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romantifer seien, worauf Stampfer unmittelbar vor dem Parteitage durch 40 Zitate zeigte, daß der „Vorwärts" abwechselnd für marxistische und für Heugabelrevolution plädiere und jegliche Festigkeit eines Zentralorgans vermissen lasse. Darauf ein Wutausbruch deS „Vorwärts" mit der Erklärung, das sei täppische Büberei, Stampfer ein Fâlschcrgenie und dunkler Ehrenmann. Dagegen hat gestern schon der Abgeordnete Thiele protestiert. Heute nahm die Sache einen erregten Fortgang. Hoch- Hanau nannte Stampfer schamlos, sprach gegen Braun und dessen Blatt „Die neue Gesellschaft", und rief: Heraus aus der Partei! Der Münchener Alberti, ein früherer Schauspieler, rügte die Schimpferei des „Vorwärts". So dürfe nicht mit der Ehre der Genossen umge- sprungen werden. Die bayerischen Genossen hätten eine wahre Sehnsucht, daß der Zank endlich schweigt. Der Berliner Wels verspönne Alberti, von dem man noch nichts gehört habe, als daß er mal bei einem Vereinsvergnügen den Max und Moritz spielte. Dr. Braun bedauerte die unziemliche Rede Hochs und bestritt, daß Zitatfälschung vor'iegc. Es habe lediglich gegolten, den Mangel an Einheitlichkeit in der jetzigen „Vorwärts"-Redaktion nachzuweisen. Dr. Braun schloß mit dem Rufe, für Hoch habe er nicht einmal ein Wort der Verachtur. g. Der Redakteur des „Vorwärts" Ströbel erklärte die Methode Stampfer-Braun für infam, auf einen groben Klotz gehöre ein grober Keil. Ledebour kam gleichfalls dem „Vorwärts" zu Hilfe. Die Tribüne um- drrngteu viele Delegierte, da man heute im großen Saale tagte, wo die Verständigung etwas schwerer ist. Dr. Braun mußte sich durch das Gedränge durchwinden und streifte babei die Robe der Frau Klara Zetkin. Diese wischte und klopfte erregt am Aermel herum und zischte: Ich bin beschmutzt, ich bin beschmutzt! Stampfer wurde ausnahmsweise zum Wort zugelassen. Er sagte: Habe ich gefälscht, dann muß ich aus der Partei, und dann hat meinethalben der „Vorwärts" recht. Aber wie ist es, wenn ich nicht gefälscht habe? Dann bleibe ich in der Partei. Aber dann hat mich der „Vorwärts" Fälschergenie und dunklen Ehren- uiann genannt. Vielleicht schreibe ich dann für den Verlag des „Vorivärks" eine Paricibroschüre „Wider die Gegner". Eine wie traurige Berechtigung haben diese dann, mir jenen Schimpf vorzuhalten ! Das sollte bei uns nicht sein. Es sind ja eine Menge Genossen da, die „Tote Stute", der „Lauscher an der Wand" und alle andern, die die infamsten Dinge begangen haben und heute sind wir alle Freunde. (Große Bewegung.) Sehen Sie, das ist zu beklagen, diese Schimpstcchnik. Ich mußte dem „Vorwärts" zeigeir, daß er an uns Schwankungen deshalb erblickte, weil er selbst taumelte. Ich heiße nicht August Bebel, aber mir kann auch mal eine Laus über die Leber laufen. Ein einziges belangloses Wörtchen ist bei meinem Zitat aus dem „Vorwärts" versehentlich ausgefallen. Halten Sie das für Fälschung, dann werfen Sie mich in Gottes Ramen aus der Partei. Kolb-Karlsruhe vertiefte die Angriffe gegen den „Vorwärts". Heutzutage kommt es bei uns gar nicht darauf an, was einer geschrieben hat, sondern wer es geschrieben hat. (Lärm.) Hervorragende Genossen werden beschimpft, den Schaden hat die Partei. Alle Welt fragt verwundert: Ja bleiben denn die Leute trotz alledem auf ihrem Posten ? (Große Unruhe.) Unglaublich lächerlich ist jeden Augenblick das Geschwätz, der und der habe nicht die elementarste Kenntnis von der materialistischen Geschichtsauffassung, die haben überhaupt nur noch Kautsky und Mehring. Das ist die Vergiftung aller Polemik. Die gegnerische Presse wird uns das schon an- strnchcn. So sieht die Partei der Brüderlichkeit aus. (Unruhe und Händeklatschen.) Honrath-Aachen sprach heftig gegen Braun und Stampfer. Die bürgerliche Presse im Westen übernehme täglich die Artikel der „Reuen Gesellschaft" und der Sozialistischen Monatshefte, und jedesmal fei ein Stück Agitation zerschlagen. Wels-Berlin erklärte, er pfeife auf den guten Ton, diese Forderung sei Greisenhaftigkeit. In der weitern Debatte war von einem Schiedsgericht die Rede, man wollte aber nichts davon wissen. Ein Schluß- antrag beenbete den Streit. Für den Parteivorstand er- kiâr.e Z-anukuch, die Bedeutung der Sache liege darin, daß cs sich um ein Komplott handle, den „Vorwärts" beim Parteitag in Verruf zu bringen.
Das Großherzagspaar in Heidelberg.
Heivelberg, 25. Septbr. Anläßlich des Besuches des Großherzogs und der Großherzogin war die Stadt reich geschmückt und die Straßen von einer dichten Menschenmenge belebt. Um 9 Uhr 55 Minuten traf das Grotzherzogspaar hier ein und wurde am Bahnhof von den Spitzen der Behörden begrüßt. Unter anderen waren zum Empfange anwesend: Oberbürgermeister Dr. Wilckens, Geh. Kirchenrat Prorektor Tröltsch, Landeskommissar Pfisterer und Landgerichtspräsident Cadenbach. Die Musikkapelle des hier liegenden Bataillons des 110. Grenadierregiments intonierte die Fürsten-Hymne. Der Großherzog trug die Uniform der badischen Setbbragoner. Oberbürgermeister Dr. Wilckens und Geh. Kirchenrat Tröltsch begrüßten die Fürstlichkeiten mit einer kurzen Ansprache und der Großherzog dankte in huldvollen Worten. Vom Bahnhof fuhren die Herrschaften nach dem neuerrichteten Institut für Krebsforschung, wo Exzellenz Czerny, der Schöpser und Leiter des Instituts, eine Begrüßungsansprache hielt, in welcher er seinem Dank und seiner Freude Ausdruck verlieh, daß der Großherzog das Protektorat über das Institut übernommen habe und die großherzog- Hd)en Herrschaften durch ihre Anwesenheit der Erössnungs- seier eine besondere Weihe verliehen haben. Der Groß- Herzog erwiderte kurz und gab beim Rundgang durch die Instituts räume wiederholt seiner lebhaften Anerkennung und Befriedigung über die praktische und mustergiftige Anordnung und Einrichtung der in ihrer Art ersten und bahnbrechenden Heilanstalt Ausdruck.
Nach der Besichtigung deS Institutes für Krebsforschung begaben sich die großherzoglichen Herrschaften im offenen Wagen durch die prächtig geschmückte Hauptstraße zum Ludwigsplatze zur alten Universität. Dort hatten sich im Vestibül die Studentenverbindungen in vollem Wichs ausgestellt und bilderen die Stufen der breiten Treppen hinauf ein buntes
Mittwoch__
Spalier. Die Aula war prachtvoll dekoriert und dicht besetzt von einem auserlesenen Publikum. Die Mitglieder der internationalen Konferenz für Krebsforschung hatten in weitem Halbkreise um die Rednertribüne Platz genommen. Die Sessel des großherzoglichen Paares waren vor der Rednertribüne ausgestellt. Auf Befehl deS Großherzogs erklärte Exz. von Czerny den Kongreß für internationale Krebsforschung für eröffnet und erteilte als erstem Redner dem Geheimrak von Leyden- Berlin das Wort. Dieser führte in längerer Rede di« Motive zu der Errichtung deS Institutes an und verwies auf die lange, traurige Geschichte der Krebskrankheit, auf die hoffnungslosen Versuche, sie zu bekämpfen, man könne sagen, die Wissenschaft sei aus einem toten Punkte angekommen, ivas um so schlimmer sei, als die Krankheit am Ende des vorigen Jahrhunderts ungemein stark um sich gegriffen hätte und weder Hütte noch Thron verschont habe. Ein edles Herrscherpaar, Kaiser Friedrich und seine hohe Gemahlin, seien ihr zum Opfer gefallen. Redner wies ferner auf die Notwendigkeit einer Beteilung aller Nationen an dem schweren Kampfe gegen das furchtbare Leiden hin, einer gemeinsamen Zusammenarbeit aller wissenschaftlichen Spezialforscher dieses Gebietes. Zu diesem Zwecke habe man die Einladungen zu der internationalen Konferenz ergeben lassen und dieselben haben ein höchst dankenswertes Entgegenkommen bei allen Völkern gesunden. Redner schloß mit einem Hoch auf das Großherzogspaar.
Hierauf ergriff Geheimrat Prof. Czerny das Wort. Er gab einen geschichtlichen Ueberblick über die Entstehung der Anstalt und dankte allen Förderern dieses Institutes. Die größten Erfolge in der Bekämpfung der Krebskrankheit habe bisher die Chirurgie zu verzeichnen. In diesem Sinne sei auch die Anstalt eingerichtet worden. Ein wunderbares Beispiel unermündlichen Wirken auf dem Gebietes humanitärer Bestrebungen habe das Fürstenpaar, welches durch seine Anwesenheit der Eröffnungsfeier des Kongresses die höchste Weihe gab, gegeben. Darauf erhob sich der Großherzog zu folgender Ansprache:
Ich danke allen für die freundlichen Worte, Ihnen und dem Lehrkörper der Universität für die uns gewordene Einladung. Aber auch den vielen fremben Herren, die hierher gekommen sind, möchte ich meinen Dank sagen und ausdrücken, wie glücklich wir beide sind, einer Feier beiwohnen zu können, die für die Universität eine so große Bedeutung hat. Sie beide, meine Herren, haben die Bedeutung des Instituts in einer Weise geschildert, daß es überflüssig ist, hier noch das Geringste hinzuzuiügen. Aber ich wiederhole, daß der Universität, "der alten Ruperto Carola, ein großer Vorzug zuteil geworden ist, eine solche Anstalt besitzen zu dürfen. Auch für die Regierung wird es eine schöne Aufgabe sein, mitzuwirken, mitzufördern und, wo es notwendig ist, weiter Hilfe zu leisten. Daß es uns, der Großherzogin und mir, vergönnt ist, am heutigen Tage inmitten der Lehrer der Universität erscheinen zu können und die schönen, alten Räume wieder besuchen zu dürfen, dafür sind wir Gott unendlich dankbar. Auch ich habe der Universität angehört und bin vielleicht einer der ältesten, die an derselben studieren durften, und ich sage ausdrücklich „durften", denn es ist stets ein Vorzug, wenn man einer Hochschule angehören darf. Die Erinnerungen an die Vergangenheit sind es, die mich veranlassen, davon zu reden. Denn wir haben in der langen Reihe von Jahren so ausgezeichnete Kräfte hier in Heidelberg, daß Heidelberg immer zu den ersten und größten wissenschaftlichen Anstalten in Deutschland zählen wird. Ich erinnere an die Männer, die hier gewirkt haben, und nenne unter anderen den Namen Bunsen, und wenn ich an unseren alten, guten Bunsen denke, so wird wohl seder den Wunsch haben, daß er jetzt unter uns weilen möchte. Ich erwähne ferner Schlosser und Van- gerow, und noch viele solcher berühmten Namen könnte ich nennen, aber das würde zu weit führen. Ihnen, meine Herren, verdanke ich den heutigen Tag. Wenn ich Ihnen zum Schlüsse nochmals meinen herzlichen Dank sagen möchte, so richte ich mich zunächst ganz besonders an den dermaiigen Prorektor. Ich kann Ihnen sagen, daß wir sehr glücklich sind, in diesen Räumen mit Ihnen vereint heute weilen zu können. Wenn ich Sie auch nicht auffordern kann, auf die Universität ein Hoch auszubringen, denn die meisten der Anwesenden gehören derselben an, so sind doch viele als Gäste hier anwesend und ihnen rufe ich zu: Möchte die Ruperto Carola iortfahren in dieser schönen Entwicklung, nicht allein zum Wohle unseres engen Vaterlandes, sondern des gesamten Reiches und darüber'hinaus. Möckte es ihr gelingen, sich immer höher hinaufzuschwingen. Mit diesem Wunsche Tufe ich Ihnen allen zu: Die Ruperto Carola lebe hoch, hoch, hoch!
Nachdem das Hoch auf die Universität verklungen war, ergriff der Staatsministec v. Dusch das Wort; er begrüßte die Teilnehmer der Konferenz im Namen der großhcrzog- lichen Staatsregierung, dankte allen Förderern des Instituts und wünschte dem Unternehmen, sowie den Beratungen der Konferenz gedeihlichen Fortgang und reiche Früchte. Hierauf sprach Geh. Kirchenrat Prorektor Prof. Tröltsch im Namen der Universität und führte aus, daß es sich hier zwar nicht um ein Fest der Universität, sondern um ein Werk der Humanität handle, welches durch das persönliche Erscheinender großherzoglichen Herrschaften die wahre Weihe empfangen habe, aber aus den gnädigen Worten des Landesherrn dürfe die Universität die schmeichelhafte Gewißheit gewinnen, daß die Erinnerungen Seiner Königlichen Hoheit an die alte Heidelberger Hochschule nicht zum wenigsten dazu beigetragen hätten, ihn zu bestimmen, hierher zu kommen. In diesem Sinne wiederhole er im Namen der Universität das Gelübde unverbrüchlicher Treue und Dankbarkeit. Hierauf begrüßte er die Teilnehmer des Kongresses und die Stifter des Instituts und wünschte allen Bestrebungen auf diesem Gebiete segensreiches Gedeihen. Auch der Dekan der medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Kossel, schloß sich diesen Wünschen an und sagte, daß die Fakultät zwar mit Bedauern den Leiter und Begründer dieser Anstalt aus ihrem Verbände scheiden sehe, aber da das neue Samariterhaus den klinischen Anstalten der Universität angegliedert sei, so bleibe doch die Fakultät mit dem neuen Unternehmen, welches Czerny mit so viel Opfermut geschaffen habe, in steter Verbindung. Hieraus betrat Oberbürgermeister Dr. W l l ck e n s die Rednertribüne und begrüßte die zahlreichen Teilnehmer des Kongresses sowohl als Präsident der Zweiten Kammer deS letzten Landtages, wie auch in feiner Eigenschaft als Gemeindevorstand der alten Stadt Heidelberg. Er ruft den fremben Gästen ein herzliches Willkommen entgegen und wünscht ihren Wirbelten die segensreichsten Erfolge. Als Vertreter des deutschen Reiches, insbesondere de? Reichskanzlers. wieauchdes Staakssekcetcjxs
_____________________ 26. September des Reichsamtes des Innern, Grafen Posadowski, über’ brachte Prof U h I c n h u t - Berlin die Wünsche der Reichs- regierung. Weitere Begrüßungsansprachen hielten die ausländischen Vertreter. Zuletzt dankte Prof. George Meyer- Berlin, der Vorstand des Ausschusses der internationalen Konferenz. Er gab einen Ueberblick über die erfolgreichen Bemühungen, diese Versammlung einzuberufen. 800 Einladungen seien ergangen, nahezu 300 Teilnehmer seien erschienen und die meisten aller übrigen, welche genötigt seien, abzusagen, hätten ihr große? Bedauern ausgesprochen, heute nicht hier sein zu können. Auch er schloß mit dem Wunsche auf glückliches Gedeihen der Arbeit. Die Herrschaften zeichneten nach dem Schluß der Eröffnungssitzung viele der anwesenden Persönlichkeiten durch huldvolle Ansprachen aus. Im offenen Wagen begaben sie sich sodann unter den brausenden Zurufen einer tausendköpfigen Menschenmenge zum großherzoglichen Palais, wo das Frühstück eingenommen wurde. Die Mitglieder der Konferenz versammelten sich um 1 Uhr zu einem von Exz. Czerny gebotenen Frühstück im neuen Universitätsgebnude. Alsdann begann der wissenschaftliche Teil der Konferenz. Abends um 8 Uhr 20 Min. werden sich die Kongreßmitglieder nach Frankfurt a. M. begeben zur Fortsetzung der Beratungen.
Heidelberg, 25. Septbr. Heute nachmittag 4 Uhr unter» nahmen der Großherzog und die Großherzogin vom großherzoglichen Palais aus eine Rundfahrt durch die belebten Straßen der Stadt, in denen die Vereine und Schulen Spalier bildeten. Bei der neuen Brücke, die feierlichst dem öffentlichen Verkehr übergeben werden sollte, begrüßten Staatsrat Honsell, Oberbaurat Wippermann und Baurat Baum die großherzoglichen Herrschaften. Staatsrat Honsell hieß in feiner Ansprache den Großherzog und die Großherzogin herzlichst willkommen und dankte dem Großherzog' für seine Genehmigung dafür, daß der Brücke dec Name „Friedrichsbrücke" gegeben werden dürfe. Der Großherzog erwiderte mit herzlichem Dank und sagte, daß ihm die allgemeine freudige Aufnahme, die ihm und der Großherzogin zuteil geworden sei, sehr zu Herzen gehe. Er hoffe, daß die Brücke den Aufschwung Heidelbergs fördern werde und daß noch manche weitere Bauten durch den gesteigerten Verkehr nötig werden inöchten. Darauf dankte Bürgermeister Prof. Dr. Wald im Namen der Stadt dem Großherzogspaare für dessen Beteiligung au der Einweihung und der Namengebung. Auch hierauf dankte der Großherzog mit warmen, herzlichen Worten. Dann erfolgte die Rückfahrt zur Stadthalle, vor welcher sich die studentischen Verbindungen aufgestellt hatten. Als der Großherzog und die Großherzogin im Saale erschienen, ertönten Orgelklänge. Das städtische Orchester und der Heidelberger Sängerverband boten eine Reihe formvollendeter Vorträge. Nach den beiden ersten Stücken ergriff der Oberbürgermeister Wilcken? das Wort zu einer schwungvollen Anrede an das Herrscherpaac in welcher er besonder? an Kaiser Wilhelm I., an die ATj ihrige Jubelfeier der Universität und an den Besuch des Gcoßherzogspaares vor 50 Jahren erinnerte. Der Redner sprach seinen tiefgefühlten Dank für die vom Großherzog und der Großherzogin der Stadt Heidelberg erwiesenen Wohltaten aus und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf das. geliebte Herrscherpaar. Hierauf wurde die Friedrichs-Hymne stehend von dem gesamten Publikum gesungen.
Hierauf erhob sich der Großherzog und dankte dem ■Oberbürgermeister in herzlichen Worten, wobei er ausführte:
Gerne blicke ich zurück auf die Vergangenheit und besonders auf die Zeiten,' welche Sie, Herr Oberbürgermeister her- vorgehoben haben. Die Zeiten, da unser großer Kaiser Wilhelm 1. noch lebte, hervorzuheben, ist für uns beide natürlich ein besonderer Vorzug und gerne sage ich, ich möchte das, was er erwünscht und geschaffen hat, erhalten in der ganzen Bedeutung des Wortes, das da heißt: nationale Interessen, denn die nationalen Interessen waren es, die Kaiser Wilhelm I. hochgehalten hat. Was alles erreicht wurde, war aber nur möglich durch gemeinsame Mitarbeit und gemeinsames Entgegenkommen.
Der Großherzog wies dann auf die getreue Unterstützung des Landes bei dem, was er geleistet habe, hin und ermahnte zum weiteren einmütigen Zusammengehen. Der Großherzog schloß mit einem dreimaligen Hoch auf das deutsche Reich. — Um 6'/. Uhr schloß das Huldigungsfest. Der Großherzog und die Großherzogin beehrten noch eine Reihe von Persönlichkeiten mit ihrer Ansprache. Um V«? Uhr trat das groß- herzogliche Paar auf den Balkon der Stadthalle hinaus, wo es durch ein prächtiges Feuerwerk auf dem Neckar überrascht wurde. Um bsS Uhr erfolgte die Rückfahrt nach Karlsruhe.
Vereins- tu Aergnüannqsnirchrichten
für Mittwoch den 26. September.
Ev. Mäuuec- u. IüngHuzSvcrein: Posauucublase» (Ev. Vereiushauè.) Turilqemeinde: Abends 9—10 Uhr: Turnen der Männerabteilimg. Turngefellfchaft : Abends von 1^9— 'MO Uhr : Turnen der Damenabteilung. Turn- it. Fechtklub : Von 8‘/i— 10 Uhr: Fechten; von 9—10 Uhr; Tinnen der Mäunerabteitung.
Turnvereine Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Mäiiuerabteilung. Deutschnatwnaler HandlungSgehilfen-Verband, Ortsgruppe Hanau, Ver- einèabeud im Restaurant Krieg, Sandeldawm".
Laufmünnischer Verein Hanan: VereinSabend im Restaurant Mohr. Verein der Deillfchm Kausteule, Orlsverein Hanau: Vereinsabend. Gtfangverein „Germania": Singstunde im „Löwengärtchen". Gefangvercin „Toublüthe": Singstunde in der „Stadt Bremen". Evang. Arbeiterverein: Singstunde im BereiuSlokal jum „Clephanteu". NaOvual - Su'uographeârein t UebungSstunde für die Praktiker-Abteilung s?»kslt „Zur grossen Krone").
Esperamisten-Gruppe Abends 9 Uhr: Versammlung und Äratisunter- richt in der Esperanto-Sprache in der „Eentralhalle".
Kathol. Arbeiterverein: Abends 8 Uhr: Zusammenkunft im Vereiuslokalel „jum Braustüb'l".
Garde-Vere n Hanau: (gemütlicher Abend in der „Karthaunc". Hanauer Kneaeroereiu : Mouatsverjammkung im Vereinslokalt. Kegel-Klub „Hanüpin ‘; Gasthaus „wr guten Quelle". Schifteuoerem „Dell" zur „Wiener Svihe": Schießen. Zimmerstutzenzeielllchakk „Pauontasche"; Schießen. Zinimerktiisengeftllfchall „zur schönen Aussicht"-Kesselstadt: Schießen. Hanauer Schnhenverem: Bereinsadeud im Restaurant Mohr. Ge ellme Berbiiidung „Hassonia" • Stammtisch „mm römischen Kaiser". Gesellschaft „treu beim Alten": Vereinsabend (Brauerei Ocschler). Huuauer Watts mh 1895; VereiMabend in der „Stadt Bremen". Tb"!cr-<klub: Zivainmenkunit in den „3 Hafen".
9 Uhr-Stammiisch-Klub „Konkordia" un „Deutschen HausH Freiwillige Feuerwehr: 1, Komp, im „ooldneu Herz", Steigerkorps in der Brauerei Beck.
Schiffsberichte.
Bremen, 24. Septbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Hohenzolleru" ist gestern in Alerandrien eingetroffen.