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Hanauer K Anzeiger
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verantwort Rrdakieur: S. Schrecker iw H««».
^eri>sprccha»lchlÄtz Nr. 605.
Nr. 106
«lmtlkches.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Der Krebsbach ist von den Hanauer Eiswerken bis zur Mündung in die Kinzig durch Hineinwerfen der verschiedensten Gegenstände verunreinigt worden. § 26 Feld- und Forst-Polizei-Gesetzes sieht gegen derartige Verunreinigungen von Wasserläufen Geldstrafen bis 50 Mk. bezw. 14 Tage Haft vor. Wir werden gegen Uebertreter unnachsichtlich vorgehen.
Hanau ben 7. Mai 1906.
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
I. A.: Dr. Koppen. 9908
Sitzung dev Stadtverordneten- Beesammlung
am Donnerstag den 10, Mar 1906, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
1. Theatervertrag.
2. Einquartierungskosten des Jahres 1905.
3. Umsatz- und Wertzuwachsstener-Ordnung.
4. Entschädigungs-Anspruch wegen Sachbeschädigung. Hanau den 4. Mai 1906.
Der Stadtverordneten-Vorflehcr.
I. V.: S.ch roeier. 9957
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Bekanntmachung für Kesselstadt.
Der Nachtrag zu dem Ortsstatut vom 3. Juli 1894 betr. die Verleihung von Grundeigentum an die Ortsbürger, als Gemeindenutzeu liegt vom 8. bis 22. Mai 1906 im Entwurf auf deni hiesigen Bürgermeisteramt zur Einsicht der Gemeindeglieder aus und sind Einsprüche gegen denselben in dieser Zeit daselbst anzubringen.
Kesselstadt den 7. Mai 1906.
9956 Bürgermeisteramt.
Hus Hanau Stadt und Cand.
Hanan, 7. Mai.
Ae Bahnlinien unö die Hamner Verkehrsverhâltniße.
Ein beherzigenswertes Wort zur rechten Zeit.
Die vor einiger Zeit und am ■ 26. v. Mts. gebrachten Notizen über Leitung eines Teiles des Fernverkehrs von Frankfurt-Hauptbahnhof über Frankfurt-Ostbahnhof nach Hanau-West und von hier nach Hanau-Ost hat bei den Städten Offenbach und Hanau eine wenig günstige Aufnahme gesunden. Offenbach hat z. D. Schritte getan, um direkten Anschluß an den Fernverkehr von Frankfurt a. M. aus zu behalten und die Handelskammer von Hanau hat die Stadtverwaltung auf die Verstärkung beë’ Verkehrs zwischen Hanau-West und Hanau-Ost aufmerksam gemacht. Es ist leicht begreiflich, daß man in Hanau, wo man kurz vor den Beschlüssen eines Hafen- oder Kaibaues steht, alle Verkehrsfragen mit doppelter Vorsicht prüft. Daß bei der heutigen Linienführung der früheren Hess. Ludwigsbahn bei Hanau zwischen Stadt und Main der Verkehr 'nach dem Main und umgekehrt ein äußerst schwieriger und zeitraubender ist, ist bekannt. Um wieviel aber werden die Belästigungen steigen, wenn eiueëtcilë der Verkehr auf der die Stadt Hanau vom Main trennenden früheren Hess. Ludwigsbahn noch verstärkt wird, und andererseits der Verkehr'zu und von dem Main nach Ausführung der Mainkanalisation — was wir von Herzen wünschen — ein äußerst reger wird. Man sollte daher Maßnahmen vermeiden, die Uebelständc, wie die in Aussicht stehenden, nicht nur nicht dauernd und nicht gründlich beseitigen, sondern geeignet sind, solche Uebelstände noch zu vergrößern und fühlbarer zu machen.
Heute schon ist die Stadt Hanau auf beinahe alleil Seiten von Bahnen und deren Dämmen eingeschlossen. Offen ist nur noch das Weichbild zwischen Eisenbahnbrücke über die Kinzig und dem Nordbahnhof auf eine Strecke von 1,7 km, wodurch die Stadt in ihrer Entwickelung außerordentlich gehemmt ist. Es wird daher Aufgabe sein, alle Verhältnisse zu prüfen und zu versuchen, eine andere Lösung. der beregten Fragen zu erreichen.
Montag den 7. Mai
Uns will es scheinen, daß es heute noch möglich ist, durch anderweite L a g en b e sti m mu n g der neuen Brücke am O st b ahn h o f zu Frank- furt jetzt schon die schädlichen Folgen derbeabsichtigtenVerkehrsveränderung für die Städte Offenbach und Hanau zu vermeide n.
Wird nämlich die neue Brücke am Ostbahnhof zu Frankfurt a. M. soweit mainaufwärts verschoben, daß Offenbach leichten Anschluß — vielleicht durch eine Straßenbahn — an die neue Strecke erhält, dann wäre man den Bedürfnissen Offenbachs gerecht geworden, und Hanau tonute mit einer etwa an der Fasanerie abzweigenden Bahn nach d e m N o r d b a h n h o f umgangen werden. Daß bei einer solchen Linienführung der Ostbahnhof für den Fernverkehr eine Kopfstation würde, könnte der Ausführung dieses Projektes nicht entgegen sein. Werden doch viel bedeutendere Bahnhöfe als unser Ostbahnhof als Kopfstationen neugebaut! Es wäre aber mit Erstellung einer Bahnlinie in vorbeschriebener Weise erreicht, daß die Stadt Ha- nau erweiterungsfähig bleibt und ihre L e- bensbedingungen nicht unterbunden oder eingeschnürt würden.
Die Kosten für die Führung der früheren Hess. Ludwigsbahn um die Stadt Hanau darf der Staat nicht scheuen, zumal Hanau durch seine Nähe bei Frankfurt schon allzuviel zu leiden hat.
Der Hauptbahnhof zu Frankfurt a. M. wurde Mitte der achtziger Jahre mit den Anschlußbahnen gebaut und erweist sich heute als zu eng. Gerade dieses Vorkommnis sollte zur Vorsicht mahnen, bei Bahnanlagen nicht für das augenblickliche Bedürfnis, sondern <^mas mehr für die Zukunft zu bauen. Uns will es scheinen, oaß durch die Leitung des Fernverkehrs über die Strecke der früheren Hess. Ludwigsbahn dahier, ohne daß die hiesigen Bahnanlagen durchgreifend geändert und die Neuen Frankfurter Bahnanlagen einer weiten Zukunft Rechnung tragend eingerichtet werden, man einen großen Fehler macht. (Eings.)
* Geflaggt. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Kronprinzen hatten gestern die öffentlichen Gebäude Flaggenschmuck angelegt.
* Der Voranschlag der ordentlichen und außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Cassel für das Etatsjahr 1906 beträgt in der ordentlichen «Einnahme und Ausgabe je 3 609 700 Mark, und steht unter der Einnahme an erster Steller die Rente aus der Königl. Preuß. Staatskasse mit 1 649 102 Mk. Die Bezirkssteuer beträgt 608 400 Mk. Von den Ausgaben beanspruchen die Unterhaltung der Landstraßen und Wegebau 1 537 233 Mk., für die Kosten der Armenpflege sind 282 028.75 Mk. vorgesehen und für die Unterhaltung und Ergänzung der Landesbibliotheken zu Cassel und Fulda 56 077 Mk. — Die außerordentlichen Einnahmen sind mit 227 378 Mk. und die außerordentlichen Ausgaben mit 170 821.07 Mk. veranschlagt, sodaß ein Bestand von 56 556.93 Mk. verbleibt.
* Evangelische Kirchengesangvereine. Das Jahresfest der evangelischen Kirchengesangvereine, das hier gestern und heute gefeiert wurde, nahm einen der Sache würdigen, imposanten Verlauf. Zusammenfassend wird in der nächsten Nummer eingehend Bericht über die sämtlichen Veranstaltungen erfolgen.
T. Jubiläum des Weins'schen Gesangvereins. Dem am Samstag abend stattfindcnden Festkonzert, welchem sich ein K o m m e r s im VereiuSlokal anschließt, folgt am Sonntag vormittag 11 Uhr ein Festakt im Saale des S t a d t s ch l o s s e s. Nach einem Choral der Infanterie- kapelle und einem Weihelied der Säuger wird der Vorsitzende des Festausschusses, Herr Dr. Heraeus, die Begrüßungsansprache halten, worauf Herr Carl Fr. Appel die Festrede halten wird. Hierauf werden die Gratrilationen der erschienenen Vereinsdeputationen entgegengenommen und nach einem weiteren Musikstück der Jnfantcriekapelle wird ein allgemeines Chorlied diesen feierlichen Akt beschließen. Nachmittags 4 Uhr folgt das F e st b a n k e t t im S aa l e d e r „Centralhalle" für Mitglieder, deren Angehörige und geladene Gäste.
* Kühlersches Schulfest. Der letzte Freitag Abend brachte uns eine Wiederholung bc5 Kâhlerschen Schulfestes in der „Centralhalle". Der dichtbesetzte Saal gab wohl baS beste Zeugnis dafür ab, welch' berechtigten Anklang die reizenden Aufführungen des ersten Abends gefunden und wie gerne man sich zum großen Teil zum zweiten Male cingc- funden, um die genußreichen Stunden nochmals zu durchleben.
FernsprecharrschKch Nr. 605*
1906 —.......
Nach dem einleitenden graziösen Rokokotanz war diesmal eh allerliebstes Lustspielchen eingelegt, von hiesigen jungen Damen und Herren so vortrefflich einstudiert und wiedergegebew daß es eine Freude anzusehen war und man tatsächlich vcr< gaß, junge Dilettanten vor sich zu haben. „Die Glocke" mit ihren wiederum von Herrn Akademielehrer Schiemke in künstlerischer Vollendung gestellten lebenden Bildern und reizenden Tanzeinlagen der kleinen Schülerinnen, verfehlt« auch diesmal ihre überwältigende Wirkung nicht, zu der ihr nicht zum wenigsten auch die beiden vorzüglichen Solistinnen mit verhalfen. So soll denn auch, wie wir hören, das finanzielle Ergebnis ein recht erfreuliches sein, was wir im Interesse des Diakonissenheims, dem ja der Ueberschuß des schönen Abends zufließen soll, mit Freude registrieren.
* Mittelrheinisches Kreisturnfest. Heute abend 9 Uhr (präzis) findet in der „Centralhalle" Chorübung der vereinigten Gesangvereine statt.
* Gesellenprüfungen. Zu den diesjährigen Gesellen Prüfungen der Bauhandwerker hatten sich bei dem Prüfungsausschuß der Freien Innung der Baugewerke zu Hanau 26 Prüflinge gemeldet, welche sämtlich die Prüfung bestanden. Am verflossenen Samstag wurden bei Anwesenheit der Prüfungsmeister und -Gesellen die Lehrbriefe den Beteiligten ausgehändigt und an die besten, sowie befferen Prüflinge Prämien bezw. Belobungen verteilt. Je eine Prämie, welche in einem nützlichen Buche bezw. Handwerkergerät bestand, wurde zuerkannt: Maurer Konrad Koch von Marköbel, Zimmerer Heinr. Wagner von Heldenbergen, Weißbinder Konr. Wilh. Ruth und Friedrich Schilling von Niederrodenbach, Dachdecker Philipp Bep er von Hanau. Je eine Belobung erhielten: Maurer Wilhelm Schleucher, Johann Bitsch und Wilh. Schweinsberger von Langenselbold, Zimmerer Joh. Wilh. Ruth von Niederrodenbach, Weiß- — binder Joh. Peter Fuchs von Langenselbold und Ferdinand K ä m m e r e r von Großauheim. Nach der Ausgabe entließ der 2. Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Zimmer- meister Heinrich Franz, mit kernigen Worten die zu Gesellen ernannten Handwerker und wünschte ihnen gutes Fortkommen auf ihren ferneren Lebenswegen.
T. Kathol. Kirchengemeinde Hanau. Tei Herr Titularbischof von Pergamon und Feldpropst der Armee, Dr. Heinrich Volmer, weilt seit gestern in unserer Stadt, um Einsicht in die kirchlichen Einrichtungen der hiesigen katholischen Garnisongemeinde zu nehmen. Heute morgen um '/-9 Uhr am Portal der kathol. Kirche von Herrn Dechant Schlitt feierlich begrüßt, zelebrierte er unter Assistenz der hiesigen kath. Geistlichkeit eine Pontificalmesse und hielt während derselben eine tief zu Herzen gehende Predigt an die versammelte Militärgemeinde. Die erhebende und erbauliche Feier schloß mit dem Tedeum und der Erteilung des sakramentalen Segens. Leider währt der Besuch des Herrn Bischofs nur kurze Zeit, derselbe wird heute nachmittag 3 Uhr 33 Min nach Offenbach weiterreisen.
In den Main gestürzt. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag stürzte sich ein etwa 60 Jahre alter Einwohner aus Groß-Steinheim in den Main und fand in dem nassen Element seinen Tod. Der Beweggrund für die Tat soll in FaiKilienzerwürfnissen zu suchen sein.
2 Einbruch in Oberrav. In der katholischen Kirche zu Oberrad wurde in der Nacht vom 5. zum 6. ds. ein großer Einbruchsdiebstahl verübt. Den Einbrechern fielen in die Hände 2 vergoldete Kelche im Werte von je 100 M., • eine silbeiwergoldete Monstranz, 40 cm groß, im Werte von 300 M., ein Weihrauchschiff aus Neusilber, sowie 2 Nickelkannen.
* Wächtersbach - Birsteiner Kleinbahn. Dem Bericht über das erste Betriebsjahr, umfassend die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1905, also 9 Monate, entnehmen wir die nachstehende Ausführungen: Die Einnahmen aus dem Personenverkehr sind gegen' das Vorjahr um 1616,14 Mk. zurückgegangen. Mit Ausnahme der einfachen Fahrkarten n./III. Klasse und der Arbeiterwochenkarten hat sich die Verausgabung der übrigen Gattungen gesteigert. Der Aus» fall an einfachen Fahrkarten II. Klaffe, beträgt 372 Stück der III. Klasse 557 Stück und der Arbeiter-Wochenkarten 2742 Stück. Dagegen beträgt die Mehrverausgabung von Rückfahrkarteir II. Klasse 25, von Rückfahrkarten III. Klaffe 987, Monats- und Schülerkarten 9 und Militärfahrkarten 97 Stück. Die geringere Verausgabung von einfachen Fahrkarten ist auf die am 1. August 1905 eingeführte 45tägig« Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten zurückzuführen. Der Grund der Minderausgabe von Arbeiterwochenkarten liegt darin, daß die Arbeiter der Schlierbacher Steingutfabrik in- folge Ausfallens des im Vorjahre besonders gefahrenen Abendzuges die übrigen Züge weniger benutzten. Bei Gegen«