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Erstes

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AWLr»ckes.

Eandhreis ^Lnau.

BekmtMKmsen des Miglichm Mrâto&

Gemäß § 1 der KreiHolizei-DerordNUng vom 5. Dezbr. 1888 ist in den nachstehenden Gemeinden der Tag des Be­ginns der diesjährigen Aepfelernte, wie unten ange-

geben, festgesetzt worden : Bischofsheim

17. September,

Dörnigheim

14. September,

Eichen

15. September,

Erbstadt

17. September,

Großauheim

20. September,

Großkrotzenburg

17. September,

Hochstadt

19. September,

Hüttengesäß

19. September,

Kilianstädten

20. September,

Langendiebach

20. September,

Langenselbold

17. September,

Marköbel

20. September,

Mittelbuchen

17. September,

Neuwiedermuß

20. September,

Niederdorfelden

18. September,

Oberrodenbach

20. September,

Ravolzhausen

17. September,

Roßdorf

22. September,

Rüdigheim

17. September,

Wachenbuchen Hanau den 13. September

20. September.

1906.

Der Königliche Landrat.

J V 6754 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 rot und blaugestreiftes Biberhemd, 1 schwarzer steifer Filzhut.

Verloren: 1 braunlederne Brieftasche mit 1400 Mk. (bestehend aus einem Tausendmarkschcin und 4 Hundertmark­scheinen), 1 goldner Ring mit rotem Stein und 4 Perlen, 1 Monatssahrkarte zur Fahrt zwischen Hanau-West und Frankfurt-Ost für Friederike Volz, 1 silberne Damenuhr mit Goldrand.

Hanau den 14. September 1906.

Aus Ran au Stadt und £and.

Galtst«, 14. September.

* TrauerkANdgebttNg. Aus Anlaß des Hinscheidens des Prinzen Albrecht von Preußen haben die staatlichen und öffentlichen Gebäude halbmast geflaggt.

* Eine Geistliche Mufikaufführung findet, wie schon erwähnt, am 16. September d. I., nachmittags 4 Uhr, in der Kirche zu Wind ecken statt, veranstaltet vom Kirchen­chor der Marienkirche zu Hanau unter Leitung seines Diri­genten, des Herrn Lehrers G. Wagner. Mitwirkende sind: Frau Elisabeth Wohlfahrt und die Herren Frischkorn und Organist Paul st ich von Hanau.

* Die Kinzigbrücke. Nunmehr sind auch die Arbeiten an den Straßenerweiterungen bezw. Verbesserungen zur ver­breiterten Kinzigbrücke beendigt. Umfassende Arbeiten hierzu wurden besonders an der Einmündung der Frankfurter Land­straße und der Straße Vor der Kinzigbrücke vorgenommen. Zum Zeichen der Beendigung der Arbeiten war gestern die Kinzigbrücke mit einemRichtbäumcken" geschmückt. Der nordwestliche Zugang zur Stadt hat durch die jetzt beendigten Arbeiten ein sehr vorteilhaftes Aussehen erfahren.

* Ueber Rehsterben in derOberförsierei Fulda schreibt dasHünf. Kreisblatt": In den Waldungen der Oberförsterei Fulda herrscht seit einiger Zeit eine Seuche unter den Rehen, die schrecklich unter diesem herrlichen Wilde aufräumt. Schon seit.2 Jahren fiel cs auf, daß der Reh­stand ganz bedeutend abnah'u. Es wurde von der Ober­försterei der Abscbuß herabgesetzt, auch die Grenznackbarn schossen nicht übermäßig viel, und doch verschwanden die Rehe speziell im nördlichen Teile der Oberförsterei um Michels- robach und Oberrombach herum, aber auch in der Gegend von Riesig und Horas, zusehends. Zur Aufklärung schickte der jetzige Revierverwalter, Forstmeister Voigt, Lunge und Leber von einem von ihm selbstgeschysscnen Rehbocke an die Königliche tierärztliche Hochschule zu Hannover zur Unter­suchung. Er erhielt den Bescheid, daß die Lunge sehr stark von den die Lungcnwurmseuche verursachenden Würmern be­fallen sei, und daß diese Seuche geradezu verheerend für den Rehbestand werden könne. Das einzige Mittel sei flèißiges Absuchcu von Dickungen nach eingegangcuen Rehen und

grtihm den 14 September

tiefes Vergraben oder Verbrennen der gefundenen toten Stücke.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Stadtkreis Cassel : Cassel (Verdacht); Kreis Esch w ege : Aue, Niederdünzebach ; Kreis Witzenhausen: Hubenrode, Rommerode (Verdacht); Schweine seuche (Scyweinepest) : Stadtkreis Cassel: Cassel ; Landkreis Cassel : Vollmarshausen, Heckershausen, Oberzwehren, Crumbach, Nieste, Weimar; Kreis Eschwege: Frieda, Wanfried, Weißenborn; Kreis Fritzlar: Niedenstein ; Kreis Fulda: Großenlüder, Salzschlirf, Neuhof; Landkreis Hanau: Langenselbold; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Stammen, Immenhausen, Hombressen, Liebenau, Sielen; Kreis Homberg: Caßdorf, Borken; Kreis Hünfeld: Oberrombach; Kreis Melsungen: Niedervorschütz, Heinebach, Beiseförth; Kreis Witzenhausen: Unterrieden, Witzenhausen; Kreis Wolf­hagen: Rittergut Hohenborn: Kreis Ziegenhain: Ropper- hausen; Influenza der Pferde: Brustseuche: Stadt­kreis Cassel: Cassel; Kreis Fritzlar: Brünchenhain; Kreis Hofgeismar: Rittergut Meimbressen.

* Gegen den Alkohol. Die verschiedenen Organi­sationen zur Bekämpfung des Alkoholismus haben sich jetzt in Frankfurt a. M. zu einemFrankfurter Gesamtverband gegen den Alkoholismus" zusammengeschloffen. Der Zusam­mentritt der Interessenten war auf der Bafw ermöglicht, daß Vertreter der Abstinenz wie der Temperen; sich darüber ver­ständigt hatten, die Agitation die jeder in seinem Sinne betreiben will gänzlich aus dem Rahmen der gemeinsamen Tätigkeit auszulckließen, so daß nur praktische Dinge für die Gemeinschaft in Frage kommen, in denen beide Richtungen ge­meinsam dasselbe verfolgen z.B. Bekämpfung der Trinksitten, Er­richtung alkoholfreier Restaurants u. dergl. mehr. Dann sollen alkoholfreie Restaurants in großem Stil geschaffen werden. Der Vorschlag, der in diesem Sinne eingebracht wird, geht dahin, zunächst auf dem Weg der Anteilscheine das nötige Kapital beizubringen, und ein Komitee zu konsti­tuieren, das die entsprechenden Einrichtungen in Zürich studiert. Ein solches Restaurant soll in guter Lage errichtet werden und allen Komiort bieten, um so werbende Kraft zu erlangen. Eventuell soll man auch ohne Essen oder Trinken gegen eine Stundengebühr das Lokal besuchen dürfen. Dann soll die Jugendbelehrung ins Auge gefaßt werden. Auch will man die Praxis der Schankkonzessionserteilung einer Prü­fung unterwerfen. Mit einigen vereinstechnischen Erörterungen schloß die Versammlung.

* Teuerungszulagen. Die Maurer und Zimmerer hielten gestern nachmittag Versaininlungen ab, in denen über die derzeitige Lage beraten wurde. Die Maurer hatten als Thema ihrer Besprechung gewählt:Was kann geschehen, um die uns sckwer bedrückende Lebensmittelverteuerung einiger­maßen abzumildern ?" Die Zimmerer hatten sich mit einem ähnlich lautenden Thema zu beschäftigen. Der Tarifvertrag der beiden Handwerkergruppen läuft bis zum Jahre 1908, sodaß nach dieser Richtung hin nichts zu machen ist. Es wurden nun Eingaben auf Gewährung von Teuerungszu­lagen an die Unternehmer gemacht, doch antworteten diese, daß auch H erfür der mitteldeutsche Arbeitgeberverband zustän­dig sei. Beschlossen wurde nunmehr, mit Eingaben über Gc- währuug von Teuerungszulagen an den mitteldeutschen Arbeit­geberverband heranzutreten.

* Im Zeichen der Fleischnot. Dem Bauunter­nehmer Heinrich Schuhmacher zu Sandhofen wurde am Sonntag sein wertvoller Bernhardinerhund gestohlen. Wie durch die angestellten Ermittelungen festgestellt wurde, haben drei tschechische Arbeiter den Hund gestohlen und verzehrt. Das Hundefleisch kommt sie nun aber doch noch teurer als prima Ocksenfleisch.

* Fnfiballwettkamvf NürnbergHanan. Wie bereits an dieser Stelle bekannt gegeben, findet am kommen­den Sonntag zwischen dem 1. Nürnberger F.-K., Meister von Nordbayern und dem Hanauer F.-K. 1893 e. V., Meister vom Nordkreis Süddeutschlands ein großes Fußball- tvettspiel statt. Da sich ziemlich gleichwertige Gegner treffen, so dürfte das Spiel einen interessanten und spannenden Ver­lauf nehmen. Das Spiel beginnt umM Uhr auf dem Sportplatz an derSchönen Aussicht" und findet bestimmt und bei jeder Witterung statt. Für die Zuschauer sind ver­schiedene Plätze, 1. und 2. Platz, eingerichtet und sind Karten hierfür bei Herrn H. Salzmann hier, Zigarrenhandlung, sowie bei allen Mitgliedern zu ermäßigten Preisen zu haben.

* Im Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. ist am nächsten Sonntag während des ganzen Tages der Eintrittspreis auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) und für das Aquarium mit Reptiliensaal für alle auf 20 Pfg. er­mäßigt.

Fernsprechanschlich Nr. 605. 1906

* Ein frecher Fahrraddiebstahl wurde vorgester" in Fechenheim begangen. Der Friseur R. Gehrmann stellte um halb 12 Uhr sein Rad vor das Rathaus, um hier etwas zu erledigen. Als er wieder heraustrat, war das Rad verschwunden. Von dem Dieb hat man keine Ahnung.

* Empfindlicher Verlust. Ein hiesiger Geschäfts­mann verlor seine Brieftasche, in der sich ein Tausendmark- schein und vier Hundertmarkscheine befanden.

* Gutes Gewicht. Herr Metzgermeister Heinrich L e s ch h o r n schlachtete gestern einen Mastochsen im Gewicht von 1686 Pfund.

* Lohnbewegung der Gold- u. Silberarbeiter. Wie wir bereits berichteten, sind die in der Edelmetallwaren­industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in ein« Lohnbewegung eingetreten. Gestern abend fand nun im Saale des Gewerkschaftshauses eine öffentliche Gold- und Silber­arbeiterversammlung statt, die einen ganz enormen Besuch aufzuweisen hatte, wir schätzen die Zahl der Anwesenden aus über 1000. Referent war der Bezirksleiter des deutschen Metallarbeiter-Verbandes, Fritz Ehrler, der sich eingehend über den Entwurf der Grundsätze zur Regelung der Lohn- und Arbeirsverhältnisse für die Gold- und Silberarbeiter Hanaus und Umgebung verbreitete und ausführliche Be­gründung der zu erhebenden Förderungen gab. Me Wünsche der Arbeiter zur Regelung der Lohn- und Arbeitsverhält­nisse, die nach Werkstättenbesprechungen von einer Kommission ausgearbeitet worden sind, lauten wie folgt: 1. Festsetzung eines Mindestlohnes von 21 Mk. pro Woche für ausgelernte Arbeiter. Ein Jahr nach beendeter Lehrzeit darf kein gelernter Arbeiter der Gold- und Silberbranch« weniger als 24 Mk. pro Woche erhalten. 2. Einführung der neunstündigen Arbeitszeit inklusive der bisher üblichen Frühstücks- und Desperpausen. Diese Verkürzung der Arbeits­zeit darf keine Kürzung des bisherigen Wochenverdienstes zur Folge haben. Die Mittagspause ist strengstens einzu­halten, so daß nicht einzelne oder mehrere Arbeiter während derselben weiter arbeiten. 3. Eine allgemeine Lohnerhöhung auf die bisherigen Wochenverdienste um 15 pCt.; insoweit durch diese für einzelne Arbeiter der Mindestlohn nicht er­reicht wird, muß letzterer bezahlt werden. 4. Eine Besser­bezahlung der Üeberstunden, und zwar wie folgt: Für di» ersten zwei Stunden nach der üblichen Arbeitszeit 25 pCt., für jede darüber hinausgehende Stunde und für Sonntags- arbcit 50 pCt. Alle außer die reguläre Arbeitszeit fallende Tätigkeit, auch die Einholung etwaiger Versäumnisse, wird als Ueberzeirarbeit gerechnet. 5. Abschaffung der Akkord- und Heimarbeit. 6. Bezahlung aller Feiertage, welche auf einen Wochentag fallen. 7. Bezahlung aller unverschuldeten Versäumnisse, wie: Stellung zur Kontrollversammlung, Aus­übung von Ehrenämtern für Staat und Gemeinde, kurze militärische Dienstleistungen oder sonstige durch den Arbeiter unverschuldete Unterbrechungen der Arbeit. 8. Allgemeine Einführung einer achttägigen Ferienzeit im Jahre unter Fort- bezahlung des Wochenlohnes. 9. Regelung des Lehrlings- wesens in der Weise, daß auf je 4 Areiter nicht mehr wie ein Lehrling beschäftigt werden darf. Die Versammlung erklärte sich einhellig mit diesen Forderungen resp. Wünschen einverstanden, die bereits heute den Arbeitgebern vorgelegt werden sollen. Antwort wird bis zum 21. September er­wartet. Betont wurde, daß mit allem Nachdruck für dir Durchdringung dieser bescheiden zu nennenden Forderungen eingetreten werden soll. In einer Begründung der Forderungen wird u. a. ausgeführt: Die Lage der Gold- und Silber- arbeiter hat sich in hiesiger Stadt und ihrer Umgebung seit Jahren verschlechtert. Die äußerst geringen Lohnzulagen, die nur zum Teil erfolgt sind, und welche die einzelnen, meist jüngeren Arbeiter zum größten Teile ihren sich steigerirden Fähigkeiten verdanken, stehen in keinem Verhältnis zu der durch die beständige Steigerung aller Lebensmittel- und Mietspreise verursachten Verteuerung der Lebenshaltung de, Arbeiter. Während in fast allen anderen Berufen die Ar- becker in den letzten Jahren mit ihren Löhnen ganz bedeutend gestiegen sind, haben sich die Löhne in unserem Berufe und speziell hier in Hanau fast gar nicht erhöht. Ja, für die Silberarbeiter und Ketlenmacher sind die Löhne heute im allgemeinen noch so niedrig wie vor 10 und 20 Jahre«. Dem entgegen sind aber die Anforderungen an die Leistungs­fähigkeit der Arbeiter unseres Berufes ganz gewaltig gestiegen. Die Arbeitsleistung von heute ist eine ganz bedeutend höhere als in früheren Jahren. Und dieses Ueberhasten und Ueber- arbeiten müssen unsere Kollegen mit Nervosität und früh­zeitigem Siechtum bezahlen. Die Ausbildung, welche wir durch die hiesige Zeichenakademie erfahren, nützt uns in Be­zug auf unseren Verdienst gar nichts: in allen anderen Städten, wo solche hervorragende Institute nicht bestehen,