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vi«-LhMch 1,80 M., Monatlich 60 M., für ar» Ettigs Abonnenten mit dem betresiendev Poßmffjchl^K, Die tinjtia« Stumm« kostet 10 Pfg.

«»tatioâuck imb Bering b« Buchdruck«« de» n-«â. ee. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzcigcr

Amtliches Organ für Stabb und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 100 F-rnspt-Lchanschltttz Nr. 605» Montag den 30. April

^ernsprechanschlutz Nr. 605.

1906

Amtliches.

Stadt- und Landkreis Fjanau»

Nach einem Ministerialerlasse dürfen die von Aerzten auf Anordnung der Staatsbehörden aus Gründen der Ge­sundheitspflege und Medizinalstatistik abzusendenden Melde­karten mit dem Portoablösungsvermerk versehen werden. Diese Vergünstigung bezieht sich jedoch nur auf die an Behörden oder Staatsbeamte zu erstattenden Meldungen, nicht aber auf die den Aerzten vorgeschriebenen Benachrichtigungen von Privatpersonen. Hiernach fallen die Mitteilungen, welche die Aerzte gemäß § 8 Ziffer 3 des Gesetzes, betreffend die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, vom 28. August 1905 (Gesetz-Sammlung Seite 373) an die Hebammen ab- zusenden haben, nicht unter das Portoablösungsverfahren.

Die Meldekarten, welche die Jmpfärzte über den Jmpf- erfolg an die Königlichen Anstalten zur Gewinnung tierischen Impfstoffes einzusenden haben, fallen unter das Ablösungs­verfahren nur dann, wenn diese Karten den Aerzten von den staatlichen Jmpfanstalten geliefert und vorher mit der Adresse und dem Abdruck des amtlichen Siegels der Anstalt sowie mit dem Portoablösungsvermerk versehen worden sind.

Ich gebe den Herren Aerzten im Stadt- und Landkreise zur Beachtung hiervon Kenntnis.

Hanau den 3. April 1906.

Der Königliche Landrar und Polizei-Direktor.

1980 v. Beckerath.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 altes gelbes Portemonnaie (mit 10 Pfg., â . Heiner SchyW. Md 1 H. Heroen- . bergenHanau), 4 Kragen und 2 Paar Manschetten, 1 Stück Gloriastide nebst Futter, 1 ZwanzigmarkstÜck (irrtümlicher Weise von einem Droschkenkutscher eingenommen), 1 Porte­monnaie mit 1,66 Mk., 1 Sack mit Brötchen.

Verloren: 1 Pack schwarzes Futter (Satin).

Zugelaufen: 1 grau- und braungestreifte Dachs­hündin.

Hanau den 30. April 1906.

Hus Hanau Stadt und £and.

/* Hanau, 30. April.

* Der hiesige SppechveOehv ist während der ver­kehrschwachen Zeit auf LichtenfelS ausgedehnt-worden.

* Kirchenkonzert ant Montag den 7. Mai, mittags 12 Uhr in der Marienkirche anläßlich der Hauptversammlung der evang. Kirchengesang­vereine im Konststorialbezirk Cassel. In demselben werden mitwirken : FrauE. Wohlfahrt, Frl. E. Fritsch und Frl. A. Zehner- Hanau, Fräul. W. W e i s m a n n- Frankfurt, Herr F. Wa ßmuth -Hanau und Herr Organist P a u ist i ch-Hauau. Zum Dortrag werden kommen: 1. Choral- âspiel überChrist ist erstanden" von I. G. Herzog; 2. Sopran-ArieIch weiß, daß mein Erlöser lebt" von G. F. Händel (trau E. Wohlfahrt); 3. Sopran-ArieMein gläubiges Herze" von I. S. Bach (Frl. E. Fritsch); 4. Duett für Sopran und Alt von J. S. Bach (Fräul. E. Fritsch u. Fräul. W. Weis mann); 5.Sehet, welche Liebe" von I. Rheinberger; 6. Alt-ArieSei stille dem Herrn" von F. Mendelssohn (Fräul. W. Weismann); 7. Halleluja!" von F. Hummel (Frau E. Wohlfahrt); 7a. Selig sind, die Frieden halten" von M. Blumner (Frl. A. Zehner); 8.Mache mich selig, o Jesu" von A. Becker (Frl. E. Fritsch); 9. Fuge von I. S. Bach. Hoffentlich dankt eine gefüllte Kirche den Herren und Damen, die in uneigennützigster Weise ihre Kunst einmal in den Dienst der guten Sache stellen. Zum Besuch des Konzertes berechtigt das Vorzeigen eines Programms, das nur 10 Pfg. kostet.

* Der Hanauer Knnstgewerbeverein hält, wie bereits durch Inserent angezeigt, am Montag den 30. ds., abends 6 Uhr, im Sitzungssaal der Handelskammer (Stadt­schloß) seine diesjährige Generalversammlung ab.

* Kommerzienrat Ritter v. Weidert f. In der letzten Plenarsitzung der Hanauer Handelskamnrer widmete der Vorsitzende Herr Kommerzienrat C a n t h a l dem auf einer Durchreise in Hanau verstorbenen Königl. bayerischen Kommerzienrat Ritter v. Weidert, der bekanntlich ein ge­borener Hanauer war, einen warmen Nachruf. Die Handels­kammer Hanau ließ außerdem an der Bahre des Verstorbenen «ne Kranzspende niederlegen. Ueber die am Samstag stattgefundene Beerdigung schreiben dieM. N. N." : Zu wer imposanten Trauerkundgebung gestaltete sich heute nach­

mittag im Schwabinger Friedhose die Beerdigung des Kommerzienrates v. Weidert. ' Mit den vier Söhnen und den übrigen Familienangehörigen hatten sich hierzu einge­funden als Vertreter des Ministers des Innern Grafen v. Feilitzsch, der durch eine wichtige Sitzung zu seinem Be­dauern an der persönlichen Teilnahme verhindert war, Ministerialrat Krazeisen, der Kommandeur der 1. Division General Freiherr Kreß v. Kreßenstein, die Ministerialräte Schätz und Schreiber, Regierungsrat Brinz, dieser als Ver­treter der Regierung von Oberbayern, die Generaldirektoren Staatsrat v. Ebermayer und v. Ringer, Wirkt. Geh. Kriegs­rat v. Schropp, eine Deputation der städtischen Kollegien Münchens mit den beiden Bürgermeistern und den Vorständen des Kollegiums der Gemeindebevollmächtigten, die meisten übrigen Mitglieder der Stadtvertretung, eine Abordnung der liberalen Fraktion des bayerischen Landtages, eine Deputation des Offizierkorps des 6. Cheveaulegers-Regiments und andere Offiziere, nahezu sämtliche Direktoren der Münchener Banken und aller Institute für Handel, Industrie und Gewerbe der Stadt, außerdem Abordnungen des Deutschen Handelstages, der Reichsbank-Hauptstelle und der Bezirksgremien von Ingolstadt und Rosenheim u. s. w. Den in seiner Länge kaum übersehbaren Trauerzug eröffneten Magistratsbedienstete in Uniform mit Flambeaus. Das Grab zierte ein mächtiger Aufbau von Kränzen, flankiert von Kandelabern mit Flammen­becken und Gruppen von exotischen Gewächsen. Eme reiche Fülle von Kränzen, mehr als hundert, waren hier nie- niedergelegt, u. a. vom Magistrat und vom Gemeindekollegium, von der freien Vereinigung der liberalen Mitglieder beider städtischer Kollegien, vom Finanzausschuß des Gemeindekol- legiums, der Reichsbank-Hauptstelle, dem Münchener Handels­verein, Offizierkorps des 6. Chevaulegers-Regiments, dem Aussichlsrat der AktiengesellschaftHaus für Handel nutz Gewerbe", vom Münchner Volksbildungsverein, von der Pfälzischen Handels- und Gewerbekammer, von den Hanbels- und Gewerbekammern Augsburg, Bayreuth, Ludwigshafen, Nürnberg, Regensburg, Passau, Würzburg und Hanau, vom Bezirksgremium Rosenheim, ben Direktionen des Eisenwerkes München A.-G. und der Aktiengesellschaft für Maschinen- Papierfabrikation Aschaffenburg sowie dem Personal der früheren Firma Gutleben und Weidert und des Speditions­geschäftes. Der protestantische Dekan Veit gab in seiner Ge- dächnisrede ein Bild von dem an Arbeit wie an Ehren und Erfolgen reichen Leben des Verstorbenen. Namens des Deutschen Handelstages widmete dessen Vor­sitzender Reichstags-Abgeordneter Kämpf Kranz unb Nachruf. Die liberale Fraktion des bayerischen Landtages ließ durch den Abgeordneten Bezirksamtmann Fischer einen prächtigen Kranz niederlegen. Unter weiteren ehrenden Nachrufen wid­meten Kränze Bankdirektor Schoch namens der Vorstandschaft der Münchener Börse und der Zulassungsstelle für Wert­papiere, die Beamten der Oberbayerischen Handels- und Ge­werbekammer, das Bezirks-Gremium für Handel und Gewerbe in Ingolstadt, Aufsichtsrat und Direktion der Bayerischen Granit-Aktiengesellschaft Regensburg und der Kaufmännische Verein München 1873.

P. A. 28. Mittelrheinisches Kreistnrnfest zu Hannu. Der Geschäftsführende Ausschuß beriet Samstag nachmittag den Voranschlag des Bau- und Ausschmückungs- Ausschusses, über den der Vorsitzende desselben, Herr Baurat Wohlfahrt, berichtete und wurde der Voranschlag mit einer Gesamtausgabe von 25 500 Mk. genehmigt. Es sollen auf dem Festplatz errichtet werden: eine Festhalle 80X26 Meter- groß, 3 Bierhallen für hiesiges Bier, jede 400 Quadratmeter groß, eine Münchener Bierhalle mit 350 Quadratmeter, eine Weinhalle mit 220 Quadratmeter, eine Kaffeehalle mit 160 Quadratmeter usw. Nachdem nunmehr die Voranschläge aller Einzelausschüsse durchberaten und genehmigt sind, schließt der Gesamthaushaltsplan des Festausschusses mit Mk. 74 000 in Einnahme rind Ausgabe ab. Der Finanz-Ausschuß ist behufs Aufbringung des Sichcrheilsgrundstocks in eifrigster Tätigkeit und dürfte derselbe binnen einigen Tagen in der er­forderlichen Höbe gezeichnet sein.

* Mitlelrheinks fies Kreistnrnsest 1910. Das 29. mittelrheinische Kreisturnfest findet mit Rücksicht auf das im Jahre 1908 in Frankfurt a. M. stattfindende Deutsche Turnfest erst im Jahre 1910 statt. Auf dem gestrigen Kreis­turntag in Eltville wurde Kreuznach als Festort gewählt.

* Kommers der ehemaligen 97er. Als Nach­feier zum 25jährigen Jubiläum des Infanterieregiments Nr. 97 veranstalteten die in Hanau wohnenden ehemaligen An­gehörigen dieses Regi mens am Samstag abend im Saale desDeutsch«! Hauses" einen FcstkammerS, um den Kameraden Gelegenheit zu geben, im zwanglosen Beisammen­sein liebe Erinnernungen auszutmlschen und in kaineradschaft­

sicher Geselligkeit einen fröhlichen, angenehmen Abend zu verleben. Der Reiz des Beisammenseins wurde noch erhöht durch Vorträge mancherlei Art und durch anregende An­sprachen. U. a. schilderte Herr Hauptmann a. D. von Buttlar in launigen Worten die Eindrücke, die die Jubiläumsfestlichkeiten in Saarburg bei ihm und den übrigen hiesigen Teilnehmern zurückgelassen haben. Durch prächtige humoristische Vorträge erfreuten die Herren Müller und Bach und durch gesangliche Dar­bietungen einige Mitglieder des GesangvereinsSumser". Gemeinschaftliche und Sologesänge, ein Trompetensolo, Vor­führungen des sprechenden Panoptikums durch Herrn Christian Grimm und anderes füllten im weiteren den Abend aus und ließen gar bald eine so heitere, behagliche Stimmung entstehen, wie sie eben nur im Kreise treuer Kameraden, im Kreise von Leuten möglich ist, die durch frohe Erinnerungen und viele geineinsame Interessen miteinander verbunden und befreundet sind. Ein jeder der Teilnehmer wird sich jeden­falls gerne und oft des schönen, anregend verlaufenen Abende erinnern. '

* Mud-Akademie. Wie uns seitens der Direktion der Musik-Akademie mitgeteilt wird, ist . mit dem heutigen Tage der hiesige Pianist Herr Gustav Altvater in den Verband des Lehrerkollegiums gen. Institutes als weitere Lehrkraft für Klavierspiel eingetreten.

* Erhängt hat sich in der verflossenen Nacht im hiesigen Landgerichtsgefängnisse ein Knecht aus Großauheim, der der Brandstiftung angeklagt war. Die Tat vollbrachte er mittels einer Binde, die er wegen eines Drüsenleidens trug.

* J. Brüning & Sohn, Akt. - Ges., Langen­diebach. Der in der Samstag abend abgehaltenen Gene­ralversammlung zur Vorlage gekommene Geschäftsbericht führt u. a. aus: Der Geschäftsgang war während des Jahres 1905 zufriedenstellend. Bestellungen lagen für alle Zweige unserer Fabrikation in genügendem Umfange vor. Die im letzten Jahresbericht geschilderten ungünstigen Preisverhäli- nisse in Erlenfournieren hielten leider auch im verstossenen Jahre an. Trotzdem konnten wir durch Erhöhung des Um­satzes in unserer Filiale Ragnit, wo wir diesen Artikel haupt­sächlich Herstellen, im Berichtsjahre einen mächtigen Gewinn in dieser Zweigfabrik erzielen. Gegen Mite des Jahres 1905 setzte in Cedern-Rohholz eine starke Aufwärtsbewegung der Preise ein, die -auch augenblicklich noch anhält. Infolge dieser Teuerung des Rohmaterials konnte eine Erhöhung der Verkaufspreise durchgeführt werden, die uns zu gute kam, da wir uns mit größeren Posten billigen Holzes eingedeckt hatten. Im Juni v. I. erfolgte die Erwerbung einer Formen- fabrik in Gunnersdorf (Sachsen), die am 31. Dezember 1905 mit einem geringen Verlust abgeschloffen hat. Wir hoffen, nach Reorganisation dieses Betriebes, auch an diesem Platze ein günstiges Resultat zu erzielen. Bei Gelegenheit der sil­bernen Hochzeit unseres Kaiserpaares hat der Vorsitzende unseres Aufsichtsrates, Herr Kommerzienrat Brüning, für die Arbeiter unserer Filiale Ragnit eine Stiftung von 3000 Mk. für Wohlfahrtszwecke gemacht. Das Gesamt­ergebnis des Geschäftsjahres stellt sich ausweislich unseres Gewinn- und Verlust-Kontos, einschließlich des Gewinn-Bor- trags von Mk. 2286.25 aus dem Jahre 1904 auf Brutto Mk. 184 566.87 (i. D. Mk. 129 600.61) und abzüglich bet vorgenommenen Abschreibungen von Mk. 55 794.91 auf Netto Mk. 128 771.96 (i. D. Mk. 70 244.43), deren Ver­teilung dir Generalversammlung antragsgemäß beschloß. Es kommt demnach eine Dividende von 8 pCt. (i. B. 5 pCt.) zur Ausschüttung. Ueber die Aussichten des neuen Ge­schäftsjahres wird berichtet: Während der ersten drei Monate des laufenden Jahres lagen in allen Zweigen unserer Fabri­kation genügende Aufträge für eine normale Fabrikation vor.

* Farbwerke vorm. Meister, Lucius u. Brü­ning, Höchst. Aus dem Bericht des Vorstandes der Farb­werke vormals Meister. Lucius u. Brüning in Höchst aM. pro 1905 ist folgendes zu entnehmen: Das Ergebnis des Jahres 1905 kann als durchaus befriedigend bezeichnet werden. Die in den letzten Jahren regelmäßig ausgesprochenere Klagen über Verschärfung der Konkrirrenz und fortio ährend weiteres Fallen der Verkaufspreise, bei zum Teil ziemlich er­heblichen Steigerungen der Rohmaterialien und erhöhten Lohnansprücbeu müssen auch diesmal wieder zum Ausdruck gebracht werden. Die Vereinigung, der großen Firmen der Farbindustrie haben leider in dieser Hinsicht noch keine wesentlichen Resultate ergeben. Es ist uns jedoch gelungen, durch Verbesserung und Ausarbeitung der Fabrikationsmethoden und erhebliche Erhöhung des UnisatzeS diese ungünstigen Mo­mente anszugleichen. Unsere sämtliche Fabriken waren während deS ganzen Jahres gut beschäftigt und namentlich in den letzten Monaten bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit