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Freitag

1. Juni

bei Hauses befanden, von dem ans die Bombe geworfen wurde. Sokorr nach der Explosion wrang der Herzog von Gornachnclos an den Wagenschlag, öffnete ihn und war dem König und der Königin beim Aussteigen behilflich. Beide waren auf das Tiefste bewegt. - Als das Königspaar die Treppe zum Schloß emporgestiegen war, brachten die fremden Fürstlichkeiten, die sich uir sie drängten, ihnen die wärmsten Glückwünsche zu ihrer Errettung dar, und gaben ihrem tiefsten Bedauern über den Anschlag Ausdruck.

Madrid, 31 Mai. Die Bombe war in einem Blumen­strauß verborgen. Der Wagen des Königs ist stark be­schädigt worden. Die Behörden verhafteten einen Ausländer und einen Spanier. Letzterer ist 18 Jahre alt, angeblich ein Student und tut sehr niedergeschlagen.

Die Wirkungen der neuen Militär' Peusiousgesetzk.

Ueber die Wirkungen der nunmehr endgültig verad- chiedeten Militär-Pcnsiontgesetze macht derBerliner Lokal- Arizeiger" folgende Zahlenangaben:

Auf Grund des Offizier-Pensivnsgesetzeè wird jetzt ein Leutant nach zehnjähriger Dienstzeit an Stelle der bisherigen 488 künftig 753 Mark Pension beziehen, bei einem Ober- eutnanr mit 15jähriger Dieristzeit werden sich die Zahlen von 850 auf 1180 Mark erhöhen. Ein Hauptmann 2. Klaffe mit LOjähriger Dienstzeit erhielt bisher 1735, künftig 2214 Mark; die Pension eines Hauptmanns 1. Klaffe mit 25» irriger Dienstzeit erhöht sich von 2682 auf3288 Mark. Ein Bataillonskommandeur mit 30jähriger Dienstzeit steigt von 4091 auf 5052 Mark, ein patentierter Oberstleutnant mit 35jähriger Dienstzeit von 5442 auf 6546 Mark, falls er nicht Regimentskommandeur ist. Als Regimentskommandeur er­hält er für die Folge gleichfalls eine 35jährige Dienstzeit vorausgesetzt an Stelle der bisherigen 6236 Mark eine Pension von 7059 Mark. Bei einem Brigadekommandeur mit Mjähriger Dienstzeit ist nur ein Unterschied von 881 Mark (9387 statt 9006).

Man steht, daß durchweg recht erhebliche Verbesserungen eintreten, welche wohl geeignet sind, den Andrang zur Offizierslaufbahn zu heben. Bei den Teilnehmern der Feld- zügt, am welche das Gesetz ja Anwendung findet, werden die Erhöhungen teilweise etwas geringer sein, da bei diesen Offizieren die zuletzt bezogenen Gehaltsgebührnisse, welche mehrfach geringer sind, alt die jetzt gültigen, der Pensions­berechnung zu Grunde gelegt werden. Die Verbesserung, welche bei den kommandierenden Generalen und den 5)i»

o ffionSkommandeuren eintritt, ist eine Konsequenz dec Aen­derung deS ReichSbeamtengesetzek, wonach für die Folge die Beträge über 12 000 Mark, welche bisher nur zur Hälfte bei der Pensionierung in Bettacht gezogen wurden, voll _ Anrechnung kommen. Die Dienstzulagen der erwähnten Dienstgrade sollen jedoch, abweichend von diesem Grundsatz, nur zu zwei Dritteln angerechnet werden. Ein sehr hoch zu veranschlagender Vorteil des neuen Gesetzes besteht schließ- 'ch darin, daß Offizieren in hilfsbedürftiger Lage vom Haupt- mann einschließlich abwärts Pensionsbeihilfen bis zur Er­reichung einer bestimmten Gesamteinkommens gewährt wer­den können. Dieser Gesamteinkommen ist für 'ben Leutnant auf 1200, für den Oberleutnant auf 1800 und sirr Haupt- ^ute auf 2400 Mark festgesetzt.

Auch auS dem Mannschaftsoersorgungsgesetz mögen hier einige Zahlen mitgeteilt werden, welche die wesentlichen Ber­desserungen erkennen lassen. Die Renten der gänzlich er- werbsmnähigen Invaliden der Klasse der Gemeinen, Unter- d nziere, Sergeanten und Feldwebel steigen von 396, 432, 468 und 540 Mark auf 540, 600, 720 und 900 Mark und

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erreichen somit die Sätze des Kriegsinvalidengesetzet. Die .önndmigen des neuen Gesetzes für die noch weiter Ge- chädigten, nämlich die pflegebedürftigen Invaliden, über­steigen mit 864, 924, 1044 und 1224 Mk. noch die Sätze st:r die bisherigen Kriegsinvaliden von 720, 780, 900 und - WO Mk. Dazu ist die Verstünimelungszulage für alle bis­herigen und künftigen Invaliden gleichmäßig auf 27 Mark 'ür jede Verstümmelung sestgestellt worden. Bei besonders chwerem Siechtunr beträgt die Entschädigung eines Sol­daten 1188 Mark jährlich.

Kapitulanten mit 18jähriger Dienstzeit erhielten bisher als Sergeanten 180 Mark, als Feldwebel 252, als Staok- Hoboisteli 321 Mark und werden künftig 360, 450 und 518

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Mark erhalten und die Höchsttenßen bereits nach 35jähriger Dienstzeit mit 720, 900 und 1575 Alk. erreichen. Die Für­sorge für die nicht alsbald in dem Zivildienst zur Anstellung kommenden Kapitulanten mit geringerer als 12jähriger Dienstzeit und für die ohne Bersorgungsanspruch entlassenen Soldaten betätigt sich in einer besonderen Rente. Die Zahlung der Rente während der Anstellung im Zivildienst ist gleich- mäßig geregelt und sichert allen mehr als 20 v. H. erwerbs­unfähigen Invaliden, also den bisherigen teilweise erwerbs- unfähigen Invaliden, den dauernden Fortbezug der mehr als 20 v. H. der Rente zuerkannten Beträge und sorgt auf diese Weise besonders für diejenigen Fülle, in denen das Leiden sich steigert, so daß schließlich Beträge von 216, 240, 288 und 360 Mark neben jedem Zivtldiensteinkommen gezahlt werden können. Den Kapitulanten von mindestens 18jähriger Dienstzeit wirb die Dienstrente sogar bis zur Einkommen- grenze von 2000 Mk. gezahlt, was von den Unterbeamten besonders freudig begrüßt werden dürfte. Auch nach dem Ausscheiden auS dem Zivildienst ist für diejenigen Invaliden besonder» gesorgt, welche ihre Höchstpension nicht erreichen konnten. Schließlich können nach den Vorschriften des § 46 die bisherigen gänzlich und größtenteils erwerbsunfähigen Invaliden bei einem gewissen Mindesteinkommen Unter­stützungen erhalten.

Die Abfindungen des Gesetzes sind durchgehends höher, als gleich geschädigte bürgerliche Arbeiter solche nach den bestehenden Gesetzen erhalten können, wenn man von ein­zelnen gewerblichen Arbeitern absieht. Für die Kapitulanten sind so nennenswerte Vorteile geschaffen worden, daß das Gesetz auf den Unteroffiziersersatz der Armee nur aufs oor- teilhafteste einwirken wird.

Die Vorgänge in Rilßlsns.

Petersburg, 13. Mai. Die Reichsduma beschäftigte sich heute zunächst mit einem Anträge betreffend dk Ab­schaffung der Todesstrafe. N a b a k s w schlug vor, die Kommission, die den Entwurf betreffend die Unver­letzlichkeit der Person bearbeitet, auch mit der Ausarbeitung einer die Abschaffung betreffenden Gesetzentwurfs zu betrauen. Leduitsky führte auS: Die Regierung begehe politifchs Morde. Sie fei ein wahrer Moloch, der immer neue Opfer fordere. A l a d y n führte aus: Die Duma könne sich nicht an den Kaiser wenden, ohne daß Zwerge, die die Regierungs­gewalt ausübten, sich dazwischen legtenmb sie verspotten. Mit der Komödie der Interpellationen müsse man aufhören. Die Duma sei ohnmächtig, sie habe diese lächerlichen Minister nicht zu sich gebeten. Diese aber seien stärker als sie, weil sie Kanonen besitzen. (Beifall.) Der Priester P o y a r k o w sagte: Die Regierung achte nicht auf die Duma, sie sei zu dreist. Stan müsse den Kaiser bitten, die Todesstrafe abzu- schaffen, sonst wäre es besser, von Petersburg fottzugehen und nicht anständig, dazubleiben und Diäten zu erheben.

Petersburg, 13. Mai. Reichsduma. Im Laufe der heutigen Sitzung rief der Präsident den Abgeordneten Perfpchow zur Ordnung, weil er sagte, die H i n r i ch - tun gen in Riga bedeuteten eine Ohrfeige für die Duma. Professor Kusmin Karavaief legt dar, welch vergebliches Bemühen es sei, die politischen Morde mit der Todesstrafe in Verbindung zu bringen. Man müsse die Epidemie der politischen Morde bekämpfen durch Be- feitigung der Ursachen, deren eine eben die Todesstrafe sei. Rach den Reden GredeSkulS und RoditfchewS nimmt die Duma einen Antrag Nabokow an, eine Kommission zu ernennen mit dein Aufttage, innerhalb fünf Tagen einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Todes- sttafe auszuarbeiten. Um halb 2 Uhr wird die Sitzung auf eine Stunde unterbrochen.

Petersburg, 31. Mai. Duma. (Schluß.) Die Sitzung wird um 3'/« Uhr wieder eröffnet. Das Haus geht zur Debatte über die Agrarfrage über. Abgeordneter Professor Patrajitsky ergeht sich in längerer Rede über daS Programm der Enteignung von Landbesitz und setzt die Notwendigkeit einer derarttgen Enteignung vom Gesichtspuntt des öffentlichen Wohles auseinander. Er sieht jedoch Gefahren voraus bei der Reform, die im stande sein würde, die Aus­breitung der Kultur und Zivilisation in der Zukunft zu beein­flussen, indem sie Rußland zu einem Bauernlande par excellente nrachen würde. Die Debatte wird sehr lebhaft. Zahlreiche Redner erkennen die Notwendigkeit an, Abhilfe sür diese soziale Uebel zu schassen. Professor Herzen st ein, Abgeordneter m r Moskau, hielt eine lange Rede, die häufig von tosendem Beisall unterbrochen wurde und in der er die finanzielle und

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wirtschaftliche Politik dec Regierung kritisierte, gegen die An griffe auf die Hebung dec Bildung der Bauern protestierte, und auf Dänemark, das Land der Bauern hinwieS, wo eS Hunderte von Volkshochschulen gäbe. Redner kommt zudem Schluß, daß an dem Grundsatz der Zwangsenteignung für S Rußland nicht gerüttelt werden dürfe, wenn auch die führurra im einzelnen eine verschiedene sein könne. (An­haltender Beifall.) Die Sitzung schließt um 7 Uhr abends Nächste Sitzung morgen vormittag 11 Uhr.

Petersburg, 31. Mai. Dem Ministerium bei Innern ist eine Reihe von Berichten über den Ausbruch von Agrar- Unruhen aus den verschiedensten Gouvernements zuge­gangen, die mit Brandstiftungen an den Gütern hoher Beamten und von Mitgliedern der H o f p a r t e i be­gangen werden. Die KanipfeSorganisation hat den Beschluß gefaßt, die Amnestie gewaltsam durchzuführen, die Wachen der Gefängnisse durch Bomben niederzuwerfen und die Gefangenen zu befreien. Infolgedessen ist der Schutz der Gefängnisse von heute ab bedeutend oerftärtt worden.

VerâS- u» Bergnügnttgsnachrichten

für Freitag den 1. Juni.

E«. Männer- u. IünglingSvccein: UnterhaltungSabenb (So. VereinshapS.) turn« u. Fechtklub: Abends 67/ Uhr: Turnen der Damenabteilung; 87«10 Uhr: Fechte«.

Durnzesellschaft: Abends neu 810 Uhr: Turnen der Jugendabiellusg. Turnverein: Abends von 810 Uhr: Turnen der Jugendabteiluu«?. Humoristischer MusikvereinGermania*: Von 911 Uhr: UebnnqSstunde, sRestauration .Germania').

Verein f. Homöopathi« u. Naturheilkunde: BactragSabend (Stadt Bremen.) Erster Hanauer Kellnerverein: BereinSabend in derHarmonie". Hanan« Kâerverein (gegr. 1880): Verein sah end bei Ulfemer. Erster Hanauer Kellnerbund 1905: Bereinsabend imElephanten*. KlubAmicitia": BereinSabend im Gasthauszum Elephanten". Gesangverein ,Mel»mi-ni«*: Singstunde in derKarthanne'. Sänger-Quartett: Bereinsabend in der Brauerei Orschlec.

KlubSchlaraffia": v«einsabend in derAllemania".

Klubsiraternita«: Klubabend in den3 Schwanen". Katholischer Äesellenverei«: Vereinsabend imBraustüb'l". Freitags-Gesellschaft Carlsberg: RestaurantTarlSberz". Französisch« Klub: Zusammenkunft imBnnhardS«?". GesellschaftScharfes Eck": MonatSversammlung.

Meckes'scher Stenographen-Verein: FortbildnngSüirsutzur Evmie". Gabelkberg« Stenographen . Bertin im Gasthaus zu den3 Rindern" : Abends von 910 Uhr: RebungSstundc: Redeschrift.

Bicycle-Ki»b 1896: Klubabend intKaiser Friedrich".

AthlètenklubGermania": Riegmstemmen und Ringen d« 1., 2. und 3. Klasse (zum großen Kurfttrsien"), Steulin- und Ring-KlubEiche": Abends 9 Uhr: Stemmen, Ringen, Steinstoß«» (Restaurationzum Sandhoff. GesellschaftLustige Brüder": Kläabend bei Heinrich B»»i«k«I.

V ersteigertungs- re. Kalender

für SamStag den 2. Juni.

Angebote b«tr. Uebernahme der Lieferung an Fleisch- und Wurst>»ar«ii für die hiesige Garnison auf die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1906 sind Bis vormittags 9 Uhr int Geschäftszimmer des Kgl. Proviant­amts dahier abzugeben (f. Nr. 112Han. Anz/L

Angebote betr. Uebernahme der Arbeiten und Lieferungen für Her­stellung einer neuen Laderampe, Vergrößerung und Ueberdachung der vor­handenen Laderampe auf Bahnhof Langenselbold sind bis vormittags 11 Uhr an die König!. Eljenbahu-Neineds-Inspefno" zu Hanau einjureichen 0. Str. 116Han. Anz.-).

Barometerstand

mittags 12 Uhr

1./6.

am 31./5

770;-.

760

720

Sehr trocken Beständig

Schön

Veränderlich

Biel Regen 74

Sturm

730

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Regen (Söitib)760"*'-

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