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Hanauer W Anzeiger
Bezugspreis'
ViertetjährNch 1,86 W., monatlich 60 Pfg„ für aus- wärtiK Wonnenten mit dem betreffenden Postanffchlag
Die einzelne Nurms.? kostet 10 Pfg.
WiationSbrack mü Verlag der Buchdruckern des verein.
ö. Waisenhauses in Hanau.
Gkneral-Anzeigkr
Amtliihes Orz«» fiir §M- und Mito Kmir.
Erscheint tâgüch mit Ausnahme der Soun- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Einrrickungsgebilhr r
Die süufgespalieue Peützeil« oder deren Raum 15 W-, im Mf^"m^n^ int
Verantwort!. Redakteur: <8. Schrecker in Hanau.
Nr. 184
Fernfprechairschltttz Nr. 605»
Donnerstag den 9. August
Fernfprechanfchlutz Rr. 605.
1906
Amtliches.
.Landkreis Ran au»
BetilmtmchWett he Königlichen LaMMmts.
In der Zeit vom 27». August d. Js. bis MM 22. bezw. 29. September d. Js. findet im hiesigen städtischen Schlachthause ein Aitsbildrmgskurfus für Schlachtvieh- und Fleifchbeschauer sowie Trichinenschauer statt. Unter Bezugnahme auf die in Nr. 7 der „Amtlichen Beilage" zum „Hanauer Anzeiger" Nr. 113 von 1903 abgedruckten Grundsätze für derartige Ausbildungskurse und die dann folgenden Prüfungen ersuche ich die Herren Bürger- meister der Landgemeinden, in denen Teilnehmer für diesen Kursus. bekannt sind, diese hierauf mit dem Hinzufügen aufmerksam zu machen, ihre Meldung baldigst an den hiesigen Schlachthofdirekior Becker einzusenden.
Die Gebühr beträgt 30 bezw. 50 Mk. (Vergleiche Ziffer I Absatz 4 der im Anschlusse an die erwähnten Grundsätze ergangene und ebendaselbst abgedruckte Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten vom 1. Mai 1903 — A II Nr. 3702 —).
Es wird noch besonders bemerkt, daß die Teilnehmer an dem Kursus täglich (vor- und nachmittags) hier anwesend sein müssen.
Hanau den 8. August 1906.
Der Königliche Landrat.
J V 5783 I. A: Conrad, Kreissekretär.
An der evangelischen Volksschule zu Nieder dsrfeldelt ist die 2» Lehrerstelle zu besetzen.
Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1150 Mark, der Einheitssatz der Alterszulagen 130 Mk., außerdem wird fr^ie Dienstwohnung gewahrt.
Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche mit Zeugnissen binnen 10 Tagen dem Herrn Ortsschulinspcktor Pfarrer Riemenschneider zu Oberdorfelden einreichen.
Hanau den 6. August 1906.
Namens des Königlichen Schulvorstandes.
Der Königliche Landrat.
V 5725 v. Beckerath.
Gefundene und verlorene Gegenstände:c.
Gefunden: 1 Damen-Portemonnaie mit 16 Mk., 1 Herrenschirm (irrtümlicherweise aus einem Eisenbahnwagen mitgenommen).
Verloren: 1 goldnes Ketien-Armband, 1 goldner Damenring mit Opal, 1 Notizbuch (für Milchnotizen).
Zugelaufen: 1 brauner Rehpinscher.
Hanau den 9. August 1906.
Äus Ran au Stadt und Can d.
Haim«, 9. August.
VeaMten-Persottalnachrichte«.
Ernannt: der Gerichisassessor Dr. Göppel zum Amtsrichter in Großenlüder, die Referendare Schultheis und Otto Born zu Gerichtsassessoren, die Rechtskandidaten Bachmann, Krück und Medow zu Gerichtsreferendaren, der Postverwalter L u ck h a r t in Vöhl zum Stellvertreter des Amtsanwalts daselbst, der Bureauhilfsarbeiter Wolf zum Sekretär bei der Erziehungsanstalt zu Wabern.
Versetzt: der Amtsgerichtsrat Rudert in Dortmund und der Amtsrichter v. Klocke in Mühlausen i/TH. an das Amtsgericht in Cassel.
Verliehen: dem Gerichtsschreiber bei dem Oberlandesgericht, Buchhalter Lamprecht, der Charakter als Rechnungsrat, dem Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht in Allendorf, Sekretär M a i b a u m, der Charakter als Kanzleirat, dem Steuersekretär Ibe zu Fulda vom 1. Oktober d. J. ab die Rentmeistersielle bei der Kreiskasse zu Homberg, dem Strafanstaltsinspektor Körner in Cassel - Wehlheiden eine Jnspektorstelle bei der Strafanstalt Moabit zu Berlin, dem Strafanstaltsinspektor Kettner eine Jnspektorstelle bei der Strafanstalt und dem Gefängnis zu Cassel-Wehlheiden, _bem Strafanstaltssekretär Czudnochowski eine Sekreiärstelle bei dem Gefängnis zu Lüttringhausen, dem Gutspächter Rodrian in Hühnerhof der Königliche Kronenorden 4. Klasse. t ,
den Ruhestand verletzt: der Amtsgerichtsrat Fenner in Cassel. . . , , .
Entlassen: der Geruchtsassessor H e p n e infolge ) enter Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Aintsgericht in Wilhelmsbavew
„Hatte zwanzig lateren“,
Roman aus der Zeit Friedrichs des Großen
von G. Meister-Griffiths,
lautet der Titel des Romans, mit dessen Veröffentlichung wir heute im Unterhaltungsblatt beginnen. Eine romantische Lebens- und Liebesgeschichte auf historischem Hintergrund führt uns der Verfasser vor. Die Intrigen eines nach Titeln und Reichtum strebenden Edelmannes, die anscheinend gelingen, werden uns hier in spannender Erzählung vorgeführt. Wir sehen, wie sich der Knoten langsam auflöst, und wie Licht in die ganze Sache hineinkommt. Wir sehen, wie sich der junge Held durch Tapferkeit und Ausdauer den Besitz des Wesens erringt, an das er fein Herz verloren hat. Durch einen Vertrag war ihm dieses Mädchen auch bestimmt, aber er war durch hinterlistige und verbrecherische Handlungen aus allen seinen Rechten verdrängt worden. Der Roman ist sehr flott und spannend geschrieben und seine Lektüre wird in unserem Leserkreise sicherlich sehr viel Interesse erregen.
RtLaktisrr Lrs H-mauer Anzeiger.
* Re« er Landgerichts-Präsident. An Stelle des am 1. Oktober d. I. in den Ruhestand tretenden Landgerichts-Präsidenten Geh. Ober-Justizrats Koppen wurde der bisherige Landgerichtsdirektor Schulte-Uffelage in Elberfeld zum Präsidenten des Kgl. Landgenchts in Hanau ernannt. Der neue Landgsrichtspräsident wurde 1881 Amtsrichter und wirkte als solcher wie auch später als Landrichter in. ^^lW^ und..Bann, nur 1897 als Landgerichtsdirektor in Elberfeld.
* Pfarrsiells. Bewerber um die infolge Pensionierung ihres seitherigen Inhabers zur Erledigung gekommene Pfarrstelle zu Reichensachsen, Klasse Eschwege, haben ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an Königl. Konsistorium in Cassel einzureichen.
* Das Königliche Oberverwaltungsger, cht zu Berlin hat nach eingehender Würdigung der Schulverhältnisse in Kurhessett, vom Beginn des vorigen Jahrhunderts an, unlängst dahin erkannt, daß die Volksschulen des ehemaligen Kurfürstentums stets einen ausschließlich konfessionellen Charakter gehabt und daß die Berechtigung der Aufsichtsbehörde (Regierung), in Gemeinden mit gemischter Bevölkerung für die Kinder der konfessionellen Minderheit nach ihrem Ermessen eine besondere Schule zu verlangen, außer Zweifel stehe.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Stadtkreis Cassel: Cassel (Verdacht): Kreis Eschwege: Aue, Niederdünzebach, Friemen (Verdacht); Kreis Witzenhausen: Hubenrode; * Schweineseuche (Schweinepest) : Stadtkreis Cassel: Cassel: Landkreis Cassel: Vollmarshausen, Heckershausen, Oberzwehren, Harleshausen; Kreis Eschwege: Frieda, Wanfried, Heldra; Kreis Frankenberg: Kirchlotheim, Frankenberg, Birkenbringhausen; Kreis Fritzlar: Lohne, Großenenglis; Kreis Fulda: Großenlüder, Salzschlirf, Neuhof; Kreis Gelnhausen : Weilers; Kreis Gersfeld: Sandberg; Landkreis Hanau : Geißfurthmühle; Kreis Hersfeld : Niederjossa; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Ehrsten, Calden, Hümme; Kreis Melsungen: Niedervorschütz, Melsungen, Heinebach ; Kreis Schmalkalden: Klein-Schmalkalden; Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn; Influenza der Pferde: A. Brustseuche: Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Niederkaufungen, Niederzwehren; Kreis Hofgeismar: Rittergut Meimbressen. B. Pferdestaupe: Kreis Fritzlar: Kleinenglis.
* Knnstartsstellirttg. Die in der Aula der Königl. Zeichen-Akademie veranstaltete S o m m e r a u s st e I l u n g des K u n st v c r e i n s wird am nächsten Sonntag, nach vierwöchentlicher Dauer, geschlossen werden. Da dieselbe manche beachtenswerte Kunstwerke enthält, die einen Besuch der Ausstellung wohl lohnen, so wollen wir in Kürze das Bedeutendere hier hervarheben. Am eigenartigsten von allen sind die Werke des Bildhauers und Malers A. V o l k m a n n- Rom. Daß dieser Künstler mehr Plastiker als Maler ist, beweist nicht nur das Arbeiten mit Halbtönen, ohne besonder Lichtquelle bei seinen acht größeren Gemälden, sondern auch deren Kamposition, die nicht malerisch, sondern plastisch gedacht ist. Volkmann führt uns mit seinen „Salyrtänzen", dem „reitenden Silen", „Jüngling mit Pferd" u. dgl. in das klassische Altertum, zu den Griechen der homerischen Zeit, j Auch seine plastischen Arbeiten behandeln die gleichen Motive, ! nur in weit künstlerischerer Vollendung; besonders das Marmor- !
relief „Satyrtanz" ist von hervorragender Schönheit. Bei seinen plastischen Arbeiten sucht Volkmann zugleich ein künstlerisches Problem zu lösen, und zwar das: „Sollen wir unsere plastischen Bildwerke bemalen?" Die gleich in die Tat übertragene Antwort ist höchst überraschend und zum Teil befriedigend, wie der „Satyrtanz" beweist. Ist dieser Künstler hierin ein tüchtiger Pfadfinder, so sind leider seine Malereien nichts weniger als nachahmenswert; in ihren dunklen Tönen machen sie den Eindruck, als ob sie nach mehrhundertjährigem Schlafe aus den Magazinen eines Museums an das Tageslicht gebracht worden wären. — Beachtung verdient auch die Kollektion von Landschaftsbilbern von Paul Rieß- Dessau, die einen großen Stimmungsgehalt besitzen, wenn auch teilweise eine allzu dekorative Malweise die Kunstwerke verflacht. Doch sind die „Alten Eichen, im Frühjahr"' das „Bauerngehöft auf Neuwerk" und der „Leuchtturm auf Neuwerk" hervorragende Leistungen. Gleichfalls eine ganze Kollektion, etwa zehn Gemälde, bringt Ham Völker- Wiesbaden. Die Arbeiten dieses Künstlers sind etwas ungleich, neben fesselnden Stimmungslandschaften finden wir auch manches, das uns wenig erfreut. Die „Verbindung für historische Kunst" hat ein kleineres Historienbild von Robert Haug-Barmen ausgestellt: „Vor dem Angriff", das zu den besten Gemälden der Ausstellung gehört. Hans Reisner- Hanau hat eine reizende kleine Bronzefigur eines „Jungen Bären" zur Ausstellung gebracht; Herold Tilberg-München eine Serie von Original- Radierungen, die von großer Feinheit sind. Außerdem sind noch eine Reihe Genrebilder, Tierstücke und Sülleben ausgestellt, unter denen manches Gute ist. Für das Hanauer kunstverständige Publikum ist die Ausstellung des Architekten Franz Thyriot in Groß-Lichterfelde bei Berlin von ganz besonderem Interesse. Franz Thyriot ist ein geborener Hanauer, ein Sohn unseres Stadtbaurats. Er nimmt unter den jüngern Architekten eine führende Stellung ein und gehört zu den ersten der neueren Schule, die das Malerische wieder in der Architektur zur Geltung brachten. Aus fast allen Konkurrenzen, bei denen sich Franz Thyriot beteiligte, ging er als Sieger mit dem ersten Preise hervor. Ausgestellt sind von seinen ausgeführten Bauten eine Anzahl Pläne, Entwürfe, Details und photographische Aufnahmen, z. B. von den Gymnasien zu Friedberg, Zehlendorf, Diedenhofen, dem Realgymnasium zu Bophagen-Rummelsburg, der Taub- stummen-Änftalt zu Würzburg, dem Hallenschwimmbad zu Darmstadt u. a. m. — Im Ganzen kann die Ausstellung des Kunstvereins als eine gute bezeichnet werden, deren Besuch jedem Kunstfreund zu empfehlen ist. Ernst I. Z.
* jOjähriges Stiftungsfest. Nächsten Samstag den 11. und Sonntag 12. August feiert der „Bicycle-Klub Hanau" sein lOjähriges Stiftungsfest. Für Samstag ist ein Kommers in den Lokalitäten „zum Kaiser Friedrich" vorgesehen. Diesem reiht sich Sonntag den 12. August ein Gartenfest in dem prächtigen Garten desselben Restaurants an. Bei Konzert, Gesang, Tanz und allerlei Belustigungen der Kinder, stehen Freunden und Gönnern einige recht frohe Stunden in Aussicht. Eintrittspreis 20 Pfg., eine Dame frei, jede weitere Dame 10 Pfg. Durch den niedrigen Eintrittspreis dürfte sich das Fest genannten V-reins eines zahlreichen Besuches zu erfreuen haben. Der Eintritt zum Kommers ist frei und werden Freunde und Gönner des Vereins auch hierzu höflichst eingeladen. Bei beiden Festlichkeiten wird der durch seine vorzüglichen Leistungen bekannte Gesangverein „Germania" mitwirken.
* 25jähriges Jubiläum. Gestern beging in voller Rüstigkeit Fräulein M. Brauns ihr 25jähriges Jubiläum im Geschäftshause L. S ch w e i s g u t. Der Geschäftsinhaber, sowie die nächsten Anverwandten und Bekannten ließen es sich nicht nehmen, diesen Tag festlich zu begehen und obengenanntes Fräulein durch Ehrungen der verschiedensten Art zu erfreuen.
* Steckbrieflich verfolgt wird der Zigeuner Peter Johann D ö l l i s, auch T e l i d genannt, der kürzlich in einem Zigeunerlager zwischen Reinhards bei Schlüchtern und Weidenau (Kreis Fulda) aus Eifersucht den verheirateten 28jährigen Zigeuner Ferd. Laubinger aus Milda vorsätzlich erschossen und nach der Tat die Flucht ergriffen hat. Der Flüchtige hat eine verkrüppelte Hand und ein Gewächs im Ohr.
* Schöffengericht. Der im letzten Schöffengerichtsbericht genannte Autler legt Wert darauf, festzustellen, daß das mit seinem Auto in Karambolage geratene Schwein nicht totgefahren, sondern nur berührt wurde und unbeschädigt weiter lief. Die Freisprechung erfolgte, weil der Beschuldigte vorsichtig lind den Vorschriften gemäß gefahren ist.
* Mainwafferwärme gestern abend 18 Grad.