zu bte'er Warnung veranlaßt, weil mein Waren­zeichen vielfach verletzt worden ist; ich werbe unnachüchllich gegen jeden, der mein obiges Warenzeichen nachahmt, vargehen und bitte um Anzeige von Nachahmungen. 22412 Schaffhausen Apotheker Rich. Brandt'» Rachf. (Schweic). Apotheker Fr. Mrrckling.