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D^ugSprels«
ârichSHMch 1,80 AL, monatlich 60 Pfg., für auS- wärtige Lbormalten mit dem betreffenden Pofiausichtax, Die emgefoe NMws»e kostet 10 Pf«.
LototiovsöniL mrd Verlag der Buchdruckerei des verem. es. Waisenhauses in Hauau.
Gencral-Anzcigcr
Amtliches GlW für Statt- M Landkreis Aanr«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sorm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
ErurSckmrzSgeMhr t
Die fünf gespaltene Petitzeile oder deren Raum 15 Pfz, im SteilamartRl die Zelle 35 Pf^
Dcrantwsrtl. Redânr: Ä. Echreckoo i» Hemau.
Nr. 178 F-rnspr-chanschlutz Nr. 605» Donnerstag den 2. August
Fernsprechauschlutz Nr. 605. 1906
Amtlich ss.
Landkreis Hanau.
Sefanntma^nnaen des Königlichen Landrüsnints.
Unter dem Schweinebestande des Landwirts Heinrich Emmel II zu Bruchköbel sind die Backfteinblattern feftgestellt worden.
Ueber das Gehöft ist die Sperre angeordnet.
Hanau den 30. Juli 1906.
Der Königliche Landrat.
V 5553 I. D.: Siemon, Reg.-Asseffor.
In Langenselbold ist die Schweineseuche erloschen.
Die Gehöftssperre ist aufgehoben.
Hanau dm 31. Juli 1906.
Der Königliche Landrat.
V 5588 I. V.: Siemon, Reg.-Asseffor.
Bekanntmachung,
betrifft Versorgung der Kriegsinvalid err nach dem Gesetz vom 31. Mai 1906.
Um Zweifel zu vermeiden wird unter Hinweis auf die Bekanntmachungen betr. Versorgung von Invaliden und Kriegsinvaliden nach dem Gesetz vom 31. Mai 1906 darauf aufmerksam gemacht, daß nach diesem Gesetz nur die- jenigen Kriegsinvaliden, welche als halbinvalibe anerkannt sind, sowie diejenigen Invaliden, welche an einem Kriege teilgenommen haben, in Betracht kommen.
Unter Invaliden sind nur Leute zu verstehen, die als | solche anerkannt find und schon Jnvaliden-Pension beziehen.
Alle übrigen Kriegsteilnehmer, auch wenn sie laufende Unterstützungen oder die Ve t e r a n e n b eih il f e beziehen, können nach diesem Gesetz nicht berücksichtigt werden.
Bezirkskommando Hana«.
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Aus Hauau Stadt und Eand*
Hanan, 2. August.
Beamtsn-PersonalnachrichLern
Ernannt: die Rechtskandidaten Ludwig Pfeiffer und B e t t i n g zu Referendaren, der Polizei-Bureaudiätar Dyckhoff in Cassel zum Polizei-Sekretär.
Bestätigt: der frühere Gutsverwalter Ritter aus Bendorf am Rhein als Bürgermeister der Stadt Gemünden auf die Dauer von 12 Jahren.
Ueberwiesen: der diätarische Meliorations-Bauwart Stempel in Bonn dem Meliorations - Dauamt in Fulda zur weiterm Beschäftigung.
Verliehen: dem Amtsrichter Henckel zu Neuwied und bem Forstmeister Martin zu Waldau der Rote Adlerorden 4. Klasse, dem Strafanstaltssekretär S ch u l k e eine Sekretärstelle bei der Strafanstalt und dem Gefängnis zu Cassel-Wehlheiden, dem Strafanstaltssekretär Nicolai eine Sekretärstelle bei dem Strafgefängnis zu Halle a/S., die unwiderrufliche Anstellung dem Kanzleigehilfen Fuchs in Gudensberg.
Inden Ruhe st and versetzt: der Archivdiener Paulus in Marburg zum 1. Oktober d. J.
Entlassen: der außerordentliche Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg Dr. Straub aus dem Preußischen Staatsdienst behufs Uebernahme eines Ordinariats an der Universität Würzburg.
* Die Tageslänge nimmt im August schon recht bedeutend ab. Am 1. August geht unser Tagesgestirn 4 Uhr 20 Minuten auf und schon 7 Uhr 51 Min. unter, am 31. August erst 5 Uhr 9 Min. auf und schon 6 Uhr
51 Min. unter. Die Sonne geht also am letzten August eine volle Stunde eher unter und fast eine Stunde später auf. Nur noch 13 Stunden 40 Minuten währt am letzten August der Tag. Am 24 August, um 3 Uhr morgens, tritt die Sonne aus dem Zeichen des Löwen in das Zeichen der Jungfrau ein. In den August fällt auch die zweite Sonnenfinsternis dieses Jahres. Auch diese ist eine partielle und kann in unserm Gegenden wiederum nicht wahrgenommen werden. Ihre Sichtbarkeit ist beschränkt auf die nördlichen Polargegenden. Auch eine Mondfinsternis, und zwar eine totale, findet im August statt, doch and) sie ist für uns nicht wahrnehmbar. Das Gebiet ihrer Sichtbarkeit ist der Westen Nordamerikas, der große Ozcan, Australien, der Südosten Asiens, der Indische Ozean und Madagaskar. Am 4. August, nachmittags 2 Uhr beginnt sich der Mond tu zeigen als Voll
mond, am 12. morgens als letztes Viertel. Am 20. August morgens 2 Uhr tritt Neumond ein und am 27. August morgens 2 Uhr erscheint er uns als erstes Viertel. Am 1. und 27. August steht der Mond in Erdnähe, am 13. August in Erdferne.
• Pfarrsteüe. Bewerber um die infolge Ablebens und Pensionierung ihrer seitherigen Inhaber zur Erledigung ge- kommenen Pfarrstellen zu Röllshausen, Klasse Neukirchen, und Amönau, Klaffe Wetter, haben ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an Königl. Konsistorium in Cassel einrureichen.
* Verliehen wurde dem pensionierten Bahnwärter Magnus Köller in Hanau bisher in Rössing (Kreis Springe) das Allgemeine Ehrenzeichen.
* Klassenlotterie. Die Erneuerungslose sowie die Freilose zur 2. Klaffe der 215. Königlich Preußischen Klassenlotterie sind nach den M 5, 6 und 13 des Lotterieplans unter Vorlegung der bezüglichen Lose aus der 1. Klaffe bis zum 6. August d. J. bei Verlust des Anrechts einzulösen. Die Ziehung der 2. Klaffe dieser Lotterie wird am 10. August d. I., morgens 8 Uhr, im Ziehungssaale des Lotteriegebäudes ihren Anfang nehmen.
* Postfrachtftücke nach Spanien. Nach einer Verfügung des Reichspostamts können nach Spanien (Festland) vom i. August ab Postfrachtstücke ohne und mit Wertangabe bis zum Gewichte von 10 Kg. sowie mit Nachnahme bis zum Betrage von 800 Mark auf dem direkten Landweg über Alt- münsterol befördert werden. Die Wertangabe ist bei Paketen bis 5 Kg. auf 800 Mark beschränkt, bei Paketen von 5 bis 10 Kg. ist sie unbegrenzt.
* Ein Gefechtsschießen wird vom 6.—11. und vom 14.—15. August vom hiesigen Infanterie - Regiment Nr. 166 und von dem hiesigen Ulanen-Regiment Nr. 6 westlich von Dudenhofen abgehalten. Das Gelände in der Umgebung bleibt täglich bis 1 Uhr mittags abgesperrt.
* Obftverwertungs-Kursus. Wie uns aus Friedberg L H. geschrieben wird, findet dort am 27.—29. August der erste und am 3.-5. September der zweite Obstver- wertungskursus für Frauen und Mädchen statt. Im Laufe des Kursus wird die Bereitung von Säften, Gelees, Marmeladen, Mus und Honig, sowie das Einkochen von Dunstfrüchten rc. ec. praktisch und theoretisch vorgeführt. Ueber die Mittel der Haltbarmachung der Konserven, sowie über alle Methoden bis auf die neueste Zeit, werden die Teilnehmerinnen unterrichtet, desgl. in Konservierung von Gemüsen aller Art. Anfragen resp. Anmeldungen sind an die Direktion der Großh. Obstbauschule in Friedberg zu richten. Zur Beteiligung an einem derartigen Kursus kann nur allen jungen Frauen und Mädchen dringend geraten werden, da es nicht allein genügt, Früchte einsetzen zu können, sondern eine gebildete Frau auch wissen muß, warum man die Mittel zur Haltbarkeit so anwendet und nicht anders, worauf die Haltbarkeit beruht rc.
* Silberkurs. Der Konventionspreis deS 0,800 feinen Silbers beträgt für Aufträge vom 2. d. Mts. an bis auf weiteres 78 Mark per Kilo.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Eschwege: Aue, Niederdünzebach, Friemen (Verdacht); Sch wein e- seucke (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Wöllmarshausen, Heckershausen, Waldau, Ober- zwehren, Dennhausen, Helsa; Kreis Eschwege: Frieda, Wanfried; Kreis Frankenberg: Kirchlotheim, Frankenberg, Birrenbringhausen ; Kreis Fritzlar: Lohne; Kreis Fulda: Großenlüder, Salzschlirf; Kreis Gelnhausen: Kassel; Kreis Gersfeld: Sandberg; Landkreis Hanau: Langenselbold; Kreis Hersfeld: Niederjossa; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Holz- bausen, Ehrsten: Kreis Melsungen: Elbersdorf, Niedervor- schütz, Melsungen; Kreis Schmalkalden: Klein-Schmalkalden; Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn; Influenza der Pferde: A. Brustseuche: Stadtkreis Cassel: Cassel: Landkreis Cassel: Niedcrkaufüngen, Niederzwehren: Kreis Hofgeismar: Rittergut Meimbressen; Kreis Melsungen: Deute. B. Pferdestaupe: Kreis Fritzlar: Kleinenglis.
* Durchschnittspreise. Der Durchschnitt der höchsten Tagespreise für Fourage beträgt mit einem Aufschläge von 5 vom Hundert für den Monat Juli 1906 in dem Stadt- und Landkreise Hanau für Hafer 9 Mark 98 Pfg., für Heu 4 Mk. 73 Pfg., für Stroh 3 Mk. 68 Pfg. pro Zentner.
* Der Biichberg-Nussichtsturm. Der projektierte Aussichtsturm auf bem Buchberg wird nach seiner Errichtung eine prachtvolle Aussicht bieten, er wird nicht nur das lieb= liesse Kinuatal beherrschen, sondern von ihm wird man auch
eine prachtvolle Aussicht über die Mamebene nach Westen und Südwesten genießen. Denjenigen, welche heute noch über das Projekt spöttisch die Achseln zucken, wird es dann ergehen, wie den Widersachern, welche der Bulaufteg vor seiner Errichtung hatte und die heute sich über den schönen Spaziergang, der dadurch durch die herrliche Bulau geschaffen wurde, herzlich freuen. Die Lage des Buchbergs ist für die Errichtung eines Ausstchtsturmes eine sehr günstige. Derjenige, der einen gesunden Lauf durch die große oder kleine Bulau oder auch direkt der Straße nach über Niederrodenbach machen will, wie auch derjenige, welcher die Bahn benutzen und dann durch die prächtige Dornflußschlucht zum Turme gelangen will, kann oben die gesunde reine Waldluft genießen, ohne sich besonders angestrengt zu haben. So bequem und billig erreichbar haben wir in unserer Umgebung keine Waldeshöhe mehr zu verzeichnen. Der Vorstand des Buchberg-Vereins richtet hiermit nochmals die Bitte an alle, die sich für die Schönheiten der Natur begeistern und dem Verein noch fern stehen, durch ihren Beitritt als Mitglied zum Buchberg - Verein e. D. die baldige Ausführung des Turmes zu ermöglichen. Anmeldungen nehmen alle Vorstandsmitglieder entgegen.
* Das 17. Maintal - Sängersest, das Ende Juni in Friedberg unter großer Beteiligung stattfand und eineu schönen Verlauf nahm, hat dank des günstigen Wetters unb des guten Arrangements einen Ueberschuß von 1750 Mk. erzielt.
* Städtische Badeanstalt. Im Monat Juli 1906 wurden an Bädern abgegeben: Kl. I: 79, Kl. II: 173, Kl. III: 1078, Douchebäder 2, Römisch-Irische Bäder 3; zusammen 1335 Bader. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 93 am 7. Juli, die kleinste Zahl 14 am 12. Juli. M
* Ein bedauerlicher Uuglückssall ereignete sich vorgestern morgen am Main auf der Fechenheimer Seite. Ein beim Abschlagen der dortigen Festhalle beschäftigter Dekorateur namens Karl Sander kam so unglücklich vo« einer hohen Leiter zu Fall, daß er einen gefährlichen, offenen Unterschenkelbruch am rechten Bein mit Knochensplitterung erlitt. Dem Verunglückten muß das rechte Dein amputiert werden. Er wurde nach Anlegung eines Notverbandes nach Frankfurt in seine Wohnung verbracht. Die erste Hilfe brachte ihm ein Mitglied der Sanitätskolonne des Fechenheimer Kriegervereins.
* Ev. Diakonieverein. In der Mainummer der „Blätter aus dem Ev. Diakonieverein" veröffentlicht der Verein eine Statistik über seinen Bestand am 11. April d. I., aus der wir einige Zahlen herausgreifen, die das Interesse weiterer Kreise verdienen. Dem Vereine gehören z. Z. an: 1057 Schwestern und Pflegerinnen; davon sind in Tätigkeit: 857, und zwar Angestellte: 605, Lernschwestern: 203, Lernpflegerinnen: 48; außer Tätigkeit find: 201 und zwar Beurlaubte: 69, Reserveschwestern: 119. Drei Schwester» sind pensioniert, und zehn Schülerinnen haben das Lernjahr unterbrochen. Die Ausbildung der Krankenpflegeschwestern geschieht in 8 sog. Diakonie-Seminaren: Danzig I und II, Dresden (Kinderkrankenpflege) Elberfeld, Erfurt, Magdeburg, Stettin und Zeitz. Dazu kommen die Pflegerinnenschuleu in Waldbröl und Frankfurt a. M. In dem Mädchenheim zu Dieringhausen und dem Fürsorgeheim zu Gummersbach werden Schwestern für den Beruf von Fürsorgerinnen und überhaupt für soziale Wohlfahrtspflege ausgebildet. Außerdem arbeiten die Schwestern des Diakonievereins auf 140 verschiedenen Stationen (Krankenhäusern, Kliniken, Irren- anstalten, Säuglingsheimen, Wöchnerinnenasvlen u. dergl.). In der Arbeit der Gemeindepflege stehen 66 Schwestern auf 55 Stationen. Nachdem der hochverdiente Begründer und langjährige Vereinsdirektor, Prof. D. Dr. Fr. Zimmer, sein Amt niedergelegt hat, hat vom 1. Juli ab der bisherige erste Vereinsgeistliche der Magdeburger Stadtmisstou, Pastor Fr. Zeller, die Leitung des Diakonievereins übernommen. Der Diakonieverein gewährt den ev. gebildeten jungen Mädchen, die sich ihm anschließen, nicht nur eine kostenlose Ausbildung in der Krankenpflege und auf den verschiedensten Gebieten der christlichen Liebestätigkeit, ohne jede Bindung für die Zukunft, sondern er bietet ihnen auch einen festen Rückhalt an einer starken Organisation und durch den Anschluß au einen großen Kreis gebildeter und innerlich gereifter Schwestern, sowie durch die Teilnahme an theoretischen Kursen reiche Gelegenheit zu sittlicher und religiöser Durchbildung. Da der Verein eine neue große Station zu übernehmen beabsichtigt, werden in nächster Zeit einige Stellen frei, so daß eine größere Anzahl von Schülerinnen zum 1. Oktober eingestellt werden kann. Zur Erteilung von Auskunft ist der Vorstand des Diakonievereins, Zehlendorf b. Berlin, jederzeit gerät bereit.