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SiatchLhrlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., str -u»- 7ätti> Wonn enteil am deut betrefseuden Pofia»ffchi«g Die «iszelse Ruau»r kotzet 10 Pfg.
Aotatimkbrmk asb Verlag der Buchdruckers WS rerem- «. Waisenhauses m Hamm.
General-Auzeiger
Amtliches CiM für Stoib und Landkreis gonot
Erschedtt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die Kuszespäue P-titzeil« oder beten Raum 15 PsA im PcklmneMe« die Zeile 35 Ps»
Nr. 192 »«nfpwdxmfdjM w. ces. Samstag den 18. August
Fevnsprechanschltttz Nr. 605.
1906
Amtliches.
Von beachtenswerter Seite ist darauf hingewiesen worden, daß die auf den Straßen seilgehaltenen Mineral-Wässer, wie Selterser, Soda-Wasser u. a. m. an die Abnehmer stets eiskalt verabfolgt werden und daß der Genuß so kalten Wassers, welcher schon in normalen Zeiten leicht ernste Verdauungsstörungen von längerer Dauer nach sich ziehe, beim Drohen her Cholera die Neigung zu ähnlichen Erkrankungen befördere.
Im Auftrage des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten werden daher die Verkäufer von Mineral-Wâffern im Ausschanke hiermit angewiesen, das Getränk fernerhin, gleichviel, ob die Cholera droht oder nicht, nur in einem der Trinkwasser-Temperatur entsprechenden Wärmegrade von etwa 10° Gels. abzugeben. Gleichzeitig wird das Publikum vor dem Genusie eiskalter Getränke überhaupt, also auch des zu kalten Bieres, insbesondere aber der Mineral-Wässer gewarnt.
Cassel am 2. Mai 1906.
Der Regierungs-Präsident.
Z. V.: Mejer.
Stadtkreis Ranau»
Der Bureaudiener Georg Karl Daus — wohnhaft zu Hanau, Josephstr. Nr. 7 — hat um Entlastung seines am 13. Dezember 1890 zu Grünburg i. H. geborenen Sohnes Karl Albert Daus aus dem preußischen Staatsverband hehufs Auswanderung nach Nord-Amerika nachgejucht.
Hanau den 17. August 1906.
Königliche Polizei-Direktion.
P 5656 v. Beckerath.
Landkreis Yans«. Bk!mt«chW« des Mizli-k» ÄsnörnfSamts.
In Dörnigheim ist unter den Schweinen die Schweineseuche festgestellt.
Die Gehöftsiperre ist angeordnet.
Hanau den 16. August 1906.
Der Königliche Landrai.
V 6009 I. A.: C onra d, Kreissekretär.
In Rüdigheim ist unter den Schweinen die Schweuie- jeuche festgestellt.
Die Gehöftssperre ist angeordnet.
Hanau den 16. August 1906.
Der Königliche Landrat.
V 6031 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Festgestellt: Die Schweineseuche in D r e i e i ch e n h a i n, Langen, H eusensta mm, Rump enh eim und Mühl- tzeim (Kreis Offenbach).
Die Gehöftsiperre ist angeordnet.
Hanau den 16. August 1906. V 5998
Hus l^anau Stadt und fand.
Hanau, 18. August.
* Elterngottesvienst. Am morgigen Sonntag soll der Konfirmanden unt e rri cht, der jetzt wieder begonnen hat, durch den um ^/, 10 Uhr stattfindenden Hauptgottesdienst für die Glieder der Johannisgemeinde feierlich eingeleitet werden. Es soll in diesem Gottesdienst der Pflichten, welche die Zeit der Vorbereitung auf die Konfirmation den Elten: und Kindern auflegt, besonders gedacht werden. Wir verfehlen nicht, die Eltern und Angehörigen der Konfirmanden der Johannisgemeinde auf den für sie wichtigen Gottesdienst auch auf diesem Wege noch einmal aufmerksam zu machen, und sie im Namen der Geistlichen Md Geltesten der Gemeinde hierzu herzlichst einzuladen.
* Kirchenchor Wr Johanuiskirche. Nächsten Montag, abends um 8 Uhr, nehmen im Nebungssälchen der Kirche die Proben wieder ihren Anfang (s. Annonce). Die Mitglieder find hierzu freundlichst eingeladen. Damen nub Herren mit guten Stimmen finden jederzeit Aufnahme, die beim Dirigenten bewirkt werden kann. Die Auswahl der Gesänge für die vorgesehenen liturgischen Gottesdienste, Volks- kirchenkonzerte rc. ist bereits getroffen. Es fommen zur Einübung eine Anzahl ansprechende und packende Chöre, darunter solche von älteren Meistern. Daneben ist den Mitwirkenden Gelegenheit geboten, das hauptsächlichste in der Gesangestechnik sich anzueignen, soweit dies im Chorgesang erforderlich ist, wodurch eine Beteiligung am Gesang mit gutem Erfolg ermöglicht wird.
* Ausflug des Gefchichtsvereins. Aehnlich wie in früheren Jahren unternimmt der Hanauer Geschichtsverein Sonntagden 26. August einen Ausflug mit Damen nach Butzbach, Münzenberg und Klo st er Arnsburg. Die Abfahrt erfolgt früh 7.53 ab Hanau-Ost mit Rückfahrkarte III. Klasse Butzbach. Ankunft in B u tz b a ch 9.21 vormittags. Besichtigung des dortigen Museums (reiche Sammlung. hessischer Trachten, Bauernstuben und Küche, römische Altertümer) und der sonstigen Sehenswürdigkeiten (Stadtbefestigung, Markuskirche, Wendelinskapelle, Rathaus, Michaelskapelle, Solmser Schloß, Landgräfliches Schloß). Um 11.46 vorm. Weiterfahrt mit der Nebenbahn nach Münzenberg. Dort an 12.11, Besichtigung der Burgruine (das sog. „Wetterauer Tintenfaß," prächtiger romanischer Palas, vom nördlichen Turm weite Fernsicht auf Wetterau, Taunus und Vogelsberg) Kirche. Mittagessen bei Jäger' „zur Burg Münzenberg", trockenes Gedeck 2 Mk. Um 3.31 nachm. Weiterfahrt mit der Bahn nach Kloster Arnsburg, dort an gegen 4 Uhr. Besichtigung der hochintereffanten Klosterruine, erbaut um 1200, Begräbnisstätte der ersten Hanauer Edelherren (Grabsteine), prächtiger Park, gute Restauration. — Rückfahrt ab Arnsburg abends 7.32, Ankunft in Hanau-Ost 11.28. Wer auf Arnsburg verzichtet, kann schon ab Münzenberg 4.46 nachm. zurücksahren und ist 6.59 abends in Hanau-Ost. Gesamt- fahrkosten III. Klaffe ca. 3 Mk., bei mindestens 30 Teilnehmern. Anmeldungen zur Teilnahme werden bis spätestens Mittwoch den 21. August an Herrn Heinrich Heusohn, Augustastraße 21, durch Postkarte erbeten.
* Z««r Zellhäuser MäDchenMorde. Die Sicher- Heitsorgane arbeiten unausgesetzt an der Ermittelung der Schaueraffäre von: 7. August. Die bis jetzt vollzogenen 5 auswärtigen Verhaftungen hatten sämtlich ein negarives Resultat und mussten zur Freilassung der Verdächtigen führen. Vorgestern wurde zwischen Fechenheim und Bergen ein walzender Bäckerdursche festgenommen, den man mit einer gewissen Zuversicht für den Mörder halten konnte, zumal das von der Darmstädter Staatsanwaltschaft erlassene Signalement auf ihn annähernd paßte. Der Häftling wurde gestern mittag unter Gendarmeriebedeckung der Seligenstädter Amtsgerichtsbehörde vorgeführt, woselbst sich die Herren Oberstaatsanwalt v. Hessert und Kriminalkommissar Repp ans Darmstadt eingefunden hatten. Nach eingehendem Verhör wurde der Bursche dem Hauptzeugen bei der Bluttat, einem 13jährigen Schneiderssohn aus Zellhausen,-vorgestellt, der indessen mit Bestimmtheit zu Gunsten des Sistierten aussagte. Der Festgenominene behauptete, sich am Mordtage zu Vacha bei Gerstungen in Thüringen ausgefallen zu haben. Sofortige Drahtanftagen bei der bortigen Polizeibehörde bestätigten diese Angabe, worauf der Verdächtige alsbald in Freiheit gesetzt wurde. — Aus Aschaffenburg wird folgendes geschrieben: Am letzten Dienstag, nachmittags 5 Uhr, kam in die Wirtschaft von Ammerschläger in der Hanauerstraße ein ca. 40 Jahre alter Mensch, schrieb eine Postkarte und übergab diese zur Besorgung der Wirtstochter, die gerade zum Briefkasten ging. Dem Mädchen fiel die Adresse: „An das kgl. Amtsgericht Seligenstadt", sowie die Unterschrift „Ein Fremder" auf, es las die Karte und brachte sie ihren Eltern zurück. Inzwischen war aber der Mann fortgegangen. Auf der Karte stand, daß der Schreiber den Mörder der Frida Weih in Hanau getroffen habe. Dieser habe ihm von dem Morde erzählt und sich sehr auffällig benommen usw. Die Karte enthielt noch das Signalement des angeblich in Hanau getroffenen Mörders. Auffallender Weise paßt dieses aber auch, wie die Wirtsleute versichern, auf den Kartenschreiber und mit dem, das bei der Staatsanwaltschaft über den Mörder vorliegt. Die Karte enthielt noch die Aufforderung an die Seligenstädter Polizei, den Mörder in Hanau zu suchen. Unsere Polizei mürbe sofort verständigt, doch gelang es ihr trotz eifriger Recherchen nicht, des Mannes habhaft zu werden; auch eine am nächsten Tage mit dem Rade in die weitere Umgebung unternommene Nachforschung war ohne Erfolg. Die Wirtsleute erkannten in dem Kartenschreiber einen Mann, der schon früher bei ihnen war und sich Fntz Taut nannte. Er erwähnte damals, daß ihn in Hanau unter dem 9tamen „Taute Fritz" jedes Kind kenne. Auch in der Wirtschaft Spinnler in der Goldbacherstraße verkehrte er au dem kritischen Dienstag, stahl dem Wirt eine Tabaksdose mit dem Bildnis des Papstes, aus welcher er die Gäste bei Ammer'schläger schnupfen ließ. Man nimmt an, da der Gesuchte ohne Mittel ist, daß er sich in der hiesigen Nachbarschaft versteckt aufhält, und hofft, seiner noch habhaft zu werden. Man vermutet, daß man es hier mit dem Mörder selbst zu tun hat.
* Maittwaflerwärme gestern abeird 17 Grad.
Die heutige Ruwurer umfasst außer dem lruterhaUuuasbtatt 14 Seiten.
* Der Verein der Hochspeflartfrennde Rothen» bitch unternimmt nächsten Sonntag den 19. d. M. wieder eine seiner beliebten Vereinswanderungen, bei welcher, außer anderen hübschen Waldwegen auch der in den Forstschule« der ganzen Welt rühmend genannte und von den Forstbeamten aller Länder besuchte Waldbezirk „Zuber" durchwandert wird. Ab Frankfurt Ostbahnhof 5.17 mit Sonntagfahrkarte nach Aschaffenburg. Umsteigen. Rückfahrkarte nach Heigenbrücken. Gesamtmarschzeit 6ss,-—7 Stunden. Gäste können durch Mitglieder eingeführt werden. Mitglieder - Anmeldungen (Jahresbeitrag 1 Mk.) nimmt entgegen Herr Wilh. Krad, Marktstraße 5.
* Dem Seit cf en bergischen Namrhistorische« Mnfennt in Frankfurt a. M. wurde von dem Direktor der Deutschen Dank in Berlin, Arthur Gminner, dem. daS Museum schon manches Geschenk verdankt, wiederum ein prachtvolles Schaustück für die paläontologische Sammlung geschenkt, eine vorzüglich erhaltene versteinerte Palme, Fla- bellaria major, aus dem Eocän von Monte Dolca bei Verona. Auf einer grauen Kalkplatte liegt der über 2 Meter große Stamm der Palme mit 4 großen Blattfächern, die alle gleichmäßig schön zur Geltung kommen.
* Parolemusik. Die Kapelle des Inf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke: 1. „Die Leibkompanie", Marsch von C. Pohl; 2. Ouvertüre z. Op. „Die Stumme von Portici" von D. F. Aubrr; 3. „Monte Christo", Zigeuner-Walzer von Kotlar; 4. „Die Forelle", Lied von F. Schubert; 5. Fantasie a. d. Op. „Undine" von A. Lortzing.
* Zusammenstoß. In der Vorstadt karambolierte gestern nachmittag ein Milchfuhrwerk mit einem Radfahrer. Die Deichsel des Wagens drang dem Radfahrer, einem Spezereihändler Z. aus der Schirnstraßr, in die Weichteile der unteren Bauchgegend, doch sind anscheinend ernstere Verletzungen nicht entstanden.
* Zechpreller. In einem Bierausschank am Paradeplatz erschien am Sonntag abend ein Gast, der eine Zeche von 85 Pfg. machte und dann ohne zu bezahlen heimlich verschwand. Er ließ ein ziemlich abgenutztes Fahrrad mit der Fabriknummer 41043 zurück.
* Christliches Kellnerheim Frankfurt a. M. Der Neubau eines Hauses, welches dem geplagten und sozial vernachlässigten Stande der GastwirtsgehUfen gewidmet sein soll, erhebt sich jetzt einige Minuten vom Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. in der Nähe der Wilhelmsbrücke. DaS Gebäude soll am 1. September unter Dach sein und im März k. Js. seiner Bestimmung als Christliches Kellnerheim übergeben werden. Es war kein Grundstein im eigentlichen Sinne des Wortes mehr, der am 11. Juli in Anwesenheit von Vertretern der Regierung, kirchlicher Körperschaften, mehrerer Berufsvereine und zahlreicher Kellner und Freund« der Kellnermission feierlich eingesetzt wurde. Die Urkunde, welche nebst anderen Schriften in den Stein vermauert wurde, enthält eine kurze Geschichte des Kellnerheims, die nach schweren Anfangszeiten reiche Erfolge aufzuweisen hat und den Mut zum Bau eines so großen und kostspieligen Gebäudes gab. In seiner Festrede führte Pfarrer Teudt aus, daß der christliche Titel und Charakter des Hauses die einzige Garantie zur Erreichung des Zwecks biete; es gebe eben Dinge, welche weder durch humanes Wohlwollen, noch durch daS SolidaritätZgefühl fertig zu bringen seien, und dazu gehöre auch eine wirksame Kellnerfürsorge. — Das Haus wird außer den fünf zur Aufbringung der Rente notwendig« Läden ganz den Zwecken der Kellnermission gewidmet sein. Es enthält 56 Logierzimmer für 80 Betten und die zugehörigen Aufenthalts- und Wirtschaftsräume nebst einem Versammlungssaal für ca. 140 Personen. Dazu kommen die Bureauräume für die Stellenvermittlung und den Int. Christl. Kellnerbund. Die Kosten werden sich ohne Einrichtung auf ungefähr 325 000 Mk. belaufen. Da ein christliches Kellner- Heim wegen der Mindereinnahme z. B. aus alkoholisch« Getränken in Bezug aus Rentabilität mit anderen Gasthäuser« nicht auf eine Stufe gestellt werden kann, so müssen die Kittel zum großen Teil durch freiwillige Gaben beschafft werden. Diejenigen, welche die Notwendigkeit dieser Werkes erkannt haben, werden gebeten, ihren Set trag an daS Christi. Kellnerheim Frankfurt a. M., Langestr. 16, einzusenden.
Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteramschen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- unb Feiertagen vormittags von 11 bis ^sl Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet. - „Museum des Hanauer Geschichrsverein»" (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sumrund Festtagen vormittags von 11-12 ^, Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zrttrin.