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Hanauer U Anzeiger

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General-Anzeiger

Dir sLnfgespârr Prützrii« ob« bereit Karat 45 Wz,

ANtlilhes Trgau flr ÄM- M Karläms KML.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristisch« Beilage.

Nr. 216 Fkr»spr«ch<El«b st. 605. Samstag dcn 15. Skpinaber

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Fer«speecha«schlutz Nr. 605

1906

Amtliches.

Stadtkreis Hemau»

Bei der Kontrolle über die Durchführung der Bundes» ratsbestimmungeu vom 23. Januar 1902 wegen Regelung der Arbeitszeit in Gast- und Schankwirtschaften (R.-G.-Bl. S. 33) ist die Beobachtung gemacht worden, daß anscheinend immer noch in weiteren Kreisen die irrige Auffassung ver­breitet ist, als ob der Betricbsunternchmer den ihm durch die erwähnten Bestimmungen auferlegten Verpflichtungen genüg«, wenn er zwar dem Angestellten die vorgeschriebene Ruhezeit anbietet, für ihre Innehaltung aber nicht sorgt, sondern das Weiterarbeiten des Angestellten während d« Ruhezeit duldet. Am dieser Auffassung entgegenzutreten, weise ich die Orts­polizeibehörden zur Zünftigen Beachtung darauf hin, daß eine Ruhezeit nur dann vom Unternehmergewährt" worden ist, wenn er zugleich Vorsorge dafür getroffen hat, daß die Ar­beit des Angestellten in seinem Betriebe während dies« Zeit unterbleibt. (A. II. G. 1139)

Cassel am 3. September 1906.

Der Regierungs-Präsident.

J. V.: Mejer.

Vorstehende Auslegung wirb veröffentlicht.

Hanau den 13. September 1906.

Der Königliche Polizei-Direktor.

P7679 I. V.: Siemon, Reg.-Asseffor.

Landkreis Fjanati. &Mm^tt te

Festgestellt: Di« Rotlaufseuche in W aus w i u k e l, Kreis Gelnhausen.

Hanau den 14. September 1906. V 6733

Erloschen: Die Backsteinblattern in Seckbach. Hanau den 14. September 1906. V 6731

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Arbeitsuchende Ul der Zeit vom 8. bis 14. September 1906;

1 Mechaniker, 1 Tapezierer, 1 Gärtner, 1 Fahrbursche, 4 Tagelöhner.

Hanau den 15. September 1906.

Städtische Arbeitsv-rmitt-lungsst-lle. 18233

Städtische Sparkaffe.

Gelder gegen erststellige Hypotheken zu 4°/e find stets auszuleihen.

2 Der Vorstand.

Htis Hanau Stadt und £and,

Hanau, 15 September.

* Personalien. Hauptmann und Kompanie-Chef Frhr. Schenck zu Schweinsberg im Jnf.-Regt. Hcssen- Homburg Nr. 166 unter Ueberiveisung zum großen General­stab in den Generalstab der Armee versetzt. Hauptmann Reinicke, Adjutant der 6. Jnf.-Brig., als Kompanie-Chef in das Jnf.-Regt. Hessen-Homburg Nr. 166 versetzt. Rittm. v. Poschinger, Rittm. und Adjutant der 31. Kav.-Brig., mit dem 1. Oktober 1906 als aggregiert zum Thüring. Ulanen-Regt. Nr. 6 versetzt. v. Papen, Ritt­meister und Eskadrons-Chef im Thüring. Nlanen-Regts. Nr. 6, vom 1. Oktober 1906 ab bis auf weiteres zur Ver­tretung eines beurlaubten Lehrers zum Militär-Reitinstitut kommandiert.

* Befördert zum überzähligen Major und dem betr. Truppenteil aggregiert: Hauptmann Schulz im Jnf.-Regt. Hessen-Homburg Nr. 166.

* Versetzt» Ziegler, Oberlt. im Thür. Ulan. -Regt. Nr. 6, mit dem 1. Oktober 1906 zum Adjutanten der 30. Kav.-Brigade ernannt.

* Neuer Stadtschuttuspektor. An Stelle des als Stadtschulrat nach Flensburg berufenen Stadtschulinspektors Lorenz wird vom Magistrat Herr Rektor Thal in Brandenburg a. d. H. zum Stadtschulinspektor von Hanau vorgeschlagen.

* Dirigenteuwahl. Herr Dr. Frank Lim bert wurde zum Dirigenten des Frankfurter Liederkranzes gewählt.

Die heutiae Ml

* Der Sparkasse« - Verhub für die Proviuz Hesseu-Naffau und das Fürstentum Waldeck er­öffnete in Frankfurt gestern nachmittag im Sitzungssaal d« Stadtverordneten seine 11. Hauptversammlung. Der Vor­sitzende, Herr Stadtrat Boedicker-Caffel, begrüßte die Erschie­nenen, insbesondere die Vertreter staatlicher Behörden und der Stadt Frankfurt. Herr Stadtrat Dr. Levin-Frankfurt sprach im Namen des Magistrats die Versicherung aus, dieser hege das größte Interesse für die Bestrebungen des Ver­bandes, stehe doch die Stadt Frankfurt in sozialpolitischer Beziehung in oorberfter Reihe. Es möge gelingen, gerabe der minderbemittelten Bevölkerung den Weg zur Sparkasse zu eröffnen. Es wurde dann festgestellt, daß zur Versamm­lung die Vertreter von 50 Sparkassen erschienen seien. Ein- stimMig wurde d« frühere Vorsitzende, Herr Oberbürger­meister Dr. Gebeschus-Hanau, zumEhrenmitglied? des Verbandes ernannt. Dem Geschäftsberichte ist zu entnehmen, daß Ende 1905 dem Verbände im Bezirke Hessen-Nassau 67 Kaffen mit 302 Millionen Mark Einlagekapital, im Bezirk Cassel 56 Kassen mit 193^z Millionen Mark, im Bezirk Wiesbaden 9 Kassen mit 111 Millionen Mark, im Fürsten­tum Waldeck 4 Kassen mit 22 900 000 Mk. angehört haben, zusammen also 69 Verbandskassen mit 327 400 000 Mark. Der Austritt aus dem Deutschen Sparkassenverbande, d« auf der letzten Hauptversammlung erwogen wurde, ist nicht vollzogen worden. Der Deutsche Sparkassenverband hat die Beiträge speziell für den tagenden Verband heruntergesetzt und man hofft deren allgemeine Herabsetzung, ©er Kassen­bericht des Verbandes weist an Einnahmen und Ausgaben 1400 Mark aus. Ueber die Aufgaben d« Sparkassen, ver­glichen mit den Aufgaben anderer Kreditorganisationen, unter besonderer Berücksichtigung des Abholungsverkehrs, sprach als Berichterstatter Herr Bankdirektor Thorwart - Frankfurt (auf der Tribüne unverständlich). In ber darauffolgenden Dis­kussion bemerkte zunächst Herr Stadtrat Dr. Levin, es habe ihn gefreut, daß der Berichterstatter die Forderung aus­gesprochen habe, dem örtlichen Kredit müsse nach Möglichkett durch örtliche Mittel geholfen werden. Gerade in Hessen- Nassau lägen die Verhältnisse in dieser Beziehung sehr günstig. Ein weiterer wichtiger Punkt, der ebenfalls im Referat be­rührt wurde, sei die Pflege des Amortisationsprinzips. In unserem Bezirke hat, wie ber Redner feststellt, eine große Zahl von Kassen geradezu 100 Prozent Amortisationshypo­theken, in Frankfurt selbst belaufen sich diese Hypotheken auf etwa 50 Prozent. Von großer Bedeutung sei endlich der Umstand, daß gerade die Minderbemittelten jederzeit und ohn« besondere Kosten ihren Sparsold entrichten können. Der Vertreter des Ministers des Innern, Herr Geheimrat v. Knebel-Döberitz, griff ebenfalls in die Diskussion ein und hob die Wichtigkeit des Grundsatzes hervor, daß nur auf Grundstücke, die nicht zu weit von dem Orte der Sparkassen entlegen find, Hypotheken gegeben werden. Dollen Beifall verdiene die Einrichtung, wie sie bei der Polytechnischen Ge­sellschaft besteht, daß die Beiträge abgeholt werden und daß auch ganz geringe Beträge eingelegt werden können. Nach Erledigung der Tagesordnung erfolgte unter Führung des Herrn Kaffenkontrolleurs Meinecke die Besichtigung der Aus­stellung von Sparkassen - Einrichtungen im Haus Limburg. Auf der rechten Seite des Lokales hat die Ausstellung der Sparkassen Platz gefunden. Sie enthält die Buchführungs- einrichtungen von acht Sparkassen, darunter der städtischen Sparkasse von Frankfurt und der Polytechnischen Gesellschaft zu Frankfurt, ferner Einrichtungen zur Förderung des Spar­verkehrs, endlich die einschlägigen Drucksachen und sonstigen Gegenstände, wie Schränke, Kassetten, Sparbüchsen usw. Die linke Seite des Raumes dient der Ausstellung von Ein­richtungsgegenständen, Maschinen und Hilfsmitteln für den Sparvèrkehr von acht Firmen. " (Frkf. N.)

* Die geistliche Mrtstka«fführ«ng, welche der Marienkirchenchor unter Mitwirkung der Frau E. Wohl­fahrt und der Herren Frischkorn und Organist Paulstich am 16. September, nachmittags 4 Uhr, in der Kirche zu Windecken veranstaltet, gibt den Besuchern derselben Gelegen­heit, die edelsten Perlen geistlicher Musik zu hören. Möge niemand es versäumen, sich diesen Kunstgenuß zu verschaffen.

* Konzert des Gesangvereins Sumser. Laut Annonce findet das Konzert Donnerstag den 25. Oklobw d. Js. in den Sälen ber Cemralhalle statt unter Mitwirkung eines bedeutenden Künstlers, Herrn Arthur van Ewcgk- Bcrlin (Gesang), worauf wir empfehlend hinweisen.

* Stadttheater. Am Sonntag den 30. September wird die diesjährige Winterspielzeit unseres Stadttheaters mit der ersten Vorstellung i m Abonnement beginnen. Zur Eröffnung ist die gegenwärtig bedeutendste Novität Felix Philipps SchauspielDer Helfer" in Aussicht genommen, mmer umiaLt auset dem Unters, altmmsbl

Von Montag den 17. ds. Mts. ab wird Herr Kempf- Bamberger bei den verehrlichen bisherigen Abonnenten wegen Erneuerung des Abonnements anfragen, ebenso auch Neuanmeldungen entgegennehmen.

* Ausgestellt. In den beiden Hofbuchhandlungen sind gegenwärtig bte Bilder ber diesjährigen Mitglieder unseres Stadttheaters ausgestellt.

* Verliehe«. Dem Tapeziergehülfen Daniel Wilhelm Wilk ist aus Anlaß seiner 40jährigen Tätigkeit bei der Firma Eduard S ch l i n g l o f f hierselbst das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden.

* Zur Bierfrage. Ebenso wie Hi« finden auch in Frankfurt Verhandlungen zur Beilegung des Bierkrieges statt. Von der Einigungskommission wird dort ein Vorschlag unter­breitet, nach welchem die Brauereien die Erhöhung des Bier- preises auf 1 Mk. reduzieren und die Rückvergütung auf 1 Mk. festsetzen sollen. Diese Rückvergütung bezieht sich aber nur auf die laufenden Verträge, wo keine Verträge *be« stehen, wird überhaupt keine Rückvergütung mehr gewährt und bei neuen Verträgen geht der Brauerring ebenfalls auf keine Rückvergütungsgewâhrungen mehr ein. Im gangen genommen haben also unsere Wirte durch die Bemühungen des Wirtevereins und der Einigungskommission gegen Frank­furt einen erheblichen Vorteil errungen.

* Erfreulich. Das Dienstmädchen Anna Gebhardt aus Windeckeu trat am 15. Sept. 1881 in die Metzgerei Karl Grobe in den Dienst und v«blieb nach dem vor fünf Jahren erfolgten Ableben des Herrn Karl Grobe auch bei Herrn Jean Appel, dem Schwiegersohn des Verstorbenen, in utroeränberter Weise. Dir Jubilarin hat sich in den 25 i Jahren ihr« Dienstzeit durch unermüdlichen Fleiß, stete Treue und tadelloses Betragen die volle Zufriedenheit ihrer Herr- schaft «worben, folglich wird eS ihr an Ehrungen auch nicht fehlen.

* Schlechte Zette«? Am verflossenen Sonntag war in der Gemeind« Laubenheim Kirchweihe. Bei dies« Gelegenheit wurden in ber mit Wirtschaften reich gesegneten Gemeinde nicht wenig« als 180 Enten zu 4.50 Mark und sämtliche anderen Speisen aufgezehrt. In d« Nacht mußt« ein Wirt noch nach Mainz fahren, um dort Fleischwaren zu kaufen, denn sämtliche Metzger ber Gemeinde und auch die des benachbarten Bodenheim hatten vollständig ausverkauft. Auch in den übrigen Wirtschaften wurden ähnliche Schlachten geschlagen.

* Hanauer Abonnements-Konzerte. Es sei hiermit besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Nachflage nach Eintrittskarten für die 5 Äbonnementskonzerte eine der­artig große ist, daß es sich empfehlen wird, sich solche schon jetzt zu sichern. Die Preise für die Einzelkarlen, welche nur am jeweiligen Konzertlage zu haben sind, sind folgende: Resero. Platz 3,50 M., 1. Platz 3 M., 2. Platz 2 M. Den Vorver- kauf von Abonnementskarten sowohl als auch der Einzel­karten hat die Firma R. Altmannsperger, Marktplatz, 'freundlichst übernommen. Subskriptionsliste befindet sich im Umlauf.

* Appell der 83er. Wie wir erfahren, beabsichtigen die ehemaligen Kameraden des 83. Jnf.-Regiments im Kreise Hanau und Frankfurt in diesem Jahre noch eine Zusammen­kunft zu veranlassen und zwar diesmal bei beut Kameraden Hamburger in Lcmgenselbold (Gasthaus zum Engel). Das Wiedersehen, das sich fast immer zu einer flohen Festlichkeit gestaltete und von Jahr zu Jahr von den Kameraden nur erwünscht wird, ist am letzten Sonntag dieses Monats, den 30. September, von mittags 2 Uhr ab, vorgesehen. Da daS Häuflein ber Veteranen immer kleiner wird, ist anzunehmen, daß auch bei dieser Zusammenkunft keiner fehlen wird, denn wer weiß, wie bald ihn das Schicksal auch ereilt und zur großen Armee abberufen wird, dahin, wo ewiger Friede ist. Also 83er: Auf zum Appell!

* Erster Hanauer Fußballklub 1893 (E B.) Vor dem Spiel Nürnberg-Hanau findet ein Spiel der 2. Mann­schaft gegenOffenbach Kickers" statt. Anfang 2'/« Uhr. Offenbach Kickers ist Meisterschaftsklub. 2. Klasse vom Nord­kreis deS süddeutschen Verbandes und wird auch hier ein schönes und gutes Spiel zu sehen sein.

* Ein großer Erfolg war das am vergangenen Diens« tag von der Firma Georg Stocker, Waschmaschinen- und Fahrradhandlung, Fischerstraße 5 veranstaltete Probe­waschen mit der neuen WaschmaschineWeltwunder". Die anwesenden Damen haben sich von der überraschend leichten Handhabung Md großartigen Leistung der Maschine über­zeugt und erhielt die Firma viele Bestellungen. Bei einer so schweren Arbeit wie die große Wäsche muß jede Haus­frau ein Hilfsgerät haben und gibt es hier nichts Zweck­mäßigeres, Einfacheres und Billigeres wie eineWeltwunder- Waschmaschine von der Firma Georg Stocker, Fischerstratz« 5. Jede Hausfrau erhält auf Verlangen gratis und franco die neue illustrierte BroschüreWie man heute wäscht."

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