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Sozinldkmofratischk Niederlagen in der
Schweiz.
Die schweizerische Sozialdemokratie erleidet, wie au3 Bern geschrieben wirb, seit dem Herbst Niederlage auf Niederlage. Die Wahlmißerfolge im Oktober 1905 haben die Sozialdemokratie mandatlos gemacht, seitherige politische Aktionen find ungünstig verlaufen, und setzt hat auch der Referendumsturm gegen die Anarchistennovelle versagt. Die schweizerische Sozialdemokratie war nicht einmal im Stande, 30 000 Unterschriften zu sammeln, um zu bewirten, daß die gegen die Verherrlichung anarchistischer Verbrechen sich richtende Novelle zum BundeSstrafgesetz vom 4. Februar 1858 dem Volke zur Annahme oder Verwerfung vorgelegt werden muß. Das ist ein höchst klägliches Urbild politischer Impotenz. Man durfte bisher annehmen, daß die schweizerische sozialdemokratische Parier auf Grund der Wahl- und Abstimmungs-Ergebnisse über rund 60 000 Stimmen verfüge, wenn sich von den 745 000 Stimmberechtigten etwa 5—600 000 zur Urne begaben, nun aber ergab das Resultat der Unterschriftensammlung, daß Liese Ziffer viel zu hoch gegriffen war, denn es kamen nur etwa 28 000 Unterschriften zusammen, von betten viele noch aus bürgerlichen Kreisen stammen werden, da die Novelle auch in bürgerlichen Kreisen nicht die ungeteilte Zustimmung findet. Eine Partei nun, welche seit zwanzig Jahren offiziell besteht, der alle Rechte und Freiheiten in schier unbeschränkter Zahl offen stehen, der seine Hindernisse in den Weg gelegt werden, ist keine dauernde Erscheinung und kein Moment einer weltgeschichtlichen Mission, wenn es ihr nicht möglich ist, innerhalb dreier Monate 30 000 Unterschriften aufzubringen. Allerdings krankt dir Partei an schweren inneren Gebrechen, «allein, diese wären unmöglich, wenn die Partei selbst iiitaft dastände und ihre Anhänger der schönen Theorien auch praktisch bewußt waren, die sie auf Schritt und Tritt anpreisen, aber selbst nicht befolgen. Um einen großen Teil der Führerschaft ist es schlecht bestellt. In Biel, wo jetzt das sozialdemokratische Parteikomitee seinen Sitz hat, steht der Parteiführer mit einem Fuß im bürgerlichen, mit dem andern im sozialistischen Lager, Regierungsrat Wullschläger in Basel, welcher gegen streikende Maurer das Militär aufbot, ist ganz in die bürgerliche Sphäre zuzückgewachsen, der Führer der Solochmner Sozialdemokraten, Fürsprech W. Fürholz, der früher Staatsanwalt war,, ist wegen unerfreulicher Gerichtsverhandlungen ein ziemlich stiller Mann geworden, die „Genossen" in Zürich leben nie im besten Einvernehmen und gerade jetzt macht wieder ein Geschäftsagent von sich reden, der wegen angeblicher Unterschlagung von Jnkassogeldern der Staatsanwaltschaft übergeben wurde, und gegen den wegen großer Börsenverluste ein Konkursverfahren anhängig ist. In anderen Kantonen ist es nicht viel besser. Manche der schlauen Führer suchen in gut bürgerliche Stellungen hineinzukommen und dann nach und nach stiller zu werden, da cs ihnen nichtmehrdaran gelegen sein kann, an ihrem Wohlbefinden rütteln zu lassen. Die Mafien, welche sich bisher opferwillig zeigten und den Führern zu Stellingen und Ehren verhalfen, sehen sich getäuscht, undstatt der Verbesserung der sozialen Lage, die man ihnen verhieß, fühlen sie sich von Tag zu Tag verlassener, elender und des guten Glaubens und Vertrauens beraubt. Unter solchen Umständen bemächtigt sich der „Genossen" eine Energielosigkeit und Schlaffheit, die sich gegen allen Lärm und Tantam innerhalb der Partei abgestumpft zeigt und in blinder Resignation verharrt.
Hus aller Mett.
Doppelhinrichtttng. In Posen sind die wegen Raubmordes zum Tode verurteilten Musketiere Geppert und Rosinsku Mittwoch früh durch Scharfrichter Schwirtz aus Breslau hingerichtet worden.
Ein prentzisch-rnssischer Greirzzwischenfalk. Auf preußischem Gebiet bei Laurahütte wurde Dienstag ein Buchhalter aus Bendzin, der sich auf dem Wege zur Zollkammer Czeladz befand, von einem russischen Grenzposten ohne Ver- anlafiung belästigt, und als er floh totgeschossen. Die 20 Meter von der Grenze liegende Leiche schaffte der Soldat auf russisches Gebiet.
Zn Tove gemartert. Wegen unglaublich roher Miß- Handlungen ihrer Dienstmagd Friederike Schotte hatten sich vor der Strafkammer Hildesheim der Landwirt Friedrich Hoppe aus Groß-Himstedt und seine Frau zu verantworten. Die Verhandlung ergab ein geradezu grauenvolles Bild von der dem unglücklichen Mädchen durch seine Dienstherrschaft zuteil geworbenen Behandlung. Die Aermste ist jetzt tot, in völlig verwahrlostem Zustande ist sie bereits im letzten Herbst gestorben. Noch zwei Tage vor ihrem Tode, als sie halb besinnungslos in Krämpfen am Boden lag, hat Hoppe sie roh aus der Türe geworfen und in eine Ecke geschleudert. Das Urteil lautete gegen den rohen Dienstherrn auf ls/* Jahr, gegen seine Frau auf V* Jahr Gefängnis.
Ein freundliches Vermächtnis hat der verstorbene Generalmajor a. D. Alfred Wolff, der frühere Kommandeur des badischen Gcndarmeriekorps, seinen früheren Untergebenen hinterlassen. Er bestimmte nämlich, daß jedem früheren Angehörigen beä Korps, der nach Diannheim zur Beerotgung komme, ein Mittagessen und eine Flasche Wein verabreicht werden solle. 128 Gendarmen haben ihrem allbeliebten ehemaligen Kommandeur die letzte Ehre erwiesen. Er wurde in Mannheim begraben, wo er früher bei ben Leibdragonern stand.
Tierschutz i« »er Landwirtschaft. Den Bestrebungen zur Milderung des oft harten Loses der land wirtschaftlichen Nutztiere und zur Verhütung unnützer und schädlicher Tierquälereien im Viehstall kommt sehr zu statten das im Verlag von Paul Wätzel in Freiburg i. B. er-
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schienen« Werk „Einträgliche Viehzucht" von Zuchtinspektor Hink. Wenn auch der Titel dieses Buches mehr auf die landwirtschaftliche Praxis und züchterische Seite hinweist, so wird man doch bei näherem Studium desselben finden, daß sich durch die darin empfohlenen, erprobten Regeln der Vieh- Haltung und Fütterung, Zucht und Pflege, Stallgesundheitslehre und Weidegang wie ein roter Faden der Gedanke des positiveren Schutzes unserer landwirtschaftlichen Nutztiere hindurchzieht. Das Werkchen wird auch von den Tierschutzvereinen zur Anschaffung und Verbreitung in ländlichen Kreisen angelegentlichst empfohlen.
Vogelkäfige im Sonnenbrand. Viele Käfigvögel werden ohne Schutzdach ins Freie, oder noch schlimmer, auf das Fensterbrett gestellt und den ganzen Tag den Sonnenstrahlen ausgesetzt, in der irrigen Meinung, dies sei dem Vogel eine Wohltat. Aber es ist doch ein großer Unterschied, ob ein Vogel in der Freiheit durch die Mittagssonne fliegt, oder ob er im Käfig fitzt und den Sonnenstrahlen nicht ausweichen kann. Daß solche unglücklichen Vögel erkranken und sterben, ist kein Wunder. Zum Besten des Vogels und des eigenen Geldbeutels sollte man auf die Pflege größeren Wert legen, auch frisches Wasser, namentlich in den heißen Tagen, nicht vergessen und dem Tierchen den Käfig nicht zum Kerker machen. Dabei nmß zugleich ein Mißbrauch erwähnt werden, der in zahllosen Fällen besteht, nämlich die Unterbringung gefangener Vögel in viel zu kleinen Bauern. Da hängen nun die armen Tiere in diesen erbärmlichen Kerkern, daß sie sich kaum umdrehen und die Flügel ausbreiten können. Jeder Mensch, der an den Heinen Geschöpfen, die er in seiner Gewalt hat, so rücksichtslos handelt, sollte von den Besserdenkenden aufmerksam gemacht werden.
Die Eidechse im Magen. Vor einigen Wochen machte die Geschichte von einer Eidechse, welche vor achtunddreißig Jahren von einer Bäuerin in der Normandie beim Trinken an einem Brunnen verschlungen worden war und ihr seitdem keine Ruhe ließ, die Runde durch die Presse. Die Frau Suzanne Lemerre war auf Anraten von Verwandten zum § wecke einer Operation nach Paris gekommen und von ihrem mälgeiste wirklich besreit worden. Wenigstens konnte man das in seiner Art stattliche Tier in einem Grünkramladen sehen. In Wahrheit hatten die Aerzte der Frau Lemerre im Schlafe sugerriert, man habe sie „geschnitten und nun sei sie das Tier los. Sie glaubte es fest und fühlte sich wohl, als sie durch unvorsichtige Bekannte von der List Kenntnis erhielt. Nun spürte sie plötzlich wieder, wie die Eidechse in ihrer Brust krabbelte, und sie verwünscht die „Pariser", die eine arme Frau so „gewissenlos betrügen" konnten.
Steckbrief. Die Strafbehörden von Prag haben hinter dem Freiherrn Rudolf v. Haußmann-Stetten, ehemaligen Hauptmann im kaiserlich königlichen Infanterie-Regiment „König Wilhelm v. Württemberg" Nr. 73, kaiserlich königlichen Kämmerer und Landamtmann von Tirol, einen Steckbrief erlassen. Er wird eines Juwelenschwindels und verschiedener Urkundenfälschungen beschuldigt. Der Flüchtige entstammt einer uralten Tiroler Adelsfamilie, war eine in Radsportsreisen bekannte Persönlichkeit und hat auch nach seiner Verabschiedung vom Militär eine Radsahragentur betrieben. In seiner Begleitung befindet sich seine Geliebte, eine frühere Kellnerin.'
Selbstmord eines russischen Fürsten. Wie aus Petersburg gemeldet wird, hat sich dort der Fürst Alexander Michailowitsch Jmeretinski in seiner Wohnung erschossen. Der Fürst war verheiratet, die Hochzeit hatte erst vorigen Mittwoch stattgefunden. Der Fürst war 32 Jahre. Er war Früher Offizier im Konvoi des Zaren und nahm dann seinen Abschied. Er lebte in Chambres garnieS und bewohnte zwei Zimmer. Fürst Jmeretinski hatte die Nacht durchgezecht und kehrte um 9 Uhr morgens nach Hause zurück und bat seine Frau, ihm einen Revolver zu geben. Die Frau glaubte, er mache einen Scherz, da er schon früher oft, wenn er berauscht war, scherzend mit dem Selbstmord gedroht hatte. AIs die Fürstin das Zimmer verließ, erschoß sich der Fürst. Er war sofort tot. Das Motiv der Tat ist unbekannt.
Ein Schächtverbot will der Magistrat in Bunzlau er- lassen. Wie ein Telegramm meldet, hat er den Beschluß gefaßt, das Schächten nach jüdischem Ritus im Bunzlauer Schlachthof zu untersagen. Eine entsprechende Vorlage wird der Stadtverordnetenversammlung zugehen und schon in der nächsten Versammlung zur Beratung kommen.
Während der Dauer des Bundesschreszeus in München wurden in der Löwenbrauerei verkauft: 1300 Hektoliter Bier, 40 Zentner Ripperl und Schinken, 12—15 Zentner Käse, 16—18 Zentner Butter, 3000 Gänse, 2500 Hühner, 24 Lenden und 50 Zentner Kraut. Der Konsum in der „Alten Liefl" beträgt: 1068 Hektolier Bier, 82 000 Schweinswürstel, 120 Schinken, 10 Zentner Käse, 5 Zentner Butter, 350 Gänse und ebensoviele Hühner, für 500 Mark Regensburger und für 330 Mark Wiener. In der Hühner- braterei von Schwab wurden 4800 Hühner und in der Fischbraterei von Praoida 200 Zentner Fische verkauft: in der Waffelbäckerei wurden für 2000 Mark Waffeln umgesetzt.
Eine heitere Episode bei sehr ernstem Anlaß, einer Beerdigung, hat sich letzten Sonntag im Dorfe Ober- m e n z i n g bei München ereignet. Als man auf den Pfarrer mit Mesner und Ministranten wartete, trat ein heftiger Platzregen ein, der die Trauerversammlung nötigte, wo es anging, Unterstand zu suchen. Fünf behäbige Basen des Verstorbenen flüchteten unter ein Vordach, daS eine holzgedeckte Odolgrube beschattet. Die Grubenbedeckung war deni Schwergewicht der 5 Frauen nicht gewachsen; in dem Augenblick, da der Pfarrherr mit Gefolge durch das Gartentürchen ben Vorplatz des Hauses betrat, brach die Grubendecke zusammen, uitb die fünf Frauen versanken in die „grausige Tiefe". Im Nu war der Sonntagsstaat, darunter mehrere gewichtige „Bollenkittel", von dem nichts weniger als wohlriechenden Grubeninhalt bunütränst, und die Frauen boten, nachdem sie durch hilfreiche Hände aus ihrer schlimmen Lage befreit waren, einen schauerlichen Anblick. Trotz des ernsten Anlasses bemächtigte sich der Teilnehmer, zumal der Zwischenfall ohne körperliche Schädigung der Verunglückten abgelaufen war, eine der Trauer wenig entfpredbenbe Stimmung, und selbst der Herr Pfarrer konnte stell des Lachens über daS Odol-Bild nicht erwehren, so sehr er sich auch Mühe gab. Beim Leichenschmaus waren übrigens auch die „Verunglückten" wieder gesellschaftsmäßig.
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MittagsMicr.
Am Grabenrande, dort am Waldessaum,
Wo durch den moor'gen Grund das Waffer leis«, Unmerklich in dem engen Bette hinzieht, Dort, wo die Sumpsspiräa sich erhebt
Und Baldrian mit blaffen Dolden duftet, — Dort, bort entfaltet sich an Sommertagen Ter Mittagszauber, wenn die Sonne glüht, Umfängt mir leis, geheimnisvoll die Seele Und hält gebannt mich an dem stillen Ott. Der Moorgeruch, vom heißen Sonnenbrand Hervorgelockt, erfüllt die Lust und mischst sich Mit dem betäubenden Geruch des Porsch, Der auf des Waldes Boden sich dahinzieht.
Die kleinen Falter fliegen her und hin In Scharen, sich der Sonnenwärme freuend, Und auf den Ellernbüschen schimmern hell Die grünen Käfer mit metall'nem Glanze. Libelle kommt geflogen, schwirrt umher, Setzt hier sich hin und dort — die Flügel zitter« Und glänzen wie Gespinnst von Feenhand, Indes sie mit den großen grünen Augen Hinausstarrt in die sonnenwarme Wüt.
Im Graben aber, wo die Wafferlinsen Und Schilf und Kalmus wachsen, in dem Wasser, Den: weichen, warmen Wasser maltet still
Ein Ueberschwang millionenfachen Lebens:
Die Wafferspinne läuft darüber hin, Die Fröschlein tauchen lustig aus und unter, Die kleinen schwarzen Wasserkäfer tummeln In Scharen sich, die großen braunen tauchen Bisweilen auf, um wieder zu verschwinden.
Unzählig klein Getier von allen Sitten, Auf allen Stufen der Entwickelung, Haust hier und wird und lebt und freuet sich, Schwimmt in dem Waffer munter hin und her, Wärmt bald sich oben an durchwärmter Flachs Und kühlt sich wieder unten auf dem Grund. Mir aber ist, als ob ich all dies Leben Mitlebte, mitentpfänbe das Behagen Des Colymbetes, der im Wasser auftaucht, Des Falters, der durch Luft und Duft sich schwingt, Des Kalmus selbst, der sich der Sonnenwärme, Des moor'gen Grundes und des Wassers freut. Ein Sommermittagstraum — vielleicht nur Torheit, Und doch das Herz mit tiefem Glücksgefühl Erfüllend, gleich als ob des Lebens Quellen, Den tiefverborg'nen, näher wir gerückt Im Mittagszauber an dem Grabenrande.
Leopold von Schroeder.
(Baltische Heimat-, Trutz- und Trostlieder).
Aus der Deutschen Landurirtschufts-Gesellschsst. Dcmerwareuprüfimq »et Deutschen Sandwtri- schafts-Gesellschaft 1907.
Die Deutsche Landwirtschafts - Gesellschaft hat auch für die von ihr vom 6. bis 11. Juni 1907 zu Düsseldorf zu veranstaltende 21. große landwirtschaftliche Ausstellung eine Dauerwarenprüfung mit Preisbewerb vorgesehen, wie sie dies bereits regelmäßig seit dem Jahre 1901 getan hat.
Das für die Prüfung erlassene Preisausschreiben zerfällt in 8 Hauptgruppen, welche in 41 ff lassen getrennt sind. Es .werden zügelnsten Molkereiwaren, Fleisch-, Fischware»,Obst, Gemüse, Kartoffeln, Teig- und' Backwaren, Trauben-, Obst« und Beerenweine sowie Bier. Aucb ist für alle anderen Dauerwaren, sofern sie in den angeführten Gruppen nicht untergebracht werden können, eine Gruppe „sonstige Dauerwaren" eingerichtet worden. Ueber die näheren Bestimmungen für die Beteiligung am Preisiveitbeiverb gibt das Preisausschreiben Auskunft, welches mit den Anmeldepapieren von der Hauptstelle der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Berlin SW., Dessauer Straße 14, kostenlos bezogen werden kann. Nach dort sind auch sonstige bezügliche Anfragen zu richten.
Der Schluß des Anmeldetermins ist d»r 81. August 1906. Die angemeldeten Gegenstände haben sich einer mehrmonatigen Prüfungsreise nach Australien zu unterziehen, um ihre Dauerhaftigkeit zu beweisen. Der Schluß der Ei nl i e f e ru n g der Gegenstände ist der 80. Scvtc in b e r 1906. Die Einlieferung hat unter einer bestimmten Adresse in Steinen slauzufiuden. Nach Rückkehr von der Prüfungsreise finde! eine Beurteilung der Waren durch ein Preisrichter-Kollegium statt; daraus werden sie auf der Ausstellung in Düsseldorf ausgestellt.
Die den Preisrichtern zur Verfügung siebenden Preise bestehen aus Preismünzen und Sieger-Ehrenpreiicn bezw. Zuschlagspreisen. Die letzteren sind gestiftet vom Reichs- marme-Amt für die Gruppe der Fkeischwareii.
Außerdem werden noch hohe Geldpreise auägefegt für diejenigen Anssteller, welche in einer besonders vollständigen und lehrreichen Weise ihre Gegenstände auf der Ausstellung selbst vorführen. Zu dieser Vorführung können auch Waren verwendet werden, welche nicht an der Seereise teilgenommen haben. Diese sind hierzu bis zum 28. Februar 1907 anzumelden.
Nach Schluß der Ausstellung in Düsseldorf wird über bie ©auerwareuprüfung ein Bericht in den Veröffentlichungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft erstattet, der auch den beteiligten Behörden, wie dem Reichsmarine-Amt, dem Kaiserlichen Gesundheits-Amt und sonstigen interessierten Behörden, sowie allen Ausstellern und sonstigen Interessen ter übersandt wird.
Durch die Beteiligung an vorliegender Veranstaltung ist den Fabrikanten von Dauerwaren jeder Art eine hervorragende Gelegenheit geboten, ihre Erzeugnisse auf Tropenfestigkeit und Brauchbarkeit einivandsfrei prüfen zu lassen, und die Brr, anftaftung dürfte ohne Zweifel dazu beitragen, die in Deutschland noch keineswegs auf der Höhe stehende Konservenindustrie weiteren Fortschritten entgegenzuführen.