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K»tâu»t>r«ck und Verlag der Buchdrucker« de» »erri». e». Waisenhause» in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für AM- and Landkreis Anna.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit bÄetristischer Beilage.
SinrücknngSgebühr»
Die KusgespaLe» Petttzsle oder berat vamu iS D^ * R^lamenieil dir Zeibe SS M,
«erandoorS. »edakt-ur: S. Lchrrcker in H«v»^
Nr. 116
Fetmsprechanschlutz Nr. 605.
Freitag den 18. Mai
a^Nm
Fernfprechanschlutz Nr. 605.
1906
Amtliches.
Landkreis Ranau. BekMtmchWM Ks Miglichen LallKatsM.
Der bisherige Ortsschätzer - Stellvertreter Philipp Stein X. von Hochstadt ist als Ortsschätzer und der Schöffe Andreas Brosch als Ortsschätzer-Stellvertreter der genannten Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 16. Mai 1906.
Der Königliche Landrat.
V 3589 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1,50 Mk. in einem Taschentuch einge- wickelt (bei Frau Dietrich am Marktplatz liegen geblieben; Empfangnahme daselbst), 1 weißes Spitzenhäubchen, 1 längliche Doublebrosche und 1 Buch (Neue Gelegenheits-Gedichte). 1 silbernes Ketten-Armband mit 3 Anhängern.
Ver Ionen: 1 Tapeziererschere mit Futteral, 1 grau- ledernes Handtäschchen (Inhalt: 1 Portemonnaie und eine Rückfahrkarte Hochstadt—Hanau), 1 Kontobuch auf den Namen Paul Klein lautend.
Zugelaufen: 1 Dobermann-Pinscher w. Geschl.
Zugeflogen: 1 weiße Pfauentaube.
► Hanau den 18. Mai 1906.
Hus Ran au Stadt und Land.
W Hanau, 18. Mai.
w Beamten-Perfonalnachrichten.
. „ Er nun nu WHtzrrer M> K e.betzumMWmrrer des Kirchspiels Asmushausen mit dem Wohnsitz in Bebra, der Pfarrer extr. Herwig zum Gehilfen des Pfarrers Battenb erg in Binsförth, der Pfarrer extr. Moutoux an Stelle des zum Pfarrer in Lingelbach bestellten Pfarrers extr. Rausch zum Gehilfen des Superintendenten Schüler in Oberkaufungen im Pfarramte, die Rechtskandidaten Velt- huysen, Schaake, Schmidt, Drube und Coudray zu Referendaren, der Regicrungs-Bureauhilfsarbeiter Weiß zum Regierungssekretär, der Meliorations-Bauwart Zöller in Fulda zum Königlichen Regierungs-Bausekretär beim dortigen Meliorations - Bauamt, der Meldeamtsassistent Dreyer zum Polizeisekretär bei der Königlichen Polizei- yerwaltung zu Cassel.
Beauftragt: der Pfarrer extr. Gabler an Stelle des zum Pfarrer in Spielberg ernannten Pfarrers extr. Meyer mit Versetzung der Hilfspfarrstelle in Langenselbold.
Versetzt: der Amtsgerichtsrat Henckel in Großenlüder an das Amtsgericht in Neuwied, der Amtsgerichtsrat Knochenhauer in Jesberg an das Amtsgericht in Cassel.
* Landgräfin Anna von Hessen feierte gestern auf Schloß Philippsruhe ihren 70. Geburtstag. An dem um 3/*3 Uhr stattgehabten Frühstück nahmen u. a. teil Se. Kgl. Hoheit Landgraf Alexander Friedrich und Prinz Karl von Hessen nebst Gemahlin.
* Zuzn Landgerichtspräsidenten in Krefeld ernannt wurde der Erste Staatsanwalt K i tz in Köln, der längere Zeit, bis zum Jahre 1895, in Hanau als Zweiter Staatsanwalt tätig war, von Hanau nach Verden und dann nach Köln versetzt wurde.
* Witwenpension. Gegenwärtig sind die Herren Ortsschulinspektoren von der Königlichen Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen, aufgefordert _ worden, eine Nachweisung der Lehrerwitwen von 1900 ab aufzustellen. Es handelt sich um Erhöhung der Witwenpension von 150 auf 320 Mark.
^ Der Hessische Forstverein wird seine diesjährige Versammlung am 2. und 3. Juli in Gelnhausen abhalten. Am 2. Juli Sitzung im Saale des Gasthauses „Zur Hoffnung", nachmittags 2 Uhr Festessen im Kasino, abends Konzert in der „Hoffnung". Am 3. Juli Ausflug in die Oberföstereien Kassel und Orb. Mittagessen im Order Kurhaus. An Vorträgen werden gehalten: 1. Begründung und Erziehung der Kiefernbestände im Dereinsgebiete. Berichterstatter: Forstmeister Wolff-Wetter; Mitberichterstatter: Oberförster Caesar in Hersfeld. 2. Der Fraß der Kiefernbuschhornblattwespen 1904 und 1905 in den Waldungen des unteren Main- und Kinzigtales des Vereinsgebretes. Berichterstatter : Forstmeister Fenner in Wolfgang.
* Mainkanalifierung. Der Staatsv-rtrag mü Bayern wegen der Mainkanalisierung wird voraussichtlich erst Anfang Juni, frühestens aber Ende Mai dem preußischen Abgeordnetenhaus« zugehen.
* Erledigte Pfarrstelle. Bewerber um die drirch Pensionierung ihres gegenwärtigen Inhabers am 1. Juli d. J. zur Erledigung kommende Pfarrstelle zu Wanfried, in der Klasse Eschwege können ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an Königliches Konsistorium in Caffel einreichen.
* Reisebeihilfen gewährt die Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Caffel auch in diesem Jahre wieder solchen Gesellen und Gehilfen, welche beabsichtigen, dem Vertretertage der Innungen, Handwerks- und Gewerbevereine in Hanau beizuwohnen. Mit diesem Vertretertage, dem etwa 1000 Handwerker aus dem Regierungsbezirk Cassel und dem Fürstemtum Waldeck beiwohnen werden, ist eine Ausstellung von Meister-, Gesellen- und Lehrlingsarbeiten verbunden, die gerade für den Gesellenstand allgemeines Interesse beansprucht. Anträge und Reisebeihilfen sind von Seiten der Gehilfenschaft rechtzeitig zu stellen; der Vertretertag findet Mitte Juni statt.
* An den deutschen Reichstag hat der Verlag und die Redaktion der „Deutschen Goldschmiedezeitung" in Leipzig eine Petition gerichtet, welche eine reichsgesetzliche Regelung der Frage des Handels mit Diamanten-Jmitaiionen fordert. (Bera-, Lucios-, Taits-, Sarita-, Kora- usw. Diamanten.) In der Petition, welcher eine ausführliche Begründung beigegeben ist, wird folgender Antrag gestellt: „In § 5 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs vom 27. Mai 1896 ist ein Zusatz zu schaffen des Inhalts: Im Handel mit Diamanten-Jmitationen dürfen keine Bezeichnungen gewählt werden, welche den Glauben erwecken können, daß es sich um echte Steine handelt. Die Worte „Diamanten" oder „Brillanten" dürfen daher bei Imitationen nur in Verbindung mit einer Bezeichnung gebraucht werden, welche die Nachahmung als solche klar und deutlich erkennen läßt?' Es wäre zu wünschen, daß die Petition Unterstützung bei den Abgeordneten fände. Sie ist auch an den Bundesrat und das Reichsamt des Innern ergangen.
* Prozeß Schönfeld. Die erneute Verhandlung in dem Goldhehlereiprozeß S ch ö n f e l d findet am Donnerstag den 31. Mai, vormittags 9 Uhr, statt.
* Privatklage Direktor Dr. Hossmann-Main- kur gegen Redakteur Liftowsky-Frankfurt. Im Mai v. I. betraf der Pächter der Fechenheimer Gemeindejagd, Herr Direktor Dr. Hoffmann-Mainkur, des öfteren wildernde Hunve auf seinem Gebiete. Am 21. Mai liefen ihm wieder zwei solch unberufene Jäger, sog. Kriegshunde, vors Gewehr. Den einen schoß er nieder, der andere ent- kam. Durch den Jagdaufseher ließ Herr Direktor Dr'. Hoffmann sodann den getöteten Hund vergraben und Anzeige bei der Behörde erstatten. Dadurch, daß der Jagdaufseher den zuständigen Polizeibeamten nicht sofort antraf und späterhin durch die Frankfurter Behörde die Sache etwas liegen gelassen wurde, kam die amtliche Mitteilung des Vorfalles erst 6 Wochen später zur Kenntnis des Hundebesitzers, des Chefredakteurs der Frankfurter „Kl. Presse", Herrn Listomsky. Dieses Fehlen eines amtlichen Bescheides über das Schicksal seines Hundes nahm Herr Listomsky, der auf andere Art erfahren, wo dieser geblieben, als Veranlassung, durch eine Reihe von Artikeln in der „Kleinen Presse" mit der Ueberschrift „Grausame Jagd" in scharfer Weise gegen den Jagdpächter vor- zugehem U. a. warf er diesem vor, er betreibe die Hundejagd als angenehmen Sport, schieße auch hoch zu Roß in der Nähe von Menschen über die Straße hinweg nach Hunden. Zderr Direktor Hoffmann fühlte sich durch diese Artikel, deren fünf erschienen, beleidigt und stellte Strafantrag. Das Schöffengericht Bergen erkannte auf 3 Monate Gefängnis, indem es erschwerend in Betracht zog, daß der Angeklagte seine Stellung als Redakteur einer vielgelesenen Zeitung dazu mißbrauchte, um eine Privatsache in einer für den Beteiligten so kränkenden Form in die Ocffentlichkeit zu bringen. Gegen dieses Urteil legte Herr Listomsky Berufung ein und es wurde dasselbe durch die hiesige Strafkammer am 6. Dezember v. I. dahin abgeändcrt, daß nicht auf Gefängnis, sondern auf eine Geldstrafe von 1000 Mk. erkannt wurde. Auf eingelegte Revision des Verurteilten verwies das Ober- landesqcricht die Sache an die Strafkammer zurück, weil in den Urteiltzgründen einfach gesagt war, die, erneute Verhandlung habe' im wesentlichen den Sachverhalt des Schöffen- gerichtsurtcils bestätigt, sodaß nicht zu ersehen war, welche der behaupteten Tatsachen als wahr erwiesen wurden und welche nicht. In der gestrigen Verhandlung behauptete der Angeklagte wiederum, daß es ihm lediglich darum zu tun gewesen sei, eine Abänderung deS alten kurhessischen Gesetzes herbeizuführen, daS dem Jagdinhaber gestattet, wildernde Hund« abzuschießen, und er habe geglaubt, die Kreise der Hundebesitzer erst dann zu einem Einschreiten veranlassen zu
können, wenn er die besondere Arider Jagdausübung des Her^ Direktor Hoffmann scharf kritisiere. Die Verhandlung ende^ wiederum mit der Verurteilung Listowsky's zu 1000 Mar* Geldstrafe, und zwar aus §§ 185 und 186 des Str.-G.-B.« da einmal nicht alle behaupteten Tatsachen bewiesen und die Artikel auch großenteils der Form nach beleidigend find. Der Schutz des § 193 (Wahrung berechtigter Jntereffen) konnte dem Angeklagten nicht zugebilligt werden, da es offenbar sei, daß er nicht seine berechtigten Interessen wahrnehmen, sondern nur seinem Aerger Luft machen wollte, denn durch den Jagdaufseher hatte er erfahren, daß die Angelegenheit der Behörde behufs Ermittelung des Besitzers übergeben sei und durch Herrn Polizeikommissar Stein außerdem, daß die Sache an der Frankfurter Behörde hänge. Dom Standpunkt der Humanität aus konnte ihm dieser Schutz auch nicht zuerkannt werden, denn es fei viel grausamer, wenn ein Wild durch einen Hund zerrissen, als wenn ein Hund durch eine» wohlgezielren Schuß zu Boden gestreckt werde. Die Publikationsbefugnis in verschiedenen Zeitungen wird gleichfalls wieder ausgesprochen.
* Oratori enperein. Die Mitglieder des Ora» torienvereins werden nochmals auf die heute abend stattfindende Probe für den Familienausflug am nächsten Sonntage aufmerksam gemacht. Gleichzeitig wird, was neulich schon an dieser Stelle hervorgehoben worden war, daran erinnert, daß Freunde und Gönner des Vereins zur Teilnahme an dem Ausflug freundlichst eingeladen sind. Die Abfahrt nach Gelnhausen erfolgt mit dem Schnellzuge, der 208 nachmittags vom Ostbahnhof abgeht.
* Kreisturnfest. Heute abend 9 Uhr präzis findet in der „Centralhalle" die gemeinsame Gesangstunde der beteiligten Gesangvereine st att.
* Französischer Klub. Freitag den 18. d. MtS., Ausflug nach dem „Forsthaus" ; Zusammenkunft um 8 Uhr am „Bernhardseck".
* Ladenpreise. Im Monat April 1906 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 kg Mèhl zur Speisebereitung aus Weizen 36 Pf., Roggen 29 Pf., Gerstèn- Graupe 45 Pf., -Grütze 39 Pf., Hafergrütze 44 Pf., Hirse 34 Pf., Reis, Java (mittlerer) 48 Pf., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 40 Pf., gelber (in gebrannten Bohnm) 3 Mk. — Pf., Speisesalz 20 Pf., Schweineschmalz 1 Mk. 75 Pf.
* Marktpreise. Im Monat April 1906 be» trug in Hanau der Durchsckmittspreis für 100 kg Weizen Mk. 17.52, Roggen Mk. 16.38, Gerste Mk. 16 88, Hafer Mk. 17.25, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19.—, Speise- Bohnen (weiße) Mk. 33.—, Linsen Mk. 60.—, Eßkarroffeln Mk. 5.25, Richtstroh Mk. 5.70, Krummstroh Mk. 4.50, Heu Mk. 7.70, Rindfleisch im Großhandel Mk. 130.50; im Kleinhandel für 1 kg von der Keule Mk. 1.55, vom Bauche Mk. 1.45, Schweinefleisch Mk. 2.—, Kalbfleisch Mk. 1.55, Hammelfleisch Mk. 1.55, . Speck (geräuchert) Mk. 2.40, Eßbutter Mk. 2.54, Eier ein Schock — 60 Stück Mk. 3.98.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Eschwege: Aue, Niederdünzebach; Rotz der Pferde: Kreis Rotenburg: Diemerode;, Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: VollmarS- hausen, Ihringshausen, Dennhausen, Harleshausen, Obervellmar; Kreis Eschwege: Frieda, Wanfried, Völkershausen; Kreis Frankenberg: Kirchlotheim; Kreis Fritzlar: Gudensberg, Haddamar, Dissen, Haidorf, Maden, Besse, Großenenglis, Wehren, Kirchberg; Kreis Fulda: Opperz, Großenlüder; Kreis Gelnhausen: Eidengesâß; Landkreis Hanau: Niederdorfelden: Kreis Hofgeismar: Liebenau, Grebenstein, Westuffeln, Calden; Kreis Homberg: Stolzenbach; Kreis Melsungen: Niedèrvorschütz; Kreis Rotenburg: Obergude; Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn, Domäne Burghasungen, Volkmarsen; Geflügelcholera: Kreis Geln- baujen: Höchst; Influenza derPferde (Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Niederkaufungen, Niederzwehren, Wolfsanger, Mönchehof, Helsa; Kreis Fritzlar: Fritzlar; Kreis Melsungen: Grifte; Kreis Rotenburgr Bebra; Kreis Wolfhagen: Bodenhausen.
* Unfug. In verflossener Nacht winden der Postbriefkasten in der Hammerstraße und ein am Rathause hängender Schlüffelkasten durch rohe Hände schwer beschädig. Auch am Wetterhäuschen an der Post zerstörten Bubenhärche eine Glasscheibe.
* Volkstag. Der letzte der von der Frankfurter Stadtverwaltung ausgemachten Volkstage der Konstantin Mrunirr- AuSstellung, an welchem der Eintritt von 2 bis 7 Uhr nachmittags nur 20 Pfg. beträgt, findet am Samstag den 18-