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stlststissSdruck und Verlag der Buchdrucker« des verein, es. WaijenhauseS in Hanau.

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Die [u»f gespaltene Petitzeil« #ber deren Raum 15 Pfg, in RellawenteL die Zelle SS Pjz.

Vera^twaril. Redakteur: «. Schrecker in Hanan.

^t* 207 Fernsprechanschlutz Nr. 605,

Aitttliches.

Candkrds Fyanau, BekkNimchMgel! des Köttiglißen LaOkirtsM.

In Rüdigheim ist die Schweinefeuche erloschen.

Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 1. September 1906.

Der Königliche Landrat.

V 6429 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Dörnigheim ist die Schweinefenche erloschen.

Die Gchöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 3. September 1906.

Der Königliche Landrat.

V 6449 I. A.: Conrad, Krrissekretâr.

Erloschen: Die Schweineseuche in Rumpenheim und Mühlheim, Kreis Offenbach a. M.

Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Ausgebrochen: Der Rauschbrand in Untersotzbach, Kreis Gelnhausen.

Erloschen : Die Rotlaufseuche in Flörsbach und Schlierbach, die Schweineseuche in Wächtersbach, Kreis Gelnhausen.

Hanau den 4. September 1906. V 6444

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 goldnes Armband, 1 Stahlkette mit Münze, 1 Mülleimer, 1 Livreerock, 1 Rechenbuch (mit dem Ramen Hans Effelberger).

Verloren: 1 Zwanzigmarkstück, 1 Brustbeutel mit 30,20 Mk. (auf dem Wege HanauOffenbachFrankfurt), 1 Zehnmarkstück.

Zugelaufen: 1 gelber Dachshund, 1 junger Foxterrier.

Hanau den 5. September 1906.

Hus Hanau Stadt und Eand,

Härmn, 4. September.

* Landratsamt Schlüchtern. Der bisherige kom- miffarische Landrat des Kreises Schlüchtern, Herr Regierungs- Assessor Valentiner, wurde definitiv zum Landrat des genannten Kreises ernannt.

* Ernennung. Der Generalsuperintendent Möller in Cassel wurde für die Dauer der Verwaltung seines Haupt­amtes zugleich zum Oberhofprediger an der Hofgemeindc Cassel ernannt.

Feuilleton.

Zum Kumps gegen die Schunke.

Georg Boos, Chemisches Laboratorium, Schwetzingen (Baden) schreibt derKöln. Ztg." :

Fast allerorts ist heuer die Belästigung durch die Schnaken größer als früher, ^s erging deshalb vom Komitee zur Bekämpfung der Schnakenplage der Wunsch an uns, die Er­gebnisse unserer Untersuchungen und Versuche, ähnlich unsermBericht über Studien zur Auffindung von Be­kämpfungsmitteln gegen die Schnakenplage" schon jetzt zu­sammenzufassen.

Entsprechend den verschiedenen Entwicklungsstufen der Schnake Ei, Larve, Puppe, Insekt bieten sich zwei Wege der Bekämpfung dar: die Vernichtung der Vorstufen oder die der ausgeschlüpften Insekten. AIs sehr lehrreich, be­sonders für das Studium der Morphologie (Bau) und Bio­logie (Lebensweise) der mannigfachen Gattungen der Schnaken, sowie zur Einführung in den verschiedenen Bekämpfungsarten ist das Werkchen von Prof. Galli-ValerioManuel pour In lutte contre les moustiques" (E. Frankfurter, Lausanne 1906) zu empfehlen. Der französische Forscher kommt ebenso wie die Verfasser der eingangs erwähnten Broschüre zu dem Schluß, daß neben den verschiedenen Sanierungsarbeiten des Bodens, die die Grundlage bilden im Kampf gegen die Schnakenplage, das Begießen der Brutstätten mit einem passenden Oel (Petroleum, Saprol, Venol) eine der wirk­samsten Bekämpfungsmethoden ist. Es gibt aber noch eine andere Art, stehende Gewässer wie Teiche, Tümpel, Gräben zu sanieren und auf diese hinzuweisen ist ein Hauptzweck dieser Zeilen. Wir meinen das Bedecken solcher Gewässer mit einer Wasserlinse Lemna oder mit Azolla. In Amerika, wo man das Begießen mit Oel erfolgreich angewandt hat, beobachtete man' im Jahre 1902, (Report of New Perser) Agricultural-College 1902. Verlag der Murphy Publishing Co. in Trenton N. I.), daß die Lemna die Entwicklung der

Mittwoch den 5. September

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* Berufung. Herr Professor Mascher, Oberlehrer am hiesigen Gymnasium, ist zum 1. Oktober d. Js. an das Königliche Wilhelms-Gymnasium zu Cassel berufen.

Hk. Stempelung von Gold- und Silber- lvUVen. Durch ein in der Canada Gazc+te vom 21. Juli b. Js. veröffentlichtes Gesetz The Gold und Silver Marking Act 1906 (Nr. 17/1906), welches 12 Monate nach dem Tage der Unterzeichnung durch den General­gouverneur in Kraft tritt, ist bestimmt, daß Waren, ganz oder teilweise aus Gold oder Silber oder aus Gold- und Silberlegierungcn oder mit Gold oder Silber oder Legierungen daraus plattiert usw., wenn sie in Kanada hergestellt, ver­kauft oder eingeführt werden, in einer in dem Gesetz näher be­zeichneten Art gestempelt sein müssen.

* Die Obsiuusfichteu sind in der Gegend von Gießen recht gute und lassen, wie derGieß. Anz." schreibt, eine besonders günstige Aepfel- und Zwetschenernte erwarten. Vielfach sind die Bäume so dicht behangen, daß die Aeste gestützt und aufgebunden werden mußten. Einen erfreulichen Anblick bieten die Kreisstraßen, so z. B. GießenGroßen- Linden, Gießen Klein-LindenDutenhofen, GießenRod­heim u. a. Hier zeigt es sich wieder, daß gerade Gold­parmäne, Schoner von Boskoop, Oberdicks - Reinette und einige andere die einträglichsten und fast nie versagenden Sorten sind. Nächste Woche soll mit der Ernte des Früh­obstes begonnen werden. Die Behörde plant wiederum für Herbst und Frühjahr größere Anpflanzungen, z. B. bei Großen- Linden, Lang-Göns, Langsdorf, Lollar, Wellersburg, Nieder- Bessingen und Nonnenroth.

* Das Automobil. Auf der Landstraße von Hanau nach Gelnhausen wurde vorgestern ein Mann durch ein Automobil umgerannt. Der Angefahrene, ist ein alter Mann von ca. 60 Jahren, anscheinend Handwerker. Das Automobil hatte die Nummer 1551.

* Viel begehrt. Um die neu zu errichtende Stelle eines Kreisbaumeisters sind beim Kreisäusschuß des Land­kreises 231 Bewerbungen eingelaufen. Die Stelle ist mit einen AnfangSgehalt von 3000 Mk. ausgeschrieben.

* Aitfsindimß einer Leiche. Wie derOffenb. Ztg." aus Mühlheim berichtet wird, ist auf der Durchreise der 33jährige Malergehilfe Paul Niedergesäß aus Breslau, un­erwartet mitten im Felde vom Tode ereilt worden. Am 31. August wollen verschiedene Leute ihn am Nachmittag auf den Ortsstraßen zu Mühlheim gesehen haben. Am Ausgange Mühlheims muß er wohl die Richtung nach Bieber ein- geschlagen haben, denn man fand seine Leiche am Samstag morgen gegen 8 Uhr am Zaun der Kreisobstbaumschule. Ein Selbstmord wie auch ein Mord scheint nach Lage der Verhältnisse ausgeschlossen, da die Leiche keine Wunden zeigte

Larven und Nymphen zu hindern vermag. Interessiert durch die Wahrnehmung des Hofgärtners Trumm in Bieb­rich a. Rh., daß in einem mit Azolla canadensis (einer Ver­wandten des Büschelfarns) überwucherten Teiche sich keine Schnakenlarven fanden, veranlaßte das Komitee zur Be­kämpfung der Schnakenplage Versuche in dieser Richtung an­zustellen.

Wir erzielten auch mit der von Biebrich gesandten Azolla sehr befriedigende Ergebnisse. Selbst nach Verlauf von drei Wochen waren in Behältern, welche in verschiedenen Haus­gärten aufgestellt und mit Azolla bedeckt waren, keine Larven zu sehen, während sie in danebenstehenden Wasserfässern, wie sie zum Auffangen des Regenwassers dienen, massenhaft auf- traten. AIs nach Ablauf dieser Frist die Azolla-Decke abge­schöpft wurde, lagen schon am nächsten Morgen eine be­trächtliche Anzahl Eier auf der Wasserfläche. In drei Tagen waren auch die Larven ausgeschlüpft, deren weitere Ent­wicklung keineswegs durch die vorher vorhandene Azolla ge­stört wurde. Larven aber, die wir noch nachträglich unter die Decke der Wasserpflanzen brachten, gingen gewöhnlich im Laufe eines Tages zu Grunde. Die nämlichen guten Erfolge hatten wir mitLemna gibba" (höckrige Wasserlinse), die eine Abwassergrube in der Mühe der Stadt vollständig über­wuchert hatte. Unter dieser Decke konnten wir keine Larven finden, wohl aber eine Unzahl vom Raube lebender Wasser­insekten, wie sie die Leninagewässer gerne zu beherbergen pflegen. Die Wirkung dieser Wasserpflanzen ist eine me­chanische. Die dicht an- und übereinanderliegenden Blättchen verhindern die Larven, genügend Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen. Ihre außerordentliche Ueberwucherung macht die Pflanze zu einem wirksamen Schutz gegen Schnakenbrut­stätten. Solche Plätze brauchen nicht mit Oel bearbeitet zu werden, da die Natur ein dauerndes und ebenso wirksames Schutzmittel geliefert hat. (Azolla canad. ist zu beziehen durch Hofgärtner Trumm, Biebrich a. Rh., Lemna gibba durch das chem. Labor. Gg. Boos, Schwetzingen, Baden.)

Der Kampf gegen die ausgewachsenen Insekten selbst verfolgt einen doppelten Zweck: sie zu töten und sic von Menschen oder Tieren fernzuhalten. Zahlreiche Unter­suchungen wurden schon zur Erreichung dieser Ziele an«

Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1906

und auch nirgends Spuren eines Kampfes zu sehen waren. In Mühlheim neigt man der Ansicht zu, daß der Mann infolge der großen Hitze den Anstrengungen seines Wanderer- lebens erlegen ist oder daß ein Schlaganfall seinem unstäten Leben ein Ende gemacht habe. Die gerichtliche Untersuchung wird wohl Klarheit schaffen.

* Zum Zellhaitsener Mord. Neuerdings hat, wie verschiedene Zeitungen berichten, die Staatsanwaltschaft heraus­gefunden, daß zwischen dem Zellhausener Mord und der vor zwei Jahren erfolgten Ermordung der Telephonistin Haas bei Aschaffenburg gewisse Achnlichkeiten bestehen. Sie hat deshalb von Aschaffenburg die Akten eingefordert, um ge­nauere Vergleiche anzustellen. Der Mörder der Haas ist be­kanntlich noch nicht entdeckt; vielleicht hat er auch das Ver­brechen bei Zellhausen auf dem Gewissen.

* Verunglückt ist am Montag nachmittag in der Ginsberg'schen Diamantschleiferei der 15jährige Lehrling Diehl, der durch unvorsichtiges Hantieren in die Trans­mission geriet und leider nicht unbedenkliche Verletzungen davontrug, sodaß er ins Landkrankenhaus verbracht werden mußte.

* Mainwaffertvârme gestern abend 17 Grad.

Gerichtssaal.

Sitzung des Schöffengerichts vom 4. Sept. 1906.

Der Milchhändler Z. von Großkrotzenburg hat entrahmte Milch als Vollmilch verkauft und erhält wegen vorsätzlicher Milchfälschung 60 Mk. Geldstrafe. Am Abend des 6. Mar entspann sich vor der Wirtschaft von Jäckel in Großauheim eine Rauferei zwischen drei Formern. Die erste Ursache scheint ein Wortwechsel in der Wirtschaft gewesen zu sein, der vor der Tür seine Fortsetzung fand. Als der Ernst K. dem Valentin H. einen Zilinderhut über den Kopf zu stülpen suchte, bekam er von diesem einen Fußtritt vor den Leib. Die gleiche Abführung erfuhr auch der Wilhelm Sch. Ohr­feigen, Püffe, Stöße vor die Brust,, Griffe an die Kehle und dergleichen bildeten dann die Fortsetzung des Intermezzos, das jedoch in seinen Einzelheiten nicht völlig auszuklären ist. Der H. erhält für die Fußtritte 14 Tage Gefängnis, die anderen beiden werden fteigefprochen. Ein hiesiger Maurer­polier übernahm bei einem Neubau des Bauunternehmers Keunecke die Maurerarbeiten in Akkord und gleichzeitig durch Vertrag alle aus den Unfallverhütungsvorschriften erwachsen­den Verpflichtungen, die eigentlich dem Bauleiter obliegen. Da die Verschalungen mangelhaft ausgeführt und die Zimmer nicht verschlossen waren, brach ein zufällig in den Bau kom­mendes Mädchen durch erstere hindurch und erlitt einen Fußbruch, sodaß sie 18 Wochen ans Krankenbett gefesselt war. Wegen fahrlässiger Körperverletzung erhält der unvor­sichtiger Weise dem Bauleiter die Verantwortung abgenommene Nebenbauunternehmer fünfzig Mark Geld­

gestellt. Die Versuche von Celli und Casagrandi (Per in distruzione della zanzare. Soc. ital. per gli studi della malaria) mit riechenden Stoffen, Räuchermitteln oder Gasen die Schnaken zu bekämpfen, besitzen wissenschaftlichen Wert, lassen sich aber praktisch nicht gut ausfiihren. Otto und Neumann (Zeit­schrift für Hygiene. Bd. 50, 1905) fanden, daß allein Nelken­öl, Kümmelöl und Dostenöl rein oder 1:10 verdünnt die Schnaken fernhalten können, jedoch nicht lange:,Termi und Lumbeau (Annali d'igiene sperimentale. Vol. X. 1900) die die Schnaken verscheuchenden Oele unmittelbar auf der Haut oder auf den Kleiden: anwandten, stellten fest, daß von 300 bis 400 untersuchten Mitteln nur zehn auf 12 Stunden im Zimmer oder V»1 Stunde im Freien vor Stichen zu schützen vermögen. Bei unsern im Laufe dieses Frühjahrs und Sommers gemachten Untersuchungen fanden auch wir, daß Nelken- oder Olivenöl am sichersten wirkt.

Ein gutes Derscheuchungsmittel sind kräftige, möglichst rotierende, elektrische Ventilatoren. Alle Feder-Ventilatoren haben sich nach den von genanntem Komitee angestellten vielfachen Versuchen als zu schwach erwiesen. Es ist eine alte Beobachtung, daß die Schnaken mehr dem Lichte, d. h. dem Hellen im allgemeinen nachfliegen, als gerade in eine brennende Flamme." Man wird daher einerseits bevor man Licht macht in einem Zimmer die Fenster schließen, ander­seits ist es aber auch rätlich, bei sinkendem Abend, wenn das Zimmer bereits dunkel ist, die Fenster zu öffnen. Die in dem Raume befindlichen Insekten ziehen dann hinaus, wozu man sie noch durch Zugluft und gelindes AuSräuchern deS Zimmers antreiben kann. Der Rauch insbesondere deS Ta­baks, wirkt ja gleichsfalls verscheuchend. Aber leider kennt man noch keine passendere Anwendung desselben, um sich im Freien vor den lästigen Insekten zu schützen, als eben durch den Zigarrenrauch. 'Ein dichter Tabaksqualm kann auch in einem großen Raum, wenn er etwa zwei Stunden lang auf die Schnaken einwirkt, sie nicht bloß betäuben, sondern sogar töten. Wir haben daher notigen Herbst ein Tabakräucher­pulver hergestellt, womit bereits im vergangenen Winter eine Stadtverwaltung zur Zufriedenheit die Keller und ähn­liche Schlupfwinkel der überwinternden Schnaken aus- räuchern ließ.