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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«, mit belletristischer Beilage.

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Samstag den 29. September

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1906

Tie jevtigeNmmer mfaßt außer -.UaterhaltsGblatt

14 Seiten.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanau- 29. September.

R-ichsbanknebenstelle. Am 11. Oktober d. J. wirb in Eisleben eine von der Reichsbankstellt in Halle (Saale) abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

* Verkehrsnachricht. Es sollen für den Gesamt­verkehr eröffnet werden: a m 1. O k t o b e r d. I.: im Be­zirk der Königlichen Eisenbahndirektion in Cassel die 18,2 km lange Reststrecke SteinhelleWinterberg (Westf.) der im übrigen schon im Betriebe befindlichen vollspurigen Neben­eisenbahn NuttlarWinterberg (Westf.) mit den Stationen Wulmeringhausen, Brunskappel, Siedlinghausen, Silbach und Winterberg (Wests.), im Bezirk der Königlichen Eisenbahn- direktion in Frankfurt a. M. von der im Dau begriffenen vollspurigen Nebeneisenbahn HerbornWesterburg die 10,82 km lange Teilstrecke DriedorfRennerod mit den Stationen Mademühltn, Rehe und Rennerod. Außerdem werben am

1. Oktober b. I. im Bezirk der Königlich preußischen und Großherzoglich hessischen Eisenbahndirektion in Mainz die 3,24 km lange eingleisige Haupteisenbahn KurveBetriebs­station G.Wiesbaden Süd, die 4,44 km lange eingleisige Haupteisenbahn KurveBetriebsstation G.Erbenheim und die 3,14 km lange vollspurige Nebeneisenbahn KurveWald­straße, sämtlich ohne Zwischenstationen, für den Güterverkehr eröffnet werden.

Eisenbahnverkehr. Vom 1. Oktober d. Js. ab werben alle von FrankfurtKastel kommenden, rheinabwärts bestimmten Personen- und Schnellzüge über Bahnhof Wies­baden (Taunusbahnhof) geleitet und umgekehrt werden die in der Richtung von KölnRüdesheim kommenden Züge über Wiesbaden Taunusbahnhof nach KastelFrankfurt weiter­geführt. Vom genannten Zeitpunkt ab werden vom Rhein- bahnhof Wiesbaden und noch die Züge nach und von Dotz­heim, LangenschwalbachDietz abgefertigt. Die Züge nach und von ErbenheimNiedernhausen verkehren bis zur Er­öffnung des neuen Hauptbahnhofs Wiesbaden noch auf dem Hessischen Ludwigsbahnhof. Die Züge aus der Richtung Frankfurt nach RüdesheimKöln fahren in das Gleis 6, Bahnsteig 3 (Taunusbahnhof) ein und von hier aus weiter nach ihrem Bestimmungsort. Die Züge aus der Richtung KölnRüdesheim nach Kastel-Frankfurt fahren in das Gleis 5, Bahnsteig 3 (Taunusbahnhof) ein und von hier aus weiter. Die Züge aus der Richtung FrankfurtWies­baden Ort fahren in das Gleis 4, Bahnsteig 2 (Taunus­bahnhof) ein. Von diesem Bahnsteige fahren die Züge Wiesbaden Ort nach Frankfurt a. M. im Gleis 3 ab. Die Züge aus der Richtung von und nach Mainz endigen bezw. Heginnen im Gleis 1 und 9, Bahnsteig 1 (Taunusbahnhof).

Hk. Verschlechterung für Hanan. Vom 1. Ok- tober ab wird der Zug D. 6, Bebra ab 1.01, Frankfurt an 3.45, in Hanau-Ost nicht mehr anhalten, wie bisher. Als diese Aenderung im Entwurf des neuen Winterfahrplans vorgesehen war, hat die Handelskammer sich bereits an die Kgl. Eisenbahndirekiion mit der Bitte um Abwendung dieser Ver­schlechterung der hiesigen Bahnverbindungen gewandt, aber einen ablehnenden Bescheid erhalten. Dies ist umso bedauer­licher, als die Beziehungen unsers Platzes nach und von Berlin und dem übrigen Norddeutschland sehr rege sind. Auch mag daran erinnert werden, daß bei Uebernahme der hessischen Ludwigsbahn durch die preußische Eisenbahnverwal- tung den Hanauer Behörden (Stadt und Handelskammer) das Versprechen gegeben worden ist, alle in Offenbach haltenden v-Züge sollten auch in Hanau anhalten. Die Handelskammer wird sich aus diesen Gründen bei dem ab­lehnenden Bescheid der Kgl. Eisenbahndirektion keineswegs beruhigen, sondern gedenkt zusammen mit der Stadtverwaltung alles auszubieten, um die Zurücksetzung unserer Stadt in ihrer wichtigsten Eisenbahnverbindung wieder rückgängig zu machen.

* Postdienstliches. Der Schnellzug 3 Frankfurt- Eisenach trifft vom 1. Oktober ab 10" vormittags, mithin 13 Minuten später als seither in Hanau ein. Infolgedessen kann die wochentäglich zweite Briefbestellung erst 11" vor­mittags beginnen, auch können die Postsendungen für Ab­holer erst entsprechend später zur Abholung bereit gestellt werden.

* Postschalter. Von Montag den 1. Oktober ab i werben die Postschalter um 8 Uhr morgens geöffnet sein.

Plakat - Fahrplan.

Als neue Gratis-Beigabe zum »Hanauer Anzeiger" erscheint von jetzt ab alljährlich zweimal ein Plakat-Fahrplan, der infolge seiner praktischen Zusammenstellung sich rasch be­liebt machen wird.

Der heutigen Ausgabe unseres Blatte» ist erstmalig der vom 1. Oktober ab gültige Fahrplan beigelegt. Der sich großer Beliebtheit erfreuenbe Tasche« -F ahr - pla« wird der Montags-Nummer beigefügt.

Mit der heutigen Nummer schließt das 3. Quartal. Bestellungen auf denHanauer Anzeiger" werden noch täglich angenommen. Auch im neuen Quartal werden wir eifrig bestrebt sein, an dem Ausbau des Inhaltes unseres Blattes nach jeder Richtung hin kräftig zu arbeiten. In diesem Vorhaben werden wir bestärkt durch die sich stetig steigernde Verbreitung unseres Blattes in Stadt und Land, in allen Kreisen unserer Bevölkerung, infolge­dessen derHanauer Anzeiger" sich nach den Casseler Blättern zu dem am stärksten verbreiteten Provinzialblatt herausge- bildet hat.

* Verpachtung. Die Domäne Neuenberg mit dem Vorwerk Haimbach bei Fulda soll Samstag den 6. Oktober b. I., vormittags 10 Uhr, im Sitzungssaale des Regierungs- .gebäudes zu Castel für die Zeit von Johannis 1907 bis zum 1. Juli 1925 nochmals in einem dritten Termin zur Ver­pachtung ausgeboten werden. Größe 288,5 Hektar. Grund- steucrreinertrag früher 8304 Mk. Grundsteuerreinertrag jetzt: 7048 Mk. Erforderliches Vermögen: 100 000 Mk. Bis­heriger Pachtzins: 15 336 Mk.

* Wallonische Kirche. Die Vorbereitung zum heil. Abendmahl findet heute nachmittag um 4 Uhr in der Kapelle statt.

* Bnchbergversin. In der gestrigen Vorstandssttzung des Buchbergvereins wurde beschlossen, morgen auf dem Buch­berg eine neue Fahne hissen zu lassen. Am Sonntage den 7. Oktober soll ein Ausflug dorthin stattfinden. Näheres wird im Laufe der nächsten Woche bekannt gegeben. Weiter wird beabsichtigt, kommenden Winter das Stifiungsfest durch einen geselligen Abend zu feiern. Wegen Erbauung des Turmes sollen von verschiedenen Seiten Offerten eingefordert werden.

* Konzert Küchler. In einem Donnerstag abend imCentralhallensaale" gegebenen Konzert verabschiedete sich Herr Ferd. Küchler aus Frankfurt a. M., der 4 Jahre hindurch die Oratorienvereinskonzerte in Hanau mit künst­lerischem Derständniffe und sichtbarem Erfolge geleitet hat, von dem hiesigen musikliebenden und kunstsinnigen Publikum. Der Konzertgeber hatte zur Mitwirkung herangezogen zwei hier aufs beste bekannte Künstler, die Sopranistin Frau Emmy Küchler und den Klaviervirtuosen Y?errn Chr. Gerhard Eckel aus Frankfurt a. M. Die Besucher der einen echt künstlerischen Charakter tragenden Veranstaltung wurden durch bie prächtige Durchführung des vorgesehenen Programms reichlich belohnt. Herr Ferd. Küchler botLarghetto und Allegro aus der D-dur-gonate für Violine mit beziffertem Baß" von G. F. Händel,VIII. Violinkonzert" von L. Spohr undSarabande und Tambourin für Violine" von J. M. Leclair und entfesselte wahre Beifallsstürme, die wohl berechtigt waren. Frau Emmy Küchler, die Gattin des Konzertgebers, wartete mit Liedervorlrägen auf, die ihr hin­länglich bekanntes und schon oft an dieser Stelle entsprechend gewürdigtes Talent wiederum ins vorteilhafteste Licht setzten. Auch dieser Künstlerin wurde nicht endenwollenver Beifall zu Teil. Der Klaviervirtuos Herr Eckel bot künstlerisch vollen­det, Nocturne, H-dur, von Fr. Chopin und die XIII Rhap­sodie von Fr. Liszt, wofür ihm durch ungeteilten Beifall dankbar quittiert wurde. Auch führte er in einwandfreier Weise die Begleitung der Violin- und Gesangsvorträge aus. Das Konzert hinterließ nach jeder Richtung hin den besten Eindruck.

* Stabttheater. Die morgen als Eröffnungsvor­stellung der diesjährigen Spielzeit zur Aufführung gelangende Schauspiel-NovitätDer Helfer" von Felix Philippi gibt der neuengagierten jugendlichen Salondame Frl. Gertrud Sacno alsBeate", dem 1. Helden und Liebhaber Herrn Ulrich Pu st ar alsSninharter" und der 1. Mutter und Anstandsdame Frau R e i n . a r b t alsMarie" hervor-

ragend Gelegenheit zur Entfaltung ihres Könnens. Von den hier schon bekannten Mitgliedern sind in größeren Rollen beschäftigt Friul. Jaida (Agnes), Herr Steger (Petersen), Herr Hauser (Gerhard), Herr Kempf (Senator), Herr Gehrmann (Brockmann), Herr O. H. Müller (Wilhelm) und Herr N y g r i n (Bruno Taunitz). Außerdem sind in kleineren Rollen die neuengagierten Herren Heidemann und Matter beschäftigt. Bei sorgfältiger Inszenierung durch Herrn Oberregissrur Steger wird bai wirkungsvolle Philipp'sche Schauspiel sicher auch hier eine überaus erfolgreiche Aufnahme finden. Die von der Firma Ohl gelieferte moderne Ausstattung wird in dekorativer Hinsicht zum Gelingen der Aufführung beitragen.

* Bott und Kunst. Im Zusammenhang mit der Kunst- und Heimat-Ausstellung, die unter Professor Sutter'S Leitung gegenwärtig zu Schloß Lichtenberg im Odenwald stattfindet, beruft der Rhein-Mainische Verband für Volks­vorlesungen und verwandte Bestrebungen auf Sonntag, den 30. Septbr., nachmittags 3 Uhr, am gleichen Orte eine Ver­sammlung von Freunden volkstümlicher Kunst und fünft» lerische Volkserziehung zusammen. Herr Dr. Daniel Greiner, Bildhauer aus Traisa bei Darmstadt, wird die Besprechung durch einen Vortrag einleiten. Angesehene Künstler und Männer deS praktischen LebenS haben ihre Beteiligung an den Debatten zugesagt, sodaß auf eine fruchtbare anregend« Aussprache zu hoffen ist. Die Versammlung, mit deren Be­such sich gut ein Qdenwaldausflug verbinden läßt, ist jeder­mann zugänglich.

* Goldenes Jubiläum. Am Montag den 1. Okto­ber b. Z. feiert der Königliche Garten-Inspektor Bauer in Wilhelmsbad sein bOjähriges Amtsjubiläum. Möge es dem allgemein beliebten und geachteten Beamten, der seit 26 Jah­ren seinen Wohnsitz in Wilhelmsbad hat und unter dessen Aufsicht die schönen Anlagen sich stets in peinlichster Ord­nung befinden, vergönnt sein, noch lange Jahre in steter Gesundheit seinen Beruf ausüben zu können. Wir gratulieren von ganzem Herzen.

* Appell 83er. Morgen Sonntag den 30. d. Mts. findet, wie durch frühere Mitteilung an dieser Stelle bekannt sein dürfte, die Zusammenkunft der ehemaligen, in hiesiger Gegend ansässigen, Kameraden des 83. Jnf.-Rgts. v. Wittich statt und verspricht dieser Appell, wie wir erfahren, ein. recht frohes Wiedersehen der alten Veteranen zu werden und es wäre jedenfalls schön, wenn keiner der Kameraden fehlen würde.

* Ein Falschmünzer. Der Gärtner Paul Schnabel aus Hünnichen, der erst im Januar aus dem Zuchthaus ent» lassen worden war, machte in einer Wiesbadener Kiesgrube aus unreinem Zinn Fünf- und Zweimarkstücke und veraus­gabte diese in Hanau, Wiesbaden, Frankfurt a. M., Aschaffenburg und Nürnberg. In Nürnberg wurde Schnabel in einem Wirtshause auf irischer Tat ertappt und jetzt vom Schwurgericht in Nürnberg wegen Münzverbrechens zu vier Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt.

* Silberne Hochzeit. Montag den 1. Oktober feiern der Goldarbeiter Wilhelm Weins und Frau das Fest der silbernen Hochzeit.

* Diebisches Dienstmädchen. Ein bei einem Kauf­mann bedienstetes Mädchen entwendete Taschentücher, seidenes Band und Seidenstoffe. Die gestohlenen Sachen erhielt der Kaufmann wieder zurück. Das Mädchen wurde vorläufig sestgenommen.

* Fahrraddiebstahl. Aus einer offenen Halle der Gummifabrik entwendete ein gewisser K. ein Fahrrad. An­geblich will er das Rad nur zum vorübergehenden Gebrauch an sich genommen haben.

* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 39 Uhr die Löwen - Apotheke geöffnet.

* Das Hahnenkammhaus ist täglich geöffnet.

* Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetter aut­sch en Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine (Stiege hoch): Ge­öffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis ^*1 Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nichts gestattet.Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 1112^» Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.

* Wiener Spitze. Bei der ant vorigen Sonntag statt» gehabten Eröffnungs-Vorstellung hatte Herr Restauratem Ketterer zweimal ausverkautt. Das Programm war ganz vorzüglich zusammengestellt und fand kolossalen Beifall. Kommenden Sonntag gastiert das beliebte urfidele Alhambra. Ensemble. Wer sich ein paar fröhliche Stunden sichern will, bet komme zurWiener Spitze.

* Abendunterhaltung. Morgen Sonntag findet in bei» Saale der Stadt Bremen eine Abendunterhaltung statt, wo- bei außer Conpletts, Theaterstückchen und Duetten auch noch ein flottes Tänzchen die Festlich kett schließen wird.