Einzelbild herunterladen
 

Hananer K Anzeiger

vrzsgSprM;

«eEheKch 1,80 DL, nwnMch 60 M-, st- ai* »Lckg« Wennenten mit dem betreffenden Postaufschl«».

Die tmzelve Nummer kostet 10 PfS-

«»ilüientdnuk und »erlag der Buchdrucker« d« »ode, a. Waisenhauses in Harum.

Genrral-Anzcigcr

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Sanaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Mr. 131 Ferttsprechanschlütz Nr. 605»

Donnerstag den 7. Juni

Fernspr-chanschlutz Nr. 605.

1906

Amtliches.

Landkreis Fjanau» Bekanntmachungen ließ Königlichen Lankatsamts.

Festgestellt: Die Rotlaufseuche in Gettenbach, Haitz und Obersotzbach, Kreis Gelnhausen.

Desgleichen: Die Backsteinblatteru in Schlierbach und der Rauschbrand in Leisenwald, Kreis Gelnhausen.

Hanau den 6. Juni 1906. V 4171

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Der Kaufmann Jean Baillst voir hier, welcher auf die Dauer von 3 Jahren zum SchiedsMNNN für den Schieds- niannsbezirk Hanau, Neustadt Ost, gewählt und bestätigt worden ist, ist am 22. Mai d. Js. durch den Amtsgerichts­rat Gößmann in Gemäßheit des § 5 der Schiedsmanns- Ordnung vom 29. März 1879 vervflichtet worden.

Hanau den 1. Juni 1906.

Der Magistrat.

B ode. 12072

Bekanntmachung.

Der Bauunternehmer Peter Körner und der Privatier Jean Weidert haben beantragt, ihnen die Genehmigung zur hochwafferfreien Ausschüttung ihrer Grundstücke Kartenblatt ËE 418/1 im Rahmen des Kinzigregulierungs­planes auf dem westlichen Ufer der Kinzig, gegenüber der Uferstraße, südlich des Mühlgrabens der Sandelmühle zu erteilen. Zugleich soll das Ufer der Kinzig auf derselben Seite gum Teil erweitert werden.

Einwendungen gegen das beabsichtigte Unternehmen, so­weit solche auf Grund von privaten Rechtstiteln geltend ge­macht werden, sind binnen 14 Tagen vom Erscheinen dieser Bekanntmachung ab gerechnet in 2 Exemplaren bei dem Stadtausschuß anzubringen. Rach Ablauf dieser Frist ein­gehende Einsprüche können nicht mehr berücksichtigt werden. Zeichnung und Genehmigungsgesuch der Unternehmer liegen im Rathaus, Zimmer Nr. 11, zur Einsicht offen.

Hanau den 1. Juni 1906.

Der Stadtausschuß des Stadtkreises Hanau.

,_________________I. B.: Bode. ______________12071

Fm-wirtsihliftliihtt Krtimmn Kami.

Seitens des landwirtschaftlichen Kreisvereins findet am Sonntag, bett 10» Juni d. Js. eine Besichtigung

Feuilleton.

3m W. NittelrheWk« KreiStmflß in Hmm, 14. K 18. W 1906.

III.

Das Turnen aus kleiner Quelle entsprungen, wallt jetzt als ein freudiger Strom durch Deutschlands Gaue."

Fr. Ludwig Jahn, Fest stehn immer, still stehn nimnier." Joh. Chr. Fr. Guts Muths.

. Die in den Jahren 18401846 in großer Zahl ent­standenen Turnvereine traten bald nach ihrem Entstehen in lebhafte Verbindung miteinander. Bereits bei den von den Hanauer, Frankfurter und Mainzer Turnern in den Jahren 1841, 1842 und 1843 abgehaltenen gemeinsamen Turnfesten sSommer-Abturnen) wurden turnerische Angelegenheiten be- chrochen. So waren zu Hanau 1843 außer den zahlreich er- ichienenenTurngemeindenvon Mainz, Frankfurt und Offenbach auch Abgeordnete von Darmstadt, Stuttgart und Reut­lingen zugegen. An einem Turnfeste in Pforzheim, 3. Sep­tember 1843, nahmen auswärtige Turner, namentlich Stutt­garter und Hanauer, teil, ebenso war am Pfingstmontag 1844 beim Turnfest in Gmünd der Stuttgarter Turnverein mit fünf Hanauern erschienen. Ein am 21. September 1845 M Reutlingen abgehaltenes Turnfest war auch von der Hanauer Turngemeinde zahlreich besucht, ihr Turnwart August S ch ärttu er brachte einGut Heil" auf den König von Württemberg als den Beförderer der Turnkunst aus. Am 21. Juli weihte die Hanauer Turngemeinde die ihr von Hanauer Jungfrauen gestiftete Vereinsfahne ein, die aber leider später verloren gegangen ist. Bald darauf am Aug. 1846 wurde in Heilbronn ein größeres a I l- 3^meines Turnfest abgehalten, an dem 1175 Turner leunahmen; auch die Hanauer Turngemeinde war hervor- ragend beteiligt, sie errang den 2., 3/5. und 6. Preis.

von landwirtschaftlichen Betrieben und Guts- Wirtschasten in Dörnigheim, Hochstadt, Bischofsheim, Mainkur und Fechenheim statt. Treffpunkt der Teilnehmer aus Hanau um V/a Uhr nachmittags an der Wirtschaft zum goldnen Löwen Vorstadt Nr. 1 hierselbst, für die übrigen Teil­nehmer um 21/« Uhr in Dörnigheim bei dem Gasthaus zum weißen Roß. Wegen der Bereitstellung von Fuhrwerken wollen die hiesigen Teilnehmer ihre Beteiligungen an der Bereisung alsbald dem Schriftführer des Vereins, Herrn Domänenrentmeister Reinhardt hierselbst, mitteilen.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt tn ortsüblicher Weise bekannt zu machen.

Hanau, den 1. Juni 1906.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 weißer Strohhut, 1 weiß-blau getupftes Taschentuch.

Verloren bezw. stehen geblieben: 1 schwarzer Kinder-Regenschirm.

Hanau den 7, Juni 1906.

Hus Hanau Stadt und Eand»

Hanau, 7. Juni.

Beamtsn-Personalnachrichten.

Ernannt: der bisherige dritte Pfarrer an der St. Manuchkirche 311 Cassel, M ö l le r, zum Geueralsuperinien- denien der reformierten Kirchengemeinschaft des Konsistorial- bezirks Cassel, der Pfarrer Sch u ch a r dt zu Hesstsch-Lichtenau zum Metropolitan der reformierten Pfarreiklasse Lichtenau, der Pfarrer, Metropolitan a. D. Ri tte r zu Niederzwehren, zum Metropolitan der reformierten Pfarreiklasse Wilhelms­hohe, der Gerichtsassessor Heller zum Amtsrichter in Dier­dorf, die Rechtskandidaten B a ch r a ch und Giese zu Refe­rendaren, der Rechtsanwalt Eberhard in Hanau zum Notar, an Stelle des Stadtsekretärs Boden in Hanau der Ober- assistent Neidhardt daselbst zum 3. Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Hanau, der Hilfs­förster Hofmann zu Melgershausen zum Förster unter Uebertragung der Försterstelle Treisbach-Ost, Oberförsterei Jesberg, vom 1. Juli ab, der Hilfsförster Mainz zu Friede­wald zum Förster unter Uebertragung der Försterstclle für den Schutzbezirk Hilperhausen zu Kerspenhausen, Oberförstern Hersfeld-Wippershain, vom 1. Juli d. J. ab, der Hilfsförster

Bald wurden auch zur Besprechung gemeinsamer Ange­legenheiten besondere Versammlungen (Turntage) abgehalten. So fand am 17. Januar 1847 zu Bergen (Kreis' Hanau) die erste allgemeine Versammlung der Turner aus Hessen und Rheinland statt, woselbst man unter anderem eine große Turnfahrt nach Bingen, Kreuznach und dem Niederwald be­schloß, die auf Pfingsten 1847 unter zahlreicher Beteiligung ausgeführt wurde und der Hessen-Darmstädtischen Regierung Anlaß bot, die Turnvereine in Friedberg, Darmstadt, Offen­bach, Gießen und Butzbach zu verbieten.'

Die Einteilung Deutschlands, einschließlich der Schweiz und Deutsch-Oesterreichs in Turnbezirke (Turnkrcise) und die Abhaltung größerer Bezirksfeste wurde schon 1846 von Raven­stein angeregt. Die drei Hessen, Nassau, Frankfurt und Unterfranken sollten den 4. Bezirk bilden. DerRheinisch- Hessische Turnbezirk wird um diese Zeit öfters erwähnt, eine festere Gliederung desselben war indessen nicht möglich, schon weil in den verschiedenen deutschenVundesstaatenVerbindungen mit demAusland" nicht geduldet wurden.

Für den schriftlichen Austausch dienten verschiedene Turn­zeitungen, von denen 1846/47 fünf nebeneinander bestanden, die aber alle unter strenger Zensirr standen und meist schon bald wieder eingingen.

Daß die hochgehenden Wogen der politischen Bewegung von 1848 auch ganz besonders die Turnvereine in ihre Strö­mung zogen, ist allgemein bekannt. Die Hanauer Turnge- meinde Berief die deutschen Turnvereine auf den 2. April 1848 zu einem Turntag nach Hanau, der in der Wallonischen Kirche abgehalten wurde und die Bildung eines deutschen Turnerbundes beschloß. Ein zweiter Turn­tag, der am 2. Juni 1848 ebenfalls in Hanau stattfand, führte, da die politischen Ansichten zu weit auseinander­gingen. zu einer Scheidung und es bildete sich eindemo­kratischer Turnerbund" mit dem Vorort Hanau, während Marburg (später Leipzig) Vorort desDeutschen Turner­bundes" wurde. Spätere Einigungsversuche blieben erfolg­los. Beim ersten Turntage führte der jugendliche Tübinger- Student und Burschenschafter Th. G e o r g i i aus Eßlingen den Vorsitz, Dr. Hammer aus Mannheim war sein Stell­vertreter: beim zweiten war der bekannte spätere Parlamen-

Sei bei zu Damm zum Förster unter Uebertragung der Försterstelle Adelshausen, Oberförsterci Morschen, vom 1. Juli ab, der Hilfsförster Steinhöfel zu Königswald zum Förster unter Uebertragung der Försterstelle Gotthards, Ober­försterei Tiergarten, vom 1. Juli d. I. ab.

U e b e r n o m m e n: der Referendar Dr. Loeb aus dem Bezirke deS Oberlandesgerichts in Köln in den Bezirk des Oberlandesgerichts zu Cassel.

Versetzt: Kreisbauinspektor Behrendt in Eichwege als Landbauinspektor an die Königliche Regierung in Marien­werder und Kreisbauinspektor, Baurat Trampe von Naum­burg a./S. nach Eschwege, die Assessoren Trost und Wil­helmi in den Oberlandesgerichtsbezirk Hamm, der Referen­dar Bür mann in den Oberlandesgerichtsbezirk Hamm.

Inden Ruhestand versetzt: der Landgerichts- Präsident, Geheime Ober-Justizrat Koppen in Hanau.

Entlassen: der Gerichtsassessor Holm aus dem Justizdienste infolge seiner Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Oberlandesgerichte in Frankfurt a. M., der Referen­dar Freiherr v. Seckendorff-Gutend aus dem Justiz­dienste behufs Uebertritts zur Allgemeinen Staatsverwaltung.

Z u r ü ck g e n o m m e n: die Versetzung des Amtsrichters Dr. Schulze in Beetzendorf an das Amtsgericht in Batten­berg.

* Pfarr stelle. Bewerber um die zur Erlediguug ge­kommene dritte Pfarrstelle an der Freiheiter-Gemeinde in Cassel, haben ihre Meldungsgesuche durch Vermittlung ihres zuständigen Superintendenten an Königl. Konsistorium in Cassel einzureichen.

* Der Hanauer Kunsigewerbe-Verein hat in seiner gestrigen Vorstandssitzung beschlossen, mehrfach ge­äußerten Wünschen zu entsprechen und die 3 ersten Presse für das geplante Preisarbeiten für Lehrlinge auf je 50 Mk. zu erhöhen und erhält diesen Betrag jeder Bijoutier-Lehrling, jeder Ziseleur-Lehrling und jeder Graveur-Lehrling, welcher mit dem ersten Preise ausgezeichnet wird.

* Won einem Automobil überfahren. In dem Dorfe Aufenau bei Wächtersbach fuhr am 5. ds. nachmittags ein die Frankfurt-Leipzigerstraße durchsausendes Automobil ein sechsjähriges Mädchen tot. Das Automobil bewegte sich in der Richtung nach Hanau, berührte jedoch unsern Ort nicht, da die hiesige Polizei rechtzeitig von dem Vorfall in Aufenau verständigt worden war und die rücksichtslosen Automobilisten bei ihrem Erscheinen in Hanau angehalten hätte.

* Die Schulbildung der Rekruten in Hessen» Nasiau. Im Ersatzjahre 1904, dem letzten Jahre, für das uns abschließende Zahlen zur Verfügung stehen, sind aus

tarier Ludwig Bamberger aus Mainz erster und Georgii (der zu den Gemäßigten desDeutschen Turnerbundes" ge­hörte) zweiter Vorsitzender. Auch der Turnvater Jahn, damals Mitglied des Frankfurter Parlaments, war auf den beiden Hanauer Turntagen anwesend; er weilte mit seiner Frau vom 31. März bis 4. April hier, kehrte am 8. April wieder von Frankfurt hierher zurück, um am 14. April mit seiner Frau nach seiner Heimat zu reisen. Auf Pfingsten (11. Juni) war Jahn abermals hier und wohnte dem Samboyfeft bei, und zum letzten Male kam er am 2.Juli zum zweiten Turn­tag hierher. Bei dieser öfteren Anwesenheit wurde Jahn von unserem Hanauer Meister Cornicelius gemalt, das Original des Bildes kam später in die Hamburger Kunsthalle und ist dort verschollen, nur in einer übrigens sehr seltenen lithogra- phischenNachbildung ist uns dasselbe erhalten, dagegen hängt das Bild von Jahn's Frau, von Hausmann gemalt, heute im Jahn-Museum zu Freyburg an der Unstrut. Wir werden in der Festschrift auf die Anwesenheit Jahns und die beiden Hanauer Turntage noch ausführlicher zurückkommen.

Die Beteiligung der Turner, namentlich der Süddeutschen, an der revolutionären Bewegung bekanntlich zog auch die Hanauer Turnerwehr unter Schürttner 1849 nach Baden boten der Reaktion willkommenen Anlaß, die Turnvereine aufzulösen und die Turnfeste zu verbieten. Wo ein förm- liches Verbot nicht erfolgte, oder einzelne Vereinigungen trotz desselben privatim weiterturnten, fristeten sie ein nur kümmer­liches Dasein. In Hanau wurden am 1. November 185G beim Entrücken derStrafbayern" durch den Bundeskom­missar Graf Rechberg alle Volksversammlungensei es zu politischen oder nichtpolitischen Zwecken" verboten und alle politischen Vereine darunter a'uch die Turngemeinde - aufgelöst.

Ende der 1850er Jahre erst ging wieder ein frischer fröhlicher Zug durch das deutsche Volk. Neben den Schützen- und Gesangvereinen lebten die bisher unterdrückten ober schlummernden Turnvereine wieder auf und scharten sich um ihre alten Banner. Bei einem am 29./30. August 1858 zu Offenbach abgehaltenen Abturnen waren wieder die Ver- eine Offenbach Gießen, Friedberg, Frankfurt, Fechenheim, Mainz, Rödelheim und Darmstadt Vertreter:. Der hundertste