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Hanauer K Anzeiger

««tchLhüich 1,80 M monarlich 60 Vfg., ffr «ttfr »ârtig« Wonnstten mit dem betrefjotben Postauficht««. Dir einzeln« Nummer tastet 10 Pfg.

N»tati»»>druck und Verlag der Buchdrucker« des Mts«. «. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches GrM für Siebt« enb fenbfcttie Km».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonu- undFeiertage, mit bÄletristischer Beilage»

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i» Nâmevteil die Zeit« 35

LermckmorS. Sèedâar: 6. Schee»»» M Ham»

Nr. 118

».«awxruv M.Hm»"^ »« iI w ^-rnspvechaitschlittz Nr. 605»

Montag den 21. Mai

Fernsprechanschlttß Nr. 605.

1906

Amtliches.

Bekanntmachuttg»

Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpaket- adresse ist für die Zeit vom 27. Mai bis einschließlich 3. Jupi im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr empfiehlt es sich im Interesse des Publikums, während dieser Zeit zu jedem Pakete besondere Begleitpapiere auszufertigen.

Berlin W. 66 den 12. Mai 1906.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

J. A.: Groh.

Warnung.

In hiesigen Zeitungen wird von einem Dr* W. L. Rice 8. und 9. Stoneutter-Stveet in London E. G. Britchleidenven ein Gratisversuch seiner Hauskur ange- hoten, die auf einemwunderbaren Verfahren" beruhen soll.

Auf Anfrage bei Rice erhält man ein Probefläschchen Lyrnphol mit mehreren Broschüren und Prospekten zu- geschickt, in denen gleichzeitig ein Bruchband angepriesen wird. DasLpmphol" soll auf die Bruchstelle gebracht werden und dort eine Schließung der in den Muskeln des Unterleibs vorhandenen Bruchöffnung unter der Bedingung Hervorrufen, daß der Kranke denadjustierbaren, elastischen Bruchgürtel" von Rice angelegt hat. Das im wesentlichen aus einer alkoholischen Lösung von ätherischen Oelen, insbesondere Pfeffermünzöl und einem gerbstoffhaltigen Pflanzenauszuge bestehendeLymphol" vermag indessen die ihm beigelegten Wirkungen nicht auszuüben. Ueberdies ist der Preis für das »»gepriesene ^Bruchband von 30 Mk. für Kinder, bis zu 60 Atk. für Erwachsene unverhältnismäßig hoch. Es kann daher vor einer Geschäftsverbindung mit dem p. Rice nur gewarnt werden. (I A 5395 05)

BerlirOden 18. April 1906.

Der Polizei-Präsident.

V 3570 I. A.: Lewald.

Candkreis Hanau.

Bekanntmachung! des Königlichen Landratsamts.

Unter dem S^weinebestand des Landwirts Peter Lapp XIII. zu Dörnigheim wurde die Schwei n e- seuche festgestellt.

Ueber das Gehöft des Lapp ist die Sperre verhängt. Hanau den 19. Mai 1906.

Der Königliche Landrat.

V 3648 I. A. Conrad, Kreissekretär.

Zwa«gsversteigent«g.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Ge­markung Langenselbold belegenen, im Grundbuche von Langen­selbold Artikel 1711 zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungsvermerkes auf den Namen des Geflügelhändlers Johannes Bassermann 8r zu Langenselbold einge­tragenen Grundstücke:

Krtbl. 69 Nr. 55, Kreuze Nr. 19, 2,48 ar,

a) Wohnhaus mit Hofraum,

b) Slall,

Krtbl. 48 Nr. 4, Am Weihertsweg, Acker, 26,72 ar,

Krtbl. 42 Nr. 19, Auf der Kreuze, Acker, 2,64 ar,

am 18. Juli 1906, vormittags O1^ Nhr, durch das unterzeichuete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 14. Mai 1906.

Königliches Amtsgericht. 10961

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: Vorige Woche im Schloßgarten 1 Taschen­tuch und 1 Korkenziehers Die Gegenstände können auf der Armenverwaltung abgeholt werden.

Hanau den 21. Mai 1906.

Hus Hanau Stadt und Tand»

Hanau, 21. Mai.

* Generalsuperitttenvent. Wie bestimmt verlautet, ist zum reformierten Generalsupcrintendenten in Cassel der Pfarrer Heinrich Möller in Cassel vorgeschlagen worden. Seine Ernennung soll nach einem Marburger Blatte außer Zweifel stehen. nachdem mehrere Persönlichkeiten die Be­

rufung auf den Posten aus Gesundheitsrücksichten hatten ab­lehnen müssen.

* Postdienstliches. Die Ober - Postdirektion hat einem Anträge der Handelskammer stattgegeben, wonach fortan dieFreigerichtstraße" bis einschließlich der Werke der Dunlop Pneumatic Tyre Co. zum Ortsbestellbezirk des Postamts Hanau gehört. In der Zahl der Bestellungen dieses Gebiets kann eine Aenderung jedoch erst eintreten, sobald die geplante Vermehrung des gegenwärtig stark be­lasteten dortigen Bestellpersonals tunlich ist.

* Schwurgericht. Die nächste Schwurgerichtsperiode beginnt am Montag den 18. Juni. Den Vorsitz wird Herr Landgerichtsrat G i e b e r i ch führen.

. * Casseler Handwerkskammer. In verschiedenen Zeitungen ist die Mitteilung verbreitet worden, die Hand­werkskammer gewähre Beihülfen zum Besuche des am 29. Juli d. I. in Hanau' stattfindenden Vertretertags der In­nungen, Handwerker- und Gewerbevereine des Kammer­bezirks, mit welchem eine Ausstellung von Lehrlings-, Ge­sellen- und Meisterarbeiten verbunden ist. Diese Mitteilung ist irrig und ohne Wissen der Kammer in die Oeffentlichkeit gelangt. Die Kosten zum Besuche des Handwerkertags und der Ausstellung müssen von den Innungen und den Hand­werkervereinen getragen werden. Der Kammer stehen zu diesem Zweck keine Mittel zur Verfügung.

* Die mittleren Justizheamten. In Bebra fand am vorigen Sonntag im Saale des Hotels Schlüter die diesjährige Hauptversammlung der mittleren Justizbeamten des Oberlandesgerichtsbezirks Cassel statt. Sie war überaus zahlreich besucht. Auf der Tagesordnung stand: Abnahme der Jahresrechnung, ^Quittung und Entlastung des Rech­nungsführers sowie Verschiedenes. Der Vorsitzende Herr Obersekretär Holm-Hanau erstattete Bericht über die dem­nächst in Kraft tretende Brandkasse des Vereins sowie über das Erholungsheim Köppen im Taunus. Sodann besprach Herr Gerichtssekretär Griesel-Eschwege die jüngst erlassene Verfügung des Herrn Justizministers vom 25. April, wonach den Richtern so ziemlich alle schriftlichen Arbeiten abgenommen und den Gerichtsschreibern überwiesen sind. Nachdem eine diesbezügliche Resolu^n zur Abänderung der Verfügung an den Herrn Justizmimsier in Aussicht gestellt worden war, fand der geschäftliche Teil der Versammlung gegen ^5 Uhr nachmittags seinen Abschluß. Am Abend war ein gemein­sames Essen in denselben Räumen. Die nächste Versamm­lung soll in Cassel stattfinden.

* Ovatovierrverenr. Wir verweisen die Mitglieder auch an dieser Stelle auf die morgen abend präzis 8 Uhr im Stadtschloß stattfindende außerordentliche Hauptversamm­lung. Die wichtige Tagesordnung ist im Inseratenteil be­kannt gegeben. Die verehrlichen Mitglieder werden um pünktliches Erscheinen sehr gebeten.

* In der Angelegenheit der Crrichtnng einer Fittalpostanfialt am Oftbahnhof bezw. im Osten der Stadt hat in Ausführung der Ausschußbeschlüsse die Hande ls- kammer der Kaiserlichen Obcrpostdirektion den nachstehend im Wortlaut wiedergegebenen Bericht erstattet: Wir haben zur Frage der Errichtung eines Postamts am hiesigen Ost­bahnhof in zwei Konferenzen eingehende Erörterungen mit den als Hauptinteressenten inbetracht kommenden Firmen ge­pflogen und uns ein Urteil über die Bedürfnisfrage und die voraussichtliche künftige Benutzung eines solchen Filialpost­amts zu bilden gesucht. Die Vorzüge desselben fanden be­sonderen Anklang bei denjenigen Firmen, deren Anwesen in nächster Nähe des Ostbahnhofs gelegen ist, und uns ist noch nachträglich von dieser Seite eine. Petition zugegangen, welche unterzeichnet ist von 13 Firmen der folgenden Branchen : 1 graphische Kunstanstalt, 1 Seifenfabrik, 1 Faßiabrik, 1 Schuhfabrik, 1 Uhrgehäusefabrik, 2 Silberwaren­fabriken, 1 Bijouteriefabrik, f Papiergroßhandlung, 1 Ge­würzmühle, 1 Zigarrenkistenfabrik, ferner der Kornhausver- waltung und der großen Dunlop Cie., welche allein jährlich etwa 30 000 Pakete versendet uns an dem übrigen Postver- kehr mit jährlich ca. 200 Eilbriefen, 1300 Telegrammen und für 15 000 Mark Wertzeichen beteiligt ist. Dagegen vermochten die Vertreter anderer, ebenfalls sehr bedeutender Firmen sich nicht für das Projekt einer Filialpost am Ostbahnhof zu er­wärmen, namentlich weil die zweimalige Ueberwindung der dazwischen liegenden Dämme mehr Zeit und Arbeitskraft, insbesondere für Pakettransporte, in Anspruch nehmen würde, als jetzt der Weg zum Hauptpostamt. Wenn außerdem die gesamte Bestellung auch fernerhin vom Hauptamt aus ge­schehen sollte, so würden die Uwe Post abholenden Firmen künftighin mit zwei, anstatt jetzt mit einer Anstalt zu rechnen haben. Ferner dürfe der Vorzug, daß man eüv Stund« todter am Ostbahnhof aufliefern könnte,

nicht überschätzt werden, weil er in vielen Ge­schäften nur für gewisse Saisonperioden in Frage komme, und von diesen noch die Bijouteriesirmen ausscheiden würden, welche nicht im Dunkeln Wertsendungen durch die unbewohnte Strecke zum Bahnhof hinausschicken würden; ferner schieden noch aus diejenigen Geschäfte, welche jetzt schon einen früheren Kontorschluß eingeführt. haben. Aus diesen Gründen haben sich z. B. namhafte Firmen, wie die Platinschmelzen von Heraeus und Siebert, sowie die große chromo-lithographische Anstalt von Heinr. u. Aug. Brüning ausgesprochen, daß sie von einer Postfiliale am Ostbahnhof kaum Gebrauch machen würden. Nach Lage der Verhältnisse haben wir uns daher nicht entscbließen können, mit unserer Verantwortlichkeit einen direkten Antrag wegen Errichtung der genannten Anstalt zu decken, sondern müssen nach Wieder­gabe der von uns ermittelten Stimmung nunmehr der Kaiser­lichen Oberpostdirektion die Entscheidung darüber anheim­geben, ob die Filiale errichtet werden soll oder nicht. Da­bei wollen wir jedoch nicht unterlassen, der Kaiserlichen Oberpostdirektion nochmals mitzuteilen, daß anläßlich unserer Verhandlungen wieder der dringende Wunsch hervorgetreten ist, eine derartige Postfiliale in der Nähe des Nürnberger Tors, etwa am Auheimer Weg, zu schaffen. Mir einer hier gelegenen würde offenbar einer ganz außerordentlichen Menge von Interessenten vollauf gedient sein, und sie würde sich einer derartigen Frequenz zu erfreuen haben, daß dadurch eine sehr erhebliche Entlastung des Hauptpostamts erreicht werden würde. Wir bitten daher die Kaiserliche Oberpost­direktion, diesen Plan als den Hauptwunsch der beteiligten Kreise nicht aus dem Auge zu verlieren, sondert: bei dieser Gelegenheit nochmals einer sehr geneigten Prüfung unter­ziehen zu wollen.

-r. Historische Kommission sür Heften uns Waldeck. Im Sitzungssaale der Universität zu Marburg fand am 19. Mai die neunte Jahresversammlung der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck statt. Ihr ging eine Sitzung am gleichen Tage vorauf. Neben den in Marburg ansässigen Parronen und Mitgliedern waren von auswärts eingetroffen die Herren Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda; Graf von Berlepsch, Schloß Berlepsch; Pfarrer D Dr. Diehl, Hirschhorn; Gene­ral Eisentraut, Cassel; Baron F. von und zu Gilsa, Gilsa; Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt, Gießen: Oberlehrer Helmke, Friedberg; Prof. Dr. Köhler, Gießen; Oberlehrer Dr. Küster, Hanau; Prof. Dr. Röschen, Gießen; Geh. Justizrat Prof. Dr. Schmidt, Gießen; Bürgermeister Baurat Stahl, Fried­berg; Akademielehrer Zimmermann, Hanau. Der Vorsitzende, Prof. v. d. Ropp, begrüßte die Anwesenden und gedachte zu­nächst der im verflossenen Berichtsjahre verstorbenen Mit­glieder, der Herren Rudolf von Buttlar auf Elberberg und Geh. Hofrat Dr. W. Oncken, Gießen. Zu ihren Ehren er­hob sich die Versammlung von ihren Sitzen. Zu Mitgliedern der Kommission wählte die Versammlung die Herren Geh. Baurat Hoffmann, Prof. Dr. Leimbach, Prof. ®r. Richter und Hauptlehrer Vonderan in Fulda; Prof. Dr. Oncken in Gießen, und Oberlehrer Becker, Prof. Dr. Brackmann, Dr. Huyskens und Dr. Wiese in Marburg. Die Rechnung des Schatzmeisters, Geh. Archivrat Dr. Könnecke, dem die Versammlung die Entlastung für seine Rechnungsführung er­teilte, ergab eine Einnahme von 12112 Mark gegenüber einer Ausgabe von 5798 Mark. Erschienen ist im Laufe des Berichtsjahres das in Gemeinschaft mit der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt herausgegebene Werk von Dr. H. BuchenauDer Braeteatenfund von Seega." Im Druck weit vorgeschritten ist der erste Band der hessischen Chroniken, den Prof. Dr. Diemar bearbeitet, und gehen andere Unternehmungen im Lause des kommenden Jahres in den Satz. Nähere Aus­kunft hierüber und über geplante neue Publikationen wird der in Bälde erscheinende Jahresbericht erteilen.

* Das große Los gezogen. Zwölf Tage hat es gewährt, ehe das große Los der preußischen Klassenlotierie aus jener Riesenbüchse, die so viele Meten enthält, gezogen wurde. Samstag vormittag ist endlich der von Abertausen­den so sehnlickst erwartete Moment eingetreten, das große Los wurde gezogen und fiel auf die Nummer 246746 nach Steele a. d. R. Das Glückslos war ein Ersatzlos für eine herausgekommene Nummer. Der Gewinn kommt an An­gehörige des Mittelstandes. Von dem Glückslos wird ein Achtel von einem Wirt in Essen, ein Achtel von einem Schmied in Düsseldorf, je ein Viertel von einem Milchbauer und einem Bergmann, beide in Rellinghausen und ein Viertel von einem Tischler in Heisen gespielt. Die vom Glück Begünstig­ten sind natürlich alle hocherfreut. Mögen sich alle diejenigen trösten, die diesefeine" Nummer nicht gespielt habe«.