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L^uMreis'

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Die outete1 N-um»«! Lostet 10 Pfg.

Eirrrückungsgebühr r

TstatümZdrrrc? und Verlag der Buchdruckerei des verein, o, Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- md Landkreis Kama.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- nudFeiertage, kelletristischs: Beilage.

Die sünfgespalteu« PUitMi »der deren Raum 15 Wz,

BercmtsmÄ. Kââeurr T. Schrecker m HMM^

Ml. 196 Fernsprechanschluh Nr. «05.

Amtliches.

Eandkreis Hanau.

MuâchMW les .Migli-ev LUhrstsMs.

Unter dem S^roeinebeftanbe des Gastwirts Fromm zu N euw irtsh aus ist die Rotlaufseuche festgestellt worden.

Die Gehöftssperre ist angeordnet.

Hanau dm 22. August 1906.

Der Königliche Landrat.

Y 6163 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Ravolzhausen ist die Rotlaufseuche unter den Schwemm erloschen.

Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 21. August 1906.

Der Königliche Landrat.

Y 6162 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Handelsregister.

Firma Margarethe Gutmann in Hanau: Unter dieser Firma betreibt die Ehefrau des Kaufmanns Franz Joseph Gutmann, Margarethe geb. Fischer, in Hanau ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmcmn.

Dem Kaufmann Franz Joseph Gutmann in Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 20. August 1906.

Königliches Amtsgericht 5. 17389

In unser Handelsregister Abt. B ist heute bei der unter Nr. 12 eingetragenen hierorts domizilierten Aktiengesellschaft in FirmaConrad Deines junior, Aktiengefell- schaft" folgendes eingetragen worden :

Das Grundkapital soll nach dem Beschlusse der Generalversammlung vom 11. Juni 1906 um 60 000 Mark, also von 340 000 Mk. auf 400 000 Mk. erhöht werden.

Fabrikant August Deines ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Das bisherige Vorstandsmitglied Hein­rich C. Deines in Hanau ist zum alleinigen Voifftand bestellt worden mit dem Rechte, die Firma durch alleinige Unterschrift zu zeichnen.

Dem Kaufmann Rudolf Deines in Hanau und dem Kaufmann Carl Frank in Hanau ist Ge­samtprokura derart erteilt, daß sie beide gemeinschaft­lich zur Vertretung der Firma befugt sind.

Hanau den 22. August 1906.

Königliches Amtsgericht. 5. 1739o

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanan, 23. August.

Beamten-Personalnachrichten.

Ern annt: Der Staatsanwaltschaftsrat Mantell inCaffel zum Ersten Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft in Mün­chen-Gladbach, die Amtsrichter vom Hof in Frankenberg und Lattmann in Schmalkalden zu Amtsgerichtsräten, die Rechts­kandidaten Katzenstein und Brillerty zu Referendaren, der bisherige Privatdozent an der Universität Berlin, Prof. Lie. Dr. Wo bbe-rmin zum außerordentlichen Professor in der Theologischen Fakultät der Univeichität Marburg, der zweite Pfarrer Kahl zu Frankfurt a. M.Bockenheim zum ersten Pfarrer daselbst, der Pfarrer Otto zu Dudenrode zum Pfarrer in Großenenglis, Klasse Borken, der reformierte Pfarrer Fischer zu Gemünden, reformierte Klaffe Franken­berg, zum reformierten Pfarrer in Rauschenberg, in derselben Klasse, der Katasterlandmesser Kürschner zum Kataster­kontrolleur unter Uebertragung der Verwaltung des Kataster- amtes Zempelburg vom 1. Oktober d. J. ab.

Uebertragen: dem Pfarrer Paulus die Vertretung des bis Ende dieses Jahres beurlaubten Pfarrers Reiß zu Wichte, dem seitherigen Kreiskaffengehilfen George in Ziegen­hain die nebenamtliche Verwaltung der Königlichen Forstkasse in Neukirchen auf Widerruf.

Ueberwiesen: an Stelle des mit der fommiffarifeben Verwaltung des Landratsamts zu Lüben beauftragten Regie- rungsassessors v. Liers u. Wilkau der Regierungsassessor Dr. Plate dem Königlichen Ober-Präsidium zu Cassel zur weiteren dienstlichen Verwendung.

Versetzt: der Staatsanwalt Claaßen von Dortmund nach Cassel, der Strafanstalts-Aufseher Wiegand von Ziegen­hain noch Elberfeld

Donnerstag den 23. August

Verliehen: dem Superintendenten Wissemann zu Hofgeismar der Königliche Kronenorden 3. Klasse, dem Ober- Steuerkontrolleur Blume in Hanau der AmtstitelSteuer­inspektor".

Allerhöchst erteilt: dem Landrat« v. Ditfurth in Rinteln die Erlaubnis zur Anlegung des Offiziers-Ehren» kreuzes des Fürstlich Schaumburg-Lippischen Hausordens, dem Kreissekretär Kanzleirat Loock in Rinteln die Erlaubnis zur Anlegung des Ehrenkreuzes 4. Klasse des Fürstlich Schaum­burg-Lippischen Hausordens.

* Zurückziehung des weiblichen Personals vom Schalterdienst. Auf den preußisch-hessischen Eisen­bahnstationen waren seit geraumer Zeit weibliche Beamte im Schalterdienst beschäftigt. Nach einem neuen Erlasse des Eisenbahnministers sollen nun die Fahrkartenverkäuferinnen auf den preußisch-hessischen Eisenbahnstationen nach und nach aus dem Schalterdienst wieder zurückgezogen und durch männ­liches Personal ersetzt werden. Die zurückgezogenen Gehil­finnen sollen im Telegraphen-, Telephon- oder Bureaudienst Verwendung finden. Im Schalterdienst, bezw. im Verkehr mit dem Publikum, scheinen sich sonach die weiblichen Per­sonen nicht sonderlich bewährt zu haben.

* Hochzeit im Hause Isenburg. Die Vermählung des Prinzen Albert zu Schleswig - Holstein - Sonderburg- Glücksburg, preußischen Oberstleutnants und Kommandeur des Garde-Kürassier-Regiments, mit der Gräfin Ortrud zu Isenburg-Büdingen wird Ende des Monats Oktober auf dem Schlosse Meerholz bei Gelnhausen stattfinden, dem Wohn­sitze des Bruders der Braut, des regierenden Grafen Gustav zu Jsenburg-Büdingen-Meerholz.

* Erledigte BmrWeHx. Bewerb^, u» die infolge Versetzung ihres seitherigen Inhabers erledigte Pfarrstelle zu Kruspis, Klasse Hersfeld, können ihre Melbungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an Königl. Konsistorium in Cassel einreichen.

* Der Bierkrieg wird nunmehr auch in Offenbach ausbrecken. Vorgestern nachmittag fand dort imSchützen- Hof"-Saale eine von 200 Wirten besuchte Versammlung statt, in der über die durch Unnachgiebigkeit der Frankfurter Brauereien geschaffenen Lage gesprochen und folgende Reso­lution einstimmig angenommen wurde:Die heute in Offen­bach a. M. tagende, zahlreich besuchte öffentliche Wirtever­sammlung bedauert, daß die bisherigen Verhandlungen mit den Brauereien bezüglich Zurückziehung oder Ermäßigung der seit dem 1. August eingetretenen Bierpreiserhöhung trotz mehrerer, im beiderseitigen Interesse liegenden Vorschläge seitens der Wirtekommission, insbesondere aber des Frank­furter Gewerkschaftskartells, welches im Sinne einer fried­lichen Vermittlung nur 50 Pfg. Aufschlag pro Hektoliter vorgeschlagen hatte, zu keinem Resultate führten. Die Ver­sammlung ist ferner der Ansicht und erklärt sich damit ein­verstanden, falls die Brauereien in der auf Donnerstag den 23. ds. anberaumten gemeinschaftlichen Sitzung auf vorge­nannten Vorschlag unter Belassung der seither je nach Maß­gabe des Verbrauchs an die einzelnen Abnehmer gewährten Rückvergütung und Tragung des Oktrois nicht eingehen sollten, den Äusschankpreis für Glasbier vom 25. August ab um einen Pfennig zu erhöhen. Sie überlassen es daher dem biertrinkenden Publikum, dem Gias- und Flaschenbiergenuß im eigenen Interesse so lange zu entsagen, bis ihre'äußerst bescheidene Forderung seitens der Brauereien anerkannt wird. Gleichzeitig verpflichten sich die Anwesenden gegenseitig durch Unterschrift, strengste Solidarität zu üben." Inzwischen ist dem Vernehmen nach die Mitteilung eingegangen, daß die Brauereien auf jede weitere Verhandlung mit den Wirten in dieser Angelegenheit verzichten. Damit ist der Beginn des Bierkrieges oder Biertrinkerstreikes am nächsten Samstag außer Frage gestellt.

* Fahrlässige Toirrng. Wie noch erinnerlich sein wird, wurde am Morgen des 8. Juli beim Keuneckeschen Neubau Lamboystraße 51 ein Mann von einer berunter- stürzenden Gerüststange zu Tode getroffen, die ein Lehrling aus dem dritten Stock auf die Erde warf. Der leichtsinnige Junge, der Stuckateurlehrling Eduard Goy aus Heldenbergen, dem übrigens das Herunterwerfen von Bauuiensilien zuge­standenermaßen vom Meister streng verboten war, hatte sich gestern vor der hiesigen Strafkammer wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er gab an, er sei an jenem Tage mit einem Gesellen beim Abbruch des Gerüstes beschäftigt gewesen und habe die Stange ans Bequemlichkeit von oben herunterwerfen wollen. Zuvor habe er sich aber erst genau überzeugt, daß niemand unten war und auch, als der Balken bereits in der Schwebe hing, vor dem letzten Abstoßen noch mal nachgeseben. Als dann die Stanae den ersten Stock

Fernsprechanschlntz Nr. 605. 1906

erreicht hatte und dort infolge Aufschlagens mit dem einen Ende sich in der Luft drehte und nach her Hausecke zu wandte, kam gerade um diese herum der dort mit Esfenholen und Kaffeekochen beschäftigt gewesene Mann namens Schädel. Dieser wurde von dem drei Meter langen und 10 bis 15 Zentimeter dicken Holzstück so unglücklich getroffen, daß er sofort mit zertrümmerter Hirnschale tot zu Boden stürzte. Der Lehrling behauptet noch, der Annahme gewesen zu sein, daß Schädel bereits zum FÄhstückholen ausgegangen sei und ein Hinzukommen anderer Personen nicht befürchtet habe, da Schädel, der von der in der Nähe des Unfalls sich befindlichen Wasserstelle zur fraglichen Zeit Kaffeewasser Holm wollt«, der einzige war, dessen Hinzukommen befürchtet werden konnte. Das Gericht billigt in Anbetracht dessen, daß der Lehrling doch immerhin ziemliche Vorsicht beobachtet hatte, diesem mildernde Umstände in inertestem Maße zu und erkannte auf drei Tage Gefängnis.

Jg. Die HunÄstage gehen am 23. August zu Ende. Die Sonne tritt in das Zeichen der Jungfrau. Im großen ganzen herrschte normales oft kühles Wetter. Jetzt, nach Ablauf der Hundstage, ist jedoch eine Hitz welle im Anzuge, die uns vielleicht noch heiße Tage bringen wird. Hoffentlich wirds nicht gar zu bunt.

* AbgeKürzt. Der Spenglermeister A. Fromm, wohnhaft in der Hofpitalstraße, war am Dienstag nach­mittag in der Rosenstraße mit dem Anbringen einer Dach­rinne beschäftigt. Er stellte sich dabei auf eine am Gerüst als Schutzlehne dienende Gerüststange, die aber entzweibrach, wodurch Fromm aus einer Höhe von 7 m in die Tiefe, in den Hofraum stürzte und sowohl innere Verletzungen wie auch äußere Quetschungen erlitt. Er wurde ins SanbEr anten* haus gebracht.

* Groben Unfug verüble in verflossener Nacht in der Römerstraße ein Kellner, der sich dabei auch noch der B«- amtenbeleidigung schuldig machte.

* (Einges.) Der kathol. Borromânsverein richtet sein Ziel gegen die Flut der sittenlosen Belletristik; er liefert zu billigem Preise seinen Mitgliedern Bücher edlen Jnhalres, und bietet deren Familien eine edle Unterhaltungsliteratur dadurch, daß er durch einen Bolen jeden Monat zu den ein­zelnen Mitgliedern interessante Bücher zum Umtausch schickr. Dieser praktische und zugleich ideale Nutzen des Vereins möge doch recht viele Katholiken zum Beitritt bewegen. Der Ge­schäftsführer des Vereins, Herr Kaplan Trageser nimmt Anmeldungen gern entgegen, zumal je nach der Zahl der Mitglieder jedes Jahr eine Anzahl Bücher uns geschenkt werden für unsere katholische Volksbibliothek, in diesem Jahre für zirka 7080 Mark. Doch soll jeden Monat bie nötige Auswahl von Büchern in die einzelnen Familien kommen, soll überhaupt der Verein in Blüte stehen, dann dürfen die Bücher unter keinen Umständen zu lange in den Familien bleiben. Wie kann man denn Bibliorheksbücher, die doch fremdes Eigentum sind, sogar Jahre lang dem Verein ent­ziehen und sie zu Hause liegen lassen! Der Geschäftsführer des Vereins spricht darum hiermit die dringende Ditte aus, daß doch alle Borromäusvereinsbücher, die schon längere Zeit in den Familien sein sollten, so bald als möglich zwecks Ordnung der Bibliothek in das katholische Pfarrhaus abge­liefert werden möchten, und daß die verehrten Mitglieder des Vereins doch kein Buch über einen Monat in ihrer Familie behalten.

* Sodenpreise. Im Monat Juli 1906 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 kg Piehl zur Speisebereitung aus Weizen 36 Pf., Roggen 29 Pf., Gcrsten- Grarrpe 45 Pf., -Grütze 39 Pf., Hafergrütze 44 Pf., Hirst 33 Ps., Reis, Java (mittlerer) 48 Pf., Kaffee, Java­mittlerer (roh) 2 Mk. 40 Pf., gelber (in gebrannten Bohnen) 3 Mk. Pf., Speisesalz 20 Pf., Schweineschmalz 1 Mk 80 Pf.

* Marktpreise. Im Monat Juli 1906 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 18.55, Roggen Mk. 17'08, Gerste Mk. 16.88, Hafer Mk. 17.75, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19., Speise- Bohnen (weiße) Mk. 32.50, Linsen Mk. 60., Eßkartoffeln Mk. 6.64, Richrstroh Mk. 5.77, Krummstroh Mk. 4.93 Heu Mk. 7.03, Rindfleisch im Großhandel Mk. 139.; ns Kleinhandel für 1 k? von der Keule Mk. 1.60, vom Baucht Mk. 1.50, Schweinefleisch Mk. 2., Kalbfleisch Mk. 1.60 Hammelfleisch Mk. 1.55, Speck (geräuchert) Mk. 2.30 Eßbutter, Mk. 2.53, Eier ein Schock 60 Stück Mk. 3.90.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk Cassel sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Stadtkreis Cassel: Cassel (Verdacht.) Kreis Eschwege: Aue, Nieder­dünzebach, Friemen (Verdacht). Kreis Witzenhausen: Huben- rode. Rommerode (Verdacht). Schweinestuche (Schweinepest).