Einzelbild herunterladen
 

Zweites Blatt.

BeMsSprekS"

BiertMHSch IM Mk., movaüich 60 Pfg., Mr ruS» y&t^ Wo»N«ürn mit dem betteffmd« Psstmijichlax

Lie «mMe R«m»e testet 10 Pfg.

EiurLckusgSgedLhr l

R»t«ti«â>ck imb Verlag der Buchdruckers de» »«dl.

Gcuerül-Akzeiger

AMchcr Grzm für ÄM- und KuadLms $mm.

Die fünfgefpâm Petitzrüe oder der« Raum 15 Pj^, du Stell mnentril dir Zeile 36

CK Waifachaus« de Hamm.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssrm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

VsÄKiWsrtl. Kedakteur: T. Schrecker « Haue».

Ml. 229 Ferusprcchauschlutz Nr. 605»

Amtliches. Saatenstand

«m die Mitte des Mouats September 1906 im Kreise Hanau, Land, v^utachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 gut, 3 = mittel, 4 = gering, 5 = sehr gering.

Hmchtarten

Durch- schnittsnoten str de»

Staat

Regre- rumrS- bewirf Caise'

Anzahl der von den Vertrauensmänner« abgegebenen Roten.

1 1N S jg31 8 34i 4 |4-5| 5

Winterweiz«» Sommerweizev Winterspel, . Wniterroggeii Sommerroggen Sommergerste Hafer . . . Kartoffel« . KI« . . . Luzerne . . Bewässerungs' (Stiefel) Wieser Andere Wiesen

.

2§

3,0

1

1

8

-

1

2£

2,2

> '

5

1

-

------

2,4

8

1

1

2.8

2,0

1

1

-.

2,7

22

1

3

Königliches Statistisches LandeSamt. Dr. BleuL

Wird veröffenMcht.

Hanau bat 27. September 1906.

Der Königliche Landrat.

V 7119 I. A.: Conrad, Kreissekretir.

Stadtkreis Ranau* Bekanntmachung.

Die F-Uln'cnleiftungen für den Siclbetrieb im Rech­nungsjahr 1907 sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffent­lich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt Rathaus Zimmer Nr. 19 zur Einsicht aus und sind dort erhältlich.

Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene An­gebote sind bis zum Eroffnungstermin am Freitag den 19* Oktober, vormittags 11 Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa er­schienener sAnbieter.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Hanau den 26. September 1906.

Der Magistrat.

Dr. G eb esch uL. 20988

Sieckbrief.

Der in untenstehendem Signalement näher bezeichnete Rekrut Rumpf, Goldarbeiter, welcher am 10. Oktober d. Js. beim Infanterie-Regiment Nr. 171 in Colmar eingestellt werden soll, hat sich am 13. d. Ms., abends, heimlich von sünem Wohnort entfernt.

Da auch seinen Angehörigen über seinen Aufenthalt aichts bekannt ist, so erscheint er dringend der Fahnen- Yucht verdächtig.

Signalement:

1. Familienname: Rumpf,

2. Vorname: Otto Lorenz,

3. Geburtsort: Groß-Auheim .> Kreis

4. Aufenthaltsort: zuletzt Groß-Krotzenburg J Hanau,

5. Religion: katholisch,

6. Alter: 22 Jahre 3 Monate

7. Größe: 1,62 m,

8. Haare: schwarz,

9. Stirn: flach,

10. Augenbrauen: schwarz,

11. Augen: blaue,

19. Nase: breite,

18. Mund : gewöhnlich,

14. Bart: Anflug von schwarzem Schnurrbart,

16. Zähne: gewöhnlich, im oberen Kiefer fehlen 2 Schneidezähne,

16. Kinn: spitz,

17. GesichtSbildung: etwas länglich,

18. Gesichtsfarbe: blaß,

19. Gestalt: untersetzt,

W. Sprache: deutsch.

Montag den 1. Oktober

Alle Behörden, welchen der zeitige Aufenthaltsort des Rumpf bekannt ist, werden gebeten, ihn festzunehmen und umgehend telegraphische Mitteilung an das unter- zeichnete Gericht gelangen zu lassen.

Hanau den 27. September 1906. 20769

Gericht des Bezirks-Kommandos Hanau.

Der Gerichtsherr. Der Gerichtsoffizier.

vonK^öppen Kloß

Major z. D. und Bezirks- Oberleutnant und Bezirk« Kommandeur. Adjutant.

politische Rundschau.

Divistouspfarrer Bachstein wurde in der Beru­fungsverhandlung vom Oberkriegsgericht in Münster i. W. freigesprochen.

Der bayrische Kriegsminister Arhr. v. Horn wurde gestern nachmittag am rechten Auge am grünen Star operiert. Die Operation ist glatt verlaufen und verspricht ein günstiges Resultat.

Verlustliste. (Amtlich.) Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 22. September ist auf einer Patrouille bei Ondermaitje gefallen: Reiter August Hirth, geboren zu Michelbach, früher im Dragonerregiment 20, durch Herz- schuß; schwerverwundet: Reiter Arthur Burghardt, geboren in Boblowitz, früher im Infanterie-Regiment Nr. 51, durch Knochenschuß am linken Oberschenkel, rechten Oberarm, und Streifschuß am linken Ober- und Unterarm. Am 22. September ist in Duudrift gestorben: Gefreiter Oskar Oestereich, geboren in Ermslcben a. H., früher im Grenadier - Regiment 11, durch Schuß in den Unterleib, Knochenschuß in den rechten Unterarm und Fleischschuß am linken Oberschenkel. Außerdem: Gefreiter Gustav Behr, geboren in Badewitz, früher im Jäger-Bataillon 6, am 15. September von einer Patrouille nördlich von Okana ab­gekommen; Nachforschungen waren bis jetzt erfolglos.

Dom sozialdemokratischen Parteitag möchten wir die Aufmerksamkeit auf einige bemerkenswerte Punkte lenken. Hierhin gehört in erster Linie die Feststellung der Tatsache auS sozialdemokratischem Munde selber, daß die russische Revolution durch die deutsche Sozialdemokratie bisher in wirksamer Weise unterstützt worden ist. Zwei russische Revolutionäre traten als gewiß sachkundige Zeugen hierfür auf. Zunächst erklärte das mit ungeheurem Jubel empfangene Mitglied der terroristisch-sozialistischen Gruppe der russischen Revolutionäre, Rotter, u. a. folgendes:Gnen großen Teil unserer Schriften beziehen wir aus Ihrem (dem sozialdemo­kratischen) Verlage. In unserem Lande ist die Lage sehr ernst, deshalb versuchen wir jetzt eine Einigung aller natio­nalen sozialistischen Gruppen. Euch deutschen Genossen hat die russische Sozialdemokratie viel zu verdanken. Wir danken für die moralische und materielle Unterstützung. Deshalb haben wir uns auch für verpflichtet gehalten, einen Dele- gierten hierher zu schicken. Mit größter Bewunderung sehen wir die Fortschritte der Partei in Deutschland. Im Namen des polnischen, jüdischen und deutschen Proletariats die herz­lichsten Grüße." Sodann sprach, stürmisch begrüßt, Frau Balabanoff ebenfalls für die russische Sozialdemokratie. Der deutschen Partei habe sie besonderen Dank für die intellek­tuelle, moralische und materielle Unterstützung der russischen Revolution auszusprecheu. Die russischenGenossen" nehmen die Unterstützung gern an, nicht als Almosen, sondern als Leistung von Genossen für Genoffen. Und nun noch ein zweiter Punkt. Zu den größten Gefahren, welche die sozialdemokratische Bewegung in sich birgt, gehört zweifellos die drohende Verseuchung der Jugend mit revolutionärer Gesinnung. Diese Gefahr wird aufs grellste beleuchtet durch die Referate des früheren Volks­schullehrers Schultz-Bremen und derGenossin" Klara Zet­kin. Schultz schimpfte über die reaktionäre Volksschule und hielt eine donnernde Philippika über Kirche und Junker, bis er nach fast zweistündiger Rede von seiner Helfershelferin Klara Zetkin abgelöst wurde, welche hauptsächlich über die Familie sprach, deren heutige Gestalt sie natürlich vollständig umwandeln möchte, und es schließlich »für die Pflicht der Parteiangehörigen bezeichnete, die Kinder im Geiste der sozialdemokratischen Weltanschauung zu erziehen, damit diese später in der Schule den entgegengesetzten Anschauungen des Lehrers entgegentreten können. Staat lind bürgerliche Parteien täten gut, diesen Referaten besondere Aufmerksamkeit zu widmen, und sie sollten daraus den Anreiz entnehmen, der sozialdemokratischen Jugendagitation mit Eifer und Nach­druck entgegenzutretcn.

Der nächstjährige sozialdemokratische Partei­tag Bubet in Effeu statt.

Kernsprechanschlutz Nr. 605. 190 6

«awwaiwgwiiWEgëigégi^^ ' iiMy

Der französische Minister Clemenceau erklärte in einer in La Roche-sur-Don gehaltenen Rede, er wolle die Einigung aller Republikaner herbeiführen, um das soziale Werk der Revolution zu vollenden, das heißt: den äußeren Frieden in Unabhängigkeit und Würde, den inneren Frieden unter den Garantien des Rechtes eines jeden, Friede und Wohlwollen allen Menschen. Er wolle das Mißverständnis zerstreuen, das heute wie zu Zeiten der Chouans die Fran­zosen trennt, dank den finsteren Machenschaften der Kirche, welche der Reaktion gegen die Republik als Maske dient. Das TrennUngsgesetz, das aus der Notwendigkeit hervor- ging, die Gewissensfreiheit herzustellen, sei durch die Kom­mission frember Prälaten zurückgewiesen worden im Gegensatz zu der fast einstimmigen Ansicht des französischen Klerus. Die Kirche ziehe es vor, gegenüber dem Liberalismus der französischen Republik den Aufruhr und den Bürgerkrieg Wiederaufleben zu lassen, während sie sich gleichzeitig deutschen Härten unterwerfe. Die französische Regierung werde aber nicht zurückweichen und keinen fremden Eingriff in ihre Ge­setzgebung dulden. Die Rede des Mnisters wurde mit leb­haftem Beifall ausgenommen.

Der englische Kriegsminister Haldane hielt in Haddington eine Rede, worin er darauf hinwies, daß die militärische Abrüstung nicht weiter fortgesetzt werden dürfe. England könne seine Mittel zur Selbstverteidigung nicht noch weiter beschränken, so lange nicht die übrigen Staaten seinem Beispiele folgten. Wenn England in der Abrüstung fort- fahre, würde eine Schwächung seiner diplomatischen Stellung die unausbleibliche Folge sein; das Volk würde darüber auf­gebracht sein und sich erheben und unter Beiseitesetzung jeder Rücksichtnahme einen größeren Aufwand für die Flotte ver­langen. Dieser letztere Zustand wäre schlimmer als der frühere. Das einzige, was man noch tim könne, sei ein vor­sichtiges und haushälterisches Vorgehen. Das Volk fragt sich auch, wie die liberale Regierung eine Neugestaltung der Armee in Angriff nehmen könne, ohne das Volk mit miliiä- rischem Geiste zu erfüllen. Eine Begleiterscheinung des Mili­tarismus sei auch die, daß durch die nähere Berührung mit der Armee und mit den Kriegsvorbereitungen das Volk zur Besonnenheit und Pflichttreue erzogen werde. Unter einem Volk in Waffen verstehe er ein Volk, das wisse, was der Krieg bedeute. Dir Armee sei jetzt weit besser, als vor dem südafrikanischen Kriege, und unvergleichlich besser als in den trüben Tagen d«s Krim­krieges, aber die Aufgabe sei erst angeschnitten. Wenn es ihm vergönnt sein würde, sechs Jahre an ihr zu arbeiten, würde er noch nicht in ihr Herz dringen. Das erfordere ein Menschenalter. Deutschland habe fast ein halbes Jahrhundert gebraucht, um seine Armee neu zu gestalten. Als es ihm jüngst durch die Güte des Kaisers gestattet gewesen sei, die Einzelheiten der deutschen Heeresverwaltung kennen zu lernen, die in der Lage sei, eine ungeheuer viel größere Armee auf­zustellen als England vermöge, und zwar für wenig mehr Geld, als dieses ausgebe, da habe er den deutschen Kriegs­minister gefragt, wie bekommen sie so viel für so wenig Geld? Die Antwort sei gewesen: indem wir sorgfältig er­wägen, was wir für jeden Pfennig bekommen, den wir aus- geben. Dies sei der Grundsatz, den er, Haldane, einführcn möchte. Er tue sein Bestes in diesem Sinne, so habe er 51 000 Pfd. St. an Fleischverträgen erspart und die Ent­scheidung getroffen, die Garnison von St. Helena zurückzu­ziehen.

Der sättig von Portugal eröffnete die Kortes mit einer Botschaft, in welcher die internationalen Beziehungen als ausgezeichnet bezeichnet und zahlreiche innerpolitiiche Gesetz­entwürfe angekündigt werden, die von allen Ministerien den Kortes vorgclegt werden sollen. Unter den Vorlagen be­findet sich eine betr. die Reform einiger Artikel der Ver­fassung und ihrer Zusatzakte, ferner eine Vorlage, durch welche die Tabakkontrolle genehmigt wird, sodann ein Entwurf betr. die Regulierung der Weit,- und Likör-Ausfuhr, welche die Landschaft am Duro fordert und schließlich ein Gesctzeutwnrf betr. die Konversion der inneren Schuld.

Die russische KaiserjachtPolarstern", mit dem Großfürsten Michael an Bord, ist Sonntag nach mittag 3 Uhr von Kopenhagen^nach Petersvurg abgegangen. Die Kaiserin' Witwe hat auf Schloß Amalienborg Wohnung genommen.

Die Vorgänge auf Kuba. In der letzten Nacht tn Washington im Kriegsdepartement eine Depesche von Roosevelt eingetroffen, durch die sofort die Entsendung von 6000 Mann nach Kuba angeordnet wird. Aus Havana, 30. September, wird berichtet: Gouverneur Taft fuhr im Automobil zum Präsidentenpalast; er traf Vorkehrungen, um an Stelle Palmas zu treten, der gern den Posten verläßt. Gouverneur Taft setzte bann Gomez und andere, die ^n»r