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Erstes Blâ

Anzeiger

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vikMjLtzÄich 1,80 BL, monatlich SV Psg., für oi* âiM Wosnmten dem betrefiaid«! PvAarqWiH.

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General-Anzeiger

Amtliches Grzs« für Statt aal FeaLKuis Sanaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme dm Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 101

Feritsprechattschlutz Nr. 605.

Dienstag den 1. Mai

Mernfprechanschlutz Nr. 605.

1906

Amtliches.

Stadtkreis Ranau.

Die Lamboysiraste wird wegen Neudeckung von der Manenkasertte bis zum Uebergang der Hanan Zvrievbergerbahn vom 2. Mai d. J. ab auf drei Wochen für den öffentlichen Fuhrverkehr gesperrt.

Hanau den 30. April 1906.

Königliche Polizei-Direktion.

P 3759 I. V.: Siemon, Reg.-Affessor.

Landkreis Ran au.

Bekmltmglhyygen des Migliltzen LüOrlltsmts.

Mit Berichterstattung auf die diesseitige Verfügung vom 22. Januar 1898 V 939 betreffend Entfernung ab­gestorbener Obstbäume und Aeste, Beschneiden lebender Hecken und Beseitigung der Mistel ist noch eine Anzahl Bürger­meister und Gutsvorsteher im Rückstände. Es wird daher an die Erledigung der genannten Verfügung mit 8tägiger Krist erinnert.

Hanau dm 28. April 1906.

Der Königliche Landrat.

J. A.: Conrad, .Kreissekretär.

Ält -re Herren Bürgermeister des vormaligen Amtes Büchertal.

Sie wollen nach vorherigem Benehmen mit dem Herrn Geistlichen binnen 8 Tagen diejenigen bedürftigen und würdigen Personen mir namhaft machen, welchen eine Unter- . ÜâuM aus.der.Schlmgloff'schen Stiftung zugewendet wer-4 Den kann. , r..

Es wird hierbei darauf aufmerksam gemacht, daß zur 'Unterstützung nur im Amt Büchertal geborene im Sinne der Armengesetzgebung hilfsbedürftige Personen und nach der Stiftungsurkunde aus jedem Haushalt nur ein Armer in Vorschlag kommen dürfen.

Hanau den 26. April 1906.

Der Königliche Landrat.

V 2816 J. A. Conrad, Kreissekretär.

Städtische Sparkasse.

Gelder gegen erststellige Hypotheken zu 4B/o sind stets auszuleihen.

2 Der Vorstand.

Hus Ran au Stadt und fand.

Hanau, 30. April.

* Taschen-Kahrpla«. Der für das Sommerhalbjahr gültige Taschen-Fahrplan wird der morgigen Nummer unseres Blattes beigelegt.

* Vibelstunde. Heute abend 8^, Uhr findet Bibel­stunde im evangell Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.

Strastenfperre. Laut amtlicher Bekanntgabe wird die Lamboystraße wegen Neudeckung von der Ulanenkaserne bis zum Uebergang der HanauFriedbergerbahn vom 2. Mai d. Js. ab auf 3 Wochen für den öffentlichen Fuhrverkehr gesperrt.

. X Kirchliches. Aus Neuhof bei Fulda wirb uns berichtet: Infolge der Anlegung eines großen Kaliwerkes in hiesiger Gemarkung haben sich die Verhältnisse der evange­lischen Gemeinde in unserem Städtchen völlig geändert. Es sind mehrere Hunderte und zwar fast lauter evang. Arbeiier hierher gezogen und der Zuzug ist noch immer in starker Zunahme begriffen. Die seither kleine evangel. Gemeinde von ca. 200 Mitgliedern ist auf über 500 und die Zahl der Schüler von 25 auf 75 gestiegen. Unsere Kirchen- und Schulräume bedürfen im nächsten Jahre unabweiSlich der Erweiterung, wozu wir die Brüderliche Unterstützung unserer evangel. Glaubensgenossen dringend erbitten und gewiß auch erwarten dürfen. Unsere evangel. Schwestergemeinde in Großenlüder, die ihre Gottesdienste seither in einem Sâlchen des Amtsgerichtsgebäudes und die Religionsstunden ihrer Schüler in einem Zimmer der Oberförsterei abhalten mußte, ist in der Ausführung eines Kapellenbaues begriffen, dessen Rohbau bereits fertig gestellt ist, sodaß zu erwarten lstht, daß das einfache und doch schöne Gebäude im Laufe dieses Jahres seiner Bestimmung übergeben werden kann.

Neue Verkehrswege. Avi 1. Mai sollen eröffnet werden: im Bezirk der Königlichen Eisenbahndirektion Frank­furt a. M. von der im Bau begriffenen vollspurigen Neben-

tisenbahn HerbornWesterburg die 19,84 km lange Teil­strecke HerbornDriedorf mit den Stationen Burg (West), Uckersdorf, Amdorf, Erdbach, Schönbach (Dillkreis), Roth (Dillkreis) und Driedorf sowie von der im Bau begriffenen vollspurigen Nebeneisenbahn HersfeldTreysa die 25,62 km lange Teilstrecke Hersfeld Oberaula mit den Elationen Asbach (Kreis Hersfeld), Beyershausen, Niederaula, Kirch­heim (Kreis Hersfeld), Frielingen (Kreis Hersfeld) und Oberaula für den Gesamtverkehr.

8 Kreistirrntag. Am vergangenen Sonntag vor­mittags 10 Uhr fand in der Turnhalle des Turnvereins Eltville der 68. Turntag des 9. Kreises der deutschen Turner­schaft statt, zu welchem 350 stimmberechtigte Vertreter er­schienen waren. Den Vorsitz führte der 2. Kreisvertreter Schatt (Hanau). Bürgermeister Dr. Kreutner hielt eine kernige Begrüßungsrede namens der Stadt Eltville, wofür Krcisvertreter Schmuck (Darmstadt) mit der Bitte an den Bürgermeister dankte, daß er noch oft seinen Einfluß zugunsten der Tnrnfache in die Wagschale werfen möge. Aus dem umfangreichen Bericht des Kreisvertreiers Schmuck und des Kreisturnwaris Bolze (Frankfurt) ist zu ersehen, daß der Kreis in gesunder, fortschreitender Entwickelung be­griffen ist, die Zahl der dem Kreis angehörenden Vereine hat sich wieder um 28 vermehrt und zählt der Kreis jetzt 914 Vereine mit 89310 Mitgliedern. Der vom Kreis- geschäftsführer Kaminsky (Pfungstadt) erstattete Kassenbericht zeigte eine Einnahme von Mk. 8334.88, eine Ausgabe von Mk. 8303.05, es verbleibt somit ein KHfenbestand von Mk. 31.83. Die Abänderung der Mristerriegen- und Wett- turnordnung wurde verlegt bis zum nächsten Jahre. Der von dem geschäftsführenden Ausschuß des mittelrheinischen Turnfestes in Hanau eingebrachte Eintrag, den seither üblichen ^WHlM vor^â NA aufLM LA zu erhöhen, wurde abgelehnt. Die Abhaltung des nächsten Kreisturnfeftes, um das sich Gießen, Mainz, Offenbach und Kreuznach bewarben, wurde letzterer Stadt übertragen. Für die am Samstag stattgehabte Sitzung des Kreisausschusies lagen die Aufnahme- gesuche von 3 Gauverbänden vor, von welchen das Gesuch des Feldberggaues und des mittleren Nahcgaues abschlägig beschieden wurde, während der Main-Spessartgau (Aschaffen­burg und Umgegend) mit 2209 Mitgliedern einstimmig aus­genommen würbe. Das wiederholte Gesuch des Mai w= gaues und des Gaues Offenbach-Hanau um Regelung der Gaugrenzen fand eine Erledigung, die in den beteiligten Kreisen mit Recht Befremden erregt. Beiden Gauen w.urbe wiederholt aufgegeben, sich zu vereinigen und im Falle der Ablehnung beschlossen, eine Linie quer durch beide Gaue von Wachenbuchen nach Jügesheim zu ziehen. Es kämen alsdann die Vereine des Landkreises Hanau, Hochstadt, Dörnigheim, Dietesheim, Bergen, Enkheim, Fechen­heim zum Gau Offenbach und dafür Groß- und Klein-Au- Heim und Hainstadi zum Maingau mit dem Mittelpunkt Hanau. Wie nicht anders zu erwarten, haben eine große Anzahl der beteiligten Vereine, worunter auch die hiesigen Turnvereine, aufs energischste Einspruch gegen diese Festlegung der Grenzen erhoben und wird die Angelegenheit den Kreis- ausschuß erneut im nächsten Jahre beschäftigen. Aus der Rothcrmcistisiuug wurden an 6 Vereine je 150 Mk. zur Unterstützung von Turnhallenbauten überwiesen, worunter auch ein Verein des Landkreises Hanau, nämlich Bergen sich befindet.

8 Alpenvereitt. Heute, Dienstag wird in der Monatsversammlung der zweite Teil des Vortrags des Herrn Dr. Thiel über die Intel Rügen gehalten werden und machen wir hiermit besonders darauf aufmerksam, da dieser Teil ebenso interessant wird als der erste, in welchem die Naturschönbeiten dieser Insel mit ihren herrlichen Buchen­wäldern und steilen Krcideklippen sowie die Glanzpunkte PotbuS, Arkona und Siubbenkammer geschildert wurden. Nach Beendigung dieses Vortrags wirb mich über einen Familienausflug verhandelt werden, der auch noch im Mai stattfinden soll.

8 Silberne Hochzeit. Die Eheleute Ignaz Pete- l er und Frau begehen heute das Fest der silbernen Hochzeit.

" Entgleist. Heute nacht gegen */, 11 Uhr entgleiste bei der Station Klein-Steinheim von einem Güterzug ein Wagen, wodurch das Geleise etwa 11/s Stunden gesperrt war. Sonstiger Schaden ist nicht entstanden.

8 Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in Fechen­heim in den chemischen Farbwerken von L. Cassella & Co. Dort hat am Samstag morgen der 24l/s Jahre alte lebige Fabrikarbeiter Beruh. Josef Michel aus Burgpreppach (Bayern) den Tod durch Vergiftung gefunden. Michel - hat trotz strengen Verbotes, wahrscheinlich aus Neugier, den Deckel eines mit" Schwefelwaffergas gefüllten Kessels aufgehoben und

dabei das Gesicht wahrscheinlich der Oeffnung zu nahe gc bracht. Durch das Einatmen der noch nicht genügend ab­gezogenen Gase wurde der Tod unmittelbar herbeigesührt Man fand den Entseelten neben dem Kessel liegend vor Augenzeuge des traurigen Vorganges war niemand. Wieder­belebungsversuche blieben erfolglos.

* Im Sonckenbergischen Natur historischen Museum zu Frankfurt a. M. wird die Sondernusstellung der Schmetterlinge stark besucht, namentlich von einzelnen Schülern der oberen Klössen, sowie von ganzen Schulen. Es ist daher vom 30. April ab noch eine Serie von 24 Kasten aus der Gattung der P a p i l i o, den Edelfaltern ober Schwanzfaltern, ausgestellt, welche eine gute Uebersicht übn die außerordentliche Mannigfaltigkeit und Schönheit dieser Gruppe der Ritter geben.

* Eierverkaussverban- für Hessen uns Heffen- Nassau. Man schreibt: Die gewaltige Einfuhr aus­ländischer Eier, die vielfach auch als Trinkeier Verwendung finden, veranlaßte eine größere Anzahl Geflügelzuchivereine in Hessen und Hessen-Nassau zur Gründung des Verbandes. Die Vereine errichteten an ihren Wohnorten Eiersammel­stellen, die auf Wunsch täglich an die Abnehmer in bei* Städten die Ware senden. In den letzten Wochen mürber zahlreiche Probesendungen ausgeführt, die sämtlich zur größter Zufriedenheit ausgefallen sind und zum Abschluß fester Lieferungsveriräge führten. Durch die Einrichtung des Ver­bandes sind deren Abnehmer in der angenehmen Lage, stets über ganz frische, höchstens 23 Tage alte Ware zu verfügen, die also keinen langen Bahntransporten und keinem oft wochenlangen Lagern in den Läden unterworfen werden und daher von feinstem Wohlgeschmack, also höchst bekömmlich sind. (Eier behalten ihren natürlichen Gefchmack nur kurze ZeitA Die Geschäftsstelle des Verbandes, Gneifenauerstraße 15 in Frankfurt a. M., vermittelt ferner auch den Bern * von einheimischen Suppenhühnern und SchlachtgeWgel. Die Lieferung erfolgt bei Gern und Geflügel zu Tages­preisen.

* Die Schweinepreise sind auf dem gestrigen Frank­furter Viehmarkt um 3 Mk. pro Zentner gefallen.

St. Im Sommerfahl plan bieten sich wieder gute Verbindungen nach dem Elsaß und der Schweiz über die Pfalz und zwar ab Frankfurt um 645, 710 morgens, 9" vormittags, 1" mittags, 505 nachmittags, 819 abends und 1150 nachts.

* Wie Herr v. Povbielskr «m feinen Aner- hahtt kam. Exzellenz , die jedes Frühjahr nach Fulda kommt, brach neulich wieder in aller Frühe auf und begab sich mit dem Forstmeister Voigt und einem Revierförstei in den Michelsrombacher Wald, wo für den Herrn Staats­minister ein Auerhahnverhört" war. Leider aber auch in aller Frühe stand in Schlotzenhausen ein Botengänger auf. um zum Wochenmarkt nach Fölsch-Fold zu gehen. Auf leisen Sohlen näherte die Jägergruppe sich ihrem Ziele, polternden Sckrittes kam der Schletzenhäuser Buttermanu daher. Der Förster winkle nun, was er konnte, dem Ruhe­störer zu, er möchle doch stehen bleiben. Allein, es war so zwischen Tag und Dunkel, der arglose Sauer verstand die Pantomimen und Gestikulationen des fieberhaft erregten Grünrocks ganz falsch. Er glaubte, wie sich's nachher heraus stellte, es drohe ihm in der Dämmerung Gefahr, es werde ihm mitten im dichtesten Walde aufgelauert, es solle ihm seine Butterkötz von Wegelagerern geraubt werden kurz: bet erschreckte Mann schrie aus Leibeskräften nach Hilfe, der Vogel flog davon und fertig war die Laube. Ohne Groll im Herzen über sein Weidmannspech verließ Se. Exzelleni noch am selben Tage Fulda und seineunsicheren" Wälder.

* Berichtigung. Der in gestriger Nummer enthaltene Bericht über die Generalversammlung derAktiengesellschaft J. Brüning & Sohn, Langendiebach" enthält einen sinn störenden Satzfehler: In der 11. Zeile muß es statt mächtigenmäßigen" heißen, sonach ist der Gewirnr der Filiale Ragnit ein mäßiger, nicht ein mächtiger.

Sprechsaal.

Einstcfanvt.

Sehr geehrte Redaktion!

Laut Inserat im gestrigenHanauer Anzeiger" find« der hiesige K u n st v e r e i n den Ton, in dem meine Be­sprechungen seiner Gemälde-Ausstellungen gehalten sind,einer rein sachlichen Beurteilung wenig angemessen." Er überstehn dabei, daß zu allen Zeiten eingewurzelte Schäden am wirk­samsten durch die Saiire, sei es auf literarischem oder auf künstlerischem Gebiet, bekämpft wurden. Auch im vorliegender Falle, gibt mir der Erfolg recht, denn der Verein hat be­schlossen. die Ausstellungen künftig würdiger auszustatten unb