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Innauer G Anzeiger

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ei«ddi«5rn» 1,86 Mk., monatlich 60 Pfg., für m» wärtig. Abonnenten mit dem betreffenden Postausschlax

Die einzelne Nmm»- kostet 10 Pfg.

Aotatioardruck und Verlag der Bochdruckerei des verein. «. Waisenhauses io Hanau.

General-Anzeiger

Kmtliâjes Organ für StiM- nah Landkreis Sanas.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

ElurLcknugsgebithr«

Die fünfgespalteue Petitzcil« oder deren Raum 15 Pfg, im ReOamenteU die Zeile W M.

verantwort!. Redakteur: <8. Schrecker in Heu«

Nr. 212 Fernsprechanschlutz Nr. 605»

Hi-rz« Amtliche Beilage Nr. 14."

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A«! Loches.

Hand kreis Fjanau. BekamisNlhWei! hèß Königlichen LUhratsmis.

In Langenselbold ist die Schweineseuche erloschen. Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 10. September 1906.

Der Königliche Landrat.

Y 6660 Z. A.: Conrad, Kreissekretär.

Die Rollaufseuche unter dem Schweinebestande des Schreinermeistcrs Otto Jung zu Groß-Auheim und des Gastwins Fromm zu Neuwirtshaus ist erloschen, während sie unter dem Schweinebestande des Gastwirts Amrhein zu Neuwirtshaus neu sestgestellt wurde.

Die Gchöftsspcrre ist aufgehoben bezw. angeordnet.

Hanau den 8. September 1906.

Der Königliche Landrat.

V 6576 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Festgestellt: Die Schweineseuche in Dreieichenhain, Kreis Offenbach a. M.

Die Gehöftssperre ist augeordnet.

Hanau den 10. September 1906. V 6615

Stadtkreis kzanau.

Bekanntmachung

Die seit einigen Jahren von der Abteilung ausgeführte Prüfung von trigonometrischen Punkten hat ergeben, daß die Marksteine zum Teil ganz verschwunden, zum Teil aus dem Acker herausgenommen und am Wall oder im Graben nieder­gelegt, zum Teil an Ort und Stelle liegend vergraben sind. Die Besitzer sind fast ausnahmslos im Unklaren über den Zweck und Wert der trigonometrischen Marksteine. Sie be­ackern die Marksteiuschutzflächen in dem Glauben, daß ihnen zwar der Boden nicht gehöre, ihnen aber die Nutznießung überlassen lei. Diese Annahme ist natürlich irrig. Die Marksteinschutzfläche, d. i. die kreisförmige Bodenfläche von 2 qm um den Markstein, darf nicht vom Pfluge berührt werden. Zuwiderhandlungen werden nach § 370,1 des R.-Str.-G.-B. mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bestraft.

Durch das Umpflügen und Eggen der Marksteinschutz-

peMNetM

Die Thoma - Ansstellnnst im Frankfurter Kunstverem.

Die Kunst ist eigentlich ein frohes, geistiges Spiel, welches der Künstler zumeist für sich selber, zu seiner eigenen Befriedigung ausführt", so sprach Hans Thoma zu seinen getreuen Freunden, die sich am 2. Oktober 1899 zur Feier seines 60. Geburtstages zu Frankfurt a. M. um ihn ver­sammelt hatten. Ahnte damals der Gefeierte schon, daß seine Kunst zum Gemeingut des deutschen Volkes, daß sein Name zum Inbegriff deutschen Wesensausdruckes im bildenden Schaffen werden, daß die Betrachtung seines Lebenswerkes vielen Volksgenossen zum wahren Hochgenuß, zur ästhetischen Erhebung gereichen würde? Des Künstlers selbstloses, bescheidenes Wesen ließ natürlich solches Sehnen falls cs wirklich in seinem Geiste aufstieg nicht zum Hoffen werden; dennoch hat cs sich erfüllt und ist heute zur Wahrheit ge­worden. Die Kunst unseres Altmeisters mit dem reichen und reinen Kinderherzen, des Künstlers, der so ganz im Mensch­lichen, des Menschen, der so ganz in der Kunst aufgeht, des tapferen Mannes und deutschen Malers, an dem jede Faser seines Wesens echt und jeder Streich seines Pinsels überlegt ist übt eine immer größere und sich weiter verbreitende Macht auf die Gemüter aus. Dies zu beobachten, hat jeder Freund echter, deutscher Kuust und der, welcher es noch werden möchte, Gelegenheit, wenn er die in diesen Tagen vom Frankfurter Kunstverein (Junghofstraße 8) veranstaltete, bis zum 23. September geöffnete Ausstellung Thoma'scher Gemälde besucht. Dort verleben eben Tausende, denen gesunde Sinne eigey sind, ungetrübte Stunden ästhetischen Genießen?; dort schauen zur Zeit viele voll inniger Bewunderung und hehrer Andacht in eine Truhe deutscher Kunst, die sobald

Dienstag den 11. September

flächen, entstehen die vielen Verzückungen und Beschädigungen der Marksteine; mit der geringsten Verschiebung ist aber der Punkt zerstört und kann nur unter Aufwendung von erheb­lichen Kosten von Technikern der Landesaufnahme wieder hergestellt werden. Die Zerstörung von trigonometrischen Punkten der Preußischen Landestriangulation fällt unter 304 des R.-Str.-K.-B. (Gegenstand der Wissenschaft) und wird mit Geldstrafe bis 900 Mk. oder mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft.

Die Abteilung hält es deshalb für notwendig, in wieder­kehrenden Bekanntmachungen immer wieder, unter Anziehung der (Strafbestimmungen darauf hinzuweisen, daß die 2 qm betragende Marksteinschutzfläche dem Fiskus gehört und von der Bewirtschaftung auszuschließen ist, und daß der Mark­stein weder beschädigt noch verrückt werden darf.

Berlin N. W. den 15. März 1906.

Trigonometrische Ableitung der Königl. Landesaufnahme.

Wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. .

Hanau den 8. September 1906.

Städtische Polizei-Verwaltung. Der Oberbürgermeister.

I. A.: Dr. Koppen. 18761

Hus I)anau Stadt und Eand*

Hanau, 11. September.

* PostÄiensiliches. Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgang ein Annahmebuch mit sich, in welches er die von ihm angenommenen Sendungen mit Wertangabe, Einschreibesendungen, Postanweisungen, gewöhnliche Pakete und Nachnahmesendungen einzutragen hat. Gleiche Annahme­bücher werden auch von den Inhabern der an kleineren Land­orten errichteten Posthilfsstellen geführt. Da dem Absender das Recht eingeräumt ist, die Eintragungen selbst vorzuuehmen, so kann ihm, um sich vor Weiterungen und Verlusten zu sichern, nicht genug empfohlen werden, die den Laudbrief- trâgern mitzugebenden oder bei den Posthilfsstellen zur Weiter­gabe an den bestellenden Boten niederzulegenden Post- anweisungsbeträge, Wertsendungen re. tunlichst sigenhändig in das Annahmebuch des Landbriefträgers oder der Post- Hilfsstelle einzutragen oder wenigstens sich von der Buchung durch den Landbriefträger oder Posthilfstellen - Inhaber zu überzeugen.

* Silberkitrs. Der Konventionspreis des 0,800 feinen Silbers beträgt für Aufträge vom 11. d. Mts. an bis auf weiteres 80 Mark per Kilo.

* Gesellenprüfnnsi. Anfangs Oktober soll die Ge­sellenprüfung für das Barbier- und Friseurhandwerk statt- nicht wieder geöffnet wird. Deren Kostbarkeiten still zu schauen, sollte darum das Bestreben aller deren sein, die für deutsche Malerei und germanisches Wesen ein Herz haben. Darum gehe hin und vertiefe Dich in den Inhalt seines Lebenswerkes.

Wohl alle Stoffe, welche dem Maler einen geeigneten, fruchtbaren Vorwurf für seine Darstellungen bieten können, hat Hans Thoma meisterhaft behandelt. Die Fülle und der Reichtum der ausgestellten Gemälde beweisen zur Genüge, welch grenzenloser Arbeitstrieb den Meister in den letzten 40 Jahren beseelte. Landschaften mit dramatischem und lyrischen Inhalt, stimmungsreich und lichtvoll, aus dem Taunus, dem Schwarzwald und der Rheingegend, aus dem heißen Süden und wasserreichen Norden entzücken das Auge des aufmerksamen Beschauers.Landschaft mit Eseltreiberin", Obcrrhein bei Säckingen",Im Wasserfall",Vor dem Dorf",Hirtenknabe am blumigen Ufer",Hügellandschaft", Waldwiese",Beim Pflügen",Sonnenuntergang am Ober- rhein",Sommer", .Auf der Wiese" u. v. a. gehören zu den herrlichsten dieser Sujets, aus ihnen spricht zu deurlich die dem Kunstler eigene Hingebung an das Göttliche, das sich geheimnisvoll in den Erscheinungen der so treu dargestellten Natur offenbart Daneben reißen zum Staunen hin die prächtigen Porträts seiner eigenen Person und anderer Menschen, von denen das, welches ihn selbst mit dem schreckencrregendcu Knochenmann darstellt und die mitMutter und Tochter in der Bibel lesend",Großmutter und Enkel",Schreibendes Mädchen", Mutter des Künstlers",Hängematte" betitelten sprechende Charakteristik verraten, recht erkanntes Innenleben wieder­spiegeln. Genrebilder, in welchen die anheimelnde Poesie des Landlebens zum Ausdruck kommt, religiöse Darstellungen, wieFlucht nach Egypten",Gefilde der Seligen",Adamund Eva",Abels Opfer",Der böse Sämann", deren Volkstümlichkeit unmittelbar zum Gemüte spricht, Stilleben und Blumenstücke, die vom

Fernsprechanschlich Nr. 605. 1906

finden. Die Lehrlinge, welche ausgelernt haben, wollen sich noch im Laufe dieses Monats bei dem Vorsitzenden des Prü­fungsausschusses, Herrn Friseur K. Ganter, Nürnberger­straße 32, melden.

* Auf den frühzeitigen Eintritt eines strengen Winters will man aus dem eiligen Abzüge der Schwalben schließen. DerFrkf. Ztg." wird berichtet: Der alte Spruch : Zu Maria Geburt (8. Sept.) fliegen die Schwalben furt", dürfte in diesem unberechenbaren Jahre zuschanden werden. Wie sich aus zahlreichen Zuschriften erkennen läßt, die Pro­fessor, Dörfler erhielt, der seit mehreren Jahren Beobachtungen sammelt, sind die Schwalben heuer schon von vielen Orten abge­zogen. Die Turmschwalben verließen bereits am 25. Juli Europa, also um fünf Tage früher als in anderen Jahren. Von den Stabt- und Dorfschwalben zog der Großteil hier und da bereits am 25. August ab, während einige Junge noch zurückblieben. Das deutet auf einen langen und strengen Winter.

* 25jähriges Lehrerjubiläum. Herr Aron Oppen­heimer, Lehrer an der israelitischen Schule, feiert morgen sein 25jähriges Dienstjubiläum als Lehrer. Der Jubilar erfreut sich allgemeiner Beliebtheit und gilt als tüchtiger Mann in seinem Wirkungskreise.

* Fahrraddiebstahl. Aus dem Hausflur des Sll Vincenz - Krankenhauses wurde gestern mittag ein Fahrrad (MarkeHohenzollern") entwendet, das einem Arzte aus Mühlheim a. M. gehörte. Offenbar treibt ein auswärtiger Fahrraddieb sein Unwesen, der hier auf diesem Gebiete Gast­rollen gibt und nach vollbrachter Tat alsbald mit der Beute verschwindet.

* Wettspiel. Der vergangene Sonntag brachte uns die Eröffnung der diesjährigen Fußball-Saison des 1. Hanauer Fußballklubs 1893 e. V. Als Gast war der Wiesbadener FußballklubKickers" auf dem Sportplätze gegen die 93er angetreten und mußte sich ersterer nach äußerst interessantem Spiel mit 8 : 0 Goal geschlagen bekennen. Die hohe Tor­zahl und das flotte Kombinationsspiel ist den 93ern um so höher anzurechnen, da, wie wir konstatierten, die neu aufge­stellte Mannschaft der 93er, in welcher für einige alte sehr gute Spieler, welche wegen ihres Berufes in andere Städte über­siedeln mußten, einige jüngere Kräfte eingestellt wurden. Die Leistungen dieser jungen Spieler waren durchaus be­friedigend. Der nächste Sonntag wird uns Gelegenheit geben die gegenwärtige Stärke der Mannschaft zu prüfen, denn wie wir hören, kommen die Bayern aus Nürnberg und statten den 93ern ihren Gegenbesuch ab. Genannter Klub ist Meisterschaftsklub von Nordbauern und besiegte in ver­gangener Saison, den FußballklubBrittania" glänzend mit 8 : 0 Goal. Alles Nähere über dieses Wettspiel geben wir noch an dieser Stelle bekannt, jedoch möchten wir schon im voraus wünschen, daß unsere 93er den Hoffnungen, welche wir in sie gesetzt, im vollsten Maße gerecht werden.

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Hauche tranter Häuslichkeit umwoben sind, bilden de" weiteren Bestand der Ausstellung. Endlich geben Schöpfungen, denen das d e u t s ch e M ä r ch e n, die deutsche Fabel und Heldensage zu Grunde liegt oder die seiner m y t o l o g i s i e r en d en Phantasie entsprungen sind, wiePuttenreigen unter den Blütenbäumen",Genoveva", Spiel der Meeresmädchen" undGralsburg" eine ge­heimnisvolle düstere, aber auch lichtreiche Illustration zur Gralserzählung des Lohcngâ dem Ganzen das Gepräge vollkommendster und vollständigster malerischer Mannigfaltig­keit. In allem offenbart sich Thoma als der Dichter, welcher das Traumleben der Natur bald durch wirkliche, bald durch inärchenhafte Gestalten belebt. In jedem Werk zeigt sich der Maler, welcher bestrebt ist, durch gewissenhafte Beachtung und harmonische Verbindung von Form, Farbe und Licht allen Wunden der unserem Äuge sich darbietenden Herrlich­keiten gerecht zu werden, dessen ganzes Wesen aus dem ver- trauten Verkehr mit der heimischen Natur heraus das ge- wordeu ist, was es ist. Wenn Henry Thode, der feingeistige Kenner seiner Werke und seines Wesens ausruft:Wer vermöchte zu sagen, welche Eigentümlichkeiten in seinem Schaffen Staunen und Lust in höherem Grade Hervor­rufen : die Universalität des Sehens, der Reichtum der Phantasie, die Mannigfaltigkeit der Auffassung, die Treue der Natur-Beobachtung, die strenge Gesetzmäßigkeit jedes ein­zelnen Gebildes, die vollkommene Technik, die Tiefe seelischen Gehaltes?" so müssen wir antworten: Alles erhebt un8 in gleichem Maße. Thomas nationale Kunst erhebt uns zu reinen Höhen; wir begrüßen sie deshalb überall da, wo sie uns etwas von ihrer Hoheit offenbart. C. M

Albnmblätter.

Kommt dir ein Schmerz, so halte still Und frage, was er von dir will.

Die ew'ge Liebe schickt dir keinen Bloß darum, daß du mögest weinen.