Hanmer W Anzeiger
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LiertEâhriich i,8G Mk., monaüich 60 Pfq„ für cm?» DÄüAb Wonnerrteu mit dem betreffenden Pofrausschtay Die einzelne RuMs-- kostet 10 Pfg.
Wrtâisdruck und Verlag der Buchdrucker« deS verein, au Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Orzan für SW an- FavliKreis Hm«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EèurLckuugsgebShr i
Die 'ünfgefpaliene SpetitjaSe oder deren Raum 16 M ^ « Nell amen teit di« Zeile 35 Pfg.
SeraotworS. Redakteur: S. Schrecker in Henau.
Nr. 182
FernsprechaKschlittz Nr. 605
DieusLag den 7. August
Fernsprechanschlutz Nr. 605
1906
Slmtliches.
Handelsregister.
Finna Carl Sichel & Söhne in Hanau: Unter dieser Firma ist mit dem Sitze zu Hanau eine offene Handelsgesellschaft errichtet worden, welche am 1. August 1906 begonnen bat. Gesellschafter sind die Kaufleute Carl Sichel, Isaak Sichel und Gustav Sichel, sämtlich in Hanau.
Hanau den 1. August 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 16330
Gefundene und verlorene Gegenstände 21
Gefunden: 1 kleines rotes Portemonnaie (mit etwas über 1 Mk., 3 Rabattmarken und 1 Posteinlieferungsschein Empfänger Sebastian Kutta in Erfurt), 1 langer schwarzer durchbrochener Damenhandschuh (rechter), 1 Peitsche, 1 Herrenuhr mit Kette, 1 Päckchen mit verschiedenen Schneiderartikeln (1 Dutzend Fischbein-Taillenstäbe, 2 Dutzend Druckknöpfe, graue Seide rc.).
Verloren: 1 rotes Damenportemonnaie mit einem Zweimarkstück, 1 goldnes Halskettchen mit Anhänger, 2 einzelne Markstücke in Papier eingewickelt, 1 weißes Kaschmirtuch mit Fransen.
Zugelaufen: 1 junger gelber Hund m. Geschl.
Hanau den 7. August 1906.
Hus Han Lu Stadt und £and.
HgMtrt,L. August.
* Eisenbahn-Gütertarif für Frankfurt a. M„ Offenbach und Hanau. Vom Eisenbahnsekretâr W. Henkel in Frankfurt a. M. — Selbstverlag. — Der zweite Nachtrag zur Ausgabe 1904 ist erschienen mit den seit Oktober 1905 eingetretenen Aenderungen und Ergänzungen. Er enthält etwa 600 Stationen, Aenderungen der Ausnahmetarife und des Eisenbahnpakettarifs, die neuen Zustellungs- gebühren für Expreßgüter und Eifenbahnpakete sowie die neuen Reichsstempelsteuersätze für Wagenladungs-Frachtbriefe. Der Bezug kann direkt vom Verfasser in Frankfurt a. M., Schwanthalerstraße 64, geschehen.
* Domäneuverpacktung. Da das in dem 1. Termin zur Verpachtung der Domäne in Wilhelmshöhe mit Vorwerk Sichelbach abgegebene Höchstgebot den Zuschlag des Herrn Landwirtschaftsministers nicht erhalten, fand am Montag vormittag im Sitzungssaal? des Gebäudes der Kgl. Regierung ein zweiter Termin unter Vorsitz des Herrn Regierungsrats Behrendts statt, in welchem der seitherige Pächter der Domäne, Herr Lohmann, mit 13 760 Mark Höchstbietender blieb. Das zweithöchste Gebot gab Herr Klusemann mit mit 13 650 Mark ab.
Hk. Handelskammer- Mit dem 1. ds. Mts. ist Herr Gerichtsassessor R. S c r i b a aus seinem Verhältnis als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter der Handelskammer ausge- schieden, da er zu einem andern Berufe überzugehen gedenkt.
* Alpenveref«. Die diesjährige Generalversammlung des Alpenvereins findet vom 7. bis 10. September in Leipzig statt und hat die Sektion Leipzig bereits die Einladung an alle Sektionen ergehen lassen. Das vorliegende Programm sieht außer der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten des Vereins gesellige Veranstaltungen und Ausflüge in reicher Abwechslung vor. Unter anderem sind Ausflüge zur deutschböhmischen Ausstellung nach Reichenberg, in die sächsische Schweiz, nach dem Erzgebirge, dem Thüringer Wald und dem Harz vorgesehen. Da angenommen werden muß, daß die Beteiligung eine außerordentlich starke werden wird, so ist es dringend erforderlich, daß die Teilnehmer schon jetzt ihre Anmeldung an ihre Sektionsleitung gelangen lassen, bei welcher gewünschte weitere Auskünfte eingeholt werden können. Hoffentlich wird auch unsere Hanauer Sektion zahlreich in Leipzig vertreten sein.
* Gastwirteversammlunfl. Die von der am Freitag im „Deutschen Hof" stattgefundenen Gastwirtevcrsammlung auf Montag den 6. ds. anberaumte öffentliche Gastwirte- versammlung in die „Stadt. Bremen", hatte sich von feiten der Interessenten eines guten Besuches zu erfreuen. Auf der Tagesordnung stand: „Die von dem .Gastwirtcvcrein für Stadt- und Landkreis Hanau angenommene Bierpreiserhöhung".
Als erster Redner erhielt Gastwirt Breidenbach das Wort. Er rechtfertigte sich gegen die ihm gemachten Vorwürfe und legt nochmals seine Ansichten dar. Nur eine Volksversammlung könne den Brauern einen Strich durch die Rechnung machem O b l e r ührt aus, vaß es ihm nicht recht
I klar sei, warum einzelne Wirte boykottiert werden sollten; man solle das Publikum entscheiden lassen, denn das wäre der einzige Machtfaktor in dieser Sache. Vorndran- Langenselbold beklagt seinen schweren Stand gegenüber den anderen Kollegen im Orte, die noch Bier zum alten Preise verkaufen, während er seit Samstag überhaupt kein Bier mehr verausgabe. Falls dieselben auch am nächsten Sonntag (Kirchweihe) noch Bier verkauften, konnte ihn der event. Ausfall am Verdienst seine Existenz kosten. Nies will durch Beschluß der heutigen Versammlung die Resolution, welche im „Riesen" gefaßt wurde, annulliert wissen. Wenn auch der Vorstand des Gastwirtevereins nicht für die heutige Resolution zu gewinnen sei, so möchte er doch die versammelten Kollegen bitten, die Resolution einstimmig zu unterschreiben. Es sei nicht ausgeschlossen, daß mancher Wirt über die Klinge springen müsse, doch selbst auf diese Gefahr hin, sei der Kampf geboten und müsse durchgeführt werden und zwar solidarisch mit dem Publikum. Urban-Bruchköbel bemerkt, daß die Brauer 2 Mk. pro Hektoliter aufschlagen, während doch eine Steuer von höchstens 1.12 Mk. in Frage, komme. Wie ungerecht die Preiserhöhung des Bieres zwischen Flaschenbierhändlern und Wirten verteilt ist, beweise, daß der Wirt für s/io Liter 11 Pfg. verlangen müsse, während man bei den Flaschenbierhändlern dasselbe Quantum, eher noch mehr, zu 10 Pfg. bekomme. Auch in dem Brauereiring sei die Einigkeit nicht so groß, wie immer getan werde. Horn wendet sich gegen verschiedene Auslassungen Ohler's. Zum Schluffe bittet er dann noch der folgenden Resolution die Zustimmung zu geben und bie§ durch Namensunterschrift zu dokumentieren: „In Erwägung des rigoriösen Vorgehens des Brauereiverbandes, vertreten durch die hiesigen Brauerei- besitzer, wurde imâ am Montag den 30. Juttfix d,ep Turnhalle kurz erklärt, entweder ihr schlagt auf, oder ihr bekommt kein Bier mehr, mit der weiteren Motivierung, daß der Ring soweit ausgedehnt sei, daß ihr überhaupt kein Bier nirgends her bekommen könnt. Aus dieser Uehenumpelung ging am Dienstag die Abstimmung vor sich. Nachdem nun einige Mitglieder des Wirtevereins den kurzen, aber sehr bindenden Beschluß der beiden Frankfurter Wirtevereine, sowie der Flaschenbierhändler wahrgenommen haben, so stellen sich die unterzeichneten Gastwirte auf folgenden Standpunkt: Sie erkennen den im „Hotel Riesen" am 30. Juli 1906 gefaßten Beschluß betr. Bierpreiserhöhung nicht an, letzterer ist durch die oben angeführte Ueberrumpelung zustande gekommen. Die Unterzeichneten erklären sich solidarisch mit dem Beschluß des Frankfurter Gastwirtevereins. Ferner verpflichten sie sich, durch Unterschrift und Ehrenwort, von heute an, die Preise, welche vor dem 1. August bestanden, wieder einzuführen, d. h. den Brauereien nicht mehr zu zahlen und den Gästen nicht m ehr abzunehmen. Zu dieser Resoluiion erbitten wir uns den Schutz des Publikums." Die Resolution wurde nach Schluß der Versammlung von 72 Wirten unterzeichnet.
* Proteft-Bolksversammürng. Im Saalbau beschäftigte sich gestern abend eine massenhaft besuchte Volksversammlung mit der teilweise eingetretenen Bierorciserhöhnng. Das Referat hatte Stadtv. Hoch übernommen, der sich mit der Angelegenheit im allgemeinen beschäftigte, wie auch die speziellen Verhältnisse berührte. Zum Schluffe brachte er eine Resolution ein, etwa lautend:
„Die heutige Versammlung protestiert gegen den Versuch der Ringbrauereien und eines Teils der Gastwirte, nicht nur die neue Biersteuer auf die Konsumenten abzuwälzen, sondern zugleich den Bierpreis so weit zu erhöhen, daß sowohl für die Brauereien als auch für Wirte ein Extraprofit abfällt. Die Versammlung verpflichtet sich, gegen diese ganz und gar ungerechtfertigte Schröpfung der großen Masse der Bevölkerung den Kampf mit allen gesetzlichen Mitteln aufninehn'.en. Als das wirksamste Mittel in diesem Kampfe betrachtet es die Versammlung, daß die hiesige Bevölkerung und die der Umgegend jeglichen Bierkonsum vorläufig einstellt. Auf diese Weise muß den Brauereibesitzern gezeigt werden, daß sie den Preis für das Bier nicht beliebig erhöhen können, sondern auf die Verhältnisse der Konsumenten Rücksicht nehmen müssen. Für uns gilt die Parole: Wir trinken kein Bier, zu welchem Preis es uns auch immer angeboten wird, so lange, bis die Braurreibesitzer von der geplanten Erhöhung des Bierpreises Abstand genommen haben."
An das Referat knüpfte sich noch eine längere Debatte, an der sich auch verschiedene Wirte beteiligten. Die vorgeschlagene Resolutioon wurde schließlich einstimmig angenommen und eine sogen. Ueberwachungskommission gebildet, die auch die Befugnis haben soll, je nach der sich ergebenden Situation taktisch vorzugehen.
* Spichererberg Turn- und Spielfest. Bei dem vorgestern stattgefundenen 2. Spichererberg Turn- und Spielseft errang Ernst Schnarr, Zögling der hiesigen Turn- gemeinde, unter 560 Mitbewerbern den 3. Sieg in der Zög- lingsklasse I.
* „Das Main - Rodau - Turngaufest" zu Dörnigheim hätte um ein Haar auf das unentbehrlich: Attribut einer würdigen Festesdekoration, nämlich >auf die saftig-lebensgrüne Kränze- und Girlanden-Ausschmückung verzichten müssen. Ein Landwirt aus der hessischen Gegend hatte nämlich die Lieferung von beiläufig 1000 Meter Girlanden zum fröhlichen Jahnsjüngerfeste übernommen. Gerade wollte er am Freitag die Lieferung bewerkstelligen und die hochbeladenen Fuhwerke in Bewegung setzen, als die Hand des Gesetzeswächters in Gestalt eines Gerichtsvollziehers in die straffen Zügel griff und den gesamten Festesschmuck als Pfand für eine Barschuld des Lieferanten erbarmungslos beschlagnahmte. In seiner bitteren Bedrängnis fand der Gepfändete zum Glücke die ersehnte Hilfe, so daß er seinen ungestümen Gläubiger befriedigen und noch rechtzeitig die grüne Ladung ungehindert nach der Festgemeinde verfrachten konnte.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad Militär- Konzert der Kapelle des Jnf.-Regts. Heffen- Homburg Nr. 166 statt.
* Der Opiumhandel im britischen Parlament. Am 30. Mai wurde im englischen Unterhause nach einer bedeutsamen Debatte folgende Resolution angenommen: „Das Haus wiederholt seine Ueberzeugung, daß der indochinesische Opiumhandel sittlich nicht zu verteidigen ist, und fordert Seiner Majestät Regierung auf, die für nötig erachteten Schritte zu, tun, um ihn möglichst bald zu Ende zu bringen." Daß diese Resolution, nachdem bereits' 1890 der gleichen Ueberzeugung Ausdruck gegeben worden war, jetzt wieder ausgenommen werden mußte, zeigt, wie weit wir noch von der Durchführung der Resolutton entfernt finb,- wenn auch die Zusicherungen vom Regierungstisch aus diesmal größeres Entgegenkommen offenbarten als je zuvor. Der Verzicht auf den Opiumbandel würde eine Einbuße von 60 Millionen Mark bedeuten. Aber nicht nur im Interesse der Mission, auch im Interesse wahrer Humanität wäre es sehr zu wünschen, wenn England dieses Opfer brächte. Als die Philippinen unter die Herrichast der Vereinigten Staaten kamen, wurde sofort ungeachtet des drohenden pekuniären Verlustes ein Gesetz erlassen, nach dem es von 1908 an auf den Philippinen kein Opium mehr geben darf. Auch Japan geht energisch gegen das Opium vor. Selbst in Ebina regen sich die Bestrebungen gegen das Opium. Aber solange England seine vertragsmäßigen Rechte nickt aufgibi und solange China selbst nicht den Opiumbau verbietet, bleibt das Reich der Mitte dem Verderben des Opiummißbrauchs preisgegeben, sehr zum Schaden christlicher Missionsarbeit.
58 Statistik. Im Monat Juli 1906 wurden in Hanau lebend geboren 68 Kinder, 35 Knaben und 33 Mädchen. — Gestorben find, mit Ausschluß von 2 Totgeborenen, 40 Personen, 20 männlichen und 20 weiblichen Geschlechts, darunter 10 Ortsfremde. Für Hanau selbst bleiben 30 und es kommen auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet 9.1 Todesfälle.
Gestorben sind:
9
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von
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40—50
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5
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ff
ff
50—60
6
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60—70
70—80
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An Tuberkulose starben 7 Personen, darunter 3 diesige und 2 or-tsfremde Personen an ■ Lungenschwindsucht und je eine Person an Darmtuberkulose und Tuberkulose der Wirbel
säule. Je 3 Kinder starben an Brechdurchfall und Rhachitts und je eins an Knochenmarkentzündung und an Krämpfen. In je 4 Fällen war die Todesursache nicht tuberkulöse Erkrankung der Atmungsorgane und Schlaganfall und in je 3 Fällen Nierenerkrankung und Krebsleiden und in je 1 Fall eitrige Entzündung der Gallenwege, Herzleiden, Zucker- ruhr, chronisches Magenleiden, perniciöse Anaemie, eitrige Hüftgelenkscutzündung und Ruhr (von auswärts). — Nicht durch Krankheit war der Tod in 4 Fällen bedingt: eine Person starb an Altersschwäche und 3 kleine Kinder an Lebensschwäche. Sanitätsrat Dr. Z e h.
* MairrWaff erwärme gestern abend 17 Grad.