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Mittwoch

Keri^t-saal.

L1tz««g ves Tchöftenffcrichts vom 1. Mai 1906*

Tic Dienstmagd Äatlurma Möller von Lanqenöeraheim. vegen Betrugs angeNagt, ist rittst ericb enen. ES wird ihre Verhaftung angeordnet. Der Taglöbner Konrad Jakob von Wachmbucken borgte einem Knecht vom Wilhelmsbader- bor namens Fleckenstein deS östen Geld zu Tabak, Scbnaps bergL wofür ihm dieser aus seines Dicnübcrrn Vorrat Futtermehl in kleineren Mengen gab. Fleckenstein ist nicht <u finden, Jakob bar sich wegen Hehlerei zu verantrvorten und erhält 3 Tage Gefängnis. Weiter soll er auf dem Wil- belmsbader Hof eine Sense gestohlen haben, doch erfolgt hier mangels ausreichenden Bewei'eS Freisprechung. Der Agent und 'Viehhändler Holberg hier wurde mit einem Strafbefehl von 5 Mk. bedacht, weil er sich im Schlachthaus an der imrorschriftSmäßigen Nicderlegung eines Ochsen, der ge- schâchtei werden sollte, beteiligt habe. ES stellt sich heraus, ggß er nur aus Gefälligkeit und nur deshalb mitgeholfen hat, um die Qual des Tieres zu mildern. Der Strafbefehl wird deshalb aufgehoben. Der Schlosscrlehrling Eduard blasiert von Großauheim, hier in der Lehre, hat im Febr. und März gewisse Stunden des gewerblichen Unterrichts ver- äumi, weil der Meister verlangte, daß er die durch den Schulbesuch versäumte Zeit nachlernen muffe. Der Lehrling erhielt darob Strafbefehle. Das Gericht nimmt eine einheit- uche Handlung an und ermäßigt die Strafe auf 8 Mk. Ein hiesiger Fabrikant hatte in der Nacht vom 16. auf den 17. März nach einer fidelen Feier imAdler" ein Re- konire mir einigen SchuVleuicn, wobei er diese beleidigte. Tiefe hatten Strafantrag gestellt, nahmen diesen aber Henie. vor Verkündigung deß Urteils (der Amtsanwalt batte 30 Mk. und Publikationsbefugnis beantragt) zurück, nachdem sich der Fabrikant bereit erklärte, imHan. Anz." kein Bedauern aukzusprechen und als Buße 50 Mk. ans cv. Diakonifienhaus zu zahlen. Nach Schluß der Straf- kammerverhandlung am 29. März, in der der !7jäbrigc Taglöhner August Görke von hier wegen verschiedener Dieb­stähle zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, wandte sich dieser an den Tapezierer Förtig von Frankfurt, er hier eine Strafe wegen Unterschlagung verbüßt, mit der Drohung, ihn meineidig zu machen. Förtig hatte in jener Verhandlung die Behauptung Görkes, Kaufhold habe diesem m Beisein des Zeugen den Vorschlag gemacht, das Gericht nnzulügen, unter Eid in Abrede gestellt. Er stellte Straf­antrag wegen Beleidigung, das Gericht erkennt auf 5 Wochen Gefängnis.

tklkMhiichtt MerbmHt Htk Mta LktMik.

Telegramm ans Samb«rg vom 2. Mai.

9 Uhr 90 Min.

_ Ein Maximum über 769 mm lagert über Nord- nitziand, ein Minimum unter 748 mm über Nordwesteuropa.

Emailmaler vom Anfang seiner Bildung an alle erfor­derlichen Eigenschaften zu haben schien. Unter seiner Leitung ist denn auch manches Hübsche entstanden; gleichwohl wollte kein rechter Zug in die Sache kommen, und die Zahl der wenigen Schüler nahm eher ab, als zu. Mir schien die llr« -che hiervon mehr in denDerhälkniffen zu liegen und keineswegs in persönlichen Eigenschaften des Lehrers, tote vielfach atu genommen wurde. Da brächtest du erst recht nichts fertig l 'agte ich zu mir, und war sehr erschrocken, als mir der An« trag nach dem plötzlichen Tode des Herm Ott (f 8. Jan.

gemacht wurde, den Unterricht zu übernehmen.

Wieder aber war am hiesigen Platze jetzt i ch der Einzige, der in Frage kam und konnte ich daher nicht kurzer Hand abiebnen. Schon damals machte ich sein Hehl aus meiner Ansicht: daß es wohl besser wäre, junge Leute zu ihrer Aus­bildung an Orte zu schicken, wo seit Jahrhunderten die Technik geübt wurde und allerlei Vorteile vererbt worden wärm. Dagegen hatte i oh erst, nach vielerlei Versuchen in anderen Fächern, im 85. Lebensjahr mich dieser Technik zugewendet, weil hier Bedürfnis danach war und jeden Tag machte ich noch neue Vrobm und (Erfahrungen. Der Drang der Umstände war aber größer als meine Abneigung, und so entschloß ich mlcl,, das Amt zu übernehmen und meine ganze Kraft ein« zul^m, um einigermaßen wenigstens das zu erreichen, von mir erwartet wurde: einen Saal voll Schüler und beste Erledigung etwaiger Aufträge. Geringe Soeben rout« oen in Hanau kaum verlangt, und um Besseres liefern zu tonnen, gehörten schon recht geübte Kräfte dazu; auch sollen '^°n^,gkringè Sachen doch einflottes" Aussehen haben.

Bisher hatten die Schüler auf Kuplervlättchm UebungS- budchm gemalt, die bann vielleicht zu Broschen verschmkt oder wohl in der Mehrzahl im Schrank aufgehoben touroert. Farben, Plättchen rc. tasteten Geld und zuletzt er« warnten me Meisten, wenn sie nichts weiter erreichten, Da fetten ausfindig zu machen, welche sich ge- «chamich verwerwen Uesim. Schlechte Arbeiten wollte aber niemand, und so ließ ich durch Schüler die Sachen vor- 3tbeiten (au.q w-d;e lertig machens; ich dagegen machte das Angerangme fertig und juchte Las andere zu verbessern. Nun war daS wahr gut, ackern ich merkte bald, wie anstrengend

I In Deutschland ist das Wetter nthici, wolkig, meist ist Regen gefallen, gestern waren stellenweise Gewitter.

Prognost Gr den 3. Mai: vielfach heiteres, wärmeres Wetter vbuc erhebliche Niederschläge wahrscheinlich.

Vereins «. ^erq rüM't^^rachrrchte«

für Mittwoch den 2. Mak.

k-v. Männer !!. Tibtq'mUnsrem: P-'mi"ent>Iasen fGu PereinSTtmt^,) Tnrn^em-in^e: L'm^« 910 nhr: Turnen her MämierabteiN'ng. Tnrngc'tll'chag: Abend; tum : 19 / 10 Ubr: Turnen her TammaMeihtnc;. Turn- ii. gtchfgiib : Von 8V»10 Uhr: stechten; von 910 Uhr: Tinnen ter Mânnernbieilmia.

Tiits Chitin Abkn^S von 810 Ubr: Turnen her M innera^tnkimg. craukm^mviârr Verein Hana»: Vt^nn^o^md im gieftaurant Modr. Herrin her TottHen Kaug-ut», Orttorrein .Onnnu Brrei lobend, 'etimoneremPermnnin": ^inidiindt im^öweniorfben". Gesangverein ..Timhlnibt": ©tnutunbe in berStabt Bremen". P"nna. *r -geiv-r-'N Mn istunbk im VereinSloW nun('leb^an'en". Sierionnl c S enor-rapbenuerein: Ue^nngestunde für bis Prakn'rr-Abr' iung fPofnl:Zur groben grone">. ©éelfige VcfHnbmntCvfforta* S'âmmiischnun rbmifeffn Kaiser". ' eirfif^ait-»rr« beim Anen": DereinVat'Md (Brauerei Oktcbter). Hanauer fPtbiron 1895; VeretnSvsmb in berStadt Bremen". Th.iiet»KIuö: Zuiammenkun't in den3 Hasen". Kee-t-Klubs^nov'a' : r^-sckaiiK;nr »' 'M Quelle", schoren vereinTG" tutW>ver Spitze": Schieben. Zinmerüiir-ev^elltchaitPanov'asche" : Schieben. Z'mn!er»uir-ngs>'I!ichattzur schönen Aussickt"-Kesseln adtt Schieren. Hanauer Sdutpornerem: Derentavend im s^estinra'U Mohr. Üretminige Treuermebr i 1. Komo. imgolbnen Herz", Sleiger'orpS in der Brauerei Beck.

Verein«eseui^le.i": Mouaiöversammlung in dergroßen Krone".

Hersteigeruuas- re. .^alettder für Donnerötag den 3 Mai.

Angebot' !>c!r. Uebernahme ber R-beten umt Deu c»'S KreiSha-ise- in Gklnbaiisen sind bi? vormtitcgS 11 Ubr beim Landiatsamt i.i Getn- baii'en em.nireichen (f. Nr. 89Han. Anz.").

Vereins-Chronik.

* Einführung der Seichtathletik beim Fustball­klub Viktoria 1894. Einem schon lange gehegten Wunsch entsprach die am letzten Samstage stattgeründene General­versammlung der Viktoria, nämlich der Ausnahme der Leicht­athletik in ihr Programm. Wohl wurden in inneren Jahren schon ab und zu Versuche gemacht, aber immer wieder ver­lief die Zache im Sande, auch galt es damals in erster Linie dein srußball ein festes Fundament zu verschaffen, jetzt, nach­dem Letzteres erreicht ist, konnte man auch zur Verwirklichung obigen Planes schreiten, hierdurch kann der Kmb während der beiden, Sommermonate, in denen der Fußball rubt, seine Spieler beschäftigen. Aber auch älteren Herren, die nicht Fußball spielen, ist jetzt Gelegenheit geboten, sich an der einen oder anderen Hebung zu beteiligen. Hiermit fällt auch ein in letzter Zeit oft gehörter Vorwurf gegen die Fußballoereine, nämlich der, sie seien einseitig, außerdem dürfte der schöne Svortplatz viel dazu beitragen? manchen zu veranlassen, sich bem Spielen zu widmen. Vorgesehen sind vorläufig: Schleuderball, Tauziehen, Diskuswerfen, Laufen über ver­schiedene Strecken, Steinstoßen sowie Hoch- und Weitsprung. Anmeldungen werden jederzeit bei den bekannten Mitgliedern iowie im Vereins!okak zum goid. Rad mtgegengen'ommen. Bei dieser GeleaenWt fei bemèrktMdW der ^tomWW jetzt an nur Donnerstags ftattfinbet.

Hus Dab und fern.

Tor Kaiser in Gieße«.

Gieße«, 1. Mai. Vom frühesten Morgen an strömten aus der ganzen Provinz und aus der preußischen Umgebung immer neue Menschenscharen unserer Stadt zu und es herrschte in den Hauptstraßen und namentlich in den vom Kaiser zu berührenden reich mit Fahnen imu. dekorierten Straßen rin Trubel, wie ihn Gießen noch nie gesehen hat. Schon beim ersten Streifen Morgenröte regte es sich in den Straßen unserer Stadt. Galt es doch den letzten Schmuck der Fest- straßen -u ordnen. Mit dem Zunehmen des jungen Tages wuchs das Menschengtwoge. Ueberall sah man geputzte Menschen und eine scstfrohe Menge, auch auswärtige

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tmb unlustig es ist, ungünstig vorgearbeitete Sachen fertig zu machen und fdjiedibfértige in dieser mühsamen Technik zu verbessern. Die Schülerzahl mehrte sich nicht erheblich und man hatte Besseres von mir erwartet: ich dagegen hatte mich kränklich gearbeitet und geschäftlich Verlust erlitten, weil ich meine Auftraggeber z. T. vernachlässigen mußte. Aus mein Gehalt von Mk. 1500 konnte ich mich nicht stützen, und cs widersrrebte mir auch, ohne entsprechende Leistung Gehalt zu beziehen, weshalb ich mein Abschiedsgesuch ein reichte und nur bis zur Ankunft d^s neuen Lehrers den Unterricht fort führte. Derselbe, ein Genier, war nun sozusagen ein geborener Emailmaler. Zu einem solchen hatte ich immer geraten und glaubte nun fast an guten Erfolg. Ob nun aber der Umstand, daß Herr P r o ch e t sich nicht gut deutsch nusdrücken konnte, ober ein anderer Umstand hin­dernd war, kurz, der S^olg blieb wieder aus unb die Klasse wurde nusgehoben (1. April 1882). Nach diesen Erfahrungen kann ich mich noch immer nicht entschließen, von meiner oben erwähnten Ansicht nbzugehen. Vorteile der Technik sind schneller an den betreffenden Plätzen zu erlernen; wer­den freilich von Begabteren, nach viel verfehlten Proben, auch wohl größtenteils selbst gefunden. Beispiele selbstgebildeter Leute sind unsere jetzigen tüchtigen Smail malet, die Herren Hahn, Hardt rc. (Hahn ist der jetzige Leiter der Fach- klasse für Emailmalerei in Hanau, Hardt ist in gleicher Stellung in Pforzheim); ich war auch ohne Lehrer. Freilich kann ich nicht sagen, daß es ganz unmöglich wäre, Erfolg zu erzielen und will auch gern zugeben, dâß es mir an Krait, Geschick und einer gewissen geschäftlichen Schlauheit gefehlt hat, wenn auch nicht an Gewissenhaftigkeit und Fleiß in Er­füllung meiner Lehrerpflicht. Eine jüngere tüchtige Kraft, welche auf bet Höhe bet neuen Zeit steht, wirkt vielleicht erfolgreicher, als wir drei eS konnten."

(Forfetzung folgt).

Albu«iblätt-r,

Die Naiur antwortet nicht auf die Klagen und Fragen des Menschen; sie schleudert unerbittlich ibn auf sich selbst zurück. Feuerbach.

_________________________________2. Mak

I Gendarmen. Kurz nach 7 Uhr begab sich ein Trupp H a» na uer Ulanen, die bereits gestern hier eingetroffen wa­ren, zum Trieb. Die Straßen zeigten das Hasten und Rennen in einem aufgestörten Ameisenhaufen. Und durch diese Mensch-nmaffen, aus denen einzelne helle Neberzieher und Frühlingsioilettktt wie lichte Punkte neben dem Rot der Fahnen und Militârmützen sich abhoben, drängten sich Züge von alten Kriegern und Schützen unb Feuerwehrmännern unb Turnern unb Studenten und Schülern usw. Das ®r woge in den Straßen nahm immer mehr und mehr zu! Rechtzeitig erfolgte die Absperrung in den verschiedenen Straßen, die der Kaiser passieren sollte, zu verschiedener Zeit.

I Dabei gab's ein Zappeln der Kinder, ein Rufen vorsorg Ucker Mütter usw., nicht alltäglichen Lärm. Vorn aber eilten eifrige Schutzleute bald hierher, bald dorthin. Durch ein paar Worte ward überall Ordnung hergestellt ohne Waffen­gewalt. Jedes Plätzchen, von dem aus sich Aussicht nach den Feststraßen bot, war besetzt. An den Fenstern der ein feinen Häuser sah man eine Zuschauermenge, die durchaus nicht nur dem Geschlechie angehörte, dem man als eine Haupt- charaktereigenschait Neugierde nachsagt. Der Kaiser mit

I den Herren seines Gefolges traf im Automobil um 8l/» Nhr in Gießen bei der neuen Kaserne des großh. Hess. Infanterie- RegimentsKaffer Wilhelm I I." Nr. 116 ein. Er wurde hier begrüßt von dem Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Treiber und dem Oberbürgermeister Mecum. Der Kaiser dankte den Herren, stieg zu Pferde und begab sich auf den Exerzierplatz des Regiments, wo er sein Regiment besichtigte. Das Regiment machte zunäckst Parademarsch. Hierauf wurden

I einzelne Kompanien vorgeführt, und daran schloß sich eine , I Gefechtsübung. Nach dieser fand nochmals ein Parademarsch

statt. Alsdann setzte sich der Kaiser an die Spitze der Fah- nenfomparie und ritt mit ihr in die reich geschmückte Stabt ein zum Offizierskastno, welches in der alten Zeughauskaserne belegen ist. Unterwegs wurde der Kaiser von der Gießener Bevölkerung imb von dem aus der Umgegend überaus zahl­reich herbeigeâzmten Publikum auf das begeistertste begrüßt. Schulen, Vereine, die Studentenschaft in WichS bilderen Spalier, linier den aus der Umgegend .Herbeigekmnmenen waren zahlreiche Männer und Frauen in der malerischen hessischen Landestracht. Zum Frühstück im Osfizierskasino waren auch geladen die beiden obengenannten Herren, sowie der Rektor der Gießener Universität Geb. Hofrat Professor Dr. Behaghel.

Giesten, 1. Mai. Bei der Uebung sowohl wie bei dem F'übstück im Kasino waren die direkten Vorgesetzten des 116. Infanterie - Regiments mit dem kommandierenden General v. Eichhorn an der Spitze zugegen. Jin Kasino hielt her " berft des Regiments den Trinkipruch auf den Kaiser. Der Kaiser, welcher die Uniform des Regiments trug, erwiderte mit einem Toast auf daS Regiment und äußerte sich in dem­selben über das Gesehene außerordentlich zufrieden. Er er- wähnte, daß das Regiment nach dem neuen Exerzierreglement D zuerst exerziert und so das neue Reglement grwiffermoßcn ans der Taufe gehoben habe. Der Oberst des IltkR^menrS erhielt den Krostencirden 2. Klaffe '

der Kaiser im Automobil nach dem Bahnhof/ nm»Mublikum | wieder mit lauten Hurrarufen begrüßt. DaS Regimeut hatte Spalier gebildet. Zu dem reiäigeschmückien Bahnhof waren n. a. zur Verabschiedung erschienen. Provinzialdirekior Ge­heimrat Dr. Breider, der kommandierende General v. Eichhorn und der Oberst des 116. Infanterieregiments. Um 1 Uhr setzte sich der Sonderzug in Bewegung. Der Kaiser gedenkt heute abend 10.45 Uhr in Potsdam einzu treffen.

GiitvselÄ, 30. Avril. In dem Nachbardorfe Fischbach entstand am Freitag Feuer und wurden binnen kurzer Zeit die Wohnhäuser und Nebengebäude der Landwirte Müller und Sohn einaeäfebert Der Feuerwehr gelang es, die Nachbarbäuser zu retten. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt.

Bebra, 30. April. Am Freitag abend ging ein schwe­res Gewitter in hiesiger Gegend nieder, das von starken clekrrischen Entladungen und reichlichem Regen begleitet war. Der Blitz schlug in das Haus des Lokomotivführers Engel dahier ein, glücklicherweise ohne zu zünden.

Wiesbaden, 30. April. Der Kommunalland- t a g für den Regierungsbezirk Wiesbaden lehnte in seiner Sitzung auf Antrag des Landesausschusses das Verniächtnis des Freiherrn von Lade ab. Der vor zwei Jahren zu Geiseu- beim im Rheingau verstorbene Erblasser hatte seine dort ge­legene große Besitzung Monrepos nebst einem Legate von 300 000 Mark dem Bezirksverbande deS Regierungsbezirks Wiesbaden vermacht, falls letzterer auf eine Reihe von Be­dingungen eingehe. Da jedoch die Einnahmen bedeutende hinter den erforderlichen Ausgaben zurückbleiben werden, müßte der Bezirk jährlich einen hohen Zuschuß leisten, wes­halb die Ablehnung des Vermächtnisses erfolgte, daS jetzt nach einer Bestimmung des Testamentes an den preußischen Staat übergeht.

Frankfurt a. M., 30. April. Der Eisenbahn-FiSkuS beabsichtigt einen Umbau desHauvtbahnhofes. Der jetzige Zcntral-Bahnhof wird Lokal-Bahnhof, und eS wird ein neuer Durchgangs-Bahnhof errichtet. Dies bedeutet für den Verkehr von Nord- nach Süddeutschland eint große Erleichterung. Durch die neuen Bahnhofs - Anlagen wird auch die Stadt Franksiirk nach Südwesten bedeutend erroev tert werden. Die Ausführung des Projektes wird alS nahe bevorstehend bezeichnet. Die Gesamtkosten betragen etwa 60 Millionen M ark.

s Vom UniotMtrti», 1. Mai. Der vielbesungene Wonnemonat" führte sich heute im diesseitigen Gebiet recht ungemütlich mit Gewiliertoben und bedenklichen Hagelschauern ein, unbekümmert um die niedrige Tageatemperatur. Den Gewittererscheinungeu um die Mittagsstunde folgten gegen 4 Uhr gewaltige elektrische Entladungen, verbunden mit heftigen Regengüssen und zeitweiligem Hagelwetter, das mitunter bic in den unlängstigen FrostnÜchlen verschont gebliebenen Obst» bifiten erbarmungslos vernichtete. Blitzzuckungen mit nach.