Hanauer K Anzeiger
General-Auzeiger E^r^ —
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Amtliches GlW fit SW «li Mklâs KM».
Nr. 123
Fernsprechanschlich Nr. 605»
Moutag den 28. Mai
Fernfprechanschlittz Nr. 605»
1906
ArnLlichèZ.
BekanNtmachmsg^
Der gemäß meiner Bekanntmachung vom 21. März d. J. auf den 29. März d. I. anberaumte Termin in der Ent- eignungssache der Stadt Hanau wider die Wallonische Gemeinde daselbst findet am Freitag den 1. Juni d. I., nachmittags 31/* Uhr, statt.
Cassel den 25. Mai 1906.
Der Enteignungskommissar.
Hoche,
Negierungsrat. 11405
Kandkrets Hanau. MnntmchuM hes Kmßlicheu LMhrstsMs.
Die Brücke über die Kinzig int Zuge des Landweges Rückingen—Niederrodenbach wird einer Reparatur unterzogen und deshalb in der Zeit vom 7. bis 16. Juni für Fuhrwerk und Reiter gesperrt.
Hanau den 25. Mai 1906.
Der Königliche Landrat.
Y 3858 I. A. Conrad, Kreissekretär.
SaatenstmrÄ
um die Mitte des Monats Mai 1906
int Kreise Hanau, Land.
Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 — gut, 3 — mittel, 4 = gering, 5 — sehr gering.
Fruchtarten
Durch- schnittsnoten für den
Staat
Segle. ritnaS. bczlrl
Winterweizen
2,4
2,3
Sommerweizen
2,5
2,6
Winterspelz .
2,7
Winterroggen
2,7
2,6
Sommerroggen
2,8
2,7
Sommergerste
2,5
2,5
Hafer. . .
2,5
2,6
Kartoffeln .
2,7
2,7
Klee . . .
2,3
2,2
Luzerne , . Bewässerung?-
2,4
2,2
(Riesel-) Wiesen
2,2
2,0
Andere Wiesen
2,6
2,4
Königliches Statistisches Landesamt. Dr. Blenck.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 26. Mai 1906.
Der Königliche Landrat.
V 3841 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Handelsregister.
Firma Fritz Stettner in Hanau: Die Firma ist erloschen.
Hanau den 19. Mai 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 11367
Gesundem und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 schwarzer Siofsdamengürtel, 1 grünes Kinderportemonnaie.
Zugelaufen: 1 kleiner schwarzer Spitzhund, mämiL
Geschl., 1 weißer Spitzhund, männl. Geschl.
Zu geflogen: 1 graue Brieftaube, 1 Kanarienvogel.
Hanau deir 28. Mai 1906.
Hus Hanau Stadt und fand.
Hanau, 28. Mai.
* Der neue reformierte Generalsuperinten- dent. Nachdem der durch die Ausbildung vieler Geistlichen so verdiente und allgemein hoch geachtete Studiendirektor am Prediger-Seminar Hofgeismar, D. Klingender die Berufung w das Amt des reformierten General-Superintendenten aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt hatte, ist von den in Betracht
kommenden Instanzen der Pfarrer Möller an der Casseler Martinskirche vorgeschlagen worden. Dieser Vorschlags hat nunmehr die königliche Bestätigung erhalten. Die „Cass. A. Ztg." ist in der Lage, näheres über den bisherigen Lebensgang des neuen Generalsuperintendenten zu bringen. Am 9. Mai 1864 zu Neukirchen a. d. Schwalm als Sohn des dortigen Lehrers geboren, besuchte Möller das Gymnasium zu Marburg an der Lahn und studierte sodann am selben Ort und in Erlangen Theologie. Am 1. Oktober trat er als Einjähriger bei den Jägern in Marburg ein; vom Oktober 1888—1889 war er Erzieher in dem hochgebildeten und kunstsinnigen Haus des deutschen Generalkonsuls Schneegans in Genua. Nach seiner Rückkehr in die Heimat wurde er Pfarrgehilfe in Weitesingen, Pfarrverweser in Holzhausen und wieder Pfarrgehilfe in Breitenbach, um dann sein erstes selbständiges Pfarramt in Schmalkalden zu übernehmen. Nachdem er von dort am 1. Januar 1897 in die dritte Pfarrftelle an der Casseler St. Martinskirche berufen war, tritt er nun, von dem Vertrauen seiner Behörden dazu berufen, in verhältnismäßig jungen Jahren in dieses verantwortungsvolle hohe Amt.
* Mainkanalisatron. In der Samstagssttzung des preußischen Abgeordnetenhauses stand der Vertrag über die Kanalisierung des Mains von Offenbach bis Aschaffenburg zur Beratung. Den eingehenden Bericht hierüber finden unsere Leser im zweiten Blatte. Erster Redner war der Abg. Dr. am Zehnhoff (Ztr.), ein ausgesprochener Kanalfreund, s. Z. auch Berichterstatter über die große Kanalvorlage, der auch die Hanauer Interessen eingehend berührte. Der Vertreter unseres Wahlkreises Abg. Emil Jnnghenn (natlib.) nahm sich gleichfalls der Sache warm an, der dann auf ^Vorschlag seiner politischen Freunde auch als Vertreter Hanaus in die 14er Kommission gewählt wurde und an dieser Stelle wohl noch öfters Gelegenheit haben wird, die Interessen Hanaus in der gewohnten tatkräftigen Weise wahrzunehmen. Ziveifellos wird die Kommission dem Abgeordnetenhause die Annahme des Vertrages empfehlen. Von Interesse dürfte noch fein zu erfahren, daß dieser Kanal- kommission von Abgeordneten unserer Provinz noch augehören die Herren v. H e i m b u r g , v. Pappenheim, Funck, sodann weiter ein geborener Hanauer, der nationalliberale W. D o l tz.
* Hanauer Kunftgewerbeverein. Gemäß den Beschlüssen der Generalversammlung und der letzten Vor- standssitzuttg des Hanauer Knustgewerbevereins setzt sich dessen Vorstand für das neue Vereinsjahr zusammen wie folgt: Vorsitzender: Wilhelm Behrens, i. Fa. W. Behrens; Stellvertreter: H. Zwerue m a n u, i. Fa. Heinr. Zwerne- mann; Schriftführer: Karl Gereth, i. Fa. Chr. Kißling; Stellvertreter: Otto Backes, i. Fa. Backes & Co.; Kassierer: Georg Deines, i. Fa. Peter Deines Söhne; Julius Steinheuer, i. Fa. Steinheuer L Co.; Fritz Kreuter jun., i. Fa. Fr. Kreuter & Co.; Otto Bonn, i. Fa. Ochs & Bonn; Professor O ffterd i nger als künstlerischer Beirat. Geschäftsführer des Vereins ist Dr. phil. Grambow, Syndikus der Handelskammer.
* Oratorienverein. Wir verweisen die verehrlichen Mitglieder auch an dieser Stelle auf die im Inseratenteil der heutigen Nummer angekündigte zweite außerordentliche Hauptversammlung mit der Bitte um pünktlichen und vollzähligen Besuch.
* Dieustjttdiläum. Morgen Dienstag den 29. Mai feiert der Güterbodenarbeiter Adam Vogt auf dem Ostbahnhof sein 25jähriges Dienstjubiläum.
* Ausflug. Zn zwei Sonderzügen machten gestern die Eisenbahner von der Main-Neckarbahu einen Ausflug nach dem Kurort Wilhelmsbad. Leider war die Veranstaltung nicht sonderlich von der Gunst der Witterung begleitet.
* Messerstecherei. In der Hainstraße gerieten in der verflossenen Nacht gegen 1 Uhr einige Personen nach voraufgegangener gegenseitiger Hänselei in Streit, in dessen Verlaufe ein gewisser Wegener von hier von einem Unbekannten einen Stich in die Schultergegend erhielt.
* Ermittelt wurden durch die Bemühungen der hiesigen Kriminalpolizei die Besitzer des Kraftfahrzeuges, das kürzlich zwischen Mühlheim und Steinheim einen Hanauer Radfahrer anfuhr und verletzte.
* Schädlinge. In den Waldungen bei Hanau richtet die Raupe des Eichenwicklers großen Schaden an.
Sprechsaar.
Der Sprechsaal-Arsikel vom Samstag veranlaßt mich zu einer Erwiderung. Wenn ich recht unterrichtet bin, ist der Watz gegenüber der Kirche Privateigentum von zwei Keüel-
städter Bürgern welche dem Gemeinderat angehören. Ich weiß nicht ob es Usus ist, daß beteiligte Gemeindemitglieder bet einer Beschlußfassung nicht anwesend sein dürfen; ich nehme es aber an. In jedem Falle bedeutet die projektierte Bebauung des fraglichen Platzes eine Beeinträchtigung des schönen Landschaftsbildes. Meiner Ansicht nach müßte Kessel- stadt die zwei Plätze ankaufen. Ich bin sicher, die betreffenden Eigentümer wurden ein Auge zudrücken und die Stücke gegen Erstattung ihrer Selbstkosten inkl. gehabten Zinsverlust abgeben und nichts daran verdienen wollen im Interesse der Gemeinde. Bei richtiger Behandlung dürfte das nicht schwer fallen. Ein ähnlicher Kauf ließe sich vielleicht mit dem Besitzer des Schwanengärtchens abschließen, wenn ihm der Garten auf eine längere Zeit vermietet würde.
Als Deckung für die entstehenden Ausgaben könnte die Gemeinde noch einige Waldplätze am Bahnhof Wilhelmsbad verkaufen, welche bei der kürzlich stattgehabten Versteigerung mit 4 Mk. pro Quadratmeter zugeschlagen wurden. Diese Plätze haben für die Gemeinde doch lange nicht den Wert wie die Stücke am Main und das schöne Landschaftsbild bliebe erhalten. Es müßte bann aber auch ein Eintrag im Grundbuch bewirkt werden, daß diese Plätze für ewige Zeiten nicht bebaut werden und nur Derschönerungszwecken dienen dürften. Ein Bürger.
® Kefselftavt, 27. Mai. Bezugnehmend auf den Artikel in Nr. 122 dieses Blattes, können wir nur bestätigen, daß es viele mit Bedauern empfinden, daß man den Platz an der Kesselstädter Kirche durch einen „Dreihäuserblock* bebauen will. Doch wird niemand der Gemeinde Kesselstadi I zumuten wollen, daß dieselbe den Platz für schweres. Geld wieder z u r ü ck k a u f e u soll, umsoweniger, als Keffel- stadt in letzter Zeit durch Kirchen- und Schulbauten ganz enorme Kosten hatte und deren noch mehr in Aussicht stehen. Doch dürfte sich ein Ausweg finden lassen, und wir erlauben uns folgenden Vorschlag: Der Besitzer des fraglichen Grundstücks — der Herr Bürgermeister — überläßt in Rücksicht auf eine historische Situation und die allgemeine Stimmung dasselbe der Kirche, diese gibt ihm als passendes Aequivalent einen ihrer so schön gelegenen Bauplätze am Salisweg, die sie ja doch verkaufen will. Durch dieses beiderseitige Entgegenkommen wird der Friede bald wieder hergestellt sein. Für die Kirche dürfte dieser Tausch nur vorteilhaft sein, denn der Platz an der Philippsruher-Allee wird Jahr aus Jahr ein und mit Vorliebe für Karussells aufgesucht und wird dadurch der Kirchenkaffe eine ganz hübsche Steuer einbringen.
Vereins- tu Vergnngungsnachrichten
für Montag den 28. Mai.
Kirchenchor der Johanniskirche: Abends 8 Uhr: Probe im Uebungssâlchen der Kirche.
Turn- it. Fechtklub: 6—7'^: Frauen-, 8'/-—10: Jugmdabteilung. Evang. Männer- und Jünglingsverein: Gesang (Sa. DcreinshauS.) Brieftauben-Klub : Versammlung in der Brauerei Orschler. Stenographeu-Berein Stolze-Schrey: Deren: -labend in der „Sonne*. Gesellige Verbindung „Melitta*: Spielabcnd „zur goldnen Gerste*. Gesellschaft „Heiterer Bund": Vercinsabend im „Deutschen Schützen*. Verkehrs- und Redeschrift.
Verein „Hessischer Lund": Versammlung im „Hessischen Hof". Freiwillige Feuerwehr, 4. Komp., Zusammenkunft im ..Schützenhof". Berent „Unner uns": Zusammenkunft „zu den ater Jahreszeiten". Erste Hanauer Karnepalgesellschaft: Vercinsabend im „Teutschen Haus". Gesellschaft „Lustige Brüder": Klubabend bei Heinrich Vowinkel.
Barometerstand
Schifssnachrichten.
Der Hamburger Dampfer „Deutschland" ist am 24. M«i wohlbehalten in New-Aork angenommen.