Erstes Klâ
Hanauer A Anzeiger
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Amtliches Orgm fir AM- und LMKrcis Senin.
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Die sünsgespalten« Petttzsle oder der«» Raum 16 pf^ im Reklameateil die Zelle 36 Pjg.
Berantwortl. Redakteur: «. Schrecker in Ham».
Nl. 155 KernsprechanschlitK Nr. 605»
Amtliches
Handkreis Hanau.
SekllMtmll-Ngeil des Kömglikhen LUhratsamts.
Ich erinnere die Herren Bürgermeister nochmals daran, daß das Material der schulstatistischen Erhebung vom 20. v. Mts. spätestens am 9. d. Mts. (vergl. die Verfügung vom 11. v. Mts. — J V97r. 4271) hier eingegangen sein muß. Zugleich empfehle ich aus praktischen Gründen zunächst nur ein Exemplar der Nachweisungen auszufüllen und diese persönlich hier abzugeben, damit die Einträge sofort nachgeprüft und erforderlichen Falles geändert werden können.
Hanau den 4. Juli 1906.
Der Königliche Landrat.
J V 4943 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 23. Mai 1893 beziehungsweise 3. April 1902 — V 3111 — betreffend Berichterstattung über die außerhalb der Irrenanstalt leben- den Geisteskranken noch im Rückstände sind, werden hiermit an deren baldige Erledigung erinnert.
Hanau den 4. Juli 1906.
Der Königliche Landrat.
V4881 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
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LMmWstlicher Kreisrmii Ham.
Die in diesen: Jahre von^r Landwirtschaftskamnier für den Regierungsbezirk Cassel veranstaltete Bezirkstierschau und landwirtschaftliche Ausstellung findet vom 13. bis 15. Juli V. Js. in Schlüchtern statt.
Seitens des landwirtschaftlichen Kreisvereins ist eine gemeinsame Reise zum Besuche jener Ausstellung geplant und aus der Vereinskasse ein Betrag zur Bestreitung der Bahnfahrkosten zur Verfügung gestellt worden.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, in ihren Gemeinden gefälligst Umfrage zu halten und. bis zum 9. k. Mts. dem^ Schriftführer des Vereins, Herrn Domänen-Rentmeister Reinhardt hierselbst, die Namen derjenigen Mitglieder mitzuteilen, welche an der gemeinschaftlichen Reise nach Schlüchtern am 14. Juli d. Js. ab Ostbahnhof hier 562 Uhr vormittags teilnehmen wollen.
Hanau den 27. Juni 1906.
Der Vorsitzende.
v. Beckerath, Landrat.
Kleines Feuilleton«
Intimer literarischer und musikalischer Abend.
O Künstler, deine Mannigfaltigkeit sei ebenso endlos wie die Erscheinungen in der Natur. Ahme niemanden nach. Jedes deiner Werke sei eine neue Naturerscheinung.
(Lionardo de Vinci.)
Kunst, die aus der Tiefe des Gemütes geschöpft ist, erscheint ganz von selbst in einer Form,- die auch der ästhetische Feingebildete gelten lassen muß, gewissermaßen in einer Form, die Anfang und Ende aller Kunst ist. Und in diesem Sinne ist die gestern in der Centralhalle vom Dramaturgen unseres Stadttheaters arrangierte intime Soirèe mit höchster Anerkennung hervorzuheben. Mit einer Conference eröffnete Herr Krug den Abend, in der er darlegte, weshalb er eine Darbietung in diesem eigenartigen Style ansgeführt habe. Er betonte dabei, daß die Kunst nach mancher Richtung hin verflache, daß mehr für das Auge geschaffen würde, als für das unmittelbare Einwirken auf die Seele. Zum Herzen der Hörer möchte er dringen — und, um jede Ablenkung von äußeren Eindrücken fernzuhalten, habe er für den Saal ein so magisch gedämpftes Licht gewählt. Meiner Meinung nach wäre vielleicht eine andere, als die rote Farbe für das Auge angenehmer gewesen, aber davon abgesehen, erzielte die Beleuchtung ein weihevolles, stimnningsreiches Interieur.
Den Vortrag begann Herr Krug sodann mit Frühlings- gcbet" von Franz Evers, einem wuchtig angelegten lyrischen Gedicht mit packendem Stimmungsgehalt. Es folgten als Ueberleitung zu den drei Piecen des ersten Teiles Variationen aus „Die Hugenotten", in musterhafter Weise mgeiraqen von Herni Bartling. Es würde zu
Freitag den 6. Juli
Hus Hanau Stadt und Hand.
Haitau, 6. Juli.
Beamten-Peisonalnachrichten.
Ernannt: der Gerichtsassessor Nöll zum Amtsrichter in Battenberg, der Gerichtsassessor Zuschlag zum Amtsrichter in Jesberg.
Bestätigt: der Verwaltungsbeflissene Nacken zu Mayen als Bürgermeister der Stadt Amöneburg auf die Dauer von 12 Jahren, der zum Bürgermeister der Stadt Helmarshausen wiedergewählte Bürgermeister Siedentopf.
Versetzt: der Regierungs- und Forstrat, Geheime Re- giernngsrat Kleyen st euber von Erfurt nach Cassel unter Uebertragung der Geschäfte des Jnspektionsbeamten für die Forstinspektion Cassel-Habichtswald.
Verliehen: dem Gräflich Dsenburgischen Rechnungsrat und Rentmeister Schaller zu Meerholz der Königliche Kronenorden 4. Klasse.
In den Ruhestand versetzt: der Kreissekretär, Kanzleirat Brunner in Ziegenhain vom 1. Juli d. J. ab unter Verleihung des Roten Adlerordens 4. Klasse.
Entlassen: der Gerichtsasseffor Friedrich Wagner auf seinen Antrag aus dem Justizdienste, der Referendar Korsch behufs Uebertritts in den elsaß-Ioihringen'schen Justizvorbereitungsdienst aus dem preußischen Justizdienste.
* Die Landgräfin von Hessen reiste gestern morgen nach ihrem Sommersitz Schloß Ädolfseck bei Fulda, wo sie bis September verbleiben wird.
* Aerienvevkehr. Anläßlich des bevorstehenden Ferienverkehrs wird auf die nachstehende bereits bestehende Einrichtung aufmerksam gemacht. Bei dem Reisebureau im Hauptbahnhof sowie bei den Fahrkartenausgabestellen der anderen Bahnhöfe ist ein Fahrkartenvorverkauf eingerichtet, der den Reisenden gestattet, schon am Tage vor dem Reiseantrittstage Fahrkarten zu lösen und auf Grund der Karten Reisegepäck zur Abfertigung anzuliefern. Durch diese Einrichtung soll der Andrang an den Schaltern vermieden und eine rechtzeitige Ankunft des Gepäcks am Reiseziel gesichert werden. Es ist daher erwünscht, daß seitens des reisenden Publikums von dieser Einrichtung ausgiebiger Gebrauch ge- nmcht wird. Betreffs der Gepäckstücke wird besonders darauf hingewiesen, daß diese dauerhaft verpackt, gut und sicher verschlossen, und eventl. noch anhaftende alte Beklebungen entfernt sein müssen. Zum Abschließen von Reisekörben wird man nicht zu kleine Schlösser verwenden; auch ist es ratsam, die Körbe noch zu umschnüren. Es empfiehlt sich, an den einzelnen Stücken die an den Gepäckschaltern käuflichen sogn. Signirfahnen aus Schirtinq mit Adrcffe anzubringen. weit führen, auf jede einzelne Darbietung einzugehen, da viel — vielleicht zu viel — des Schönen geboten wurde. Herrn Krug's Vortragsweise haben wir schon früher oft Gelegenheit gehabt, anzuerkennen. Mit tiefem, innigen Empfinden weiß dieser erfahrene Künstler stets den rechten Ton zu treffen. Mit einfacher Schlichtheit in seiner Sprache, die reich an weichen Modulationen ist, zwingt er den Hörer in seinen Bann. Es hat sich wohl keiner der gewaltigen ergreifenden Wirkung seiner Rezitationen entziehen können. — Ueber die Wahl des Programms ist auch nur lobendes zu sagen. Der Gehalt der Piecen wies meist eine ethisch-soziale Tendenz auf. Am meisten gefiel mir Gorky's: „Pemeljan Piljai" und Clara Viebig's düsteres Nachtbild : „Am Totenmaar", die der Vortragende mit feinster Schattierung zu Gehör brachte und die eine tiefe seelische Reaktion bei den Hörenden hervorriefen. Den musikalischen Teil betreffend, sei erwäbnt, daß Herr Bartling über eine ausgezeichnete Technik verfügt. Besonders gut war der Vortrag von „Cachoucha Caprice". Von tiefem seelischen Verständnis zeugten seine Fantasien aus Wagnerischen Opern, in denen der „Pilgerchor" mit packender Nüancierung wiedergegeben wurde. — Alles in Allem — es war ein überaus reicher künstlerischer Genuß und werden wir hoffentlich bald wieder Gelegenheit haben, einen derartig seelisch anregenden Abend besuchen zu können — nach dem gestrigen Erfolg dürfte dann eine noch größere Hörerzahl zu verzeichnen sein.
Kunst und Heben.
Zürn Braud der Michaeliskirche in Hamburg. H a in bürg, 4. Juli. Die Wiederaufbau-Projekte nehmen inzwischen feste Formen an. Die Hamburger Nachrichten schreiben: Aber noch einmal soll Hamburgs stolzes Wahrzeichen über den Hafen und die ruhmvolle Stadt Hinschauen, denn das ist schon heute Gewißheit: die Micha- eliskircke wird wieder anfgebavt. In diese»: Gedanken
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1906
Zweckmäßig ist es auch, in die Gepäckstücke eine Adresse einzulegen, damit im Falle des Verlustes her Signirfahnen oder Beklebung die Hingehörigkeit der betr. Stückes sofort und ohne Zeitverlust ermittelt und für schnelle Zuführung Sorge getragen werden kann. Zur glatren Abwickelung des Verkehrs an den Schaltern ist es wünschenswert, daß das Fahrgeld möglichst abgezählt bereitgehalten wird, daß die Schalterbeamten nicht durch unnötige Fragen abgehalten werden und daß die Reisenden nicht erst kurz vor Abfahrt der Züge Fahrkarten lösen und Gepäckstücke aufliefern.
* Zweigleisiger Ausbau der Strecke Hanau' WinDecken. Wie erinnerlich fein dürfte, war die Handelskammer Friedberg in einer an den preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten gerichteten Eingabe für den baldigen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Hanau-Windecken «in- getreten. Der Herr Minister antwortete der Handelskammer, es sei in Aussicht genommen, dem zweigleisigen Ausbau der benannten Strecke demnächst näher zu treten.
* Kornhäuser. Die kurhesstschen Kornhäuser zeigen eine befriedigende, stete Entwickelung. Nach dem Jahresberichte des hessischen Verbandes ländlicher Genossenschaften wurden im letzten Jahre nach reichlichen Abschreibungen die folgenden Gewinne in den einzelnen Kornhäusern erzielt: Cassel 3895 Mk., Fulda 7113 Mk., Hofgeismar 5018 M., Hoheneiche 595 Mk., Hirchhain 4277 Mk. und Zierenberg 4132 Mk. Das Kornhaus Hanau, das jetzt selbstständig arbeitet, erzielte im letzten Jahre einen Gesamtumsatz von 2 600 000 Mk. gegen 1400 000 Mk. im Vorjahre.
* Bereinigte Gesangvereine. Heute abend Probe präzis 9 Uhr in der „Centralhalle". Für den 2. Baß 81 /» Uhr. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen dringend erwünscht, da auch gleichzeitig die Verteilung der Familien- und Einzelkarten zu dem Turnfest stattfindet.
* Jestzug. Den mancherlei Wünschen gegenüber, welche in Bezug auf die Festzugordnung geltend gemacht werden, teilt der Zug- und Ordnungsausschuß mit, daß an der Zug- ordnung, insbesondere an der Festsetzung der Straßen, keinerlei Aenderungen mehr vorgenommen werden können, da die polizeiliche Genehmigung schon eingeholt ist.
* Spichererberg-Turn- und Spielfest. Das im vorigen Jahre ins Leben gerufene und zum erstenmale mit glänzendem Erfolg gefeierte Spichcrerbergfest wird auch in diesem Jahre wieder abgehalten werden. Als Tag ist dafür der 5. August bestimmt. Auf geschichtlich geweihter, erinnerungsreicher Stätte werden sich am Sonntag morgen die Wettkämpfe in drei Gruppen abspielen. Die erste umfaß die Turner über 17 Jahre. Für sie find bestimmt : 1’ Laufen über 200 Meter in gerader Linie (mit elektrisch«'
werden Senat, Bürgerschaft und Hamburgs Volk einmütig sein. Da die Ringmauern, die Turmfundamente und der Rumpf des Turmes vollkommen intakt geblieben sind und sich gehalten haben, so wird der Wiederaufball der Michaeliskirche nicht so außerordentlich schwierig sein. Allerdings, wenn man einen Blick in das verwüstete Innere getan hat, den Feuer-und Wasserschaden gesehen hat, so wird man zugeben müssen, daß die Aufräumungsarbciten nicht leicht sein werden. Aber dennoch wird es sich beim Wiederaufbau in der Haupisache nur um die Wiederherstellung des Daches und des Gewölbes sowie des Turmes handeln. — Das ist allerdings nicht so wenig. Es sind große Photographien vorhanden, die vom Architekten Faulwasser veranlaßt wurden, die einen absolut getreuen Wiederaufbau nach dem Original sichern. Sie befinden sich im Museum für Kunst und Gewerbe. Auch die alten Kirchen-Baupläne find nicht verloren, wenigstens sind die Kopien vorhanden, die an anderer Stelle als in der Kirche aufbewahrt werden. Die heutige Bürger- schaftssitzung wurde vom Präsidenten Engel mit einer An- fpradie eröffnet, worin er seinem tiefen Empfinden über das große Brandunglück Ausdruck gab und die Bedeutung der eingeäscherten Michaeliskirche hervorhob. Er verlas sodann folgenden Antrag: „Von dem Wunsch beseelt, die Michaeliskirche neu erstehen zu lassen, beantragt die Bürgerschaft die Einsetzung einer gemischten Kommission, bestehend auS drei Senats - und drei Bürgerschaftsmitgliedern, zum Zwecke der Beratung, welche Schritte zur baldigen Wiederaufrichtung der St. Michaeliskirche zu ergreifen sind". Der Antrag wurde mit großem Beifall ausgenommen und auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gestellt. — Der 60jährige Turinwächter Beurle, der ein Opfer des Brandes der Michaeliskirche geworden ist, sollte am 1. Januar nach einer 32jährigen Dienstzeit pensioniert werden. Als er das Feuer bemerkte, half er schleunigst einem in der Nähe beschäftigten Monteur am Notseil hinunter. Dann benachrichtigte er die Arbeiter, die mit Ausnahme eine« Vermißte» sich ebenkallt