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Veicke V

\ einein Hotel am Hauptbahnhof als Wilhelm Meyer und » auS Wildungen logiert. Dao war an demselben Tage, .ui dem Meyer die Uukmbuiig bei Men finger hatte und der Koffer einhat Dann verlor sich die Spur beider Personen. Als die Frankfurter Polizei der Wildunger Behörde mitteilte, daß Meuer seine Absicht, nach Italien zu reifen, dem Spcdj- rem mitkilk, erklärte letztere, bau diese Angabe unglaubhaft sei. Es sei vielmehr sehr wahrscheinlich, daß er sich nach Amerika begeben werde. Er habe mehrere Jahre in San Francisco gewohnt und dort auch die Bogel kennen gelernt. Auf diese Nachricht hin wurde sofort durch die-hiesige Polizei oei sämtlichen hiesigen Auswanderungöagenturen nachgeforscht, ob die Geflüchteten Reisepassage nach Amerika genoinmen haben. Es ergab sich, daß auf der hiesigen Agentur der Hamburg-Amerika-Linie „Wilhelm Mèher, 30 Jahre alt, aus New-Orleans, und Sophie Meuer, 23 Jahre alt, aus Neiv- Orleans" zwei Plätze zweiter Klasse, Kabine 108, auf dem Dampfer . Graf Waldersee" belegt haben, der am 29. April von Hamburg abgegangen in. Der Dampfer „Graf Walder- cK trifft vermutlich heute in New-Pork ein. Von der Be­hörde ist sofort das deutsche Generalkonsulat in New-Uork um Verhaftung Meyers und feiner Begleiterin ersucht worden. Man vermutet, daß Meyer große Geldsummen der Vogel im Besitz hat. Nach dem Signalement ist Meyer ein untersetzter, kräftiger Mensch. Er hat dunkle Haare, eingefallene Backen, Anen stechenden scheuen Blick. — Die Leiche der Ermordeten n»d beute vormittag gerichtlich seziert. Nach dem bisherigen Benmd wurde Frau Bogel wahrscheinlich stranguliert. Der iaut Deklaration 116 Kilogramm wiegende Koffer, ameri- tanischen Ursprungs, in dem die Tote in gebückter Stellung ui» heraufgezoaenm Beinen lag, trug ein Schild mit dem Vermerk „Hamburg-Amerika-Linie". Die Leiche war schon stark in Berwenn-r übergegangen und über und über mit Chlorkalk bedeckt. In dem Koffer fand man noch zwei zer- orochene Sonnenschirme, ein Opernglas, ein rotledernes großes Portefeuille und verschiedene Wäschestücke.

* Mitteldeutscher Gastwirte - Verband. Dem 'Berich,e über den Berbandsiag in Eschwege ist nachzutragen, oaß der bisherige 1. Borsitzende, Herr Stadtverordneter Paul Lahnstein, fein Aun niedergelegt und eine Wiederwahl abge- lehnt hat': an seiner Stelle wurde Herr Hoftraiteur W. Kröger nun 1, Vorsitzenden des Mitteldeutschen Gastwirte-Berbandes gewâblr.

Die stävtische Bibliothek

^nrrmrstraßc 67 hatte Aeichenakadc-uie) ist Sonntags. Mitt­wochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet. — Gesamikara- i o g e sind in der Bibliothek zu haben.

Vereins-Chronik.

* Ter Gesangverein Sumset unternimmt morgen einen Spa- iergang Eures die herrlichen Wälder des Äorspeèiarts nach Alzenau, äs in sehr zu wünschen. Laß sich die Mtalkeder und Freunde des vereint zahlreich beieiligen, ülSsain 11 Uhr 37 Osibahnhoft Für Sonntag den 20. Ra! ist ein Familienausflug nach den schön ge- èsenen Kahler Steinbrüchen beschtsss-u, womit lang geäußerten Wün- cken entgegen gekommen wird.

* Ter Slub 0 oucorSia unternimutt morgen nachmittag 4 Uhr Nirn Ausflug ms Gastbmi? zum Anker nach Gr.-Auhcim

* Ausstieg. Morgen Sonntag veranstaltet das Kath. Kanno :.Rrn Ausflug nach hem Vogelsberg. Es gilt in erster Linie der Be­engung des Bades Soden-Stolzenberg; alsdann soll eine Wanderung us Gebrrze mit dem Endpunkte Steinau unternommen werden. Ab- -abrr 7.31 Uhr vom Oirbahvhoft

* Wettspiel. Kommenden Sonntag nnbet ein Wertsviel wischen der I. Mannschaft der Fußballklubs „Melina" und »er gleichen Mannschaft des Fußballklubs „Borussia". Gelnhausen, auf -cm hiesigen Exerzierplatz statt

* Die Gesellige Bervinvung „Hanovia" hält heute abend 4t ihrem Klublokal einen Kommeesabend âb.

* Hanauer Orpheum Nächsten Sonntag findet die legte Borstelüm-r in »teier Saison mit asüüândia neuem Programm statt Da sümtliwe Vorstellungen sich bis jetzt stets eines euren Bemches er« reuten, io ist auch dieser letzten Vorstellung ein volles Haus zu wünschen.

Vereins- n. Vergnügungsnachrichten

für Samstag den 12. Mai.

Heins'ich er Gesangverein: Abends 71. Uhr: Fesl-Kourect in den Sälen der „Emtralballe".

tumgemeinde: Don 2'/-—31 - uhr: £ nahen«, 7-^9: uqendabieilung. 7immer ein: Dereiussbend im Eastüaus „zur Rarthaunr". .srsngUricher Arbeiterr-err:n: Vereinsabend und Mirglicheraufnaöme im BereinslL'a!« (®cfrnau8 „Zum Elephanten".)

neianguetein .Eintracht" Lerrinsassü tu de« ,3 Achwaneuft isiasanerein „ft-öé'.ichfeit" : Bersinsabend im „£euh4en Haus", ^eiangoerein „Gennemia": Vereinsabrnd im „Lömengartchrn". Seiangeerein ..Melommria": Dereinsaienr in der „Sarttaune". JefaneoereiK „Sum'er" : BereinSaLen» in der „Stabt Bremen". Oeiangverein „renblèrhe": Lereinsabend in der „Stabt Bremen" 'Tijn«. Männer- u. Iünglinasverein: Unterhaltung (Sv. Vercinshaus». dergnngnngA-Verein „Germania": Beremsabend im „gr. Kurfürsten". Kerprügungsa eiellschast „Melio": Bersins abend „zuui Anker". ÄejMge Bechnivung „Melitia": Lereinsabend „zur geldnen Gerne", ^ennv „Sintrecht": Bereinsabend . jum BrauüÄ'l".

Serein „einigten" : Lersiniabend ix der „arohm Kroue".

Lerem „Fidelitas": Bercinsabeud in der „Karlbmine". Klub „'-ameratia" : Klubabend im grasen Kurrürüen". Sluh „Teutonia": Klubabend int Restaurant „zum Norddahnhos". gesellige Derbrndung „Arminia": Klubabend in der „Stabt Bremen" beteilige Verbindung »Hanovia" - Klubabend im „Restaurant Krieg". Beresin „Frohnnn 1908"; BereinsabenL im „Grafen Philisv Subteig ’• Athleten klub „Germania": Seteaisabenb im „groben Kur-urüen". Stemm- und Ringklub „Siche" : Bersinsaben» „zum Laudhostsi hansre: ftußbaügsiillschoft 1899: Seretniabeno im „schwarzen Bären". ZuihaMub .Ääitia' : Klubabend im .Römiichen Kaiser". $tab;ahtK«$ereiit 1898: Beremsadend „zu. oeuochen Siche". Ralston „Seiet": Btreinsadcrw im „Schützenhoi". Nadiabrer-Berem „Union": Bersinsabend im „Äilhelmseet^si StxHgeieÜ’ia’t 1901; Bersiuèadind „zum T«ch".

Segel'tul „Nachych«ärmer": Ganhaus „zur guten Quelle". L-stind-Klub: Lereiusabtno im „Beruhaidset"

"lud „Fncnoihm' : Älubaheno im Restaurant zum Norobatzuhss" Ktgtkkiub „NeumLter' -. Abends 9 Uhr: Kei ein im „Wwenzârtchen'. Stith „Qoncsrbia*: Klubabend im „Deutschen 4m>s".

•-reuige Berbrnduug „vmionig“; Bon 9 Uhr ah: Kneipe im „Römischen Kenirr".

-eitaige Setünbung Baerla": Be.. mouugssbens im „Ratskeller", rumoriwucher M»likv«rm „Germania": rueeinrabend „zur Germania", ^gnügnugsoersin „Sdeiwsih' : èitmsaLeno im .Wilhelmseck". Sttgelftuu - Aiufilerg* zur „awen Quelle" ; Abends s Uhr Kegeln.

, . Lamstag

für Sonntag den 13. Mai.

Dramatischer Diücmmeuksilü „Thalia": Bormitiags von tl- 1 Uhr: Lesepwdr im Nestaurant „;ur Karlhauue".

DschgestUschafl int „Nürnberger Hof": Bo» 11 1 Uhr: Uebimgssiunoc.

Wkomoiivfübrev-Vereiii : Vormittags von 11 l2 Uhr: Zusammenkunft int Vereinslokal („Cemralhâ

Hanauer Fußballklub „Viktoria" 1894: Nachmittags 3 Uhr: Uebungs- spiel auf seinem Sportplatz an der LeipzigerKraßc.

Rachmittaas 2 Uhr: Uebungsspicle auf dem Ezerzierviatz : .Hanauer Fuß- ballgesellschair 1899" und Hanauer Fußballklub „Melitia".

Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: Uebiingsspiel auf seinem Sportplatz an der „Schönen Aussicht-.

Feuchics-Eck: Gasthaus „zur guten Quelle".

Stammtisch „Bürgerbrân": Familienabend.

Gintcuipler-Loge zur Höhe, Französische Allee 16: Abends - Freie Zusammen­kunft. Gäste willkommen.

Berfteigermtgs- re. Kale», der

für Montag den 14. Mai.

Hoijvèrmiaeruttg in der König!. Oberförßerei Ealmünsrer: Termin vormittags 8*/s Uhr im Gasthaus „zum Engel" in Salmünster (s. Nr. 107 „Hân. Anz.").

mittags 12 Ubr

Sehr trocken Beständig

Schon

Veränderlich

Regen (Wink

Viel Regen

Sturm

Barometerstand

MjMiMr WetterötnA her dMku seewärts.

Delegramm ans Hantbnrg vom 12. Mai.

9 Uhr 36 Min.

Ein Biarinutm unter 765 mm lagert über dem Skagsrak, ein Minimum unter 747 mm im hohen Norden. In Deutsch- sand wehen schmacke, meist nordöstliche Winde, das Wetter ist vielfach heiter, gieinhd) ivarm, gestern herrschten vielfach Gewitter, stellenweise ist Regen gefallen.

Prognose für den 13. Mar: Ruhiges, ziemlich warrnes, vielfach heiteres Wetter ohne erhebliche Niederschläge wahr­scheinlich.

Mr Crrichtnttg eines AusstchtsLurtttes auf dem Bttchberge bei Langenselbold gingen ein:

Em Buchbsrgfreund . . . 0.06 Mk,

Ein anderer Buchbergfrenrzd. . 0.30 „

Voriger Betrag . . . . 1051.60 „

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die I

Redaktion des „Hanauer Anzeiger." I

Hus Hab und fern.

Krankst»rt a. M.-Bockenheim, 11. Mai. Mor- gen Sonntag den 13. Mai findet dahier im Hauptgortcs- dienst, vormittags ^elO Uhr, die Einführung des seit­herigen Hilfspfarrers Hesse in die neu gegründete 3, Pfarr­stelle der hiesigen evangelischen Geineinde durch Superinten­denten Fritsch- Hanau statt.

Gaffet, 10. Mai. Der verdienstvolle Ehrenbürger der I Stadt Caffel, der langjährige frühere Reichstagsabgeordnete Geheimer Sanitätsrat Dr. Karl Friedrich Endemann sonnte heute in beneidenswerter Geistesfrische und körperlicher Rüstig­keit die Feier des fünfzigjährigen Doktorjubiläums begehen. Die Universität Marburg erneuerte das Doktordiplom, meh­rere Professoren bei Marburger Hochschule hatten ihre be­sonderen Glückwünsche übermittelt, ebenso der Zentralvorstand der nattonalliberalen Partei in Berlin, bk nationalliberale Fraktion des Reichstages, eine Anzahl bekanntet' Parlamen­tarier sandten Glückwünsche.

O Grotz-Tteinheim, H. Mai. Bei den in den letzten Tagen zu Seligenstadt, Groß-Sieinheim und in Bürgel abgehaltenen staatlichen Versteigerungen des Weidenschnitts mit Grasnutzung am linken Mamufer von der unterfränki­schen Grenze bis nach Offenbach wurden, trotz der günstigen allgemeinen Fulteraussichten, mitunter geradezu erstaunlich hohe Preise erzielt. Die vorjährigen Preise, ivelche jenen des Vorvorjahres schon uni durchweg 50 bis 80 Prozent übertrafen, wurden vielfach um weitere 30 bis 50 Prozent überboten.

Frankfurt a, M., 11. Mai. Wohl die gräßlichste Bluttat, die sich seit des Klavierhandlers Lichtenstein ßr« mordung hier zutrug, ereignete sich heute abend gegen ^46 Uhr auf dem Zimmerplatz Watdschmidtstraße 91. Vor drei Tagen hatten dort Differenzen zwischen dem 29 Jahre alten Zimmerparlier Adam Krapf und dem 40jährigen Tage­löhner Peter Allendorf stattgefunden, die als beigelegt galten. Heun abend nun war Krapf mit dem Durchsägen eines Brettes beschäftigt, als Altendorf ihn übersiel und mit einem Hobel- messer einen Stich ins Genick versetzte. Wie rasend sprang der Täter alsdann auf dem Zimmerplatz umher und bedrohte Bte Arbeitskollegen. Der Wütende brachte sich da­bei selbst schwere Verletzungen am Pulse bei. Altendorf lief wieder zu Krapf und schnitt ihm nun den Hals bis auf den Wirbel durch, fodyß her.Tod auf der Stelle eintrat. Nun eilten Arbeiter auf den Mörder zu und schlugen ihn mit einem Brett auf den Kopf. Altendorf hatte noch so viel Kraft, sich selbst die Kehle zu durchschneiden, sodaß er wohl

_______________________________________ 12. nur noch wenige Sekunden leben kann. Man vermutet, daß Altendorf die Tat im Irrsinn verübte.

•r. Wlaöenhadj, 11. Mai. In Fleisbach bei Herborn fiel gestern das zweijährige Söhnchen der Eheleute Martin mit dein Gesicht in ein spitzes Eisen, das tief unter.dem Auge eittbrang und den alsbaldigen Tod des Kindes herbei- füTtrte.

l( Bo« ver Bergs» rasir, 11. Mai. Auf eine gräßliche Weise verunglückte der 60jährige Schmiedmeister Johannes Schellmann zu Ziegelhausen. Während nämlich der 80 Zentner schwere, durch Wasserkraft bewegte Schleifstein in vollem Be triebe mar, brach der 2'/« Meter große Steinkoloß plötzlich in der Mitte entzwei. Von der Kurbelkraft ivuchtig auf wärts geschleudert, zertrümmerte der eine Teil die Gebäude- decke, während der übrige Teil den Schmiedmeister so un­glücklich traf, daß der alte Marin zermalmt wurde und augen­blicklich den Geist aufgaD.

)( Wald-Michelbach, 11. Mai. Dieser Tage stürzte das dreijährige Bübchen hiesiger Bürgersleute in den Hoch- ungefüllten Trog eines hiesigen Gemeindebrunnens und war bereits bem Ertrinken nahe, als ein zufällig vorüberkommen der fremder Herr rasch hinzueilte und mit Entschlossenheit das schwer bedrohte Kind aus seiner schrecklichen Situation befreite.

* Pforzheim, 11. Mai. Im Alter von 77 Jahren verschied einer der tätigsten Industriellen unserer Stadt, der Fabrikani Heinrich W i tz e m a n n f en. Zuerst gründete er eine Bijouteriefabrik, später wandte er sich mit Erfolg der von ihm erfimbencn Meiallschlanchfabrikation zu.

Hus aller Mell.

Allerlei aus Bayer»». Bezüglich des Lustmordes in Lindau teilt die Staatsanwaltschaft mit, daß der der Tat verdächtigte frühere Bezirkstterarzt Zimmermann von Ueberlingen nicht in Betracht kommen sann, da er sein Alibi Nachweisen konnte. Das Gerücht von seiner Ver­haftung ist falsch. — Das Kriegsgericht in Landau (Pfalz) verurteilte den Chevauxleger Kimmling wegen tätlichen Der- areifenZ an einem Vorgesetzten, Gehorsamsverweigerung, Selbstbefreiung und Fahnenflucht zu 37- Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Soldatenklasse. — Das Skelett einer Frau, an welchem der Kopf fehlte, wurde in einem Walde bei Wildsteig im Algäu gefunden. Neben den Knochen lagen Fetzen vermoderter Kleidungsstücke, der Teil eines Rosenkranzes und einige Pfennige/ Ob es sich um Mord, Selbstmord oder einen Unfall handelt, konnte nicht festgestellt werden. — Der Gehilfe im Bahnunterhaltungs­dienste, Schwab, ist vorgestern bei Einfahrt des Personen­zuges vor der Station Mering von der Plattform abge- stürzt. Erhat sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen, denen er alsbald, erlegen ist. — Die Kaufmannsfran Wilfling in M ün ch c n r e u t h ist infolge der Explosion einer Petroleum­lampe, die sie auslöschen wollte, buchstäblich lebend ver­brannt ; der ihr zu Hilfe eilende Ehemann erlitt gleichfalls sehr schwere Brandwunden. — In Steingaden suchte die Bauersfrau Niggel während eines Gewitters Schutz unter einem Baume: sie wurde vom Blitze erschlagen. — DeuHM Trompeter-Unteroffizier Johann Dollmuth des 2. Train- bataillons in Ger m er 8 hei tu mürbe auf der Straße von Westheim nach Lingenfeld von Bauernburschen überAM^ fallen und derart zugerichtet, daß er auf einem FuhrrverrM»^-, Garnifonslazärett verbracht werben müßte. — JnF r ie se 5 eins' ërwis ckM'ein Make in der Küche die Perroleum- ^ flasche und trank daraus. Am andern Tag starb er. — In der Leichenhalle des Friedhofes in Kaiserslautern erschoß sich der 70jährige frühere Agent Ausrufer und Gustav Feldmüller.

Sieg auf der ganzen Linie. Der Kampf der Studen­ten in Bonn gegen die Erhöhung der Bierpreise hat mit der Niederlage der Wirte geendet. Die Burschenschaft „Alemcmma" zeigt im Auftrage der Vertreterversammlung durch Anschlag am Schwarzen Brett der Universität an, daß die bei der B ierfrage hauptsächlich in Betracht kommender» Wirtschaften das Bier zu demselben Preise ausschenken wie früher.

Tüchtige Krieger. Eine ganze Korporalschast hol­ländischer Husaren ist aus Venlo über die Grenze desertiert, wie es heißt infolge von Differenzen mit einem Wacht­meister. Die tapferen Vaterlandsverteidiger verkauften ihre Montur und fanden bei dem herrschenden Arbeitermangel schnelle Beschäftigung. Die verkauften Uniformstücke wurden durch Vermittelung der Hollcnrdischen Militärbehörde wieder in die Garnison zurückgeschafft.

Bor dem Wiener Landesgericht in Zivilsachen be­gann gestern ein Prozeß, in dem die ehemalige Schauspielerin vom Hofburgtheater, Katharina Schratt eine Rolle als Zeugin spielt. Der Prozeß wirb von dem Privatier Josef Baruch aus Sarajevo gegen seinen Bruder Daniel und zwei Wiener Advokaten Korab und Krassa geführt. Die Bruder Baruch waren im Jahre 1887 in Sarajewo wegen Betrugs bei Liefe­rungen für die österreichischen Truppen während der Okku­pation Bosniens zu fünf und zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt worben. Josef Baruch erlegte 25 000 Gulden Kaution, konsultierte den Wiener Advokaten Korab, wie eine Begnadigung zu erwiesen sei, und wandte sich auf dessen Rat an Frau Schratt mit der Bitte, Begnadigung für die Sniber Baruch zu erwirken. Baruch schickte auch Frau Schratt einen Brillantenstern im Werte von 4000 Gulden und ein Kollier im Werte von 8000 Gulden. Frau Schratt nahm die Schmuckstiicke nur für den Fall an, daß eine Be­gnadigung erfolgte, und daß sie anderenfalls den Schmuck zurückstelle; die Begnadigung wurde aber nicht gewährt, und die Brüder Baruch mussten ihre Kerkerstrafe antreten. Aus den Rat des Advokaten Korab würbe jedoch dpr Schmuck nicht zurückverlangt, ha vielleicht noch eine Abkürzung der Strafzeit zu erwirken sei. Aber auch das geschah nicht. Josef Baruch mußte seine 5 Jahre Kerker abbüßen. Nun will er kürzlich erfahren haben, Frau Schratt habe im Jahre 1892 tatsächlich die Schmucksachen zurückgestellt. Deshalb erhob Josef Baruch gegen seinen Bruder Daniel und gegen den Advokaten Klage auf Herausgabe des Schmuckes. Die Beklagten bestätigen allerdings, Frau Schratt habe tatsäch­lich im Jahre 1892 den Schmuck zurückgestellt, aber es habe nicht die Bedingung bestanden, daß er im Falle einer Nicht- begnabigung zurückgcftellt werde, sondern dies fei freiwillig geschehen. Die Verhandlung wurde, wie das „Berl. £g6L* meldet, vertagt. Frau Schratt soll als Zeugin vorgeladen werden.

Die Brüder. Jni Verlaufe eines Streites wurde in Walldorf i. E dem 23 Jahre alten Zigarrenmacher Job