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Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei bei verebb er. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
KmWchks Organ für Stob «»L fanükrtis Kmaa.
6rf6eint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die fünf gespaltet« Peützeil« ober deren Raum 15 M» im Sieltarneuteü die Zelle 35 Pd»
Verantwortn. Redakteur: E. Schrecker in ^enoM:
Nr. 96 F-rnsprechanschlns; Nr. 605» Mittwoch dtN 25. April ^-rnfprrchanschlutz Nr. 605, 1906
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Gesnndene und verlorene Gtflenstlinde 2t.
Gefunden: 1 Spargelmesser, 1 Sack mit einem trockenen Ziegenfell, 1 Pfândzettel von der ständischen Leihbank Nr. 416, 1 gelbe Brosche (Jugendstiel), 1 Kinderschirm mit Weichselgriff, 6 Schirme (2 Damen-, 3 Herren- und 1 Kinderschirm, in einem Geschäft stehen geblieben).
Verloren: 1 goldner Kneifer, 1 Zehnmarkstück, 1 gelbes Portemonnaie mit über 8 Mk., 1 schwarzseidener Herrenschirm (bei der Kontrollversammlung abhanden gekommen), 1 schwarz und. rotes Kinderkleidchen, 1 goldnes Medaillon, 1 Schlüsselbund.
Zugeflogen: 1 blaue Taube.
Hanau den 25. April 1906.
Hus l^anau Stadt und Tand.
Kana«, 25. April.
* Kontrottversammlui»^. Am 26. April, vormittags 8‘/» Uhr in En kb eim (Hof der neuen Schule): Die Ersatzreservisten aller Waffen von Bergen-Enkheim; vormittags 10 Uhr: Die Reservisten aller Waffen von Bergen- Enkheim, die Iahresklassen 1898—1905; vormittags 11'/» Uhr: Die Landwehrleute i aller Waffen von Bergen-Enkheim, die Iahresklassen 1893—1897 ; nachmittags 2 Uhr: Sämtliche Mannschaften von Gronau, Gronauerhof, Niederdorfelden und Dottenfelderbof.
* LandstevichispräsidntM. Dem Vernehmen nach beabsichtigt der Präsident des hiesigen Landgerichts, Herr Geh. Oberjustizrat Koppen am 1. Oktober d. J. in den Ruhestand zu treten.
* ^ostnprojekt Hairau—Büdingen. In der letzten Gemeindecaissitzung zu Büdingen legte Kreisrat B o e ck - m a n n den Stand des Bahnbauproj-kts Hanau—Büdingen dar, und wünschte die Stellungnahme des Gemeinderats zu erfahren, wobei er im einzelnen die voraussichtlichen Vorteile, Nachteile und die zu erwartniden Opfer insbesondere für die Geländestellung erörterte. Der Gemeinderat brachte zum Ausdruck, daß er vor allen Dingen auf Ausführung der Strecke Büdingen—Oberseemen rechne und den weiteren Verhandlungen wegen des Projekts Büdingen—Hanau entgegensetze, aber bei der großen Belastung der Stadt und der verhältnismäßig nicht so großen Vorteile eine Verminderung des Anteils an den Geländ^stellungskosten für nötig halte.
* Nochmals fort Einbruch im Nathanfe. Wie in unserer Notiz vom 12. d. Mts. bereits mitgereilt wurde, hat am Abend vor dem Einbruch (4. d. Mts.) ein Mädchen
Feuilleton.
UntcrirdisHe M lichte im Tluuuis.
(Nackdruck verboten.)
Die furchtbaren Erdbeben, die die traurige Sensation der letzten Tage waren, haben von neuem die Aufmerksamkeit auf die gewaltigen, Stätten der Kultur und Gesittung in Schult- und Trümmerhaufen verwandelnden Zuckungen der Erdrinde gelenkt! Wo immer man von der Katastrophe in San Francisco gehört, hat man sich da nicht auch unwillkürlich gefragt: Ist ein solches Naturereignis nicht auch auf dem Boden möglich, wo man sich gerade befindet? Wie der Sturm sich plötzlich erhebt, über die Lande seinen Verheerungszug nimmt, so ist doch auch (das haben die Katastrophen der letzten Tage gezeigt) das Erdinnere in steter Eruption! Gar mancher unserer Leser wird sich wohl auch die Frage vorgelegt haben: War Frankfurt und seine nähere und weitere Umgebung schon einmal der Schauplatz von Erdbeben? Siehe da, ww aufmerksam die Chroniken nach dieser Frage verfolgte, der kam zu dem Resultat, daß von 1348 bis 1873 nicht weniger wie 25 Erdbeben in Frankfurt bezw. im Taunusgebiet sich ereignet haben.
Soweit nach dieser Rich'ung die Chroniken zu erzählen wissen, hatte Frankfurt a. M. am 6. Februar 1348 das erste Erdbeben zu verzeichnen. Auch die Bartholomäusnacht des Jahres 1475 sah in Frankfurt ein Erdbeben ; von diesem Ereignis heißt es, „daß es die Stadt gewaltig erschütterte, doch lief es ohne Schaden ab!' Und am Oft er taste des Jahres 1572, da barst zwischen dem Allerheiligen- und Friedberger Tor die Erde, eine mannshohe Einsenkung gab von dem Wüten im Erdinnern Kn»de.
in einer hiesigen Apotheke Essigsaure Thonerde gekauft. Bekanntlich ließen die Einbrecher am Tatorte ein stlâschchen mit dieser Flüssigkeit zurück. Trotz der umfassendsten Nachforschungen der Kriminalvoli-ei und trotz der Aufforderung an dieser Stelle, das Mädcken solle sitz zur Aufklärung des Sachverhalts aus der Königl. Polizei Direkt on hier melden, konnte dasselbe bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Das Mädchen wird wie folgt beschrieben: Alter 16—18 Jahren, rundes Geucht, blonde Haare, mittelgroß. Bekleidet war es u. a. mit einer rotgestrei''ten Bluse. Da der Kriminal- Polizei an der Ermittlung dieses Mädchen sehr viel gelegen ist, so wird gebeten, sachdienliche Mitteilungen in die'er Angelegenheit auf Zimmer 1 der Königl. Polizei- Direkiion g-langen zu lassen.
* Kinderheil-Anstalt Bad Orb. Dem Jahresberichte der Kinderheil-Anstalt Bad Orb entnehmen wir folgendes: Die Anmeldungen zur Aufnahme liefen auch in diesem Jahre wieder so zahlreich ein, daß es nur mit Zuhilfenahme der Räume in der Vi l la Viktoria, in der die Kinderheilanstalt ein Kurhaus für Erwachsene und Kinder vermögender Stände besitzt und dessen Erträgnis zur Gewährung von Freiplätzen in der Anstalt für bedürftige Kinder verwandt wird, möglich war, dem größten Teile der Aufnahmegesuche entsprechen zu können. — Alle Meldungen konnten leider nicht berücksichtigt werden. Die Besuchsfrequenz steigerte sich von 1168 Kinsern im Vorjahre auf 1293 Kinder (1206 in der Anstalt, 33 in der Villa Viktoria, 54 im Pensionate), im ganzen auf 1465 Personen. Freiplätze auf ihre eigenen Kosten ve> gab die Anstalt an 66 Kinder; aus ihren eigenen Ertragnissen vom Kurhaus Villa Viktoria und vom Pensionate der Anstalt konnte bei den übrigen 1140 Kindern eine erbebliche Ermäßigung des vollen Verpflegungssatzes von 60 Mk. tut eine Kur von vier Wochen eintreten. Nur 19 Kinder bezahlten in der Anstalt den vollen Verpflegungssatz. Eine Steigerung der Besuchszahl ist bei den vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr möglich und auch nicht weiter beabsichtigt. Am Rande des Spessartmaldes wurde eine dicht an der Würzburger Chaussee liegende Wald- parzelle angekauft, die eine Größe von P/2 ha besitzt und neben dem fast 3 ha großen Park der Anstalt als Wald- fpielplatz dienen soll, um den Kindern nach einem ca. 2 km langen Spaziergang noch reichlicher als bisher Gelegenheit zu gebm, sich unter der Aufsicht der Schwestern zu tummeln und Körper und Geist zu stärken.
* Bolks^esell^chaftshaus. Zwecks Errichtung eines Volksgesellschaftshauses „Concordia" bildete sich eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Nach dem an Gerichtsstelle erfolgten Eintrag ist Gegenstand des Unternehmens: 1. die Errichtung eines Volksgesellschaftshauses, 2. Förderung und
60 Schuh betrug der Erdriß! 1601 wieder, am 8. Februar, da erlebte die Mainstadt ein weiteres Erdbeben, von dem „die hohen Türme der Stadt erschüttert wurden".
Muß nicht auch für Königstein, Reisfenberg und Kronenberg der 19. Februar 1699 ein Unglückstag gewesen sein? Während in der Erde tiefem Schoße es grollte und rumorte, hörte die Nidda auf zu fließen, wie von heißer Sommersglut nusaedörrt mutete das Flußbett an. Die Papier- rind Mahlmühlen zu Bonames und anderen umliegenden Orten standen ft'K. Um 6 Uhr hatte die Kaiastrophe eing-lletzt, gegen Mittag floß das Wasser der Nidda wieder zu Tal.
Blättern wir weiter in der Unglücksgeschickte des Taunus- gebietes, so finden wir von 1640—1681 sechs Erdbeben in Frankfurt und Umgegend, so am 4 April 1640, am 28. November 1642, am 9. Januar 1653, am 3. Juli 1655, am 14. Dezember 1668 (Sturm und Erdbeben). Und 1681 gar im Januar, während in Hanau, Frankfurt Mainz und Umgegend grimme Kälte herrschte, da barsten das Eis des Mains und der hartgefrorene Boden. Die Gebäude bekamen Risse.
. Das achtzehnte Jahrhundert verzeichnet im Taunusgebiet wiederum sechs Erdbeben. Während zwischen den ersten drei nur ein Jahr lag (1727 — 1728), folgte das vierte 'érft 1779, die letzten beiden wellen den Zwischenraum eines Dezenniums auf. Am 12. Mai 1727 schreckte ein Erdbeben Frankfurt aus seiner Ruhe auf, eine „Erzitterung dermaßen, daß unter dem Gallustor die großen runden Steine wie Pappendeckel emzweisprangen", im Februar 1728 wurde Eppstein durch ein Erdbeben erschüttert, im August gleichen Jab res waren wieder „starke Erderschütterungen und Bcivegungen, wobei in Frankfurts Umgegend an einigen Orten plötzlich die Glocken von selbst anschlugen, Möbel rückten und Türen aufsprangen. Die letzten Erdbeben im achtzehnten Jahrhundert weisen der 5. Dezember 1779 (in Bergen bei Frankfurt), der 18. und 20. Januar 1789 (in Mainz und Frankfurt) und
Schaffung von Unternehmungen, die dem wirtschaftlich schwachen Teil der Bevölkerung Erleichterung in der Lebensführung, sowie körperliche und geistige Erholung und Hebung zu gewahren geeignet sind. Insbesondere kann die Gesellschaft a) Säle für Lesen, Musik, Vorträge, Spiele, b) Heime für jugendliche Personen und Arbeiter, c) Turn- und Spielplätze unterhalten oder subventionieren. Die-Geschäftsführer sind: Fabrikant Dr. Wilhelm Heraeus und Techniker Georg Clormann in Hanau.
* Ehemalige 97er. Wir haben unseren Lesern vor kurzem mit Freude davon Kenntnis geben können, welch außerordentlich liebenswürdige Aufnahme unsere Hanauer ehemaligen 97er gelegentlich der 25jährigen Jubiläumsfeier des Regiments in Saarburg gefunden, und mit welcher Begeisterung das schöne Geschenk von feiten des Offizier-Korps entgegenaenommen wurde. Um nun auch denjenigen, die durch häusliche Abhaltung der schönen Feier in Saarburg nicht beiwohnen konnten, Gelegenheit zu geben an der Jubelfeier ihres Regimentes im Kreise ehemaliger Kameraden teil» zunehmen, wird, wie wir hören, am nächsten Samstag im Saale des „Deutschen Hauses" ein. Festkommers stattfinden, zu dem auch eine Deputation des Saarburger Offizier-Korps sein Erscheinen zugesagt hat. — Der Eintritt ist kostenlos und ist für Unterhaltung durch musikalische, deklamatorische und gesangliche Darbietungen bestens gesorgt. Auch an köstlicher Komik wird es nickt fehlen!
* Weitsten eines anregenden Schauspiels waren vorgestern die Insassen des um 2.50 Uhr von Frankfurt in Butzbach eintreffenden Zuges. Zwei Sträflinge Fleckenstein und Trott, welche den Raubanfall auf einen Kassenboten in Offenbach verübt haben, sollten in einem Sammeltransportwagen von Frankfurt nach Butzbach gebracht werden und machten zwischen Vilbel und Dortelweil einen Angriff auf den Aufsichtsbeamten, indem sie ihm die Schußwaffe zu entreißen suchten. Es gelang dem Beamten jedoch, sich des Angreifers zu erwehren und die Notbremse zu ziehen, doch konnte er nickt verhindern, daß die Sträflinge, von denen einer ein sehr kräftiger Mann ist, aus dem Wagen sprangen. Dem einen glückte der gewagte Sprung, während sich der andere eine schwere Verletzung an der Siirne zuzog. Der Zug wurde raick zum Stehen gebracht und nun begann eine wilde Jagd aut die Ausreißer, woran sich außer dem Zugpersonal auch Passagiere beteiligten. Möglicherweise wären aber die Verbrecher dennoch entkommen, wenn sich nicht in der Nähe arbeitende Landleute ihnen mit Mistgabeln entgegen gestellt hätten. So wurden die Flüchtlinge rasch wieder dingfest gemach! und der Butzbacher Zellenstrafanstalt zugeführt, wo sie nunmehr außer ihrer derzeitigen Strafe eine weitere wegen Meuterei zu verbüßen haben werden.
der 21. und 22. Februar (in Frankfurt und Gießen) auf.
Und bas neunzehnte Jahrhundert? Da wird es nicht unbefannt sein, daß das Jabr 1817 eine furchtbare Erdbebenkatastrophe sah. Anfangs März war es, da begann ein Toben und Donnergrollen im Innern des bis dahin meisten Altkönig 8! Ob dieses unterirdische Toben ein Vorbote jener Katastrophe gewesen ist, die Mitte März die griechische S'adt Vostifla in Trümmer sinken ließ, 5000 Menschen verschüttete. Brachte dann nicht der Dezember des Unglücksjahres (1817) einen Ausbruch des Vesuvs ? Bleiben wir beim Taunusgebiet, so ist weiter zu melden: 1828 am 21, November halb 4 Uhr moraens „Erderschütterungen in Reiffenberg mit unterirdisch rollendem Donner begleitet", 1828 am 25. November halb 9 Uhr abends tu Sindlingen, Kelsterbach, Okriftel, Eddersheim, Flörsheim, Hattersheim, Diedenbergen, Weilbach und M a s se n hei m Erdbeben mit unterirdischem, donnerähnlichem Getöse! 1846 aber, da gab es nkohl — wie der Chran st meldet — am 29. Juli gegen halb 10 Uhr abends keinen Ort im gesamten Taunusgebiet, der nicht von heftigen und weniger heftigen Erdstößen in Aufregung versetzt worden ist. Weilbach wieder und Wickes. Diedenbergen und Flörsheim müssen den 5. August 1850 als Unglückstag vermerkt haben, denn da schreckte ein Erdstoß die biederen Bewohner vom Mittags- llsch auf! 1858 wieder wurden am 25. Mai gegen 6 Uhr abends in Wiesbaden, Biebrich und E p p st e i n 3 heftige Erdstöße wihrgenommen. Die Jahre 1868—1872 waren eine Periode heftiger, zahlreicher Erdei schütterungen, d-esich über das stefamte Taunusgebiet erstreckten. Bald im Osten, bald im Westen, bald im Süden unb Norden machten die unterirdischen Mächte sich bemerkbar; gerade in dieser Periode wurde man inne, daß der Boden, auf dem wir leben, nicht gesichert ist gegen die Kräfte der Natur. Die letzten Erdbeben des neunzehnten Jahrhunderts erstrecken sich auf die