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Hanauer D Anzeiger
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker« des »«rem. «. Waiseuhmlses in Hamm.
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Amtlicher ®rgeu für Stobt nab KiwdKreis Sauna.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die funfgespaltete Petitzeile oder deren Raum 15 M, im Nektamenteil die Zeit« 35 äßët
Serantworü. »kdaSeur: 6. Schrecker in Hamm.
Nr. 157 Feimsprechanschltttz Nr. 605,
Montag den 9. Juli
Fernsprechattschlutz Nr. 605. 1906
Amtliches.
Bekanntmachung.
Der Invalide Wilhelm Weâer in Hanau ist heute wegen Trunksucht entmündigt worden.
Hanau den 4. Juli 1906.
Königliches Amtsgericht L. 14395
Handelsregister.
Firma Hermann Manko, Hauptniederlassung in Alzenau, alleiniger Inhaber Kaufmann Hermann Manko daselbst.
In Hanau ist eine Zweigniederlassung errichtet. Hanau den 29. Juni 1906.
-Königliches Amtsgericht 5. 14396
Handelsregister.
^irma Michael Benjamin Nachfolger in Hanau: Die Firma ist von Amtswegen gelöscht worden.
Hanau den 29. Juni 1906.
Königliches Amtsg^icht 5. 14413
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Ferien des Stadtausschusses für den Stadtkreis Hanau beginnen am 21. d. Mts. und endigen am 31. ' ■ kommenden Monats.
Während der Ferien dürfen Termine zur mündlich« Verhandlung der Regel nach nur in schleunigen Sachen abgehalten werden.
Auf den Lauf der geschlichen Fristen bleiben die Ferirn ohne Einfluß.
Hanau den 3. Juli 1906.
Der Vorsitzende des Stadtausschusses.
I. V: Bode. 14390
Vermißt
wird seit Montag den 18. Juni 1906 der unten näher beschriebene Kaufmann Lottis Pritts, welcher sich wahrscheinlich, nach einem von ihm zurückgelassenen Zettel, ein Leid zugefügt hat.
Da der Vermißte vor Jahren wegen eines Anfalles von Geisteskrankheit behandelt werden mußte, ist nicht ausgeschlossen, daß er evtl, in einer Privatanstalt Aufnahme gefunden hat. Für Auffindung seiner Leiche bezw. für Angabe sicherer Anhaltspunkte zu seiner Ermittelung ist eine Belohnung bis zu 600 Mk. ausgesetzt worden.
Beschreibung: Alter: 21 Jahre, Größe: etwa 1,72 m, Statur: schlank, Gesicht: eingefallen, Haare: dunkelblond, Bart: kl. Anflug, Nase: groß und gebogen, Mund: gewöhnlich, Sprache: holländisch und deutsch, Haltung: nach vorn gebeugt, Besondere Kennzeichen: trug goldene Brille. Marburg den 5. Juli 1906.
Die Polizei-Verwaltung.
Hus Hanau Stadt und Eand. Kreis-Kriegerverbandsfest.
(:) Bergen, 8. Juli.
Mit Fahnen und Girlanden, Bildnissen und sinnigen Emblemen aller Art aufs reichste geschmückt, grüßt heute von ß hoher Warte herab unser stattlicher Marktflecken weithin alle Lande. Gilt es doch, ein dreifaches Fest zu feiern und all die zahlreichen Festgäste, die, von nah und fern aus dem Main- und Niddatal hierhergekommen, heute in unsern' Mauern weilen, würdig und festlich ju empfangen. Und wahrlich unser festgebender Kriegerverein hat im Wettbewerb mit der gesamten Bürgerschaft zu diesem Zwecke ganz hervorragendes geschaffen, namentlich in der Hauptstraße, wo vor dem Rathause, von reichlichem Blattgrün und bunten Blumenschmuck kunstvoll umrahmt, die lebensgroßen Büsten unserer 3 ersten Kaiser mit den Paladinen Wilhelms des Großen prangen und hinter diesem eine gewaltige die ganze Breite der Straße überspannende, reich ausgestatlete Ehrenpforte sich erhebt, während weiterhin hochaufragende, mit Girlanden umrankte Masten mit ihren Standarten das bunte Bild des Festschmuckes noch reicher gestalten. Unser Kriegerverein schaut heute zurück auf eine Zeit 25 jährigen Bestehens, aus Anlaß dessen ihm von den hiesigen Frauen und Jungfrauen eine neue Fahne gestiftet wurde, die beute ibre Weihe
erhält, während, mit diesem doppelten Feste verbindend, gleichzeitig der Kreis-Kriegerverband Hanau hier sein 6. Ver- banbsfest abhält. Schon am Samstag abend nahm das Fest seinen Anfang. Im langen Fackelzug, an dem sich mit dem Kriegerverein alle übrigen hiesigen Vereine beteiligten, ging es hinaus auf dm Festplatz, wo zunächst der Vorsitzende des ersteren, Kamerad Völp, den Vereinen, sowie der Einwohnerschaft für ihre freudige Teilnahme dankt« und dem Kommerse und dm übrigen Festveranstaltungen der folgenden Tage besten Verlauf wünschte. Hierauf überreichten teilnehmende Vereine mit Glückwünschen zum Jubelfeste wertvolle Geschenke, worauf abwechselnd mit der konzertierenden Kapelle die Gesangvereine ihre Lieder n ertrugen und der Turnverein turnerische Uebungen vorführte. Heute früh dmn rief munterer Weckruf durch die Straßen zum Hauptfeste. Schon von 11 Uhr ab trafen die ersten auswärtigm Kriegervereine hier ein, nach deren vollzähligem Erscheinen sich sogleich der Festzug ordnete. Eine zahlreiche Kavalkade, geführt von 3 Herolden in mittelalterlicher Rittertracht, eröffnete diesen, welcher sich der Radfahrerverein, die Festjungfrauen, die Kreis- und Ortsbehörde, Verbandsvorstand, Ehren- und Festausschuß anschlossen, hinter die sich dann 42 Vereine mit ihren Fahnen reihten: ein langer, stattlicher Zug. Auf dem Festplatz wurde zunächst ein Festgoitesdienst abgehalten. Herr Pfarrer Weber legte seiner Festpredigt die Worte des 127 Psl.: „Wo der Herr nicht das Haus bauet" usw. zu Grunde. Krieg und Religion, was haben diese beiden Dinge miteinander gemein? Es hat von jeher Leute gegeben, und es gibt deren immer noch, die sagen: Religion und Krieg, Geistliche und Krieger haben nichts miteinander zu tun, im Christentum ist kein Platz mehr für Krieg und Blutvergießen. Gewiß, wenn wir auf der, Kern des Christentums gehen, wenn wir sein höchstes Ziel ins Auge fassen, dann ist auf dem Gebiet« der Religion kein Platz für Krieg und Blutvergießen, dann sind beide Widersprüche. Denn der Kem des Christentums ist ein Ideal, dem wir zusteuern sollen. Aber auf dem Wege zu ihm stellen sich den Menschen Hemmnisse und Schwierigkeiten entgegen, die weggeräumt werden müssen, wenn nicht anders, dann mit Gewalt, so daß die Menschheit heute noch den Krieg leider nicht entbehren kann. Doch wo der Herr nicht das Haus baut, da bauen umsonst, die daran bauen, wo der Herr nicht mit einem Volke zieht, nicht an seiner Seite steht, da sind seine Kämpfe umsonst. Jene Kriege der Vergangenheit, die nur um des Ruhmes, des Ehrgeizes willen geführt worden sind, sollten überwunden sein, die Gegenwart kenne nur solche im Dienste der Liebe. Wenn wir zurückblicken auf die großen Kriege des vorigen Jahrhunderts, so können wir ruhig sagen, sie haben für unser deutsches Volk im Dienste eines großen Ideals gestanden. Und wenn sie im Dienste des Vaterlandes, in Treue zu ihm, im Glauben an Gott den Herrn, der Grundlage für den Aufbau eines Volkes, im Dienste hoher und höchster Ideale geführt werden, dann werden jene grauenvollen Kriege der Vergangenheit weniger und wir tennen nur noch solche, die im Dienste hoher Ideale stehen, die die Hemmnisse beseitigen, die dem Fortschritte der Gesamtheit aller Völker im Wege stehen. Es ist die Aufgabe eines Kriegers, nicht bloß dessen, der des Königs Rock trägt, sondern eines jeden Gliedes des Volkes, ob Mann oder Weib, ob zum Waffendienste tüchtig oder nicht, mitzuarbeiten an jener hohen Grundlage, auf welcher einzig und allein dauernd das Wohl der Völker sich aufbaut: Treue zu Gott dem Herrn und fester unerschütterlicher Glaube an ihn. Gott der Herr aber gebe und erhalte uns auf dieser Grundlage ein solches Volk in allen seinen Gliedern. Nach der Festpredigt begrüßte der Vorsitzende unseres Kriegervereins, Herr Völp, die besonders von weither zur Feier heute erschienenen Brudervereine, und dankte besonders Herrn Landrat v. Beckerath, sowie dem Verbandsvorsitzenden, Herrn Landtagsabgeordneten Junghenn, dem Ortsvorstande für ihr Erscheinen und wünschte, daß ein jeder noch lange mit Befriedigung des schönen Verlaufes des Festes gedenken möge. Hierauf ergriff der Verbandsvorsitzende, Herr Landtagsabgeordneter Jun ghe n n das Wort. Er bewillkommnete zunächst die Festgäste zum heutigen 6. Verbands- feste. Der Verband, der jein erstes gemeinsames Fest in Kesselstadt, die übrigen in Kilianstädten, Marköbel, Oberdorfelden und Gronau, gefeiert hat, zählte bei seiner Gründung 29 Vereine mit 1999 Mitgliedern, heute 35 mit 2736. Wie sie alle, so solle auch das heutige Berbandsfest die Kameradschaft pflegen, alte Beziehungen stärken und neue knüpfen. Der Jubelfeier des festgebenden Vereins gedenkend, anerkannt? er dessen Gedeihen und Blühen, seine Treue gegen sich selbst und den Verband, die beute ihren Lohn finde in der I neuen Fabne an Stelle der alten, die f. Z. Eigentum der
alten Bürgergarde, nach entsprechender Aenderung ihrer Aufschrift, ihm vom Ortsvorstande verliehen worden war. Nachdem hierauf der Verbandsvorfitzende die neue Fahne empfangen hatte, übergab er diese mit dem Hinweis auf die Bedeutung derselben und der Widmung „In Treue fest", nachdem er zuvor einen von dem Verband« gestifteten Fahnen- nagel daran befestigt hatte, dem Vorsitzenden unseres Krieger- vereins, der, das Gelöbnis des treuen Haltens zu ihr durch Handschlag bekräftigend, sie dem Fahnenträger überreichte. Nun brachte Herr Jungheim, dem Feste und der Fahne erst die rechte Weihe gebend, ein dreifaches Hoch auf Ee. Majestät den Kaiser aus, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Herr Landrat v. Beckerath überreicht« eine von Sr.MH. dem Kaiser verliehene Fahnenschleife und einen Fahnemragel, den Verein ermahnend, sich dieser hohen Auszeichnung auch in Zukunft würdig zu zeigen durch Pflege der Vaterlandsliebe, Königstreue und treue Kameradschaft. Namens des Kriegervereins Hanau überreichte sodann Herr Hauptmann a.D. v. Buttlar einen Fahnennagel, worauf Frâul. Weil in längerer Ansprache namens der Festjungfrauen den Verein zur neuen Fahne beglückwünschte und Frl. Teuer in deren Auftrag eine Fahnenschleife überreichte. Nachdem ein Chor von Jungfrauen und Kriegervereinsmitgli«dern das Lied „Zur Fahnenweihe" von Gondrum vorgetragen hatte, erreichte da- mit die offizielle Festesfeier ihr Ende. Nun konnten sich die Kameraden und übrigen Festgäste zwangloser Unterhaltung hingeben, die für manchen auswärtigen Verein von fernher leider zu früh endete, im übrigen aber bei den Zurückbleibenden selbst nicht durch die spätere ungünstige Witterung gestört werden konnte. Am heutigen Montag findet noch eine Schlußfeier statt, an der sich allerdings nur hiesige Vereine beteiligen werden.
Cattau, 9. Juli.
HK. Eisenbaftnstrecks Heldettberg«»—Hana«- Ost. An den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten hat die Handelskammer zu Hanau die Bitte gerichtet, anläßlich des zweigleisigen Ausbaues der Strecke Heldenbergen—Hanau- Ost zugleich für die Einrichtung einer Haltestelle in Roßdorf Sorge zu tragen, welche schon lange als Bedürfnis bezeichnet worden ist. Seither war die Einrichtung dieser Haltestelle unmöglich gemacht durch die ungünstigen Gefällverhältniffe der betreffenden Strecke, dagegen kann nunmehr dem zweiten Geleise von vornherein eine solche Neigung beim Einbau gegeben werden, daß sich ohne weiteres die Haltestelle in Roßdorf wird herstellen lassen.
* Vereirrigte Gesangvereine. Heute abend 9 Uhr find« in der „C e n t r a l h a l l e" nochmals Probe der vereinigten Gesangvereine statt. Zu der am nächsten Donnerstag in der Festhalle stattfindenden Hauptprobe werden heute abend die Karten ausgegeben und ist es auch schon deshalb erforderlich, daß alle Sänger erscheinen.
* Garde Berein. Die Kameraden des Gardevereins werden auf die heutige Monatsversammlung ganz besonders aufmerksam gemacht. Da äußerst mistige Besprechungen, wie Festzug, Winterfest usw. auf der Tagesordnung stehen, wäre allseitiger Besuch sehr erwünscht.
* Sttbmissron. Bei der öffentlichen Verdingung der Schreinerarbeiten (4 Lose) für das Pflegehaus wurden folgende Angebote abgegeben: Alb. Völkel 6 901.70 M., Alb. Hüther 6 810.20 M., H. Hack 6 756.90 M., Zimmermans Wörner 6 720.17 M., E. Loos für Los 1 und 2 2317.66 Mark, I. Nickel für Los 3 und 4 2601.20 M., Kl. Berges für Los 2 und 3 2 640.45 M., Gg. Rauscher für Los 2 1 738.20 M., Hch. Lohrey für Los 4 1658.40 M. — Für die Weißbinder- und Anstreicher-Arbetten (1 Los) wurden nachstehende Angebote gemacht: Wwe. Hüge 5 584.40 M., Ph. G. Wörner 5 400.30 M., I. Förster 5 381.52 M., Wwe. Grosch 5 080.08 M., Fr. Wolf 4 558.25 M., Weiß- bedter u. Appel 4 522.11 M.
* Vorfeier z«m Kreist«rrrfest. Es war stchâch ein guter Gedanke, das große Mittelrheinisch« Kreisturnfrst, welches gewaltig an unsere Tore pocht, mit einer Vorfeier einzuleiten, damit unsere Einwohnerschaft Gelegenheit hat, bis zum Erscheinen der fremden Gäste die Vorwoche gründlich benutzen zu können, um dann den Anstrengungen der Haupt- festtage gegenüber gewappnet zu sein. Mit einem Frühkonzert wurde die Feier eingeleitet, wobei die 166er konzertierten. Die Kapelle leitete ihrerseits das Konzert ein mit dem Festmarsch unseres heimischen Komponisten K. Fr. Appel „O Deutschland hoch in Ehren" und reihte daran noch weitere fünf Musikstücke. Kaum war das Frühkonzert beendigt, als sich auch die Wolken immer drohender zufammeu- zogen und das gerade in diesen Tagen unerwünschte Naß be- scheerten. Doch war es nur ein Dämpfer, den man verstecht