MM Blatt,
Hanauer G Anzeiger
Bezugspreis"
Liertciiâhrlich 1,80 Mk., monaUich 60 Pfg., für auS» »ârtigt LLonnmim mit dem betreuenden PostausschlLg.
Die einzelne Num»e feget 10 Pfg.
>»laü«âuck und Verlag der Buchdruckerei deS verein, kN, Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeigcr
Amtlicher Oq«» für AM- M FM-Kreis Km«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EiurückmtgsgevLhr,
Die fünfgespaltene Petitzeil« oder deren Raum IS Pfz, im Reklamenteil die Zeile 35 Pfg.
BerandvmL Redatteur: S. Schrecker in Hana».
Nr. 199 FertesprechMrschlutz 9lr. 605>
Montag den 27. August
Amtliches.
Bekarmtmachttng.
Telegraphenverkehr mit Bosnien-Herzegowina.
Vom 1. September ab wird die Wortgebühr für Telegramme nach Bosnien-Herzegowina von 20 Pfg. auf 15 Pfg. ermäßigt. Die Mindestgebühr für ein gewöhnliches Telegramm beträgt 50 Pfg.
Berlin W. 66 den 23. August 1906.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
J. A.: Münch.
reich entsprechend den höheren Zollsätzen erschwert worden ist. Im übrigen wird solche differentielle Behandlung von Waren spanischer Herkunft hoffentlich dazu beitragen, die spanische Regierung bald einem größeren Entgegen- kommenbeidenHandelsvertragsverhandlnngen geneigter zu machen, was auch im Interesse des deutschen Exports dringend zu wünschen ist.
8 Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Raffau. Für den Kreis Hanau — Land — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Juni 1906 wie folgt:
Laven sind
Fon de' Renten, empsânaern und bezw. waren beschäftigt
Hus Hanau Stadt und Tand.
Hanan, 27. August.
* Or-ensanszeichttnng. Bei Gelegenheit der Truppenschau in Mainz erhielten Oberst Tülff, Kommandeur des Jnf.-Regts. Hessen-Homburg Nr. 166, den Königl. Kronenorden 2. Klasse, Hauptmann und Kompaniechef v. Meding den Roten Adlerorden 4. Klasse.
* Zirm Brigadeexerzieren, das in der Nähe von Weiskirchen stattfindet, ist heute früh das Infanterie-Regiment Hessen-Homburg Nr. 166 ansgerückt. Das Regiment kehrt nun erst nach Schluß des Manövers, also am 19. Septbr., wieder zurück.
* Die Liersch uh Vere ine Hanau und Offenbach
tagen heute abend gemeinsam in Offenbach.
Hk* Aenderungen des Zolltarifs. Durch Gesetz vom 18. Juli er. find unverändert in Wirksamkeit gesetzt worden eine Reihe von der fr anz ö fis ch en Regierung vorgeschlagener A end e r u ug en des Z o Ui artfs, welche namentlich für aus Spanien nach Frankreich eingeführte Waren eine Erhöhung des Generaltarifs bringen. Darunter befinden sich neben Oelen, Früchten, Wein, Likören, Korb- und Korbwaren speziell auch folgende Edelmetallwaren:
Juwelier waren, Bijouteriewaren:
Aus Gold und aus Platin 40 Fr. pro kg
„ Silber und aus vergoldetem Silber 10 „ „ „
Goldschmiedewaren:
Aus-Gold und aus Platin 20 Fr. pro kg
„ Silber und aus vergoldetem Silber 10 „ „ „
während diese Artikel bisher alle nur einem Zoll von 10 Francs unterlagen. Für die deutsche Ausfuhrdorthin, welche ja die Vorteile des zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich bestehenden Meistbegünstigungsverhältnisses genießt, haben diese Aenderungen nur eine indirekte Bedeutung insofern, als ihr gegenüber die Konkurrenz Spaniens in Frank-
Altersrenten Jnval.-Rent Kranlenrent.
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Zusammen |966p82p42 41
Sesamt--
Jahres- beway der bewilligten
Renten
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6
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27
3
60|279|316
17 71 58
© 5
Nach Abgang durâ Tod. rc. bleiben noch zu zahlen
65 10286
2511
38687
60
60
12
27
2
41
23s 3868 80
. Don der Landes-Versicherungsanstalt Hefen-Raisau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt -
9419 Altersrenten
31657
2398\
im Eesamt-Zabreèbetrage von 1,306,862.60 M.
, , „ „ 4,619 041.90 ,
, , , . 381.429.80 „
43474 Renten mit einem Gesamt-Iabresbetrage von 6,307,334.30 W, Hiervon sind nach SmWtdjtigung der durch Tod:c.
erfolgten Abgänge End« Juni 1906 noch zu zahlen.
2791 Altersrenten im Eesamt-Jahresbetrage von 419,794.30 M.
17190 Invalidenrenten , , „ , 2,571,554.— ,
1024 Krankenrenten , „ , , 164 275.40 „
21005 Renten mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 3,155.623.70 M.
Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 1,050.250.— „
Mithin bleiben Ende Juni 1906 aus Mitteln
der Landes-Versicherungsanstalt Hesien-Nassau an Renten
zu zablen iâbrlich ...... 2.105 373 70 M.
k'O. Vor 40 Jahren. (Kurhessische Erinnerungen. Vor 40 Jahren, am 26. August 1866, kehrte der Flügeladjutant des Kurfürsten Major Louis v. Eschwege mit der Antwort des Königs von Preußen an den Kurfürsten aus Berlin nach Stettin zurück. ■ Eschwege war am 20. August von Stettin nach Berlin gereist, um dem König von Preußen persönlich ein Schreiben zu überbringen, in dem der Kurfürst der beabsichtigten Annexion gegenüber die Schuld-
Nernfprechanschlutz Nr. 605. 1906
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losigkeit seines Handelns und die Unverletzlichkeit seines Recht, darlegte, und die verwandtschaftliche Gesinnung seines tonig' lichen Vetters anrief. In dem Antwortschreiben König Wil, Helms versicherte dieser, daß er die Bande der Blutsverwandt^ schäft, die ihn mit dem Kurfürsten verknüpften, nicht ver gessen werde, aber die Annexion von Kurhessen sei eine un- widerrustich beschlossene Sache. In allem, was seine Person betreffe, werde der Kurfürst in ihm den treuen Verwandten wiederfinden. Am folgenden Tage traf die Gemahlin des Kurfürsten, die am 16. Juni von Wilhelmshöhe abgereift war und sich bis dahin in Basel aufgehalten hatte, in Stettin ein und nahm Wohnung im Hotel de Prufse, in das nunmehr auch der Kurfürst übersiedelte. An demselben Tage rückten die kurhessischen Truppen aus Mainz ab, nachdem das 8. Bundesarmeekorps bereits am 10. August aufgelöst worden war. Am 29. August zogen die Hanauer, am 30. die Fuldaer, am 4. September die Casseler wieder in ihre Garnisonen ein, unter freudiger Teilnahme der Bevölkerung. Nur die Schwadron Baumbach vom 2. Humreuregiment, die bei Aschaffenburg den Oesterreichern den Rückzug deckte, hatte Verluste zu verzeichnen. Rittmeister v. Baumbach war gefallen, Leutnant v. Schachten und andere waren verwundet worden.
* Die Verunreinigung des Maines wird in ein richtiges Licht gesetzt durch eine Bekanntmachung, die der Höchster Bürgermeister im dortigen Kreisblatt erläßt. Sie lautet: „Das badende Publikum wird dringend davor gewarnt, Mainwasser zu verschlucken. Hat trotzdem ein Verschlucken stattgefunden, so ist der Mund mit frischem Leitungswasser an Ort und Stelle auszuspülen und zu Hause ist eine gründliche Ausgurgelung des Mundes und Halses mit Salzwasser vorzunehmeu.
* Der Bierkrieg. Eine Folge des Bieraufschlags der Ringbrauereien ist die Neuausschreibung der Bierlieferung für die Kgl. Pulverfabrik mit eineni Bedarf von etwa 800 Hektoliter jährlich. Der seitherige Lieferant war eine hiesige dem Ring angeschlossene Brauerei, welcher die Bierlieferung infolge des Aufschlags entzogen wurde.
* Ungebetene Kontrolleure. In einer in der Nähe der Jnfanteriekaserne befindlichen Wirtschaft trank gestern abend ein Gärtner ein Glas Bier. Ein Barbier und ein Former hielten sich hierüber durch anzügliche Redensarten auf, schließlich wurde der Former handgreiflich, sodaß der Wirt von seinem Hausrecht Gebrauch machen mußte. Ein Gelegenheitsarbeiter Weigand, der sich auch einmischte, schlug von draußen eine Fensterscheibe der Wirtschaft ein und verletzte sich dadurch an den Händen, sodaß er sich ins Landkrankenhaus zur Verbindung der Wunden begeben mußte. — Schattenseiten des Bierkrieges!
Kleines Feuilleton.
Kunst und Leben.
* Jubiläum der „Frankfurter Zeitung". Vorgestern und gestern beging die „Frankfurter Zeitung" das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich die Jubilarin zu einem Weltblatt emporgeschwungen, begünstigt durch den Umstand, daß ein Mann wie Leopold Sonnemann ihr Gründer und Leiter war, der stets die geeigneten Kräfte zur Mitarbeit heranzuziehen verstand, der frei von Engherzigkeit mit weitem Blick stets erkannte, was einer Zeittmg not tut, die sich hinausarbeiten und auf der Höhe bleiben will. Vorgestern Abend fand ein glänzender Empfang im Festsaale des „Frankfurter Hofes" statt, zu welchem zahlreiche auswärtige Mitarbeiter der Zeitung und Vertreter staatlicher und städtischer Behörden, sowie des Handels, der Industrie und der Presse erschienen waren. Auch der Reichskanzler Fürst Bülow hat in einem Schreiben an den Berliner Vertreter der „Frankfurter Zeitung" die Bedeutung dieser Zeitung auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik anerkannt und dem Begründer der Zeitung Leopold Sonnemann, sowie allen Mitarbeitern desselben Glückwünsche und Grüße übermitteln lassen. Redakteur Otto Hörth begrüßte die Festgäste im Namen und Auftrag der Geschäftsführung und der Redaktion, deren Senior er zur Zeit ist. Es ist uns leider nicht vergönnt, so sagte der Redner, unsern allverehrten Chef Herrn Sonnemann, der mit der „Franksilrter Zeitung" sein fünfzigjähriges Jubiläum als Herausgeber und Leiter feiert, in unserer Mitte zu sehen. Herr Sonnemann befindet sich ziemlich wohl und ist auch geistesfrisch, aber in Rücksicht auf seine Gesundheit getraut er sich nicht, die Strapatzen eines späten und voraussichtlich langen Empfangsabends müzumachen.
Unter unseren Ehrengästen begrüßen wir vor allem die Vertreter städtischer uud staatlicher Behörden, die Vertreter des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung, der Frankfurter Handelskammer, der kaiserlichen Oberpostdirektion. Die „Franffurter Zeitung" steht mit den Behörden in mancherlei ständiger Berührung, aber die Beziehungen sind geschäftlicher Natur und diese sind bekanntlich nicht immer die angenehmsten. Desto mehr freut es uns, daß wir mit den Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden einmal eine fröhliche Stunde genießen können und daß wir heute die Gelegenheit haben, ihnen für die freundliche Berücksichtigung, die sie uns vielfach angedeihen ließen, unseren herzlichen Dank abzustatten. Mit der Stadt Frankfurt ist die „Frankfurter Zeitung" noch besonders eng verbunden. Sie trägt ihren Namen von der Stadt Frankfurt, und so ist diese alt-ehrwürdige und so jugendlich-moderne Stadt die Patin und Namcnspatronin der „Frankfurter Zeitung". . Wir sind uns der Pflichten gegen unsere hohe Patronin stets in vollem Umfange bewußt, ich glaube aber auch ohne Ueberhebung sagen zu dürfen, daß die „Frankfurter Zeitung" ihrer Packn und Namenspatronin Ehre macht, und daß unter den Weltberühmtheiten Frank- furts neben Goethehaus, Rothschildhaus, Ariadne, Palmengarten, Börse usw. auch die „Frankfurter Zeitung" ihren Platz einnimmt und würdig ausfüllt. Wir geben uns wenigstens alle Mühe, unser hohes Ziel zu erreichen, und das ist: das Frankfurter Weltblatt immer mehr zu werden und zu bleiben! Wir begrüßen sodann unsere Kollegen vom Fach, die Vertreter hiesiger und auswärtiger Zeitungen, des Frankfurter Journalisten- und Schriftstellervereins, des Deutschen Schriftstellerverbands und des Vereins deutscher Zeitungsverleger. Es ist ein seltenes Ereignis, daß wir in dieser Weise zusammenkommcn. Ich darf wohl die Hoffnung aussprecheu, daß die paar vergnügten Stunden, die wir hier zusammen verbringen, der journalistischen Kollegialität förderlich sein werden. Es folgte eine lange Reihe von Glückwünschen und Reden.
Gestern vormittag veranstaltete die „Frankfurter Zeitung" im Festsaale des Zoologischen Gartens eine akademische Feier, zu welcher weitere Kreise der Bürgerschaft Frankfurts, insbesondere des Handels und der Industrie, das Beamten- und Arbeiter-Personal der Zeitung und andere mehr geladen waren. Ein Prolog, vorgetragen vom Oberregisseur des Franksilrter Schauspielhauses, Quinke, leitete die Feier ein. Der Direktor der Frankfurter Societätsdruckerei, Curti, gab in einer von den sehr zahlreich Erschienenen mit Beifall aufgenommenen Rede einen Ueberblick über den Werdegang der „Franksilrter Zeitung" und über ihre Stellungnahme zu den geschichtlichen Ereignissen der letzten 50 Jahre. Orchestermusik eröffnete und beschloß die festliche Veranstalcking.
Zum fünfzigjährigen Jubiläum der „Frankfurter Zeitung* haben Herr und Frau Leopold Sonnemann dem Aufsichtsrat der Frankfurter Sozietäts-Druckerei G. m. b. H. Mk. 100000 übergeben, welche nach den näheren Bestimmungen des Aufsichtsrats als ein verzinslicher Jubiläumsfonds zu Gunsten der Angestellten verwendet werden sollen. Außerdem hat aus Anlaß dieses Jubiläums Frau Rosa Sonnemann der Frankfurter Augenheilanstalt für Arme Mark 10 000 überwiesen, deren Zinsen für Abgabe von Heilmitteln an bedürftige Kranke, Bewilligung von Freibetten und zur Unterstützung armer Augenleidender bestimmt sind. Die Verwaltung der Frankfurter Sozietäts-Druckerei G. m. b. H. hat beschlossen, den in dem Unternehmen beschäftigten Personen als eine Jubiläumsgabe einen Monatsgehalt beziehungsweise das Mereiw- halbfache des Wochenlohncs zu überweisen.
Albumblätter.
Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort Der Frauen weit geführt.
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Verfüge nie über dein Geld, bevor du es haft.