EinrückkngSgeiLhr:
Betanhwtfl. Rebotteut: 6, Schrecker in H«rau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Äetatiauibiudt und Verlag der Buchdruckerei des verein, e». Waisenhauses in Hanan.
Amtliches Organ für SW und Landkreis Hans«.^«?^
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Nr. 151
^ernsprechanschlutz Nr. 605.
Montag den 2. Juli
Fernsprechanschlutz Nr. 605.
1906
Hus Hanau Stadt und fand.
Hanau, 2. Juli.
Kreis-Krieger-Berband Hanau a. M.
Ain Sonntag den 1. Juli d. J. fand in Hanau im kleinen Saale der Centralhalle der Frühjahrs-Abgeordnetentag des Kreis-Kriegerverbandes Hanau statt. Von den dem Verbände angehörenden 35 Vereinen waren 31 mit 65 stimmberechtigten Abgeordneten erschienen, die vier fehlenden Vereine waren am Erscheinen verhindert. Herr Landrat von Beckerath,
welcher zu der Versammlung eingeladen war, hatte sein Ausbleiben schriftlich entschuldigt. Die Versammlung wurde um S1/» Uhr durch den Vorsitzenden, Herrn Landtagsabgeordneten E. Junghenn, welcher von Berlin hier eingetroffen war, eröffnet. Derselbe führte in seiner Begrüßungsansprache etwa folgendes aus: Es liegen uns eine Reihe von Gegenständen zur Beratung ob und ich gebe der Erwartung Aus- bruck, daß alle Fragen in der gewohnten, ruhigen, sachlichen Weise ihre Erledigung finden werden. Wie immer wollen wir auch unserer heutigen- Vereinigung dadurch die richtige Weihe geben, daß wir unseres Landesfürsten Sr. Majestät des Kaisers und Königs gedenken. Unserem Herrscherpaar war es vergönnt, am 27. Februar das Fest der silbernen Hochzeit unter der Anteilnahme des ganzen Landes zu feiern. Nuch die Kriegervereine haben es sich nicht nehmen lassen, ihre^ Huldigung in einer Silberspende darzubringen. Ihre
Der Kassenführer des Verbandes gibt den Kassenbericht bekannt und erläutert die Einnahme und Ausgabe mit dem Bemerken, daß die überschießenden Beträge in der hiesigen Sparkasse angelegt sind. Ein kurzer schriftlicher Kassenbericht wurde den Vereinen ausgehändigt.
Der Kassenkontrolleur berichtet über die Revision der Kasse, der Bücher und Belege und gibt bekannt, daß Alles in bester Ordnung befunden worben, er bittet den Kassierer zu entlasten, was geschieht.
Zu Punkt 6 der Tagesordnung „Vorstandswahl" ergab die Wahl nach Zählung der Stimmen nachstehendes Resultat:
Vorsitzender: Kamerad E. Junghenn,
Stellvertreter: Kam. Hauptm. a. D. v. Buttlar, Schriftführer: Kam. Gehrt, Kassierer: Kam. Jakob,
vom Hanauer Kriegerverein,
Kassenkontrolleur: Kam. G l e i s e r, Kriegerv.-Kesselstadt,
Beisitzer:
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Kam.
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B ä n e r, Geb, * Jörg, Fuß,
Kriegerverein-Ravolzhausen,
Den Vertrieb
M a l d f e I d , Schlicher, Völp,
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-Hochstadt, -Großauheim, -Windecken, -Langenselbold, -Fechenheim, -Bergen.
der Jahrbücher pro 1907 hat der Ver-
bands-Vorstand wieder übernommen und wird den Vereinen
. , „ o ______ , ______o - ^7-’ anheim gegeben, in dieser Beziehung recht tätig zu sein, damit
Majestäten haben mit Dank den von unserem Ländes-Verbands- der Verbandskasse, welche infolge der Regelung des Finanz-
Vorsitzenden überreichten Betrag von 260 000 Mk., welcher von unseren Vereinen gesammelt worben ist, entgegen genommen, die Zinsen sollen zu Gunsten der Zöglinge unserer WaisrnhSnsi-, n-chde^ r ^.mirl und einen Beruf ergreifen, benutzt werben. Die Vorschläge sind alljährlich am 27. Februar Ihrer Majestät der Kaiserin, der Protektorin unserer Waisenhäuser, zu unterbreiten und sie wird die Ent- scheiduiig treffen. Unserem Herrscherhause, meine Kameraden, sind wir durch die Gnade des Kaisers und Königs sehr nahe gerückt. Seine Majestät ist unser' allerdurchlauchtigster Protektor. Ihre Majestät die Kaiserin hat vor 3 Jahren baâ Protektorat über unsere Bundeswaisenhäuser übernommen. In unserem Kronprinzen sehen wir unseren Ehrenvorsitzenden, und dem Prinzen Eitel Fritz ist kürzlich von dem König gestattet worden, dem Landesverband als Ehrenmitglied beizutreten. Lassen Sie uns unsere Verehrung und Anhänglichkeit an unser Herrscherhaus dadurch zum Ausdruck bringen, daß wir einstimmen in den Ruf: „Seine Majestät, unser allergnädigster Kaiser, König und Herr, Hurra!"
_3n das ausgebrachte Hurra stimniten die Anwesenden begeistert ein.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende des so plötzlich und unerwartet von uns geschiedenen treuen Kameraden und stellvertretenden Vorsitzenden Kamerad Schäfer mit folgenden Worten:
Als wir uns im vorigen Jähre in Roßdorf auf dem f Herbstabgeordnetentage vereinigten, sahen wir noch den
Kameraden Schäfer in der gewohnten Frische bei uns. Kurz darauf, am 57 November war es ihm vergönnt, sein SVjähriges Dieustjubiläum zu feiern und von allen Seiten wurde er in der herzlichsten Weise beglückwünscht. Nur wenige Tage nachher indeß wurde er zur großen Armee ab- germmt. Wir alle betrauern das so frühe Hinscheiden des mehrjährigen stellvertretenden Verbands-Vorsitzenden. Kamerad Schäfer war ein treues Mitglied unseres Kreisverbandes. Durch sein offenes, einfaches mR) biederes Wesen hatte er es verstanden, sich bei den Kameraden beliebt zu machen und wie man ihn schätzte, das zeigte sich durch die zahlreiche Beteiligung bei seiner Beerdigung. Das Andenken an den lieben Kameraden, den alten Schäfer, wie wir ihn zu nennen pstegten, wird unter uns fortleben. Ich bitte Sie, meine Kameraden, sich zu Ehren des Verstorbenen zu erheben. (Geschieht.)
und Unterstützungswesens beim Deutschen Kriegerbund nur über geringe Barmittel verfügt, wieder ein erheblicher Betrag aus den Üeberschüssen überwiesen werden kann. Für den Vertrieb pro 1906 sind der Verbandskasse 80 Mk. 40 Pfg. überwiesen worden. Eine große Anzahl der Vereine gaben ihre Bestellung sofort auf.
Zur Abhaltung des Herbstabgeordneteiltages wurde Großauheim bestimmt.
Der Beitritt zur BundeSsterbekasse wurde den Anwesenden warm empfohlen mit dem Bemerken, daß die Kasse für jeden der Versicherten von großem Vorteil sei. Im Kreisverband Hanau sind 132 Kameraden mit einem Kapital von zusammen 62 800 Mk. versichert.
Auf das Halten der „Parole", unserer Bundeszeitung wirb noch besonders hingewiesen, da auch aus bereit Ueber- schüssen ein Beitrag dem Verbandsvorstande überwiesen wirb, welcher zu Unterstützungszwecken verwendet werden kann. Die Beschaffung der Satzungen zur Kronprinzen- und Kron- prinzessinnen-Stiftung, pro Exemplar 5 Pfg. beim Bureau des deutschen Kriegerbundes, wirb den Vereinen anheim gegeben. Das Heftchen enthält alle Vorschriften ^um Vorschlag der Waisen bei Aufnahme in eins der Waisenhäuser.
Die Vereine werben aufgefordert, sich bei dem am Sonntag den 8. d. Mts. in Bergen stattfindcnden Verbandsfeste recht zahlreich zu beteiligen.
Auf die Einreichung der Witwen-Unierslützungsgesüche pro 1. Septbr. d. I. wirb aufmerksam gemacht und den Vereinen aufgegeben, dieselben bis zum 15. August b. J.
Nach Feststellung der Präsenzliste und Prüfung der Voll- madjten für die Abgeordneten wurde durch den Verbands- fchriftführer das Protokoll des im Oktober vorigen Jahres in Roßdorf abgehaltenen Herbstabgeordnetentages vorgelesen. Da Einspruch nicht erfolgte, wurde dasselbe genehmigt. Der Vorsitzende erstattete nunmehr den Jahresbericht und gibt die hauptsächlichsten Vorkommnisse aus dem verflossenen Jahre bekannt. Mit Freude wurde begrüßt, daß der Verband auch in dem letzten Jahre eine beträchtliche Vermehrung seiner Mitglieder erfahren hat. Besonders warben die noch in den Vereinen vorhandenen Kriegsteilnehmer bekannt gegeben. Für die silberne Hochzeitösèier unseres Kaiserpaares waren von unserem Verbände 896 Mk. 20 Pfg. gesammelt worden.
dem Vcrbandsvorstande einzureichen. Der Abgeordnete des Kriegervereis Enkheim spricht dem Verbandsvorstande und dem Kriegerverein Hanau seinen Dank für die Stiftung f eines Fahnennagels gelegentlich seiner am 17.. Juni statige- s habten Fahnenweihe aus, er bemerkt besonders, daß der ■ pekuniäre Teil des Festes gut abgeschnitten habe, trotzdem ; die Beteiligung seitens der Derbandsvereine keine so große ■ wie sonst gewesen sei, jedoch diene zur Entschuldigung, daß an vielen anderen Orten ebenfalls Festlichkeiten abgehalten z worden waren. Herr Hauptmann a. D. v. Buttlar spricht j dem Verbandsoorstande den Dank fürdie Mühewaltung und j gute Leitung im verflossenen Jahre aus, und bringt ein Hoch i auf denselben aus.
Nachdem die Tagesordnung erledigt war, wurde die f Sitzung um 5*0 Uhr geschlossen mit dem Wunsche, sich am I 8. b. Mts. in Bergen in kameradschaftlicher Weise wieder • vergnügt zusammen zu treffen.
* Sparkasseirverbanv. Die 11. Hauptversammlung ■ des „Sparkassenverbandes für die Provinz Hessen-Nassau und > das Fürstentum Waldeck" wird am 14. und 15. September ; b. I. in Frankfurt a. M. abgehalten werden. Nach einem I an die Sparkassen'des Verbandes ergangenen Rundschreiben ! wird beabsichtigt, der Tagung einen größeren Umfang zu ; geben und auch die Sparkassen des Großherzogtums Hessen i zur Beteiligung an der Hauptversammlung einzuladen. Auf I die Tagesordnung der Versammlung kommen u. a. ein Vor- ! trag über die Aufgaben der Sparkassen verglichen mit den
Aufgaben anderer Kreditorganisationen unter besonderer Berücksichtigung des Abholungsverkehrs, ein Referat über das Resultat der vom Verband vorgenommenen Erhebungen, bctr. die Spartätigfeit in Hessen-Nassau, Waldeck und dem Troßherzogtum Hessen, sowie weitere Vorträge und Berichte alldem praktischen Leben und der Tätigkeit der Sparkassen. Mit der Hauptversammlung wird eine „Ausstellung von Mustereinrichtungen einer Sparkasse" verbunden werden, welche in folgende Abteilungen zerfällt: 1. Sparkassenbuchführung (mit Mustereinträgen). 2. Einrichtungs-Gegenstände für den Sparverkehr: a. Maschinen und Hilfsmittel. (Konten- schränke, Schreib- u. Rechenmaschinen, Geldzähl-Kassetten usw.) ; b. Satzungen, Sparbücher, Kontenkarten. 3. Einrichtungen zur Förderung des Sparverkehrs mit Geschäftsanweisungen, Drucksachen usw. 4. Andere Drucksachen. (Verwaltungs- berichte, Festschriften usw.) 5. Wissenschaftliche Ausstellung.
* Raiffeiseir-Verbandstag. Morgen nachmittag treffen bereits aus allen Gauen des Hessenlandes die Delegierten für den Raiffeisen-Verbandstag, der am Mittwoch in unseren Mauern abgehalten wird, hier ein. Der Verband Raiffeisenscher Genossenschaften zählt nahezu 40 000 Mitglieder, die Zahl der hier anwesenden Delegierten wird 500 bis 600 betragen, außerdem werden noch die Därlehnskasseu- vereine der Nachbarorte stark vertreten sein, sodaß in unserer Stadt wohl 1000 Gäste weilen. Daß allgemeiner Flaggenschmuck unsere Häuser zieren wird, darf wohl als selbstverständlich angesehen werden, ein Appell an die Gasifreundsthaft ist nie vergeblich gewesen. Möge das mächtige Raiffeiienwerk, das in unserem Hessenlande starke Wurzeln gefakt hat, durch die Versammlungen in Hanau noch weiter gefördert, möge mit' echter hessischer Zähigkeit bem Ziele der Vervollkommnung des Genossenschaftswesens zugeftrebt werden.
* Kembtandtserer. Das Programm für die morgen Dienstag abends T1^ Uhr in der Aula der Zeichenakademie staitsindende Rembrandtfeier ist wie folgt festgesetzt: 1. „Frühlings Erwachen" von Bach, 2. Prolog, verfaßt von Dr. Q u i I l i n g, gesprochen von Frl. Marie E st e r e r, 3. „Largo" von Händel, 4. Lichtbildervortrag von Dr. Quilling, 5. Cavalleria rusticana „Intermezzo sinfonico“. Die Musikstücke Nr. 1, 3, 5 werden von den Herren H. Andreas und A. Henklein nor getragen. Eintrittskarten zu 1 Mark in den Hofbuchhandlungen und bei A. Z i p p e l i u s, Krämerstraße.
* Theodssp Kurz t« 'In Pforzheim starb gestern im Alter von 82 Jahren Herr Theodor Kurz, ein früherer Hanauer. Der Verstorbene war der zweite Dirigent des Gesangvereins „Sumser".
* J«li. Der Monat Juli nahm gestern seinen Anfang. Er wurde in Sehnsucht erwartet und freudig begrüßt, fallen doch in seine Regierung die großen Ferien der Schulen, die Urlaubswochen der Beamten und die schöne, fröhliche Reisezeit für alle die Menschen, welche Geld genug haben, um die herrliche Welt sich anzusehen. Der Juli schenkt uns die wohlverdiente Ruhe nach der Arbeit eines ganzen Jahres. Er führt uns hinaus aus der engen Stadt in die Wälder und auf die Berge, an den Strand des Meeres oder in ein kleines, beicheidenes Dörflein, wo die angestrengten Nerven in friedlicher Stille sich erholen können. Der Juli ist somit gleichsam der Sonntag unter den Monaten und darum einer der beliebtesten. Für den Landmann besonders ist er von großer ■ Bedeutung. Goldgelb steht das Getreide auf dem Felde, reichlich üppig steht das Gras auf der Wiese, so daß die Heuernte nahe bevorsteht. Der Name Heumonat, den Karl der Große dem Monat Juli gab, ist für ihn sehr charakteristisch. Wie herrlich duftet daS frischgeschnittene Heu! Für die Kinder gibt es kaum ein größeres Vergnügen, als sich in den aufgeschichteten Haufen zu verstecken oder umherzutollen. Aber auch die Erwachsenen lieben den Anblick, der dem Leben auf dem Lande einen eigenen Reiz verleiht. Im reichsten Schmuck des Sommers stehen die Bäume und die Blumen. Alles ist auf dem Höhepunkte seiner Entwickelung angelangt, die farbenprächtigen Gewächse in Garten und Wiese, die Obstbäume, welche bereits die Früchte angesetzt haben. So ist der Juli die Zeit der Reife, wo in der Natur dir größte Fülle erreicht ist, und für den Menschen ist er die Zeit des fröhlichen Geniessens und der goldenen Freiheit.
* JubilättM. Der Tapezierer Herr Daniel Wilk feierte am Freitag sein lOjälmgeS Arbeitsjubiläum bei der Firma Wilh. Schlingloff. Aus diesem Anlasse wurden dem beliebten Jubilar vielfache Beweise der Anerkennung und Wertschätzung sowohl von Seiten des Firmeninbabers wie der Kollegenschaft zu teil. Am Jubiläums - Nachmittag fand ein gemeinsamer Ausflug nach der Herrnmühle statt.