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aus Griechenland »erboten wird und die griechischen Untertanen einer doppelten Grundsteuer und einer dreifachen Gc- verbesteuer tinicrivorfen werden.
An Persien ist jetzt völlige Ruhe eingetreten. Der Kriegszustand ist aufgehoben worden.
Znm Friedensschluß in Zentrnl-Amerika. Die Frirdensunterhândler haben dein Staatsdepartement davon Mitteilung gemacht, daß in den von $onburaS, Salvador und Guatemala unterzeichneten Friederrsartikeln die Zurückziehung der Truppen innerhalb drei Tagen und die Abrüstung innerhalb acht Tagen vorgesehen ist.
Der Verband der amerikanischen Gewerkschaften erließ einen Aufruf, in welchem er unter Hinweis auf den Erfolg der Arbeiterpartei in England alle Gesinnungsgenossen zur Unterstützung der Kandidaten der Arbeiterpartei bei bett Kongreßwahlen aussordert.
Die Lage in Rußland.
Petersburg, 21. Juli. Die gestern in der Redaktion des Blattes „My$l" vorgenornmerren Verhaftungen haben mit eurem Preßvergehen nichts zu tun. In der Redaktion sollte eine Sitzung des Zentralkomitees der sozial-revolutionäre« Partei abgehalten werden. Der Redakteur bei Blattes, Salomkv, der Mitglied der Duma ist, verbarg in seinem Arbeitszimmer drei einflußreiche Mitglieder der Partei, von betten zwei durch ein Fenster entweichen wollten. Wichtige Schriftstücke wurden befchlag- vahmt.
Berlin, 21. JuD Die kaiserlich russische Finanz- und Handels-Agentur in Berlin teilt mit: Der russische Ministerrat beschloß in seiner letzten Sitzung, in den Kammern die Frage der Notwendigkeit der Umgestaltung der sibirischen Eisenbahn in eine ziveVleisige zu erörtern. In derselben Sitzung wurde der Vorschlag des "rinanzministerS angenommen/ bei Ausarbeitung des nüchst- ährigen Budgets keine, außer die absolut notwendigen Erweiterungen der jetzigen StaatShaushaltSauS- gaben zuzulasisn, sowie die Kredite aller einzelnen Ressorts auf die Möglichkeit einer Kürzung zu prüfen. — Weiter wurde infolge des Gesuches deS livländischen AdelS diesem gestattet, die ihm gehörigen sechs Güter hypothekarisch zu verschulden zwecks Beschaffung von Mitteln, welche einzelnen Gutsbesitzern, deren Güter während bet revolutionären Bewegung gelitten haben und deren Verluste auf fünf Millionen" Rubel berechnet werde«, als hypothekarische Darlehen zur Verfügung gestellt werden sollen.
Die Meutereien im Preobraschenski-Sregiruent.
Trotzdem die Untersuchung über den wahren Sachverhalt der Meutereien im Preobraschenski-Regiment noch nicht beendet ist, läßt sich doch schon jetzt eine Darstellung über chre Entstehung mit genügender Bestimmtheit geben. Wir entnehmen der „St. Petersburger Zeitung" folgende Einzelheiten:
Bereits in den ersten Junitagen fanden in der nächsten Umgebung der Dorfes Gorelowo, baS 5—6 Werft vom Kraffnoje-Sseloschen Lager entfernt ist, geheime Zusantmen- künfte von Lemen verschiedener Regimenter statt, an denen auch Soldaten des Preobraschenski-Regiment reilnahmen. Am 19. Juni entstaub eine Unordnung größeren Umfangs in den Zelten der Mannschaften: statt sich schlafen zu legen, lärmten die Leute, eS ertönte Geschrei, man hörte Rufe: „Wir wollet nicht gerat'1......fahren wir".....,in die Heimat." Die Ordnung wurde indessen von den Feldwebeln wiedechergestellt. Am andern Tage wiederholten sich trotz Ermahnungen der Kompaniechefs die Unordnungen. Am Abend versammelten sich die Mannschaften in "größeren Gruppen vor dem Lager-, lärmten; eS ertönten höhnende nie und es wurde jemand gewippt. Das Sintreiai des Daziers vom Dienst erwies sich als ungenügend, und zur Wiederherstellung der Ordnung mußten die Kompaniechefs herbeigerufen werden.
Der Regiments- und Divisions-Kommandeur hielten ein ernsteres Einschreiten für nicht nötig. Sie meldeten auch nichts über diese Vorfälle an die vorgesetzten Behörden. Am 21. Juni traf das Regiment in Peterhof ein, ohne besondere äußere Anzeichen von Störungen der Ordnung. Auch der 22. Juni verlief ruhig, obgleich von den Offizieren eine erregte Stimmung der Mannschaften, befonberS im, 1. Baraillon, wahrgenommen würde. Nach dem Abendausruf bemerkte der Offizier vom Dienst Kapitän Starizki beim Kontrollgange durch die Kaserne im Kasernenhofe einen Hansen Mannschaften in der Anzahl von 100 bis 150 Mann, -liit feinern Gehilfen zu ihnen herantretend, befahl der Ka-
n den Leuten, auseinander zu gehen; als Antwort er- : : :en hieraus anfangs einzelne Summen, sodann aber vom ganzen Haufen ausgewogene Rufe, Schimpfworte und Drohungen. Die Ermahnungen des Offiziers vom Dienst halfen nichts: der Lärm und das Geschrei wurden stärker. Nachdem Kapitän ^Etarizki seinen Gehilfen an den Kommandeur zur Berichterstattung abgesandt, verließ er den Kasernenhof, um die übrigen Kompagniechefs holen zu lasten. Obschon letztere sehr bald erschienen, war auf dem Hofe doch bereits niemand mehr vorhanden — die Mannschaften lagen bereits auf ihren Betten in den Kompanieräumen. Die Än- ^rawen des Kompanlechers am selben Abend, sowie die deS Latacuons- und Regimentskommandeurs am folgenden Tage riefen feine Beruhigung unter den Mannschaften hervor; sämtlichen beruhigenden Worten der Vorgesetzten setzten die Leute Schweigen entgegen. Gegen 11 Uhr vormittags am 28. Juni tun endlich der Kommandeur der Division, General- major L .a suite des Kaisers Oserow ein. Nachdem er die Mannschaften des ersten Bataillons hatte antreten lassen, fotberte er sie auf, offen und frei die Ursachen der Unordnung zu ert'.ären. Nach einer zweiten dringenden tkunorberung des Divisions-Kommandeurs trat der Gemeine Baffin vor die Front und bot den General, sein Wort zu geben, daß diejenigen Mannschaften, die im Namen der übrigen sprächen, nicht bestraft würden, was der Divisionè- Kommandeur auch versprach. Allein keiner von den Leuten bewies sich im Stande, ihre Forderungen zu äußern, und sie baten, ihnen Air zur Beratung zu geben. Ihre Wünsche legten sie 'christlich in 19 Punkten dar, dir dem Divisionsches von r.?;m‘- den Gemeinen Bassin vorgelesen wurden, der nach barer Stuiwe wieder beim Bataillon eingetroffen war. Ferner wurde ein Punkt von dem Unteroffizier Prutkow mündlich vorgetragen. General Oserow verweilte drei Stunden inmitten bet Mannschaften und gab ihnen eingehende Er»
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klärn"gen belgisch der Erfüllbarkeit ihrer Wünsche. Nachdem die MiinniHäften bann versprochen hatten, sich in Zukunft tadellos zu führen, fangen sie die Nationalhymne und trugen den General bis auf die Straße.
In der Annahme, daß alles in Ordnung sei und reut Grund vorliege, weitere Komplikationen zu erwarten, befahl General Oserow ben Offizieren eine eingehende und ruhige Beleuchtung sämtlicher von den Mannschaften geäußerter Wünsche anzufertigen, die er nur als Erklärungen ökonomischen Charakters ansah.
Obgleich mit der Abfahrt Generals Oserow eine zeitweilige äußere Ruhe unter den Mannschaften eintrat, hörten ungeachtet des gegebenen Versprechens die Verletzungen der Disziplin nicht auf. So erlaubte sich am Abend des 2b. Juni der Unteroffizier Prutkow, seinem Konipaniechef auf eine ihn: gemachte Bemerkung eine freche Antwort zu geben. Am folgenden Tage kehrte derselbe Unteroffizier nach _ einer Beurlmtbmiq zurück und tadelte beim SlamenSaufruf in Gegenwart des Offiziers vom Dienst laut die im Regiment bestehende Ordnung der Honneur-Erweisung, wobei er eine im höchsten Grade herausfordernde Stellung einnahm. Am 25. Juni morgens antwortete der Gemeine Bassin dem Kompaniechef in grober, frecher Weise, als biefer den Mannschaften die Unausführbarkeit einiger der von ihnen geäußerten Wünsche erläuterte. Im allgemeinen dauerten die Airzeichen weiterer Gärung und die Versuche einzelner Grrrppen, Versammlung«« zu veranstalten, fort.
Die angeführten Fälle von Verletzung der Ordnung und Disziplin, die darauf hinwiesen, daß die Gärung unter den Mannschaften durchaus nicht abgenommen hatte, machten es notwendig, entscheidende Maßregeln zu ergreifen.
Am 25. Juni, um 4, Uhr morgens, wurde daS L.-G- Grenadier-Regiment zur Ablösung nach Peterhof komman- diert; ferner wurden das L.-G.-Schützen- und das L.-G.-Ulanen- Reginrent Ihrer Majestät sowie die 2. Batterie der reitetiben Garde-Artillerie-Brigade dorthin beordert. Der Divisionschef erhielt die Order, die Haupturheber der Unordnung 8» verhaften und dem Preobraschenski-Regiment wurde vorge- schriebeu, nach Krassnoje Sselo zurückzukehren. In Ausführung dieser Anordnungen traf General Oserow gegen 9 Uhr abends beim 1. Bataillon ein und befahl, nachdem er darauf hingewiesen, daß die Mannschaften das von ihnen gegebene Versprechen, sich künftig tadellos zu führen, nicht gehalten hätten, dein Offizier vom Dienst, den Unteroffizier Prutkow und den Sememen Bassin zu verhallen, was auch noch vor beut Eintreffen der obenerwähnten Truppenteile auS geführt würbe.
Am solgendcn Tage kehrte das Preobraschenski-Regiment in Ordnung nach Krâstnoje Sselo zurück, und am 26. Juni wurde das 1. Bataillon, das durch Allerhöchsten Tagesbefehl in ein besonderes Infanterie-Bataillon umbenarmt, nach dem Dorfe Medwed, Gouo. Nowgorod, abgefertigt, wo zur Zeit eine Untersuchung stattfindet, zur Feststellung beS Schuldgrades jedes einzelnen der Mannschaften, die sich ungesetzliche Homdlmlgen erlaubt haben, sowie auch um den Grad der Schuld der Offiziere wegen Untätigkeit der Gewalt zu bestimmen.
Die Austös««g der Duma.
Petersburg, 22. Juli. Ein kaiserlicher Ukas vom 21.
Juli verfügt die Auflösung der Reichsduma und die Einberufung einer neuen Reichsduma auf den 5. März 1907. Die Bestimmungen für die Neuwahlen werden später veröffentlicht. Ministerpräsident Goremykin wurde durch kaiserlichen Ukas entlassen. Seinen Poften tritt der bisherige Minister des Innern Stolypin an, der zugleich das bisherige Ministerium des Innern behält. Die Stadt und das Gouvernement Petersburg wurden in den Zustand des außerordentlichenSchutzes gesetzt. Im ganzen Gouvernement Kiew wurde der Kriegszustand proklamiert, ausgenommen im Bezirk Kiew.
Petersburg, 22. Juli. Das Dumagebäude blieb heute geschlossen. Die Polizei bewachte die Eingänge und gestartete nur dem Präsidium der Reichsduma den Zutritt. Da viele Abgeordnete im Dumagebäude Briefe aufbewahren, erwartet man, daß die Polizei abends neue Weisungen echalten wird. Die bei dem im Dumagebäude befindlichen Buffet angestellten Personen wurden nachts geweckt und mußten, nachdem ihnen die Schlüssel der verschiedenen Räumlichkeiten abgenommen waren, das Inventar fortschaffen. Die Straßen um das Dumagebäude sind leer, die Hauptstadt zeigt ihre gewöhnliche Sonntagsphysiognomie, nur sind die Straßen vielleicht noch leerer als sonst. — Wie verlautet, suchte der Ministerpräsident seine Entlassung selbst nach; er bleibt Mtgiied des Reichsrates, ebenso ist der Ackerbauminister auf sein Ansuchen des Mnisterpostens enthoben worden, unter Belassung in seiner Stellung als Mitglied des Reichsrates. Der Präsident der Reichsduma Muronzew erfuhr die Auflösung der Duma heute morgen durch den Vizepräsidenten Dolgorukow.
Petersburg, 22. Juli, 8 Uhr vormittags. Obgleich das kaiserliche Dekret, welches die Auflösung der R^e i ch 5= duma ankündigte, erst in der vierten Morgenstunde bekannt würbe, ist die Nachricht hiervon bereits in das Volk ge- brungen. Man spürt die gedrückte Stimmung. Die Residenz wimmelt von Truppen. Aus dem Lager und den Nachbarorteri sind gestern bis Mitternacht vier Infanterie-Regimenter, die Cheoaliergarde und die Garde zu Pferde cüigetroffen, ferner eine Anzahl von Schwadronen Husaren und Ulanen sowie Grenadiere und Maschinen- gewehrkompanien. In nächster Nähe des Neichsdumapalastes stelzen Husaren. Die Behörden erwarten heute, der „Nowoje Wremja" zufolge g r o ß e U n r u h e n im Petersburger Kreise. Der Polizei "sind energische Maßnahmen vorgeschrieben. Die Lagerübungerr in Krasnoje Sselo werden bereits Ende Juli a. St. abgeschlossen.
Petersburg, 22. Juli. Der Sekretär der Reichsdunia, Fürst Schachowskoi, wartete heute früh auf die Ankunft der Vertreter des Sekretariats des ReichLrates, um ihnen die parlamentarischen Akten zu übergeben. Da aber bis 3 Uhr nachmittags niemand erschien, verließ Schachowskor das Dumagebäude. Die Uebergabe der Allen wird durch den Vorstand der Kanzlei bewirkt. Einern Vertreter der Peters-
23. Stift
Burger Telegraphenagentur erklärte Stachowskoi, er habe vor 4 Uhr früh nichts von der Auflösung der Duma gewußt.
Petersburg, 23. Juli. Die Mehrzahl der Duma- abgeordneten ist gestern nach Finnland abge- r e ist, um dort über die durch die Dumaauflösung geschaffene Lage zu beraten.
Hus aller Meli.
Da- Bituvesschi-b-tt in München hat die bayerische Gemütlichkeit und die einzig dastehende Leutseligkeit und Volkstümlichkeit des bayerischen Thronfolgers "Prinzen Ludwig im schönsten Lichte gezeigt. Mit Berliner Schützen, die Prinz Ludwig nach Schluß eines kleinen Festessens mit den dazu etngelabeneti Oesterreichern zufällig in her Festhalle traf, trank er sofort auf die Verbrüderung zwischen Rord und Süd. Währenddessen kam ein blondes vierjähriges Mädchen herbei, faßte den Prinzen zutraulich an der Hand und führte ihn an den Tisch der ebenso erstaunten wie erfreuten Eltern, mit denen sich der Prinz bmm freundlich unterhielt. Ein biederer Sachse, der den Vorgang beobachtet halte, kam — wie den „Lechz. N. Nachr." geschrieben wird — mit ausgestreckten Händen auf den Prinzen zu und sagte: „Geeuigliche Hoheit, Sie sind so lieb und gut, ich gam mer nich helfen, ich muß Ihnen die Hand dricken. Geb'n Sr mer fe", worauf der Prinz lachend erwiderte: „Wenn Sie sonst nichts wollen, herzlich gern." Unter dem Hallo und dem Beifall der Umstehenden erfaßte darauf der Sachse mit beiden Händen dir Rechte des Prinzen und schwelte sie kräftig. Prinz Alfons entzückte die Fremden dadurch, daß er sich an der Hühnerbraterei ein Huhn einwickeln ließ und sagte: „So das ist für meine Frau. Morgen bringe ich sie selber mit." Derartige Vorkommnisse werden natürlich von den Schützen mit voller Befriedigung besprochen.
Eine Ratte als Diebe«. Die Frau eines Altonaer Gastwirts befindet sich zurzeit in einer benachbarten Sommerfrische. Kürzlich vermißte sie ihren wertvollen Brillantring, den sie am Abend vorher auf die Kommode gelegt hatte. Nach längerem Suchen entdeckte sie den Ring schließlich hinter dem Sofa, oberhalb der Wandleiste. Am andere« Tage war das Stubenmädchen im Zimmer beschäftigt, als es plötzlich auf der Kommode eine Ratte bemerkte, die sich bei dem dort liegenden Brillantring zu schaffen machte und schließlich mit demselben unter dem Sofa verschwand. Sofort holte sie die Besitzerin des Ringes herbei, die ihn denn auch an derselben Stelle wie am Tage vorher hervorholte, nur mit dem Unterschiede, daß er diesmal in einem Loch lag. Jetzt hat die Dame eine Falle ausgestellt, damit der lang» schwänzigen Diebin die Gelüste nach Brillanten ein- für allemal vertrieben werden.
Eine« gM«dliche« Hereirrfnü erlebte am Land- geriet zu Aachen vor kurzem ein Unternehmer. Er hatte eine dortige Firma wegen einer Schuldsorderung von 1200 Mark verklagt, und der Prozeß wurde durch Vergleich zu seinen Sünden entschieden. Der den Unterlegenen vertretende Rechtsanwalt zahlte dem Kläger sofort im Gerichtsfaal die 1200 Mk. aus, die dieser auch nach einigen Einwendungen annahm. Kaum hatte er aber den Gerichtssaal verlassen, da nahte auch schon das Berhâugnis, von dem der Unternehmer wohl schon eine leise Ahnung gehabt hatte, als er die Ein- ivendungeu gegen die Annahme des Geldes im Gerichtssaal machte. Im Flur des Gerichtsqcbäudes nahte sich ihm in Begleitung eines Schutzmannes nämlich ein Gerichtsvollzieher, der ihm auf Grund eines vollstreckbaren Urteils die 1200 Mk. wieder abnahm; er schuldete sie einer auswärtigen Firma. Der Rechtsanwalt, der ihm schlauerweise das Geld sofort ausbezahlte, war zugleich Vertreter des Gläubigers, der das Geld durch den Gerichtsvollzieher einziehen ließ.
RttLmstster v. Einem in der Schlacht bei Langensalza. Ein Mitarbeiter schreib: dem „Hann. C.": Bei der Feier des 40. Jahrestages der Schlacht bei Langensalza wurde vielfach der Name des Rittrneisters v. Einen: genannt, der in jener Schlacht den Heldentod starb, und dabei darauf hingewiesen, daß sein Sohn heute preußischer Kriegsminister fei/ Auf die Anfrage eines Kriegervereins hat nun, waS auch im „Hann. C." bereits richtiggestellt wurde, der Kriegsminister geantwortet, daß jener tapfere Reiterführer nicht sein Vater, sondern seines Vaters Bruder gewesen sei. Ein Augenzeuge schildert seinen Tod folgendermaßen: v. (Sinern war Rittmeister der 4. Schwadron der Cambridge-Dragoner.
In der Schlacht erhielt er Befehl, mit der 3. Schwadron zusammen ein preußisches Karree zu sprengen. Bei dieser Attacke ritt er am rechten Flügel der Schivadron, neben ihm der Flügelmann Dragoner Fehlhaber aus Hanstedt II (Kreis Uelzen). Schon beim ersten Sprung in das Karree bricht Fehlhabers Pferd tot zusammen; durch die entstandene Lücke ist v. Einem» linke Seite frei geworden, doch seine Klinge saust nach rechts und links; Fehlhaber ist sofort wieder an seiner Seite, aber nach kurzem Kämpfe stürzt auch dessen zweites Pferd; wieder nmß der Rittmeister sich nach zwei Seiten verteidigen, bis sein Flügelmann mit dem dritten Pferde heransprengt, doch zu spät! v. Emerns Pferd bricht unter ihm zusammen und er selbst schwebt, auf sechs Bajonetten aufgespießt, einen Augenblick frei in der Luft; wohl befreit Fehlhaber ihn, erhält aber selbst fünf Wunden, so daß auch er zu Boden sinkt. Beide Helden lagen nebenem- anber, ihr rotes Herzblut vermischt sich im grünen Rasen, und Nacht wurde es beiden vor den Augen, o. Einem hatte sein Leben dem Vaterlande geopfert; sein treuer Flügelmann, dessen Wunden nicht so tief gingen, wurde dem Leben erhalten. v. Sinern war bei seiner Schwadron sehr beliebt. Einer seiner früheren Dragoner äußerte auf eine bezügliche Anfrage: „Ja, mien Rittmeister, bet wör en herzens- goder Manu," und dabei rann ihm eine Träne in den grauen Schnurrbart.
Die Konventionalstrafe. Das Syndikat der Aerzte des Kreises Kolmar hatte seine fülftglieber durch einen Revers verpflichtet, keine Kaflenarztstelleu ohne Genchmigung des Syndikates anzunehmen, bei einer Konventionalstrafe von 5000 Mark. Dieser Revers war für austretende Mitglieder noch 2 Jahre nach erfolgtem Austritt bindend. Nun hatte das Syndikat gegen vier frühere Mitglieder eine Klage auf Zahlung dieser Konventionalstrafe angestrengt. Das