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22. Mak , , ,

Abu. Wolfs (wirtsch. Vag.) tadelt, daß die deutschen' lltttergandlee zu viel Kvnzessivmn genlacht Hütten.

Abg. Berliner matl./ bittet, von einer Kvuuuissiousbc- ratung abzusehen, damit dieses wichtige Wert schnellstens ^um Abschluß kouuue.

Abg. Dasbach (Ztr.) macht Eüuvenduugen gegen den Vertrag im Interesse der deutschen Basaltindustrie und wegen der Zottsreiheit auf Preißelbeeren.

Abg. Wallau (nat.-lib.) bekämpft die Zoltfreiheit für Pflastersteine.

Die Vorlage wird darauf einer Kommission von 21 Mit- gliedem überwiesen.

Es, folgt die zweite Beratung der Militärpensionsgesetze.

Kriegsminister v. Sinern nimmt am Bundesratstische Plaß.

Es liegt ein Kommisstonsantrag vor, gewisse Para­graphen der Vorlage in der Debatte zu verbinden und den Resten ösüc" 311 verhandeln.

Graf Orivla brachte einen Antrag auf Abänderung einiger Paragraphen ein. Es entspinnt sich eine längere GeschäftSordnungsdebattc. Schließlich findet eine.Einigung statt,, wonach über einige Paragraphen betr, Anspruch auf Pension, Verstiimmelungszulagen und Uebergangsvorschriften zusainmen debattiert werden soll.

Abg. Erzberger (Ztr.) berichtet über die Kommissions- Verhandlungen.

Abg. GrafOriola (nat.-lib.) zieht seinen Antrag auf Ubänderung einiger Paragraphen zurück.

Abg. S ch ü p f l i n (Soz.): Die Bedenken, welche meine Partei schon bei der ersten Lesung hatte, bestehen auch gegen über den Kommisstonsbeschlüssen fort.

Abg. Graf O r i 0 l a (nat.-lib.) tritt für die Vorlage ein und erklärt, seine Partei wünsche, daß auch für die Pension der Zivilbeamten diejenigen Verbesserungen eintreten, welche die notwendige Konsequenz der Militärpensionsgesetze sind und daß die bestehenden Unbilligkeiten des Redaktionswesens beseitigt werden. Möge das Gesetz zum Segen unseres Lan­des, des Heeres und der Flotte dienen.

Abg. v. M ass 0 in (kons.) empfiehlt die Annahme der Kommissionsbeschlüsse. Wir stimmen der» Gesetz zu, das eine wichtige Besserung gegenüber den bisherigen Verhält­nissen bedeutet.

Abg. Mommsen (freist Vgg.) sagt: Trotz mancher Be­denken werden meine Freürrde den: Gesetz zustimmen.

Abg. Gantp (Reichspt.) 'bemerkt: Die Verabschiedung der. Pensionsgesetze wäre das schönste Pfingstgeschenk für unsere Offiziere und Mannschaften.

Abg. (Mu g d an (freist Vpt.) erklärt die Zustimmung seiner ^Partei zu der Vorlage, ebenso Liebermann von Sonnenberg, welcher bemerkt, wenn auch nicht alle Wünsche erfüllt wären, so sei es doch nicht angebracht, durch Abänderungsanträge die Annahme der Vorlage zu gefährden.

Damit schließt die Diskussion. Die einzelnen Bestim- umngen des Offizierpensionsgesetzes werden gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen.

Hierauf^ vertagt sich das. Haus auf morgen 1 Uhr. Rechnungssachen, ErgänzungSetah Rest der heutigen Tages­ordnung.

Zklegittteiltuß hK Mb^ heuWer Zgmüülißell-

LtzWellerMkilre in Mwg.

Die Vorbereitungen für den vom 10.13. Juni in Ham­burg abzuhaltenden xm. Delegiertentag der deutschen Jour­nalisten- und Schriftsteller-Vereine sind von allen Komitees, die unter beut Protektorat des Herrn Bürgermeisters Dr. Burchard arbeiten, soweit beendet, daß das Programm jetzt in allen Einzelheiten feststeht. Ein Ehrenkomitee ist aus Mit­gliedern des Senats, des Präsidiums der Bürgerschaft, her­vorragender Vertreter der Reederei, des Handels und des Bankwesens, sowie den Spitzen der Behörden der Nachbar­städte Altona und Wandsbek gebildet. Dem Fest- und Ver- gnügungsausschuß gehören die besten Rainer: aus den ver­schiedensten Berufen an: Preßausschuß, Wohnungs- und Empfangsausschuß setzeir sich aus Mitgliedern des Journa­listen- und Schriftsteller-Vereins von Hamburg, Altona und Umgebung zusammen. Die erste Begrüßung der Teil- uehmer und Teilnehmerinnen des Delegiertentages erfolgt am Sonntag den 10. Juni, abends 8 Uhr, in derAlster­lust". Au: Montag den 11. Juni beginnen um 9 Uhr im Patriotischen Hause" die Verhandlungen, die. durch die An- prache eines Senatsmitgliedes eröffnet werden. Um 12 Uhr / werden die Verhandlungen unterbrochen, um ein. Frühstück einzunehmen, und dann wieder von 14 Uhr fortgesetzt. Um 0 Uhr findet das Festessen im Uhlenhorster Führhause statt. . Für die Damen der Festteilnehmer wird eine Wagenfahrt zu den schönsten Punkten der Stadt unb ihrer Umgebung nebst Hafenrundfahrt unb Frühstück im Alster- pavillon vorbereitet, Abends neunten die Damen am Fest­mahl teil. Am Dienstag, den 12. Juni, beginnen die Beratungen im Patriotischen Hause um 10 Uhr und werden nach einer Mittagspause von 2 bis 4 Uhr nach Bedarf noch einige Stunden fortgesetzt. Am Abend empfängt der Senat die Teilnehmer (nur die Herren unb die von ihren Vereinen delegierten Damen) im Rathaus.

Die Damen machen morgens eine Fahrt nach Ohlsdorf zu einem Rundgang durch die großartigen Friedhofsanlagen und treffen um 2 Uhr wieder zum Mittagessen in Hamburg ein. Abends vereinigen sie sich mit den Hamburger Damen im Zoologischen Garten bei Musik und gemeinsamen Abend­brot. Zu Mittwoch den 13. Juni, hat die Direktion der Hamburg-Amerika Linie den SchnelldampferDeutschland" zur Abhaltung der letzten Verhandlungen zur Verfügung ge­stellt und ladet die Teilnehmer und Teilnehmerinnen' zur Frühstücks- und Mittagstafel an Bord dieses prächtigen Schiffes ein. Um 9 Uhr votmittags bringt ein Dampfer die. Teilnehmer elbabwärts nach Brunshausen, wo die Deutschland vor Anker liegen wird, und um 3k- Uhr liegt 'für diejenigen Teilnehmer, die nicht in der Lage innren, am Morgen sich bei den VerhandinngLN ^t beteiligen, wiederum ein Schiff an den St. Pauli Landungsbrücken bereit, um -sie 311111 Diner an Bord zu bringen. Am Abend kehren die Teilnehmer gemeinsam nach Hamburg zurück. Für Donners­tag den 14. Jimi, stellt die Hamburg-Anunika Linie allen Teilnehmern und Teilnehrnerinnen den Turbinendawpser Kaiser" zu einer Fahrt nach Helgoland und SnU zur Ver­fügung und stellt die Rückkehr am 16. mit demselben Schiff ober im Laufe des Juni an einem beliebigen Tage frei, Ein Abendkommers in Westerland auf Sylt M in Aussicht 8enom men

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Die GeneralversammstUlL der PeusümS-.Anstall findet am Sönntqa nachmittag 3 Uhr im Saal des Logenhauses in der Welckerstraßs statt.

Der Preis der Festkarte ist 15 Mk., für Herren wie für Damen; für Teilnehmer, die das Festmahl am Montag abend nicht mitmachen können, 10 Mk. Bekanntlich steht jeden: Mitglied eines der Vereinigung angeschlossenen Vereins die Teilnahme an den Verhandlungen und Veranstaltungen des Delegirtentages gegen Lösung einer Festkarti frei. An- meldungen und Wünsche aller Art betreffend Quartierbe­schaffung in Hotels sind an Herrn Dr. H. Diez, Chefredakteur desHamburgischen Sorrefponbenten", Alterwall Nr. 76, zu richten.

Kurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle ves Deutschen Laudwirt- schaftsrats vom 15. bis 21. Mai 1906.

Die durch Eruiebesorgnisse auf den nordamerikanischtn Börsen hervorgerufene Aufivärisbewegung fand in West­europa bei günstigerem Witterungsgang kaum Beachtung. Nach dem deutschen Saaieustandsbericht befriedigt der Stand der Winterfrüchte, wenn er auch nicht ganz den gehegten Erwartungen entspricht; über die jungen Halmfrüchte lauten die Aeußerungen meist günstig. Diese freundlichere Auf­fassung kann durch die Niederschläge der letzten Woche nur noch bestärkt werden. Demgemäß machte sich, auf den deutschen Märkten eine zunehmende Lustlosigkeit bei stärkerein Angebot bemerkbar, der Absatz der überwiègend abfallenden Qualitäten läßt sich nur unter merklichen Preiszugeständnissen aufrecht erhalten, aber selbst die nur int bescheidenem Um­fange zum Markte fonimenben schweren Qualitäten bleiben von Preiseinbußen nicht verschont. Auch dem umfang­reicheren, in beit Preisen aber wenig entgegenkommenden Auslandsangebot gegenüber war das Kaufinteresse äußerst gering. An: Roggenmarkte verschafflen Erntebesorgnisse am Azow, teilweise auch int Zulande den russischen Ankünften gelegentlich leichteres Unterkommen. Auf dem Berliner Markt drückten Proviuzabgaben und das russische Abladungsangebot bett Julitermin bei Weizen P/t Mk., bei Roggen sogar 2$fr Mk. herab, während die günstigere Beurteilung der Ernte­aussichten in einem Rückgang der Herbstsicht von 9/r Mk. bezw. 2 Mk. bei Roggen ziffernmäßigen Ausdruck fand. Auch das Hafergeschäft läßt die frühere Lebhaftigkeit ver­missen, aber bei festen russischen Forderungen und mäßigem JulandSangebot finden gute Sorten zu letzten Preisen Auf­nahme. Mais ist in gesunder Beschaffenheit knapp und sehr begehrt; auch schwimmende poften von La Plata erfreuen sich lebhafter Beachtung, zumal der Qualitätsausfall der ersten Ankünfte sehr befriedigen soll.

Es stellte:: sich die Getreidepreise am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg- je nadj Qualität, wobei das Mehr (-st) bezw. Weniger () gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist, wie folgt:

Weizen Roggen Hafer

Königsberg

180

(-

) 149

(-2

) 163

(+3

)

Danzig

185

(-3

) 150

(-2

) 165

(-

)

^Stettin

182

l"

j 158

AH

) 170

(-

)

Posei:

180

( 1

) 153

(-1

) 163

(-1

Breslan

178

(-

) 154

r-

) 163

(-^

Berlii:

181

(-

) 160

i-

) 175

(+1

)

Magdeburg

180

(-

) 170

(+2

) 176

(-

)

Halle

173

(4

) 166

(-2

) 178

(-

)

Leipzig

179

(-1

) 169

(-2

) 180

c-

)

Rostock

188

(4-1

) 165

(-3

) 175

(

)

Jamburg

186

(-

) 172

t-

) 176

(-

)

Hannover

182

(+1

) 171

(-

) 195*

(4-5

)

Braunschweig

179

(3

) 169

(-1

) 181

(-

)

Münster

185

(

) 170

('

) 165

(y

)

Düsseldorf

187

(-3

) 167

(-3

) 168

(-1

)

Köln

1821 /3(

) 170

(-

) 1721

4-

)

Frankfurt a.M. 194

(-

) 183-,

fj) 180

(-

)

Mannheim

1901

4-1

) 171i/2(1

) 170

(-

)

Straßburg

195

(-V

2) 180

(

) 188

(+14

)

Stuttgart

195

(-

) 180

(

) 185

(4-2 (

2)

München

193

(

) 176

(-

) 184

(-

)

Alkohol und Volksschule.

Der Alkohol spielt auch schon in der Volksschule eine nicht unbedeutende Rolle. Die vielen Zurückbleibenden in den einzelnen Klassen verdanken ihre geistige Minderwettig- keit zuu: Teil beut Alkoholgenuß. Dabei ist es ein nicht allzu großer Unterschied, ob das Kind selbst täglich ein gewisses Quantum von Alkohol zu sich nimmt. In beiden Füllen ist die gleiche Wirkung da. Wie Institutsdirektor I. Trüper- Jena auf dem zweiten Verbands tag der deutschen Hülfs- schulen für schwachbegabte Kinder in Cassel treffend auS- führte, verdirbt der Alkoholgenuß nicht nur die Gehirnzellen^ sondern auch die durch daS Neroenspsten: vermittelte!: seeli­schen Funktionen, und zwar so, daß sie nicht auf einmal gänzlich erlöschen, sondern, gleich der: in zerstreuter Lage zer­fallenden Nervenzellen, allmählich abstumpfen ober entarten. Er verursacht so alle Urten von geistigen Minderwertigkeiten. Insbesondere sind es folgende zuu: intellektuelle!: und mora­lischen Schwachsinn führende Abunichemygen : 1. Durch Alkoholgenuß wird die Auffassung erschwert und es werden die Sinnesorgane abgestumpft. 2. DaS Denken wird ver­langsamt und das Auswendiglernen erschwern 3. Denk- keistungen werden qumsiitariü herabgemindert und qualitativ verschlechtert. 4. Der Gcfühlsznstand bleibt mehr vom Zn- sälligen abhängig. 5. Die Wahl des Guten wirb erschwert. Die sittlichen Begriffe werden konfuser. Recht unb Unrecht wird schwerer unterschieden.- Der Alkohol schädigt die Jugend auch direkt an Leib und Seele. Es bedarf weiterer Beweise nicht, der Montagsnnterricht, bei bem die Kinder noch unter den Folgen des Alkoholgennsses vom Sonntag stehen, sagt es jeden: Lehrer: der Alkohol ist einer der ge jährlichsten Feinde der körperlichen und geistigen Entwicke­lung des Kindes. Der Alkohol ist ein schlimmer Feind der Schille.

Jeder Feind der schule aber muß bekämpft werden, also ' auch her Alkohol. Wie aber soll die Schule den Alkohol

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bekämpfen? Sie kanu den Alkohol unmittelbar unb mittel­bar bekämpfen. Die Schule bekämpft den Alkoholgenuß der Kinder direkt, inbent sie mit allen ihr zu Gebote stehenben Mitteln zu verhindern sucht, daß bei ZchulauSfiügei: Schul- reifen, Schulfesten 11. s. w. den Kindern Alkohol in irgend welcher Forn: verabreicht wird. Die Volksschule, die den Kampf gegen den Alkohol ernst nimmt, wird aber auch jede Gelegenheit im Unterricht wahrnehmen, um die Kinder Tiber die Schädlichkeit des Alkohol­genusses aufzuklären. Entschieden ablehnen mimen wir einen besonderen obligatorischen Antialkoholunterrickt. Die Schule ist in den letzten zehn Jahren mit so vielen neuen Gegenständen beladen worden, man denke nur an den Haushaltungsunterricht, Handfertigkeitsunterricht, an die Stenographie u. s. w., daß man es feinem Lehrer verdenken samt, wenn er allen: Nellen und Neuesten nicht gleich die Tore der Volksschule zu öffnen gewillt ist. Es bedarf übrigens auch nicht eines besonderen Unterrichtsfaches; Ge­legenheit zu geeigneter Unterweisung bietet sich ungezwungen in: Religionsunterricht, naturkundlichen Unterricht, Rechen- unterricht, im Unterricht für Heimatkunde, in der Gesund- hestslehre u. f. w. Auch die Lesebücher haben den Kamps bet Schule gegen den Alkoholismus durch Ausnahme ge­eigneter Lesestoffe zu unterstützen. Lebensbilder von Männern wie Präsident Kruger, Graf Moltke, Graf Häseler dürsten wohl geeignet sein, den Wahn zu brecheu, als sei das viele Biertrinken etwas Männliches, Ritterliches und Tapferes. Selbstverständlich muß der Lehrer, der andere über die Schäd­lichkeit des Alkohols aufklären will, selbst im klarer: sein. Es ist daher zu fordern, daß schon in den Lehrerbildungs­anstalten die Alkoholfrage vom physiologisch-psychologischem Standpunkte aus eingeheud behandelt wird. Die Schule wird aber int Kampfe gegen den Alkohol nur bann etwas Positives leisten können, wenn ihr Unterstützung vom Eliern- Haus zu teil wird. Sache der Lehrer wird cs somit fein, in Eltern-, Gemeinden- und Familienabenden die Eltern auf- zuklären, sodaß die Worte des bekannten Psychiaters, des Professors Ziehen (früher an der Universität Jena, jetzt an der Universität Berlin) in jedes Haus hineindringen:Es ist geradezu ein Verbrechen, Kindern unter 13 Jahren geistige Getränke zu verabreichen."

Hus aller Mell.

Allerlei aus Bayer»». In Ebenda::sei: bei Ingolstadt ereignete sich ein Automobilunfall. Beim Aus­weichen vor einem Fuhrwerk streifte das Automobil einen Baum unb wurde zertrümmert. Die Jusaffei: würben ver­letzt. Der Gymnasiast der 9. Klasse des atteit Gymna­siums in Regensburg, Bernhard Thiermann, Psarrers- sohn aus Offenhausen, stürzte bei einer Reckübuug ab und zog sich so schwere innere Verletzungen zu, daß er bald da­rauf starb. Die Hebung nahm er ohne Wissen des Gymna­sialin: nlehrers im Turnsaal vor. -- Der Soldat des 2. Schweren Reiter-Regmts., Achatz in Lanb 8 hu t, stürzte beim Exerzieren vom Pferde und zog sich eine schwere Ge­hirnerschütterung zu. Die Pfarrer Seopoibeber von Aicha a. D., Dr. ©befreiter von Galgiveis und ein Arbeiter, die (auf der Heimfahrt von GalgweiS waren, wurden infolge Sckeuens der Pferde vom Wagen geschleudert. Die beibeit Pfarrer erlitten schwere innere Verletzungen. Der 48= jährige Holzarbeiter Joseph Meyer von Neu w ei: wurde beim Holzfällen von einem Baume erschlagen. Der Veruu- glürfte hinterläßt eine Witwe und 10 unmündige Kinder. Der Weinhändler Emil Koppel von N e ü stad t (Pfalz), der am 8. Mai von der dortigen Sirafkammer wegen Ver­gehens gegen daS Weiugesetz und ivegen Betrugs zu 3 Wochen Gefängnis und 4000 Mk. Geldstrafe verurteilt werben war, legte Revision beim Reichsgericht ein. Fünf Schüler der 8. Klasse des Gymnasiums in K a i s e r 8 l a u fern wurden wegen Kneiperei entlassen. Der verhei­ratete Schneidermeister Siebert von Zweibrücken fuhr mit seinem Motorrad iit S r. Iphann in eilt mit zioei Pferden bespanntes Fuhrwerk, wobei er sich derart verletzie, daß er starb. In der zwischen Alling und H 0 f l a ch (iegeitben Kiesgrube würbe von herabstürzen» den Kies- und Felsmassen die 60jährige AuSiragswitwe Moller unb die 40 jährige Gütlerin Reindl verschüttet. Sie haben schwere innere Verletzungen erlitten, so daß au ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Ai: der Bahn Passau- Frey it u g ist die Lokomotive eines Zuges durch einen ab- gestürzten Felsen zivischen Kalteneck und Fürsteneck entgleist. Verletzt wurde nicmaiib. Der Siadtmagistrat Lindau beschloß die Errichtung eiues Gewerbegerichls.

Der Niagarafall ist seit einigen Jahren stark ge­fährdet. Ein industrielles Werk neben beut anbereit entsteht an seinen Ufern unb entzieh: dem Riesen feine Kraft. Durch Kanäle wirb der Fall abgelenkt und zuu: Treiben kolossaler Turbinen-Dyimmos benutzt. Hierdurch wirb daS landschaft­liche Bild stark beeinträchtigt. Nameiutich hat die gesetz­gebende Versauunlung des Staate? Rew-Uork in Albany einen großartigen Handel mit Konzessionen zur Ausbeutung der Wasserkräfte des Niagara getrieben, upb mancher Senator ober Repräsentanz soll ein Vermögen seiner Gefälligkeit skruppellos Geschäftsleuten gegenüber verdanken, die ihi: durch klingende Argumente von der Nützlichkeit ihrer Pläne zu überzeugen vermochten. Doch auch auf der kanadischen Seite würbe viel gesündigt. Nun ist, derDeufichen Rund­schau für Geographie und Statistik" zufolge, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der Dominion eine Be­wegung im Gange, um den Niagara zu schützen. Aus einer Konferenz der internationalen Kommission für Wasser­wege, der jüngst in Toronto tagte, beantragte Oberst Ernst, der Vorsitzende die amerikanischen Delegation, die Aus- arbeiumg eines Vertragsentwurfes zwischen den Vereinigien Staaten und Großbritannien, um den Schutz des Niagara gesetzmäßig zu regeln.

Kälte in Spanien. Ganz ungewöhnlich« Witterungs- verhältnisse herrschen augenblicklich in Spanien. In ver- schiedeneu Provinzen fiel das 5()crmometer unter den Ge frierpunki. Am Sanistag unb Sonntag hat cs in Segovia UNd Avila, in den Pyrenäen und im Guadaraina-Gebirge stark geschneit. Auch das Schloß Lagranja, wo König Alfons seine Flitterwochen zu verbringen gedenkt, liegt unter Schnee.