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RetotUnlbrud und Berlsx der Buchdruckerei der serecu. m. Wmseichssksei! in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches OlW für StaM- M FünMeis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit bületristischer Beilage.

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Nr. 117

Fernfprechanschlutz Nr. 605.

Samstag den 19. Mai

Fernsprechanschluß Nr. 605.

1906

Amtliches.

In Abänderung der Bestimmungen unter 11 meiner Ver­fügung vom 25. März 1895 (Amtsblatt von 1895 Seiten 74/76) bestimme ich für den Bezirk der Gemeinde Fechen­heim, Kreis Hanau, daß im Barbier- und Friseur- Éewerbe Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter am zweiten >ster-, Pfingst- und Weihnachts-Feiertage nicht beschäftigt werden dürfen. Ausnahmen sind nur insoweit statthaft, als eine Beschäftigung zur Vorbereitung von öffentlichen Theater­vorstellungen imb Schaustellungen erforderlich ist.

Im übrigen bleiben die bezeichneten Bestimmungen un­verändert in Kraft.

Maffei am 9. Mai 1906.

Der Regierung? - Präsident.

AUG 520a I. D.: Mejer.

Auf Antrag von mehr als zwei Dritteln der beteiligten Gewerbetreibenden und Unter Bezugnahme auf meine vor­stehende Bekanntmachung vom heutigen Tage wird auf Grund des § 41b der Reichsgewerbesteuer für den Bezirk der Ge­meinde Fechenheim, Kreis Hanau, vorgeschrieben, daß im Barbier- und Friseurgewerbe am zweiten Oster-, Pfingst- und Weihnachts-Feiertage ein Betrieb nicht statt­finden darf. Ausnahmen sind nur insoweit statthaft, als eine Beschäftigung zur Vorbereitung von öffentlichen Theatervor­stellungen und Schaustellungen erforderlich ist.

Im Anschluß hieran wird auf die Bestimmung im § 146 a der Reichsgewerbeordnung hingewiesen, wonach mit Geldstrafe bis zu 600 Mark, im Unvermögensfalle mit ent­sprechender Haft bestraft wird, wer der vorstehenden Anord­nung zuwiderhandelt.

Cassel den 9. Mai 1906.

Der Regierungspräsident.

AII G 520 a J. V.: Mejer.

Landkreis Hanau.

SekmtmchllWn des KöniMen LUhratsmis.

Unter dem Schweinebestand des Landwirts Jakob Stein in Dörnigheim ist die R o tlaufs eu ch e fest­gestellt worden.

Gehöftsperre ist angeordnet.

Hanau den 17. Mai 1906.

Der Königliche Landrat.

V 3599 I. A. Conrad, Kreissekretär.

Unter dem Schweinebestand des Landwirts Heinrich Fuchs llr in Langenselbold ist die Schweine­seuche festgestellt worden.

Gehöftsperre ist angeordnet.

Hanau den 17. Mai 1906.

Der Königliche Landrat.

V 3598 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Hus Hanau Stadt und LanÄ.

Hanau, 19. Mai.

* Missionsstunde. Morgen abend 8 Uhr wird Herr- Missionar Müller aus China im hiesigen evang. Vereins­hause, Nußallee 22, eine Missionsstunde halten, wozu jeder­mann freundlichst eingeladen ist. Eintritt frei!

* Sprechstunde des Gewerbeinspektors. Der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda wird am Montag den 21. d. Mts., von 12 bis 1 Uhr mittags, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.

X Hanauer Kreisobstbauverein. Seine dies­jährige Frühjahrsversammlung wird der Hanauer Kreisobst­bauverein Sonntag den 20. ds. Mts., nachmittags von B1^ Uhr an, im Saale desLöwengärtchens" dahier abhalten, ivorauf wir die Mitglieder des Vereins und seine Freunde besonders aufmerksam machen wollen. Herr Obstbautechniker Wiesner von Bad-Nauheim hat einen Vortrag überdie Vermoosung unserer Obstbäume, deren Ursachen und Ver­hütung" zu halten, freundlichst übernommen und wird auch diesnial des Interessanten und Belehrenden viel bringen.

* * Der Vertreter tag ver Innungen, Hand­werks- und Gewerbevereine des Handwerkskammer­bezirks Cassel wird, wie bereits mitgctellt, in den Mauern unserer Stadt abgehalten werden. Mit Rücksicht aus den Wunsch des Herrn Staatskommissars der Handwerkskammer, Herrn Regierungsrat Rötger, und ferner in Berücksichtigung des Umstandes, baß während der ersten drei Sonntage m tbanau andere Veranstaltungen stattfinden, hat der -uts-

Die lleutige Nummer

ausschuß für den Vertretertag in Hanau der Handwerks­kammer vorgeschlagen, den Termin der geplanten Veran­staltungen auf Ende Juli festzusetzen. Die Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Cassel hat diesem Wunsche der Hanauer Handwerksmeister Rechnung getragen und den V e r- trrtertag der Innungen, Handwerks- und Gewerbe­vereine auf Sonntag den 29. und Montag den 30. Juli d. J. festgesetzt. Die Eröffnung der Aus­stellung von Lehrlings-, Gesellen- und Meisterarbeiten wird am Samstag den 28. Juli erfolgen. AIs Redner für den Dertretertag ist der bekannte Handwerksführer Schneider­meister Möller- Dortmund bestimmt worden; außerdem wird voraussichtlich der Land- und Reichstagsabgeordnete Kunsttischlermeister Euler in Bensberg bei Köln ein Referat halten. Vorsitzender des Ortsausschusses für den Vertretertag in Hanau ist das Mitglied der Handwerkskammer für den Bezirk Cassel und Waldeck, Herr Schneidermeister Müller- Hanau. Die in verschiedenen Zeitungen verbreitete Nachricht, daß die Handwerkskammer, an Gesellen und Gehilfen Reise­beihilfen zum Besuche des Vertretertages und der Ausstellung gewährt, ist falsch; solche Reisebeihilfen werden nur zum Be­suche von größeren Gewerbeausstellungen, wie beispielsweise im Vorjahre nach Cassel und vor zwei Jahren nach Fulda, gewährt.

* Zusammenkunft der Tierschutzvereine. Am Montag den 28. d. Mts., abends, halten am Ostbahnhof Hanau die Tierschutzvereine Hanau, Offenbach und Aschaffen­burg eine Zusammenkunft ab, in der gemeinsam berührende Fragen besprochen werden sollen.

* In der christlichen Gemeinde, Hospitalstraße 41, findet morgen nachmittag 41/s Uhr Predigt statt.

^'» Der Verband deutsche,; Juweliere, Gold- und Silberschmiede hat einen Gesetzentwurf betreffend Regelung des Ausverkaufs wesens ausgearbeitet und auf An­regung der Hanauer Gold- und Silberschmiede diesen Ent­wurf zur Begutachtung und Unterstützung der Handwerks­kammer für den Regierungsbezirk Cassel und das Fürstentum Waldeck unterbreitet. Der Entwurf betreffend Regelung des Ausverkaufswesens soll dem Reichsamte des Innern mit dem Ersuchen übersandt werden, diesen Entwurf als Unterlage für ein demnächst zu erlassendes Gesetz zu benützen. Die Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Cassel hat ihr volles Einverständnis mit diesem Entwurf erklärt und den Verband ermächtigt, ihren Namen unter die Eingabe an das Reichsamt des Jnunern zu setzen.

* Oratorienvereitt. Der Ausflug nach Gelnhausen, welcher eine stattliche Teilnehmerzahl aufweist, findet bestimmt statt.

* Bund Deutscher Militäranwärter Verein Hanau. Es sei auch an dieser Stelle nochmals auf den morgen ^ier stattfindenden Provinzialverbandstag aufmerksam gemacht. Erwünscht ist, daß alle Kameraden der Eröffnung um 2 Uhr nachm. durch den Herrn General z. D. von Kloeden beiwohnen. Zu den Verhandlungen trifft auch der 2. Bundesvorsitzende, Kamerad Reeck - Berlin, außerdem der Vorsitzende des badischen Landesverbandes Kamerad Hoff- Karlsruhe ein. Die um 6 Uhr beginnende Abend­unterhaltung verspricht nach dem vorliegenden Programm den Kameraden mit ihren Familien einige recht heitere Stunden zu bereiten. Gäste können eingeführt werden, zu den Ver­handlungen jedoch können nur Militäranwärter ein­geführt werden.

* Darlehensschwindel. Das Großh. Polizeiamt Darmstadt erläßt eineWarnung vor unlauteren Darlehens­vermittlern". Es heißt darin: Der eine Teil dieser Dar­lehensschwindler läßt sich von den Darlehensbedürftigen zu­nächst Gebühren in verschiedener Höhezwecks Information über Kreditwürdigkeit usw." bezahlen und holt auch bei einer mit ihnen in Verbindung stehenden Auskunftei eine Infor­mation ein. Da die erteilte Auskunft aber regelmäßig un­günstig lautet, so besteht die Handhabe, die Gewährung des Darlehens abzulehnen. Es ist diesen Personen gar nicht um Beschaffung von Darlehen, sondern nur um Erlangung der vorher durch Nachnahme eingezogenen Gebühren zu tun. Ihr Gewinn besteht in dem Neberschuß aus diesen Gebühren nach Abzug der geringen Auskunftsspesen in Höhe von 75 Pfg. bis 1.25 Mk. Das Geschäft geht offenbar glänzend, denn viele dieser Vermittler sind in kurzer Zeit dadurch recht wohl­habende Leute geworden. Der andere Teil der Schwindler übersendet unter Postnachnahme einer in der Regel mehrere Mark betragenden Gebühr eine meist sehr umfangreiche Liste von angeblichen Geldverleihern. Wer klugerweise die An­nahme verweigert, behält sein Geld; wer die Sendung an­nimmt, hat damit nichts erreicht und ist so klug wie zuvor. Solche wertlosen Offertenblätter vertreiben insbesondere: Flo-

^mfaât stuftet dem UnterhstUuuâëblaü 18 Seiten.

rando Eichbaum in Schöneberg (Berliner Geldbörse"), Ar­beiter Paul Schöwe in Berlin, Kleinhändler Konrad Schrö­der in Hannover (Geldmarkt"), Deutscher Geldmarkt in Stuttgart, Inhaber Oskar Lehmann (Darlehensnachweis"), der Verlag für Geldangebote in Berlin, Kleine Frankfurter­straße 11, und Karl Schünemann in Berlin (Hypotheken- und Darlehensnachweis"). Insbesondere warnen wir vor den Vermittlern Schneeweiß, Schilinski, Kubernuß, Kleusch, Jrmber und Lölhöffel, sämtlich in Berlin, Knickrehm und Schröder in Hannover, Rudolph (Hentschel L Co.) in Cassel, Böckel in Frankfurt a. M., sowie Fricke in Hamburg, und bemerken, daß kein einziger auswärtiger Darlehensver­mittler einer Person ein Darlehen beschaffen wird, die nicht volle Sicherheit gewähren kann.

* Silberne Hochzeit feiern heute Herr Schreiner­meister Jean Gertenbach und Frau, Hospitalstraße 30.

* ârort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad Militär» Konzert der Kapelle des Inf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166 statt.

* Das Hahnenkammhaus ist täglich geöffnet.

* Von den Apotheken ist morgen nachmittag von 39 Uhr die Hof - Apotheke geöffnet.

* Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Ge­öffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis 1/sl Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.Dtuseum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 1112^2 Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.

*

§ Keffelsiadt, 19. Mai. (Gemeindeverordneten» Sitzung.) In der gestrigen Sitzung der dritten im Monat Mai kam zunächst der Verkauf eines Teiles d e s W a l d g e l ä n d e s an der Hochstädter Landstraße nochmals zur Verhandlung. Der Zuschlag wurde nunmehr erteilt, nachdem durch eingelegte Nachgebote der von der Ge­meindevertretung festgesetzt gewesene Mindestpreis 4 Mk. pro Quadratmeter erreicht worden ist. Durch die kürz­lich beschlossene Einrichtung einer neuen Schulklasse und deren zweckmäßige Unterbringung im Lokal der Kleinkinderschule stand die Frage über die anderweite Unterbringung der letzteren zur Erörterung. Allseitig wurde die Beibehaltung dieses so segensreichen Instituts gewünscht und beschlossen, ein neues Kinderschulgebäude zu errichten. Dasselbe soll zu­gleich mit Wohnungen für die Schul- und Krankenschwestern, mit einer Sanitätsstation und mit Badeeinrichtung versehen werden. Das G bâude wird voraussichtlich im Hopfengarten am Salisweg errichtet, damit auch den Familien in der Kolonie Gelegenheit gegeben ist, ihre Kinder der Schule zu­führen zu können. Zur Ausarbeitung des Projektes wurde eine fünfgliedrige Kommission gewählt. Ein Statut, das die Veröffentlichung der Tagesordnung für die Gemeindeverordneten-Sitzungen anordnet, wurde genehmigt. Zu lebhaften Auseinandersetzungen führte der von mehreren Vertretern der Kolonie eingebrachte Antrag auf Verstärkung der aus 4 Mitgliedern bestehenden Eingemeindungs- Kommission durch Zuwahl eines ihrer Vertreter. Der Antrag wurde schließlich gegen die Stimmen der Sozialdemo­kraten angenommen. Interessant war die Stellungnahme eines in der Kolonie mit Haus und Hof ansässigen Gemeinde- verordneten, der im Herzen dem Antrag gewiß wohlwollte, aber offenbar aus Parteiprinzip gegen den Antrag stimmte. Der Eisenbahn-Verwaltung wurde die Herstellung von Feuer­schutzstreifen im Gemeindewald längs der Bahn ge­nehmigt und endlich ein Antrag auf Erwerb eines der Kirche gegenübcrgelegenen Baugrundstücks abgelehnt.

Vereins-Chronik.

* Das Futzball-Wettspiel Karlsruhe-Hana« findet am Sonntag den 20. Mai, nachmittags 4 Uhr, auf dem Sportplatz an derSchönen Aussicht" statt bei jeder Witterung.

* Ausflug. Der GesangvereinEintracht" unter» nimmt morgen bei jeder Wittenlng eine Partie nach Höchst i. O.Breuberg. Abfahrt 6.83 Westbahnhof. Wegen Austeilung der Fahrkarten ist pünktliches Erscheinen der Mitglieder erwünscht.

* Verschoben. Der voraeiehene Familienausflug der GesangvereinsSumser" ist bis aus weiteres verschoben worden.

* Die nationale Krankenkasse der Veutsche« Golp- und Silbcrarbciter und verw. Verussgenossen (Ser- waltungsstelle Hanau). Der Jahresbericht Hir 1905 bat eine Einnahme an Mitgliederbeiträgen 462 753.24 Mk., an Sin-