Sekte ?
Dornrrrstag
3h Mat
* Hohes Sliter, Morgen begebt die Witwe Katharine Hillmar, Schnurstraße 15 wohnend, im Kreise ihrer Enkel und Kreusel ihren 96. Geburtstag in völliger geistiger und körperlicher Frische. Auch unsere besten Wünsche bc- ' leiten die Greisin in ihr neue» Lebensjahr.
* Gewerbe gepicht. (Sitzung vom 30. Mai 1906.) Der Friseurgebilse Wilhelm Niiberg klagt gegen den Friseur K. auf Entschädigung wegen kündigungsloser Entlassung. Kläger klagte am Montag den 21. Mai über Unwohlsein und ging darauf rum Arzt, Um bieten aber nicht an. Jus Geschäft zurückgcUlm ließ ihn K., der wegen ihm durch den Gc- lülfen widerfahrener Verleumdung schlecht auf diesen zu sprechen war, nicht mehr arbeiten, sondern bedeutete ihm, das Lokal zu verlassen. Ritverg verlangt nun alS Lohn und Kostentschädigung bis zum 28. Mai, wo seine Kündigungszeit abgelaufen war, 14.40 Mk. und 7.40 Mk. für durch die Verfolgung der Klage ihm erwachsenen Schaden. Das Gcwerbegericht ver- urteilt K. zur Zahlung von 13 Mk. und erkennt im übrigen auf Abweisung der Klage. — Der Schreiner Klein hatte mit einem anderen dir Schreinerarbeiten eines hiesigen Neubaues übernommen und einen Teil derselben dem Schreiner Neff übertragen. Als im Januar die Arbeiten vorzeitig . mw refft werden mußten, einigte man sich dahin, daß dem 9i. 30 Mk. sofort und der Rest von 34 Mk. spätestens bis 1. März ausbezahlt werden sollten, nachdem die Arbeit nach- geseben sei. Nachdem inzwischen gegen den Zahlungspflichtigen mit Zwangsmitteln bezüglich der 34 Mk. vorgegangen war, nrachte dieser nunmehr eine Gegenforderung von 16 Mk. geltend, die ihm durch nötig gewordene Ausbesserung der Arbeiten erwachsen seien. Seine Klage wird aber kosten- pflichtig abgewiesen, da er eine solche Forderung alsbald nach "Abnahme der Arbeit hätte geltend machen und dem Beklagten baue Gclegeirheit geben müssen, die mangelbafte Arbeit selbst zu verbessern.
* derchettfrittd. Heute morgen um 4 Uhr wurde auf der Eifenbahnstrecke zwischen Offenback! und Mühlheim die vom Zug getötete Leiche eines etwa 25 Jahre alten unbekannten MauncS gefunden. Es liegt die Vermutung vor, das der Mann sich in selbstmörderischer Absicht vom Zug überfahren ließ. Das Polizeiamt Offenbach hat die Leiche mit Beschlag belegt.
* Im Zoologische» Garten zit Frankfurt a. M. veranstaltet die Kapelle Samstag einen Operetten-Abend. Sonntag und Dienstag (Waldchesiag) finden nach- nutiags und abends D o pp e l - K o n z e r i e unter Mitwirkung der Musik des 1. kurhess. Infanterie-Regiments Ar. 81 statt und am Pfingstsonntag ist, wie alljährlich von ’M Hs 1 s9 Uhr, F r ü h- K onzert der Garieilkapelle.
Zur Mordaffäre in WilDungen. Ueber die Untersuchungssache gegen den von dort bekanntlich über cranffurt am Main nach Rew-Uork geflüchteten Möbel- bândler Wilhelm Meyer aus Meschede und ben damit in Verbindung stehenden Fund der. Leiche im Koffer werden von Frankfurt, Wildungen unb anderen Orten aus seu- thoneff ausgeputzte Nachrichten in den Zeitungen verbreitet, bie, wie das „Cnff. Tagbl." erfährt, dës iaisächlichen Än- balts entbehren uub über die an Casseler unterrichteten Stellen, die in erster Linie davon wissen müßten, nicht das geringste bekannt ist. So ist cs unrichtig, daß die Unter- 'uchung gegen den Möbelhändler Meyer bereits soweit vor- geschnficn ist, überhaupt so weit vorgeschritten sein könnte, daß die Staatsanwaltschaft die Anklage auf Mord oder Raubmord gegen Meyer erhoben hat, daß cs nach den neuesten Feststellungen sich um keinen Raubmord, sondern nur um die Beiseiteschaffung der Leiche der Frau Witwe Vogel Haudele und endlich, daß die Gutachten der medizini- *$en Sachverständigen bereits jetzt zu einer positiven Fest- üellung gelangt seien, woraus zu entnehmen wäre, daß die cnvähnie Frau Witwe Vogel nicht eines gewaltsamen, sondern eines nanlirlichen Todes gestorben wäre. Alle diese Nach- r chtei: ermangeln des tatsächlichen Grundes und beruhen aus Gerüchten und Kombinationen. Die Untersuchung ist nach^wie vor eifrig im Gange und deren Ergebnis muß zunächst abgewartet werden.
Jg- ^unstseidesabrik. Gestern nachmittag wurde die 90 Pferdekraft starke Dampfmaschine der Groß-Auheimer ) - ifeicciabrif zum erstenmale in Betrieb gesetzt und 'fusionierte ladellos. In etwa 14 Tagen soll die Fabrik völlig in Betrieb gesetzt werden. Dem neuen Werke wünschen wir den besten Erfolg.
IPrechsaal.
Neubauten in Keffelstadt.
Die Nachricht, daß das oberhalb des Schwanengärtchens in Kefselstadt am Main gelegene Gelände zu Bauzwecken LUsgeschlachtet werden soll, kann in der heutigen durch die lagd nach Gewinn gekennzeichneten Zeil nicht überraschen.
Ueberraschen muß cs aber, daß im Hinblick auf eine ..rldige Mainkanalisation stromfiskalisches Gelände, ohne daß dies in der breiten Oeffentlichkeit bekannt wurde, in Privat- lesitz übergehen konnte. Ganz abgesehen hiervon, drängen sch dem Naturliebhaber aber auch noch andre Fragen auf.
Wer kennt nicht das freundliche Bild Kesfelstadt's vom Äcain aus gesehen? Dies Bild ist, wie früher schon ge- fdu Iberi wurde, für den vom roten Stein mainabwärts Wanderndm ein unvergleichlich schönes, liebliches und an» gehendes. Besonders aber sind dessen Reize vermehrt bei Sonnenuntergang, wenn das blutrot erscheinende Tages- geilirn mit seinen Strahlen, gleichsam wie zum Abschied, nochmals gold'nes Licht auf Schloß Philippsruhe, Kesselstadt Et stlnrr weithin leuchtenden Kirche wirft, und des Stromes Fluten, flüssigem Gold gleich, zitternd dahin ziehen. Und dieses
Landschaftsbild soll zerstört werden durch einen Ge- udevlock on dem Beschauer von dem erwähnten Schauort aus seine Kehrseite zeigen wird. Sollten diese „modernen" Bauten nun^ auch noch'so wenig in das bestehende Schau- ' 0 em9tiW werben, wie es an einem uns ebenso nahe gelegenen altehrwürdigen Stadtbild in ben letzten Jahren
I geschehen ist, so hat sich die heutige gedankenlose Bauerei in unserer Nähe zwei Gedenksteine gesetzt, für die man nur ein Kopfschütteln haben kann.
Es muß aber Aufgabe Aller, und nicht nur der Einwohner Kesselstadts, sein, das Attentat auf das Landschaftsbild Kefselstadts zu verhüten. Es ist hier ein Landschafts- 6Ub zu erhalten, das der Erhaltung wert und würdig ist, ja seine Erhaltung gebieterisch fordert.
Camillo Sitte sagt in seinem Städtebau in Bezug auf Anlegung von Stadtplänen bei Besprechung der Schaffung schöner Siädte- und Straßenbilder in der heutigen Zeit:
„Die künstlerischen Anlagewerke sind da tatsächlich gleich Null und somit auch nachträglich die Wirkung gleich Null und infolge davon wieder die Freude der Bewohner an ihrer Siadt gleich Null und somit in letzter Instanz auch die Anhänglichkeit an dieselbe, der Stolz auf dieselbe, mit einem Wort das Heimatsgefühl gleich Null, wie man cs an den Bcwoh- nern kunstloser, langweiliger Neustädte tatsächlich beobachten kann. Don diesem Standpunkt angesehen, dürfte unserem vorwiegend materiell gesinnten Zeitalter die Wichtigkeit einer auch künstlerischen Ausgestaltung des Städtebaues noch am besten begreiflich gemacht werden können. Ueber die auch national-ökonomische Wichtigkeit der schönen Künste ist ja schon viel geschrieben worden, und sie wird gegenwärtig bereits allgemein zugestanden. Das ist wichtig, denn die rein ideale Bedeutung der Kunst als Selbstzweck, vielleicht sogar als höherer Zweck der Kulturbestrcbungeu und menschlicher Tätigkeit überhaupt, wird ja durchaus nicht allgemein zugegeben. Da aber der Kunst überhaupt auch ein sozialer und ökonomischer Wert iunewohnt, so könnte es sein, daß selbst hartherzige Stadiökonomcu finden dürften, es wäre am Ende nicht schlecht, auch einmal einige Summen am Wege der Kunstpflege bei Stab tanlagen in Heimaisgefühl, Lokal- patriotismus und eventuell auch in Fremdenverkehr umzu- sctzen."
Das Heimatsgefühl und der Lokalpairiotismus sollte hier allein schon ausreichen, einen nie mehr gut zu machenden Fehler zu verhindern.
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Gevichtssaas.
Sitzung des Schöffengerichts vom 89. Mai 1906.
Der Kaufmann und Reisende Abraham Nußbaum von Hersfeld Mn am 19. Februar von Frankfurt nach Hersfeld, hatte aber bei der Revision für die Strecke Hanau-Elm nur eine Rückfahrkarte bei sich, die für die fragliche Richtung bereits abgefahren und nur von Elm nach Hanau noch gültig war. Die Angabe des Angeklagten, daß er sich »in bem Glauben befunden, er habe die umgekehrte Strecke mit der betreffenden Karte früher abgefahren, hält das Gericht nicht, für widerlegt, zumal er als Reisender eine ganze Menge Rückfahrkarten in der Tasche hatte und erkennt auf Freisprechung. — Der Droschkenkutscher Hildebrand ersuchte am 11. Mai den Gelegenheitsarbeiter August Berg von hier, ihm einen Sack Haier zu hoben und gab ihm zu diesem Behufe .13.50 Mk. Berg nahm das Geld, fauste aber keinen ■Mier, sondern fuhr nach Frankfurt und setzte in fröhlicher Gesellschaft 10 Mark'm Alkohol um. DerRestwurdeihm I abends von Hildebrand abgenoinmen. Außer drei Monaten I Gefängnis trägt ihm sein Streich auch noch ein Jahr Ehrverlust ein. — Der Koch Heinrich Ritter, derzeit in Frankfurt, spuckte einem Mineralwasserhändler in ein Bonbonsglas. Da dieser die Ware unter diesen Umständen nicht mehr verkaufen konnte und mochte, forderte er den unästhetischen Koch zum Ersatz des Schadens aus, was von diesem jedoch verweigert wurde.. Nunmehr kostet ihn die Spuckerei mit Rücksicht darauf, daß eine solche Handlungsweise bei seinem Berufe doppelt verwerflich ist, 2 Wochen Gefängnis. — Bei der Milchhändlerin Elise H. von hier wurde eine Milchprobe entnommen, der R Prozent Wasser zugesetzt war. DaS Gericht fommt. zu der Ueberzeugung, daß die Mischerei durch die Händlerin selbst vorgenommèn wurde und erfennt auf 50 Mark Geldstrafe. — Die von dem Milchhandler H. von Mittelbuchen entnommene Probe enthielt zu wenig Fett, sodaß hier eine Entrahmung vorge- nommen sein mußte. Wer dies tat, ist nicht fest» zustcllen, auch nicht, ob H. die mangelhafte Beschaffenheit der Milch bekannt war oder bekannt sein mußte. Es erfolgt deshalb Freisprechung. — Weniger Glück hat der Milch- händler F. von Langendiebach, ‘ der ebenfalls fahrlässiger Weise entrahmte Milch verkauft haben soll. Er muß 30 Mk. zahlen. — Aus Entrüstung darüber, daß üjm seine Frau nichts zu mittag gekocht, machte der Arbeiter Adam Müller gen. Ruffer am 6. Mai in seiner Wohnung einen heidenmäßigen Spektakel. Da er hierdurch die Nachbarschaft be- Ste, erhielt er wegen ruhestörenden Lärms durch Straf- / 2 Wochen Haft. Sein Einspruch ist ohne Erfolg. — Die Ehefrau des Vorgenannten ist des gleichen Vergehens angeklagt, das sie sich am 28. April auf dem Altstüdter Markt soll zu Schulden haben kommen lassen. Da sich der Vorfall als ein gewöhnliches Weibergezänk darstellt, erfolgt Freisprechung. — Weiterhin hat sich wegen Lärmerei noch der Bauhülfsarbeiter Heinrich Becker von hier zu verantworten, weil er am 7. Mai, nachdem eine gegen ihn erkannte 14tägige Haftstrafe noch in der Berufungsinstanz schwebte, bereits wieder in den gleichen Fehler verfiel. Diesmal kostet es ihm 4 Wochen. — Der Friseur Hirschmann von Hanau fuhr vor einiger Zeit abends mit dem letzten Zug nach Hanau und wollte hierbei, da die Wärme zu sehr fühlbar wurde, die Heizung abstellen, faßte aber aus Versehen den Hebel der Notbremse und führte hierdurch einen Stillstand des Zuges herbei. Wegen Uebertretung der Bahnpolizei- ordnung sollte er 30 Mk. Strafe zahlen, wird aber auf seinen Einspruch gegen das Strafmandat freigesprochen, da eine Fahrlässigkeit, wie sie hier jedenfalls vorliege, bei solchen Uebertretungen nicht strafbar ist. — Der Diamantschleifer Paul von hier beleidigte am 23. April einen Schutzmann, kommt aber, da die Beleidigung nicht besonders grober Natur war, mit einer Woche Gefängnis davon. — Der Taglohner Wilhelm R. hierselbst, sonst ein nüchterner Mann und braver Arbeiter, trans sich am 5. Mai einmal einen gehörigen an und verübte den Abend und die Nacht über dann die verschiedensten Ungehörigkeiten. Da die Wahrscheinlichkeit seiner Behauptung, er wisse von nichts mehr und sei in jener Nacht völlig von Sinnen gewesen, welcher Zustand bei ihm immer nach Alkoholgenuß infolge einer früher erlittenen Gehirnerschütterung eintrete, durch verschiedene Umstände dargetan
wird, seine freie WillensbestimKung also wohl ausgeschlossen war, erfolgt Freisprechung.
BereinS- n. Gergnstgtrstgsnachvichten
für Donner! tag den 81. Mai.
Kirchenchar der JoheWNitkirHi : Abend? 8 Uhr: Probe im UebmrgSsälchcn der Kirche.
Oratorienverein: Abends 8 Uhr: Hauptversammlung im Stadtschlotzsaatc.
Kräng. Männer- und Jünglingsverern: Vibelstnn.de (Ev. VereinshauS.) Dirngemeinde: 7—9: Iuqendableilmig, 7'6. —9: ffrauenabteilung A. 5—6: Mädchenableilung, 6—7: KiHbmabteilmrg.
Katholischer Männerverein : Vereiusabend in der Restauration Mohr. Gabelsberger Stenographen - Verein im Gasthaus zu den „3 Riiideru"; Abends von 8—9 Uhr: Ansnngerkursus, 9—10 Uebnngsstunde, Derkebrsschrift.
Arends'scher Stenographenverein „AyoUobimd" (Gasthaus „;um Grafen Pbilipp Ludwig): BercinSabend.
Dramatisch-literarischer Verein „Melpoineue" mut' Sonne": Lesung. Gesangverein „Fröhlichkeit": Singstunde im Vereinslvkale. Nalionalstenogravhen-Verein: Lehr u. Uebungssinnbe (Lokal „Zur großen Krone", Steinheimerstraße 26).
Erster Hanauer Fußball-Klub 1893: Klubabend in der Brauerei Kaiser. Verein „Canaria" : Vereinsabend im Vereinslokal „zum Karpfen", Klub „Bavaria": Klubabend in der Restauration „Allemania st Erste Hanauer Pouleaesellschaft: Preisspiel im „Deutschen Haus". FuübaÜklub „Viktoria" : BereinSabend im „goldnen Rad". Radsahrervercin Hanan 1885: Klubabend in der „Ceutralhalle". Radfahrerverein „Vorwärts": Zusammenkunst im Gasthaus „3. Sonne" Spessart-Touristenverein: BereinSabend im „Elephanten". Freiwillige Feuerwehr, 2. Komp, bei Beck.
TtlWMchtt Merkt® Da HMei! Seewürfe.
Telegramm aus Hamburg vom 3L Maè-
9 Uhr 38 Min.
Ein Viaxiinilm über 762 mm lagert über Spanien und über Lappland, Minima unter 750 mm lagern über der nördlichen Nordsee und über dem Rigadusen. In Deutschland ist das Wetter im Süden heiter, ziemlich warm, im Norden trübe, ziemlich kühl: der Nordwesten hatte meist Regen, der Osten Gewitter und Regen.
Prognose für den lJuni: Vielfach Stegen, im Süden Abkühlung wahrscheinlich.
Vmins-Cbromk*
* Sportliche Ereignisse allerersten Ranges stehen den Hanauern an den beiden Pfingstfeiertagen bevor. Bekannlich spielt der Sportklub „Olympique", eine erstklassige französische Mannschaft, gegen den 1. Hanauer F.-K. 1893 e. V. auf dessen Sportplatz an der „Schönen Aussicht" bei Kesselstadt am 1. Feiertag, während am 2. Feiertag die Hanauer Zegen die Hamburger Sermonen an treten werben. Beide Spiels finden bei jeder Witterung statt und beginnen nachmittags präzis 4 Uhr. Nach dem Spiel am 1. Feiertag wirbMer französischen Mannschaft von Seiten des 1. Hanauer F.-K 1893 e. V. in feierlicher Weise ein Ehrengeschenk üherreiäM werden. — Der 1. Hanauer F.-C. 1893 gewann am Sonntag daS Spiel gegen den Straßburger Fußballverein nach strammem Spiel mit 5 :3 Goal.
* Wettspiel. Am vergangenen Sonntag den 27. Mal )TanlsenTW die ersten'MMtnubäTtön des
1. Groß-Auheimer Fußballklubs und des Kesselstüdter BaU- spielklubs im Wettspiel gegenüber. Es gelang bem Ballspiel tlub nach scharfem Spiel das Spielfeld mit 5 : 4 Goal zu behaupten. Die ziveite Mannschaft des Ballspielklubs gewann gegen die zweite Mannschaft des 1. Klein-Steinheim er Fußballklubs mit 20 : 0 Goal.
Hus Hab und fern.
r.- Marburg, 30. Mai. In der heutigen Stabt» Verordnetensitzung wurde dem Angebot des Bankhauses H. Wertheim-Marburg, Borschutzverein Marburg und des Bankhauses S. J. Werthauer-Cassel, welche zusammen die Marburger Stadtanleihe im Betrage von 500 000 Mk. zum Kurse von 96,50 übernehmen wollen, die Zustimmung erteilt.
Caffet, 31. Mai. Herr Landgerichtsrat Hofmann hierselbst ist zum Oberlandesgerichtsrat befördert und an das hiesige Obrrlandesgericht versetzt worden. — In der Nacht vom Montag auf Dienstag ist der Oberlehrer Professor Dr. Franz vom hiesigen Wilhelmsgymnastum plötzlich verschieden. Der Verstorbene hat ein Lehrbuch der Mathematik herausgegeben, das an vielen Gymnasien als Leitfaden benutzt wird. Seine Kollegen und Schüler werden dem pflichttreuen Mann ein ehrendes Andenken bewahren.
Rinteln, 31. Mai. Die Reformpartei stellt im Wahlkreis Wolfshagen-Hofgeismar-Rinteln einen eigenen Kandidaten auf. »
St Frankfurt a. M-, 30. Mai. Ein ILjährigrr Knabe, Mosie Mirski, läßt sich Mittwoch den 6. Juni im Saale der Hoch'schen Konservatoriums in einem eigenen Konzert hören und wird dabei Lieder und Gesänge in verschiedenen Sprachen vortragen. In Holland und England erregte der kleine Gi?- sangskünstler geradezu Sensation. f
§ Friedberg, 30. Mai. Eine aufregende Szene spieltir sich heute nachmittag 4 Uhr am Personenzug Frankfurts Gießen ab. Als der Zug langsam einfuhr, öffnete eine Frais die Tür, um auszusteigen. Dabei stürzte sie von dem Triti-i breit herunter auf den nach dem Gleis abschüssigen Bahn l steig. Die alte Frmr wäre gewiß unter den noch fahrende: Zug gewälzt, wenn nicht ein Bahnbediensteter rasch herbei-i gesprungen wäre. Das Publikum geriet in einige Aufregung > Das komische bei der Sache war, daß die Frau kranrpfhaf i ihr entleertes Salatkörbchen in den Händen hielt.
W. Groff-Gerau, 31. Mai. (Privattelegram m r Heute früh 6L- Uhr wurde auf der Strecke Äiauheim-Grotz- getan der Streckenarbeiter Heinrich Köth, als er dem vor« Mainz kommenden Schnellzuge ausweichen wollte, von einem Güterzrlge überfahren. Es wurde ihm daS linke Bein abgefahren; außerdem erlitt er schwere Schädelverletzunge». An feinem Aufkommen wird gezweifelt.
)?( Vom Maine, 30. Mai. Der Privatier Johannes Sauerwein zu Schippach begann vorgestern sein 100. Lebens- fahr bei frischer Körper- und Geistesverfassung. Der be- rvimderungswürdige Greis schmetterte jebem Gratulanten, der ihn an seinem'Ehrentage besuchte, mit klangvollem Organ sein Lieülingslicdchen entgegen : „Schon wieder ein Jährchen zur Ewigkeit hin!" MU volle«: Vertrauen erwartet der Greis den Eintritt in das zweite Jahrhundert seines Lebens