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General-Auzeiger
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n, Waisenhauses m Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme d« S»un- rmd Feiertage, vit belletristischer Beilage.
Nr. 119
Fe^ttsprechaktschltttz Nr. 605.
Dienstaz den 22. Mai
F-rnsprechanschluK Nr. 605
1906
Amtliches.
Eandkreis Ranau.
VekmtmchWèn hes Achlichen Mnttâ
Wegen der Ausführung von Deckarbeiten mit der Dampfwalze wird der Landweg oon Mittelbuchett nach Wachenbuchen in der Zeit vom 23. bis einschl. den 29. d. Mts. und der Landweg von Mittelbuchen nach Bruchköbel in der Zeit vom 30. d. Mts. bis einschl. den 2. Juni für den Durchgangsverkehr mit Fuhrwerken gesperrt. Ich ersuche die Herren Bürgermeister dies in ihren Gemeinden bekannt zu machen.
Hanau den 21. Mai 1906. x
Der Königliche Landrat.
llVNr. 3731 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stehen geblieben: 1 Damenschirm bei Metzger Graf, Marktplatz 5.
Hanau dm 22. Mai 1906.
Stadtkreis Ran au» Bekanntmachung.
Unter Abänderung des ursprünglichen Projekts vom 13. Januar 1906 hat der Installateur Heinrich Am end hier, neuerdings die Genehmigung zur Errichtung einer Wevk- stritte zwecks Herrichtung gesundheitstechnischer Apparate auf seinem in der Gemarkung Hanau belegenen Grundstücke, Karte H Nr. 145 (Frankfurterstraße Nr. 18) nachgesucht. In der Werkstätte sollen unter anderem Blechgefäße und Röhren aus Blech durch Vernieten hergestellt werden.
Einwendungen gegen das Unternehmen sind, soweit solche nicht privatrechtlicher Natur sind, binnen einer Ausschlußfrist von 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung ab gerechnet, schristW in zwei Exemplaren bei dem Stadtausschuß anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden.
Zeichnung und Beschreibung des Unternehmens liegen im
Hus Ranau Stadt und Eand.
Hanatt, 22. Mai.
' • VibelstUUde. Heute abend S1^ Uhr findet Bibelstunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.
* Das Mauetl-RegiMSttt begab sich heute morgen zu einer lOtägigen Uebung nach dem Griesheimer Exerzierplatz bei Darmstadt. Das Regiment trifft am 2. Juni wieder ein.
* Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau. Für den Kreis Hanan — Land — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende März 1906 wie folgt:
Davon sind erledigt durch
Bon den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt
Rathaus, Zimmer Nr. 11, zur Einsicht offen. Hanau den 21. Mai 1906.
Der Stadtausschuß.
Dr. Gebeschus.
11049
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 goldener Ring mit schwarzem Stein und Perlen besetzt, 1 • goldene Vorstecknadel mit hellblauem Stein, 1 kleines Taschenmesser an einem Kettchen, 1 lederne Pferdedecke.
Verloren: 1 goldene Damenuhr, K. L. gezeichnet.
Entflogen: 1 graugefleckter Papagei.
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Gesamt-
ZahrsS- 8«tag der bewilligten
Renten
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Altersrenten Jnval.-Rent Kranlenrent. Zusammen
|309||235 603 491
■il 40; 40
63
10
77 30
32729140
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116
153
6
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8
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=
50 3
228 13
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8
31
12
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Nach Adgang durch Tod rc. ileiken noch zu zahlen
66)110367 —
246)37791 60
22s 3675 60
, Bon der Landes-BerkichecnngZcmüa'i Hessen-Nassau, deren Bezirk bis Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie bas Fürstentum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt ■
9359 Altersrenten im Gesamt-Jahresbetrage von 1,296,935.— M. 30888 Invalidenrenten „ „ „ „ 4,483,032.60 ,
9289 Krankenreuten „ „ „ „ 363 277,40 „
42536 Rente» mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 6,143,245.— M.
Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod re.
erfolgten Abgänge Ende Mälz 1906 noch zu zahlen.
2835 Altersrenten im Gesamt-Jahresbetrage von 424,479.30 M.
16836 Invalidenrenten „ „ , , 2,509,695.80 ,
995 Krankenrenten „ „ „ „ 159 330.60 „
20(366 Renten mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 3,093.500.70 M.
Der von dem. Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 1,033,300.— „
Mithin bleiben Ende März 1906 aus Mitteln ~~
der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten
zu zahlen jährlich........... 2,060 205.70 M.
Jg. Gut Wetter zu Himmelfahrt, das ist der Wunsch den man jetzt allenthalben laut werden läßt, schließt man in dieser Beziehung doch vom Himmelfahrtstag auch auf Pfingsten und spielt die Witterung doch nun einmal in diesen lichten Frühlingstagen eine so außerordentlich bedeutende Rolle. Bis jetzt ist der Mai ja ausnahmsweise bis auf die paar letzten Tage schön gewesen und es wäre bedauerlich, wenn er zum "Schluß die Prophezeiungen wahr machen wollte, die uns einen Kälterückârll mit Regen und diversen anderen Begleiterscheinungen in Aussicht stellen. Bange machen gilt aber nicht, wissen wir doch, daß, wenn auch viele das Wetter studiert haben wollen, doch noch niemanb 1 ein Meister des Wetters geworden ist, und so sind wir der frohen Hoffnung, daß wir Himmelfahrt wie auch Pfingsten im prächtigsten "'Maiensonnenschein und im frohen Wandern durch Gottes herrliche freie Natur werden feiern können.
* Die Generalversammlung Des Telterssprudel „Augusta Viktoria", G. m. v. H., Löhnberg a. d. L., fand am 14. d. Mts. in Frankfurt a. M. statt. Aus dem Geschäftsbericht der Direktion ergab sich, daß das Unternehmen einen weiteren erheblichen Aufschwung genommen und sich besonders der Mineralwasseroersand ganz bedeutend erhöht hat, was in erster Linie der vorzüglichen Qualität des Mineralwassers, wohl aber auch, dem Umstand zuzuschreiben ist, daß mehr als 100 Gastwirtsvereine mit mehr als 10000 Mitgliedern an dem Unternehmen Beteiligt sind. Das neue große Füll- und Verladewerk am Bahnhof Löhnberg ist seit Anfang des Jahres in Betrieb genommen und bewährt sich sehr gut. Durch direkten Geleisanschluß mit dem Bahnhof Löhnberg und 7 Ladestellen, ist auch der größte Versand in kürzester Zeit zu bewerkstelligen, wie denn^die gesamte Anlage des neuen Werks auf Grund bester Erfahrungen errichtet und mit den neuesten Einrichtungen versehen wurde. Der Rechnungsabschluß ergibt nach reichlichen. Abschreibungen wiederum einen erheblichen Reingewinn, welcher die Ausschüttung einer Dividende von 6 Prozent ermöglicht; angesichts der im Kohlensäuremarkt herrschenden Preisschleuderei kann dies als ein gutes Ergebnis bezeichnet werden. Reichliche Bestellungen liegen vor, sodaß das Werk vollauf beschäftigt ist, eine, angesichts der jetziger: großen Füll- und Versandfähigkeit beachtenswerte Erscheinung. Der Aufsichtsrat besteht z. Zt. aus den Herren Kommerzienrat Dischinger und Stadtverordneter Reinemer von Darmstadt, Rechtsanwalt Grünewald und Generalagent Fröhlich von Gießer:, Cafetièr Starke und Kaufmann Wiffler von Frankfurt a. M. und Hotelbesitzer Hartmann von Qffer:bach a. M.
FL Jppsrnnig. In der Nacht vom Sonntag zum Montag wollte auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt ein Herr Kasse und Bücher revidieren. Er gab an, der Ministerialbeamte Frhr. von Tiele-Winkler zu sein und zeigte als Legitimation eine Bäckerrechnung vor. Zugleich gab er an, auch Hoftheater-Jntendant von Klein-Krotzenburg zu sein. Wie uns unser Franffurter Korrespondent meldet, war der Irrsinnige der Bäckergeselle Theodor Reichert auS Hanau
Kleines Feuilleton
Unsere Wiesenblumen. Die Wiesen unserer Umgegend stehen jetzt in vollem Frühlingsglanze und laden zu einer kleinen botanischen Exkursion ein. Finden wir auch keine besonderen Seltenheiten, so treffen wir doch manch lieben Bekannten. Vor allem das Gänseblümchen oder Maßliebchen, dessen weißer Blütenstern mit den: goldenen Herzen auf einem glatten schwanken Stiele sitzt. Neben diesem das Hundsveilchen, eine etwas verblaßte, sonst sehr ähnlich gestaltete Schwester, unseres echten Veilchens, von dem cs sich auch durch den Mangel an Wohlgeruch unterscheidet. Eine der herrlichsten Zierden trockener Wiesen bildet das Knaben-, kraut mit seinen zwischen violettpurpur und rosarot wechselnden, selten weiß schimmernden Blüten. Auf feuchten Wiesen, an Teichen und sumpfigen Gräben hebt die Schwertlilie das große, leuchtend goldgelbe Haupt empor. Recht im Gegensatz zu dieser eleganten Dame blüht neben ihr das nette? so wenig beachtete Wiesenschaumkraut; es hat sich mit seinen rötlichweißen Blütentrauben fein säuberlich herauSgeputzt und hat keine Ahnung, daß man es Unkraut nennt. Dort, wo die Wiese am feuchtesten ist, wo sie hier und da die kurzen, graugrünen Sumpsgräser trägt, blüht die schöne Bachnelken- :vurz mit ihrer sanft geneigten und halb verschlossenen, rötlich gefaserten und außen rot überhauchten Blüte. Als echtes fröhliches Kind des feuchten Wiesenlandes, besonders an warmen und sonnigen Tagen des Frühlings, blüht die purpurrote Kuckuckslichtnelke, die zartstengelige Schwester der Pechnelke, die trockenen Grasboden vorzieht. Und ganz besonders ein Blümlein ist cs noch, daS den grünen Wiesen- gruud belebt und allen als Mahner an Liebe und Freund-, schaft bekannt ist, das Blaublümlein Vergißmeinnicht, von den: das alte Volkslied singt:
Weiß nur ein Blümli blaue,
Von himmelblauem Schein;
Es steht in grüner Aue
Und heißt: Vergiß nit mein.
So bieten uns auch unsere Wiesen einen reizenden Blumenstrauß.
(Éin Schildkrötenkampf. Die Schildkröten gelten als leidenschaftslose Tiere, welchem Umstande man ihre Langlebigkeit zuschreibt. Ein im Londoner „Speciator" veröffentlichter Brief zeigt aber, daß die Annahme unrichtig ist und daß die Schildkröte auch die Eifersucht und den Haß kennt. Ein Herr Barker in Kew bei London besitzt eine Schildkröte, die vor einigen Tagen aus ihrem Winterschlaf erwachte, und als sie in den Garten gesetzt wurde, dort eine andere Schildkröte fand. Bisher hatte sic den Garten allein bewohnt, und als sie nun des Eindringlings ansichtig wurde, ging sie auf ihn zu und biß ihn mit aller Gewalt in den Kopf und in die Füße. Die andere Schildkröte wagte dann nicht, ihre Extremitäten wieder zu zeigen: wenn sie, es rat, fuhr aber „Tommy" wieder auf sie los, um sie zu beißen. Als dies den Eindringling nicht vertrieb, griff „Tommy" zu einem anderen Angriffsmittel und hämmerte mit seiner Schale von der Seite mit aller Gewalt auf die andere Schildkröte los. Diese Methode erwies sich als erfolgreich und die andere Schildkröte wurde halb tot aus den: Garten geschafft, wo „Tommy" nun wieder Alleinherrscher ist.
Durch AnDianergeschichte» verdorben. Ein junger Abenteurer stand Mittwoch in der Person des 15jährigen Kaufmannslehrlings Wilhelm Sommer unter der Anklage des schweren Diebstahls vor der siebenten Strafkammer dès Landgerichts 1 in Berlin. Sommer war in einem Gar- derobengeschäft als Lehrling tätig. Er wurde entlassen, da er dabei abgefaßt wurde, als er aus einer an einen: Riegel hängenden Schürze einer Kassiererin 15 Pfennig entwendete. Am Abend des 27. März d. I. drang er in das Grundstück. Vom Hofe aus schlug er das Fenster des Erdgeschosses ein, stieg ein und erbrach in sämtlichen Stockwerken des Hauses die Kassen mittels eines Stemmeisens. Er erbeutete etws 200 Mark. Für das Geld kaufte er sich ein Gewehr, einen Revolver, einen Dolch und ein Beil und schnallte sich einen
breiten Gürtel um den Leib. So ausgerüstet fuhr er nach Strausberg und stolzierte dort wie ein Räuberhauptmann umher. Im Bahnhofsrestaurant nahm man den Knirps inn Gebet über das woher und wohin. Mit Hilfe des Telephon? war alles bald festgestellt, und der junge Ausreißer mußte in Untersuchungshaft wandern. Auf Antrag des Rechtsanwalts war Medizinalrat Dr. Hoffmann mit der Beobachtung des Geisteszustandes des Angeklagten betraut worden. Nach Angabe der Eltern hat der Knabe wahrscheinlich infolge der Lektüre von Räuber- und Jndianergeschichten, der er sehr ergeben ist, häufig ein eigentümliches Benehmen gezeigt. So hat er sich eines Tages die Augenbrauen und Wimpern vollkommen abgeschnitten, dreimal schon hat er versucht, sich mit 7 Lysol zu vergiften. Medizinalrat Dr. Hoffmann begutachtete, daß der Angeklagte als geistig minderwertig anzusehen ist, der § 51 aber nicht Platz greift. Das Urteil lautete auf einen Monat Gefängnis.
„Unser BaycrlnuD!" An Stelle des bayerischen Ver- -1 kehrsbuchcs hat der Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs in München und im bayerischen Hochland (E. V.) heuer eine kleinere Schrift treten lassen, die'den anheimelnden Titel „Unser Bayerland" führt und die in lapidarer Form - alle die Sehenswürdigkeiten künstlerischer und landschaftlicher Art Bayerns aufzählt. Wer jetzt zur beginnenden Reisezeit sich schnell über Bayern informieren will, dem wird dieses sehr praktische Schriftchen gute Dienste tun. Was es vor ähnlichen Produkten vorteilhaft auszeichnet, ist die glänzende künstlerische Ausstattung, auf die der Verein Bei all seinen bisherigen Publikationen schon ganz besonders Gewicht legte. „Unser Bayerland" vereinigt in sich wieder alle die vortrefflichen Künstlernamen, die in der ganzen Welt einen guten Klang haben, und man darf deshalb das kleine reizende Schriftchen wohl mit Fug und Recht als ein interessantes Dokument Münchner Kunstschaffens bezeichnen. — Der Publikation ist ein Anhang beigegeben, in welchem in knapper Form die Bedeutung der bayrischen Bäder und ihre Kurmittel dargestellt werden. „Unser Bayerland" kann durch die Geschäftsstelle des Münchener Fremdenverkehrsvereins, j - Weinsträße 8/3 kostenlos bezogen werden.