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viertSjâhrlich 1,80 MI., monatlich 60 Bffr, ^r <n» wättigf Abonnenten mit dem betretenden PoftaufjchieG, Die einzelne Nummer kostet 10 Bffr
R»tall»n»dnick und Berta« der Buchdruckerei bei verei». et, Waiienhausei ht Hanau.
Amtlichks Organ für Stabt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belietristiichcr Beilage.
Dia Mligeso-üteu- Perttzeil» oder deren Raum 15 M-> im Siellame«teil bit Zelle 86 Bffr
•etotthtorä. Redakteur; S. Schrecker in Henau
Nr. 103
Feansprechanschlutz Nr. 605
Donnerstag den 3. Mai
Fernsprechanschlutz Nr. 605.
1906
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SS
Amtliches
Candkreis Ranati- ÄekllNtmchMgell des Mißlichen Landratsamts.
Den Herren Gemeinde- und Guisvorstänbcn werden in den nächsten Tagen die festgesetzten Gemeindesteuerlisten für 1906 zugehen.
Nach Vorschrift im § 75 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes und Drittel 60 il der Ausführungsanweisung vom 6./7. 00 ist die festgesetzte Steuerliste 14 Tage lang öffentlich auszulegen und der Beginn der Auslegung in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.
Nach Ablauf der Auslegungsfrist ist die Bescheinigung auf dem Titelblatt der Gemeindesteuerliste zu vollziehen und es ist mir anzuzeigen, in welcher Zeit (von wann bis wann) die Liste öffentlich ausgelegen hat.
Hanau den 1. Mai 1906.
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer ° Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.
St 2508 J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Die Gewerbesteuerrollen für 1906 werden die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher in den nächsten Tagen erhalten. Nach der Vorschrift im Artikel 40 Nr. 3 der Gewerbesteuer-Anweisung v. 5./11. 95 sind die Nollen eine Woche lang öffentlich auszulegen und der Ort sowie die Zeit der Auslegung in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Die Auslegung hat alsbald zu erfolgen.
In der Bekanntmachung ist darauf hinzuweisen, daß nur den Pflichtigen des Veranlagnngsbezirks die Einsicht in die , Rolle gestattet ist.
Nach Ablauf der Auslegungsfrist ist die Bescheinigung auf dem Titelbatt der Rolle zu vollziehen und es ist mir aitzi»zergeir, an welchen Tagen die Rolle öffentlich ausgelegen hat.
Hanau den 2. Mai 1906.
Der Vorsitzende des Steuerausschusses der Gewerbeklassen III/IV.
St 2509 J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Stadtkreis fianau. Bekanntmachung
Zeitpunkt der Feststellung für die Eroebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 in
Preussen.
An das Statistische Landesamt gelangen fortgesetzt Anfragen nach dem Ergebnis der letzten Volkszählung. Um
Feuilleton.
tÄSanBC-rieco
Hermann Göllner f. Ein Beitrag zur Hanauer Kunst- und Künstlergeschichte. Von Ernst J. Zimmermann.
(Nachdrück verboten.) (Fortsetzung.)
Wie aus diesem Schreiben hervorgeht, kam Göllner erst verhältnismäßig spät zur Emailmalerei und zwar, )vie bei so vielen Künstlern, auf dem Wege über die sog. „hohe Kunst" zur Kunstindustrie. Geboren am 25. Juli 1830 zuKra - nichfeld in Thüringen, lernte er in Kahla die Porzellanmalerei und ging als 21jähriger nach Dresden auf die Akademie, um sich ganz der Kunst zu widmen. Dort lernte er den Hanauer Georg Eornicelius — einen um ftinf Jahre älteren entfernten Verwandten — kennen, der ihn bewog, mit nach dessen Vaterstadt überzusiedeln. In Hanau an der Akademie unter Pelifsier und im Atelier seines Freundes Eornicelius vollendete Göllner nunmehr seine Studien, um als Porträt-, Genre- und Landschaftsmaler tätig zu sein, dann aber sich fast ausschließlich der Emailmalerei zuzuwenden. In letzterer Kunsttechnik erreichte er denn auch große Erfolge, namentlich waren seine reizenden Kinderporträts sehr beliebt. Von den Höfen in Braunschweig, Darmstadt, Schloß Philippsruhe und München erhielt er wiederholt Aufträge: König Ludwig n. schätzte ganz besonders seine Arbeiten, und in den bayerischen Königsschlössern befindet sich manches Werk unseres Künstlers. 1888 erhielt Göllner auf der deutschen nationalen Kunstgewerbe-Ausstellung in München ein Ehrendiplom. Freilich mußte der so gern dem Hohen zustrebende Künstler auch in der Massenfabrikation mitwirken: so malte er die reizenden Engelsköpfchen der Nafaelschen Sixtinischen Ma- aonna, die in den Achtziger Jahren so sehr in Mode waren, nicht weniger als 217 7 m a l (!) und in den 33 Jahren inner Tätigkeit als Emailmaler hat er in dieser schwierigen ^«chnU im ganzen 22 298 Stück angefertigt
solche für die Zukunft zu vermeiden, wird folgendes bekannt gegeben:
Das vodlältfige Ergebnis der Volkszählung von 1905 ist bereits veröffentlicht, über das endgültige Ergebnis kann der hiesige Magistrat im Monat September oder Oktober d. Js. Auskunft erteilen und zwar bezüglich 1. der Wohnhäuser und Baulichkeiten, 2. der Haushaltunaen mit 2 und mehr Personen, 3. der Anstalten und Gasthäuser und 4. der ortsanwesenden Bevölkerung nach Zahl, Geschlecht und Religion nebst der Zahl der aktiven Militärpersonen.
Im übrigen wird nach dem Arbeitspläne des Statistischen Landesamts festgestellt sein:
Im Oktober d. Js. das Religionsbekenntnis nach 20 Untergruppen, die Muttersprache und die Staatsangehörigkeit.
Im Januar 1907 verschiedene Einzelheiten bezüglich 1. der Blinden, Taubstummen, Geisteskranken und Geistesschwachen,
2. der Zusammensetzung und Zahl der Haushaltungen und 3. der Zahl und Bezeichnung der Anstalten aller Art und ihrer Insassen.
Im April 1907 verschiedene Geburtsangaben, der Familienstand und die Zahl der landsturmpflichtigen Männer mit Angabe, ob sie militärisch ausgebildet sind oder nicht.
Im Juni 1907: 1. die Zahl der ®c6orenen, 2. das Geburtsland, 3. die Zahl der auf See geborenen und 4. die Zahl der Personen mit unbekanntem Geburtsland.
Im Juli 1907: der Berufs bezw. Erwerbszweig, sowie die soziale Stellung der in Preußen seßhaften Fremd- und Gemiichtiprachiaen.
Im Oktober 1907: 1. das Religionsbekenntnis der im Haushalt ihrer Eltern gezählten Knaben und Mädchen aus konfessionellen Mischehen, 2. die Zahl der Mischehen ohne und mit Kindern.
Ferner werden außer den schon erwähnten Ergebnissen zusammengestellt werden:
a) der Flächeninhalt für den Staat, die Provinzen, Regierungsbezirke und Kreise' in Verbindung mit der Bevölkerung für 1905,
b) die Bevölkerung für die Direktivbezirke der Zölle und Steuern,
c) die Oberlandesgerichtsbezirke und ihre Bevölkerung nach dem Alter,
â) die Reichsiagswahlkreise und ihre Bevölkerung nach der Religion,
e) die Zahl der Gemeinden innerhalb der Kreise nach Größenklassen nebst Einwohnerzahl.
Hanau den 28. April 1906.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 9635
In der Genremalerei (Oeltecknik) leistete Göllner manches Hübsche, namentlich sind es zu Gemüt sprechende Sujets, die er sich zum Vorwurf für seine Bilder wählte: „Christkindchens Einzug in die deutschen Lande", 1857 vom Herzog von Meiningen erworben, „Frühlingseinzug", „Junggesellen- Jdyll", „Frühling im Walde", „Zigeunerrast" rc., waren Lieblingsmotive seiner Kunst. In diesen Bildern seiner früheren Zeit war Hermann Göllner ein getreuer Schüler seines verehrten Meisters Ludwig Richter: ebenso sinnig und poesievoll, ebensolche Auflösung des Bildes in Einzel- gruppen und eine gleiche Freude an der Durchbildung bis ins Kleinste, alles Eigenschaften, die eine neuere Kunstrichtung wenig würdigt. Obwohl Göllner ein langjähriger Schüler von Eornicelius war, so kann er doch nicht zu dessen „Schule" gerechnet werden, wie ja Eornicelius eine sogen. Schule nicht erreicht und hinterlassen hat. „Zum Glück"," sagt mast heutzutage, denn jeder Künstler soll eine Persönlichkeit sein und kein Nachahmer seines Lehrers. Es fehlte auch Göllner die Wucht des Ausdrucks seines größeren Freundes. Da im Nachlasse des Künstlers und in unserer Stadt gewiß noch manche Gemälde, Studien, Zeichnnikgen und Emailmalereien sich vorfinden, die einigennaßen ein Gesamtbild seiner künstlerischen Tätigkeit geben könnten, so wäre es eine dankbare Aufgabe, eine Gedächtnis-Aus stellung für Hermann Göllner zu veranstalten. , Wie wir hören, hat denn auch der Vorstand des Kunstvereins in dieser Angelegenheit schon einleitende Schritte getan.
Zu einer eingehenden Schilderung von Göllners Studi e n a a n g, zu seinem eigenen Urteil über seine Lehrer und die K u n st a n s ch a u u n g c n der damaligen Zeit geben wir dem Künstler nunmehr selbst das Wort. " Es sind Aufzeichnungen, die er int Anfang der Neunziger Jahre, einer Bitte des Verfassers dieser Lebensskizze nachkommend, niederschrieb; bei Ausarbeitung einer Künstlergeschichte von Hanau in dem Werke „Hanau Stadt und Land" sollten dieselben Verwendung finden. Hierzu fand sich jedoch keine Gelegen- heit mehr — die neuere Geschichte von Hanau mag ‘ ein anderer schreiben — und so gebe ich hier denn Göllners Auszeichnungen wörtlich wieder. Aus denselben spricht deutlich die "rührende Bescheidenheit. das empfängliche Gemüt,
Bekanntmachung.
2. Nachtraff
zu den Satzungen für die städtische Sparkasse zu Hanau.
Auf Grund des § 13 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 wird mit Zustimmung der Stadtverordneten - Versammlung vom 23. Februar 1906 folgender Nachtrag zu den Satzungen für die städtische Sparkaffe zu Hanau vom 2. April 1901 er-' lassen:
Der § 2 wirb wie folgt abgeändert:
Haftbarkeit der Stadt.
8,2.
Die Sparkasse ist eine örtliche Einrichtung der Stadt Hanau im Sinne der §8 4 und 13, 2 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897.
Ihre angelegten Bestände dürfen mit anderen nicht vereinigt werden.
Verwaltet der Rendant noch andere Kaffen, so darf eine Vermengung der Bestände der verschiedenen Kastenverwaltungen untereinander stattfinden, jedoch nur in dem Falle, daß entweder für jede Kaste ein besonderes Kassenbuch geführt wird, oder daß in einem gemeinsamen Kassenbuche jede Kasse ihre besondere Spalte erhält, auch das Tagesabschlußbuch so eingerichtet wird, daß daraus der Sollbestand jeder einzelnen Kasse und der Gesamtbelland der verschiedenen Kasten ohne weiteres zu ersehen ist, sowie daß der Rendant angewiesen wird, dem Sparkassenvorstande Anzeige zu machen, sobald für eine der Kassen sich buchmäßig ein Fehlbetrag ergibt.
Die Stadt haftet mit ihrem gesamten Vermögen für die Sicherheit der der Sparkaffe anvertrauten Gelder.
Alle Verbindlichkeiten der Sparkaffe bilden eine städtische Last und werden wie diese von der Stadt getragen, wenn das eigene Vermögen der Sparkaffe nicht ausreichen sollte.
II.
Der § 18 Absatz 2 erhält folgende Fassung:
Wird auf ein Einlagebuch innerhalb 30 Jahren seit der letzten Eintragung weder eint Einlage gemacht noch eine Rückzahlung geleistet, so erlischt der Anspruch auf das Guthaben, Kapital samt Zinsen verfallen der Anstalt als Eigentum.
Der Vorstand der Sparkasse kann in besonderen Fällen auf Antrag des früher Berechtigten die nachträgliche Auszahlung des verfallenen Guthabens veranlassen.
III.
Der 8 21 Absatz 3 und 4 erhält folgende Fassung:
der offene Blick und der liebenswürdige Charakter des Maisters; auch für denjenigen, der sich der schwierigen Ausgabe, eine Hanauer Kunstgeschichte zu schreiben — und daß eine solche geschrieben werden muß, ist nur eine Frage der Zeit — unterzieht, sind diese Notizen von Wert. Göllners Erinnerungen lauten:
Einem starken inneren Drange folgend, kam ich als 20 jähriger Porzellanmaler im Jahre 1850 nach D re sd em , um zu sehen, ob ich nicht ein K ü n st l e r werden könnte: zunächst, ob ich auf der Kunstakademie ausgenommen werden würde. Mit genauer Not wurde ich „auf Probe" ange- nommen, denn meine Kunst bestand fast nur darin, Tassen 2C. mit Goldverzierung, Rosen und Vergißmeinnicht zu bemalen. Freilich hatte ich auch versucht, nach Gedichten (solchen, die in jungen Jahren begeistern) Bilder zu kom ponicrcn; ja, ein solches hatte ich "sogar mit Oelfarben gemalt, welche ich mir selbst zubereitet hatte. Die Wirkung, welche ich damit erzielte, war nicht Aach meinem Sinne. Kupferstecher Chr. Krüger, Professor an der Dresdener Akademie, meinte: „Ja nun sähe se, das bischen Farwe macht fies nich." Dieser Ausspruch hat mich, beiläufig bemerkt, für lange Jahre zum Farbenverächter gemacht, da ich. gänzlich ununterrichtet und unerfahren wie ich war, mit tiefster Ehrfurcht alles entgegennahm, was mir damals von Autoritäten gesagt wurde. Auch im weiteren Verlauf meiner mit großem Eiter begonnenen Studien war in Dresden niemand. der auf eigentliches Malen den Sinn lenkte. Alle die Größen: Schnorr, Bendemann, Hübner rc. gingen vom Karton aus. Auch der unvergleichliche Poetim Holzschnitt, Ludwig Richter, war wenig Maler. Rietschel, Hähnel Kriiger rc. waren Bildhauer oder Kupferstecher.
Dieses glaubte ich vorausschicken zu müssen, um begreiflich zu machen, welch starken Eindruck es auf mich machte, als eines Tages Georg Eornicelius aus Hanau in Dresden erschien und sich mir durch ihn ganz andere Seiten der Kunst enthüllten. Durch die Fürsorge einer Tante wurde ich mit ihm bekannt, und ich bekam bqld den größten Respekt vor seiner Kunst. Er redete begeistert von den Herrlichkeiten in der Gemäldegalerie und konnte nicht begreifen, wie die Dresdener aar kein Verständnis für die Malerei der