anauer K Anzeiger
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viertrifShrlich 1,80 M„ monatlich 60 M., flk <n* »ârtig« Wonri «Uten mit dem betrefsenden PostausjchülG.
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Rotationidrmk und Verlag der Buchdrucker«» de» »«rei». te. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stob m- Fan-Kreis Zauar.
Erscheint täglich mit Ausnahme her Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrückungsgeLSHe,
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verantwort!. NÄ-akter«: «. Schrecker in H««
Nr. 107
J-ernsprechanschlutz Nr. 605.
Dienstag den 8. Mai
Jernsprechanschlufi Nr. 605,
1906
. Amtliches
Candkreis Fyanau.
WMtmlhNgen des .Amglilhen Lllnhratsllmts.
Die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten haben zur Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen für den Regierungsbezirk Osnabrück die weiteren Nummern 2801—3000 überwiesen.
Hanau den 5. Mai 1906.
Der Königliche Landrat.
V2887 I. A.: Conrad, Kreisfekretâr.
Nach einer Mitteilung des Großh. Hess. Kreisamts Büdingen soll die Straße Langenbergheim— Landesgrenze bei Marköbel für die Zeit vom 7.-22. J««i, die Straße Eckartshausen— Langenbergheim vom 16, Juni bis 4, Juli und die Ortsdurchfahrt in Höchst vom 9,-20, Juli d. J. zwecks Ausführung von Walzarbeiten für jeden Fuhrwerksverkehr gesperrt werden.
Hanau den 5. Mai 1906.
Der Königliche Landrat.
V 3091 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Der Bedarf an Brennmaterial für das Jahr 1906/07 ca. 3100 Ztr. Nußkohlen, ca. 2700 Ztr. gewaschene melierte Kohlen (Ofenbrand, halb Stück, halb Nußkohlen), ea. 350 Ztr. Anthräcitkohlen, ca. 5400 Ztr. Hütten-Brechkoks 40/60 und
ca. 310 Ztr. zerkleinertes Holz, davon 20 Ztr, etwa 40 cm lang geschnitten, soll öffentlich verdungen werden.
Die Lieferung hat auf Abruf frei BerWendUNgs- st-lle zu erfolgen. Angebote sind unter Angabe der Zeche bis zum 15, Mai 1906, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Hanau den 25. April 1906.
Der Magistrat.
B o de.
9128
Bekanntmachung.
Das Einbauen von 25 Stratzensinkkasten in verschiedenen Straßen soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rathaus Zimmer Nr. 19, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Samstag den 12. Mai, Vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Hanau den 5. Mai 1906.
Der Magistrat.
J. A.: Dr. Koppen. 9978
Politische Rundschau,
Ueber die nächsten Reisedispositionen des Kaisers ist nunmehr das folgende Programm aufgestellt: Der Kaiser wird am Mittwoch vormittag Donaueschingen verlassen und sich mittelst Sonderzuges zunächst nach Karlsruhe begeben zu einem Besuch des Großherzogpaares von Baden. Die Ankunft in der badischen Residenz erfolgt Mittwoch 1 Uhr mittags und gegen Abend die Weiterreise nach Straßburg. Die Kaiserin'und die Prinzessin Viktoria Luise werden den Kaiser diesmal nicht nach Straßburg begleiten. Die Abreise des Kaisers von Straßburg erfolgt am 15. Von hier begibt sich der Kaiser nach Mainz zur Teilnahme an den Händelaufführungen der dortigen Liedertafel. Am 18. fährt der Kaiser nach Homburg v. d. H. und am selben Tage in Begleitung der Kaiserin und der Prinzessin nach Wilhelmshöhe.
Im Senioren-Konvent Ves Reichstages machte der Präsident Graf Ballestrem Mitteilung darüber, daß er mit dem Stellvertreter des Reichskanzlers, Grafen Posadowsky,
über die weitere Zeiteinteilung der Geschäftsführung des Reichstages verhandelt habe. .Die verbündeten Regierungen legen besonderen Wert darauf, daß außer dem Etat auch noch die Militärpensionsgesetze vor den Ferien erledigt werden. Das Budget muß vor Ablauf des Notgesetzes, 'also vor dem 31. d. M. erledigt werden; da noch einige Entschließungen des Bundesrats notwendig seien, müßte es der Reichstag bis zum 30. d. M. fertig stellen. In diesem Falle würde dann am 30. d. M. der Reichstag bis zum 13. November vertagt werden. Es wird in Aussicht genommen, jetzt im Laufe dieser Woche die Stempelsteuer, Erbschaftssteuer und das Mantelgesetz in sechs Sitzungen in zweiter Lesung zu behandeln. Am Montag den 14. d. M. würden dann die Diätengesetze in zweiter Lesung auf die Tagesordnung kommen und danach bis zum 18. die Steuergesetze in dritter Lesung. Am 19. hätte die dritte Lesung der Diätenvorlage und der Flottenvorlage staltzufindcn. Vom 21. bis 23. würden die Militärpensionsgesetze, und zwar nach Verständigung unter den Fraktionen über diejenigen Paragraphen, über die noch Debatten stattzufinden hätten, behandelt, die übrigen en bloc angenommen werden. Am 24. Mai ist Himmelfahrtstag, am 25. könnten die Militärpensionsgesetze in dritter Lesung verabschiedet werden, sodaß für die dritte Lesung des Etats die Tage des 28. bis 30. Mai verfügbar bleiben.
Koloniltlkampf. In Hadeijia, 6 Meilen von Kano, fand am 3. Mai ein fünfstündiger Straßenkampf zwischen britischen Truppen unter dem Befehl des Obersten Lowry Cole und der Bevölkerung von Hadeijia statt. Die Europäer erlitten hierbei keine Verluste; sonstige Verluste sind noch unbekannt. Der Feind wurde geschlagen und der König gefangen genommen. Der König von Hadeijia ist der mächtigste Herrscher dieses Teiles von Zentral-Sudan.
Dee Grenzstreit auf »m Sinai. Aus Konstantinopel, 7. Mai, wird berichtet: Die am Donnerstag überreichte englische Note scheint Eindruck gemacht zu haben. Es fanoen wiederholte Beratungen statt. Die Pforte scheint geneigt zu sein, die englischen Forderungen zu erfüllen. Der Widerstand liegt beim Sultan, jedoch ist ein friedliches Nachgeben zu erwarten, wenn auch vorher von türkischer Seite verschiedene Vorbehalte und Ausflüchte versucht werden dürften.
Hus Hanau Stadt und Hand.
Hana«, 8. Mai.
* Bibelstrmde. Heute abend S1^ Uhr findet Bibelstunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.
* Jmpsordnung. In der heute wiederholt zur Veröffentlichung kommenden Jmpfordnung ist bei; den Terminen unter 7, 8 und 9 gegenüber der früheren Bekanntgabe eine Aenderung eingetreten, sodaß die jetzt veröffentlichte Jmpfordnung zur Richtschnur zu dienen hat.
* Hanau-Büdingen. Vom preußischen Ministerium hat die Aktiengesellschaft für Bahnbau und -Betrieb ebenfalls die Genehmigung zur Vornahme genereller Vorarbeiten innerhalb des in Betracht kommenden preußischen Staatsgebietes für eine normalspurige Nebenbahn von Hanau-Nord über Marköbel nach Büdingen erhalten.
* Verlegung der Grimmschule. Wie Herr Sprachlehrer Dippel an anderer Stelle ankündigt, ist die Grimmschule im Laufe der vergangenen Woche nach dem Hause R h ö n st r a ß e 5 verlegt worden. Dieses Haus, welches sich seiner Größe und Lage nach für die Zwecke des Instituts ganz besonders eignet, ist mit Schulbänken modernster Art und allem, was heutzutage in einer höheren Schule verlangt wird, eingerichtet worden. Es enthält im Parterre die Wohnung des Leiters, während sich im ersten Stock die freundlichen, geschmackvoll ausgestatteten Schulräume, einschließlich Naturalienkabinett, befinden. Das Pensionat, welches vorläufig im dritten Stock untergebracht ist, wird nach dem 1. Juni teilweise in den zweiten Stock verlegt werden. Auch ein hübscher Hof und geräumiger Garten gehören zu dem Hause, sodaß die Zöglinge in den Pausen sich im Freien erholen können. Die Anstalt» zu deren Besichtigung Gönner und Freunde höflichst ëingeladen sind, wird in den Mittags- und späten Nachmittags-Stunden jedermann gern gezeigt werden.
* Jubiläum. Dem Ciseleur Chr. Knoth von hier wurde am 5. d. Mts. für seine 25jährige Tätigkeit von der Firma W o l f u. Knell ein wertvolles Geschenk, mit dem Wunsche, daß er auch fernerhin ein treuer Mitarbeiter bleiben möge, überreicht. Das Geschäftspersonal bedachte den Jubilar da er stets ein beliebter Mitarbeiter war, ebenfalls mit einem Geschenk. Für die Anerkennung, welche ihm von allen Seiten zuteil geworden, sprach der Jubilar seinen aufrichtigsten Dank aus. Am Montag fand die Nachfeier in der Botzum'schen Wirtschaft in Groß-Auheim statt, wo sich alles in
froher Stimmung zusammenfand. Noch zu verzeichnen ist die Tatsache, daß die Firma Wolf u. Knell der Arbeiterschaft ohne Zeitabzug einen 8 tägigen Urlaub bewilligt hat.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad Militär- Konzert der Kapelle des Inf. -Regts. Hefien- Homburg Nr. 166 statt.
* Viehmarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- um Fettvieh-Markt statt.
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§ Wachenbuchen, 6. Mai. (B l i tz s ch l a g.l Am vorigen Freitag abend 6'/‘ Uhr schlug bei einem für diese Jahreszeit sehr heftigen Gewitter der Blitz in den Turm der hiesigen Kirche ein, die erst vor 2V» Jahren bedeutend erweitert und instand gesetzt worden war. Die anfängliche Befürchtung, der Blitzstrahl habe gezündet, da eine Rauchwolke aus dem Helm des Turmes emporstieg, bestätigte sich glücklicher Weise nicht. Bei der heute vorgenommenen Besichtigung durch die zuständige Behörde stellte sich heraus, daß der Blitzstrahl auf der Südfeite des Turmes unter der Helmstange eingeschlagen und seinen Weg über die Ostseite nach brr nördlichen Giebelwand genommen habe. Hierbei hat er die Schieferbedeckung samt Verschalung demoliert, die Sparren zersplittett und einige Hauptbalken gespalten. Am nördlichen Giebel hat er den obersten Stein herausgerissen und sonst noch einige Beschädigungen im Turm angettchtet. Im Innern der Kirche hat er hinter der Orgel einen Teil des Teckenver- putzes und der Hohlkehle herabgeworfen. Wunderbarer Weife haben die Glocken, die neuangeschafste Turmuhr, sowie die Orgel nicht den geringsten Schaden erlitten.
Sprechsaal.
Die neue Wertzuwachsfteuer.
Das Beispiel unserer großen Nachbarin Frankfurt läßt die Stadtväter unseres kleinen Hanaus nicht ruhen, hier auch eine Wettzuwachssteuer einzuführen. Ws entsprechende Beigabe — um die Speise schmackhaft zu machen — wird gesagt: „Mit der Einführung der Wettzuwachssteuer wird unsere Stadt einen weiteren Schtttt auf dem Weg der Sozialpolitik vornehmen." Ei ei, wer lacht da nicht über solches Phrasengeklingel! Schließlich wird dem Projekt eine einstimmige Annahme Seitens der Stadtverordneten in Aussicht gestellt. Die Verhältnisse, welche in Frankfurt und anderen Städten mit großer Entwicklung dem glücklichen Inhaber in. kurzer Zeit einen großen Wertzuwachs verschaffen, die treffen für unser Hanau mit feinem wirtschaftlichen Stillstand gar triebt zu. Bei Beurteilung der Preissteigerung von Grund und Boden wird meistens kritiklos Einkauf- und Verkaufspreis gegenübergestellt. Das kann aber unmöglich ein klares Bild des Wertzuwachses geben. An den häufig vorhandenen langjährigen Minderertrag, an drückende Steuern und sonstige Abgaben denkt Niemand. Viel schlimmer, ja geradezu in höchstem Maße ungerecht trifft die neue Steuer aber den Verkauf von Häusern, Fabriken, also bebaute Liegenschaften, bei welchen von einem unverdienten Wertzuwachs noch weniger gesprochen werden kann. Hierbei soll aber mit derselben Oberflächlichkeit wie bei der Bewertung unbebauter Grundstücke verfahren werden. Der Ankaufspreis vor 32 Jahren soll ausgegraben und der heutige Verkaufspreis dagegengestellt werden. Das schön geprägte Wort des unverdienten Wertzuwachses für Gebäude hat für unser gutes Hanau, ich wiederhole es noch einmal, überhaupt keine Berechtigung. Wo tatsächlich eine große Wertsteigerung entstanden, ist dieselbe ihrem Inhaber nicht mühelos in den Schoß gefallen, steift nicht unverdient, wndern auf§ sauerste verdient, errungen und erkämpft worden. Die Gebäulichkeiten, um welche es' sich hier handelt, haben in dieser Zeit einen zwei- ost dreifachen Umbau erfahren, im Innern sind dieselben bis zur Unkenntlichkeit umgestaltet, für die geschäftlichen oder persönlichen Verhältnisse, welche erst in der Jahre Flucht den Wertzuwachs entstehen ließen, her- gerichtet worden. Der wirkliche Kostenpreis beträgt heute mindestens das Doppelte des Ankaufspreises. Für andere Hausbesitzer ist es aber trotz aller Verbesserung, die getroffen worden, nicht möglich gewesen, eineSteigerung derRenteherbeizuführen. Ueber das Fallen der Rente vieler Härter im Innern der Stadt, darüber kann mancher Hausbesitzer ein garstig Lied singen. Trotz allem Minderertrag wurden aber die Lasten von Jahr zu Jahr größer. Sollte sich für diese Kategorie unserer Mitbürger nicht die Einführung einer Wertabwachssteuer empfehlen??? Um die neue Steuer recht einträglief) zu machen, hat man beschloßen, das Jahr 1874 zur Grundlage der Festsetzung des Wertes zu nehmen. Warum, ihr Herren von der Kommission zur Auffindung neuer Steuerquellen berechnet Ihr nicht gleich den Wertzuwachs von anno 1597, der Gründung der Hanauer Neustadt? Das wäre doch ein Geschäft und' würde Jbrer Bemühung Erfolg verheißen. Die volle Arbeitszeit eines Menschenalters reicht nicht aus, um vor der Begehrlich- keitobigerKommission geschützt zu sein. Daß seil dieser Zeit, 1874, ein ungeahnter wirtschastlicber Aufschwung beginnt, eine vollständige Verschiebung aller Verhältnisse und