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Mtttwock,

11. April

ÄippemertdK. In dem Heim wirb micb anderen Beamten- ! "-uegorien Aufnahme gewährt.

Giesien, 10. April. Heute morgen wurde auf dem Jabnbamm der Main-Weier-Dahn in der^e des Dahn- rofeS die Leiche eines Manne? gefunden. Der Kopf lag vom Rumpfe vollständig getrennt zwischen den Schienen und der Körper rechtwinklig zu den Schienen außerhalb de? Geleises. Bei der Leiche fand sich eine Monatsfahrkarte L mburg- Wiesbaden auf den Namen Zo'ef Fiebig. Nach einer von der Bahnbehörde gemachten Mitteilung soll es sich bei dem Vorkommnis nicht um einen Selbstmord, andern um einen Unglücksfall handeln. Man nimmt an, bah der Verun­glückte aus dem 5 Uhr-Schnellzug, als der Zug vom Ein- sahrtssignal ab langsamer fuhr, in der Schlaftrunkenheit auS- steigen wollte und dabei überfahren wurde.

Q Bürgel, 10. April. Das dreijährige Kind einer in der Offenbacberstraße wohnenden Familie geriet unter die Pferde eines Fuhrwerks und wurde durch Auftritte sofort getötet.

V Babenhausen, 10. April. Erhebliches Aufsehen erregte kürzlich die wegen Diebstahlsverdachts erfolgte Verhaftung eines Artillerie-Unteroffiziers der hiesigen Garnison. Die in der Artillerie-Kaserne ausbewahrte Untcroffizier- Kaffettc wurde nämlich unlängst erbrochen und ibres aus annähernd 40 Mark bestehenden BarinhalteS beraubt. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf einen Unteroffizier, unter denen Bettstelle die ausgeraubte Kasteite entdeckt wurde. Der Verdächtige wurde festgenommen und nach dem Militär- Untersuchungsgefängnis in Darmstadt eskortiert. Inzwischen ergab sich jedoch die völlige Schtildlosigkeit des Unteroffiziers, der auf eine mehrjährige durchaus vorwurfsfreie Dienst- führung zurückblickt. Nach etwa achttägiger Untersuch,mgshaft wurde er wieder in Freiheit gesetzt. Der Kaffettenraub selbst blieb bis jetzt noch unaufgebellt. Offenbar schob der wahre Târer die ausgeplünderle Kassette unter die Bettstelle des Unteroffiziers, um den Verdacht auf letzteren zu lenken, wel­cher Gaunertrick ihm leider auch vollständig gelang.

0 Diebura, 10. April. Auf der von Klein-Zimmern nach Dieburg führenden KreiSttraße winden in einer der jüngsten Nächte abermals 13 junge ObstbSumchen durch Ent­rinden der Stämmchen vollständig vernichtet. Es ist dieses bereits die 6. Schan^iat, die sich seit kurzer Zeit auf ge­nannter VerkehrSstrahe ereignete. Allgemein neigt man der Ansicht zu, die Bubenstreiche könnten nur von einem Men­schen herrübren, der täglich von Klein-Zimmern aus die Straßenltrecke passiere.

§ Pforzheim, io. April. Der Bürger - Ausschuß ge­nehmigte den Antrag des Stadtrals auf Bewilligung eines Darbeitrages von 250 000 Mk. zur Errichtung eines Kunst­gewerbeschul-Neubaues.

Hus aller <Uelt.

Frühttngèbotsckast ans Rusiland. Wie ein Telegramm aus Petersburg meldet, ist die Eisdecke der Newa bei Schlüsselburg auigeganaen.

Früchte für Millionäre. Für dB ersten frühreifen, utf dem Lm^donerMarUzum Verkauf kommenden Früchte und Gemüse wurden folgende Preise gezahlt: 1 Mark für eine japanische Pflaume, 1 Mk. bis 1.50 Mk. für eme Birne, je nach Auswahl des Käufers, 0,50 bis 0,75 Mk. für einen Apfel ober eine Orange. Ein Bündel Spargel kostete durchschnittlich 35 Mk.

Ein elfjähriger Retter. Aus der Damp'bahnlinie Antwerpen nach Deurne spielten Freitag einige Kinder in der Nähe der Festungswerke. Als ein dreijähriger Knabe auf dem Gleise herumliei, kam gerade ein Zug heran. Der elf­jährige Bruder des Kindes lief herbei und riß den Kleinen weg, stolperte aber dabei, fiel vor den Zug, so daß ihm beide Beine abgefahren wurden. Man brachte den jungen Retter

schort nach dem .Krankenhause, um die Operation zu unter* nehmen. Er starb aber während beS V-rbsitdmtS.

Hwei Millionen btfrnu^crt. Aus Brüx in Bödmen wird telegraphiert: Der Direktor der landw'rtschastsichen Spar- und Darlelmskalle Mor'tz Uhl wurde wegen Destnu- dation in Höhe von zwei Millionen seines Amtes enthoben. Unter der Bevölkerung herrscht große Erregung, weil weite Kreffe ihrer Spareinlagen verlustig geben.

Ein Sonderling, der frühere Weinhändler Heinrich Pfähler, ist in O f f e n b u r g gestern morgen im Alter von über 70 Jahren gestorben. Vie'e von den Einwohnern werden den alten Misanthropen gar nie zu Gesicht bekommen haben. Von einer Schar von Hund n umneben, verbrachte er seine Tage in demverwunschenen Schloß", b. h. in ferner von einem ungepsieaten Park umaebenen verwahrlosten Villa Hem: Bahnho'. Außer diesem Anwestn von nahezu einer Million hinterläßt er wertvolle Kunstgegenstände, darunter eine germanische Sammlung, die in ganz Deutschland einzig dastehen soll. Wer das alles erben wird, weiß man noch nicht, ha Pfähler mit feinen Verwandten zernllen war und am liebsten seine oanze Habe mitgenommen hätte. Ueber den mHlmofUicbon Erben kursieren deshalb auch die tollsten Gerüchte. Es sollen nicht weniger als 6 Testamente ge'un- ben worden sein. Ob ein gültiges darunter ist, stellt noch nicht fest, aber soviel ist jetzt schon gewiß, daß ein Prozeß, deren her Erb'aller im Leben so manchen verloren, sich auch um die Erbschwt entspinnen wird. Pfsthler hat, einer späteren Meldung -gtfo'qe, seine Künste und Altertums- fatnmfnng der staatlichen Sammlung in Karlsruhe, sein Liegenscha'tsvermöaen dem badischen Staat M Wohltätig- keitszwecken im Sinne unseres christlichen Glaubens und unserer christlichen Religion, ie 25 000 Mark zwei entfernten Verwandten vermadu und Sorge für Pflege seiner Hunde getroffen.

Die hohen Butter- und Fettpreile hasten länger an als man erwarten konnte und ist keine Aussicht vorhanden, daß sie zurückgehen werden. Dieser Zustand wird sich bei der Osterbäckerei wieder in sehr unangenehmer Weise bemerk­bar machen. Da erscheint es an der Zeit, auf ein Fett auf­merksam zu machen, das von der allgemeinen Teuerung nicht berührt wird, weil es kein tierisches Produkt, sondern ein reines Pflanzenfett ist. Wir meinenPalmin", das immer mehr in Aufnahme kommt und das wirklich zum kochen, braten und backen in ganz hervorragender Weise ge­eignet ist.

Drabtttackrickiett.

Zum Shtébrndi des Pesitvs.

M isaud, 11. Avril. Infolge der Undurchsichtigkeit der Stift stieß ein Eisenbahnzug bei Porüci auf einen siebenden Zug. Mehrere Personen wurden verwundet. Der Materialschaden ist groß. Der Unterpräfekt von Castellamare telegraphiert aus Citajano: Die "Situation verschlimmert sich von Stunde m Stunde. 200 Tote können nicht ausgesucht werden. Die Ueberle"enden Hungern. Es ist mindestens für 2000 Menschen Brot nötig. Die an­kommenden Mililärrationen werden von den bungernben Weibern im Sturm genommen. Für die vielen Verwundeten mangelt es an j Meint die Gefahr

Hilse. Für Torre Anchluziala ret zu sein, da der heute aufge*

mnch^ legen" Pompeji newandt hat.

In Torre del Greco sind mehrere Häuser ciugestürzt. Es gab mehrere schwer Verwundete.

Neapel, 10. April. Aus den Trümmern der Kirche in San Giuseppe Vesuoiano wurden jetzt im aanzcn 105 Leichen hervorgeholt. Bei den eingestürztcn Häusern werden die Bergungsarbeiten fortgesetzt. z

Die Laae in Ungarn.

Bttdavesi, 11. April. Die liberale Partei wird in ihrer morgigen Konferenz den Beschluß fassen, sich aufzulösen.

Auësp^rntna.

.Hirfchbeva, 11. April. Weil der Ausstand der Zimmer­leute fortbaiiert, sperrten die Arbeitgeber alle Maurer aus.

Niarküru»«- der Arbeitzeit.

WtjBptMKhgpptt, 11. April. Um Entlassungen zu v^meiden, wurde in mehreren Betrieben der Reichswerft der 8 Stundentag cingcfübrt.

Nack Siidwestasrj-a.

Berlin, 11. April, Mit den DampfernGertrud Wörkuaun" undLulu Bolsicit" gehen am 30. April meh­rere Offiziere, einige Mannschaften und ein Transport vor. lausend Pferden nach Südwestafrika.

Wahnsinnstat.

Baden bei Wien, 11. April. Als seit zwei Taaen das Ehepaar Santominiec! vermißt wmbc, wurde die Türe ihrer Wohnung aufgesprengt. Man fand die Leiche der Frau Dkargaretc zwischen Kerzen und Heiligenbildern aufgebahrt, neben der Leiche das Messer ihres Gatten. Dieser war iiv zwischen auf seinen Wunsch in eine Wiener Irrenanstalt auf- geuommeu worden. Er stellte sich selbst dem Wiener Landes­gericht. Er leidet an religiösem Wahnsinn.

Entgleist.

Bukarest, 11. April. In der Nähe der Station Corbu entgleiste ein Safttug. 28 Wagen sprangen vom Geleise. Zwei Personen deS Zugpersonals kamen um.

Tchoppinit; lOberschlesien), 11. April. Auf russischem Gebiet gab ein Grenzlu ak einen Schuß auf 2 Männer ab, anscheinend politische Flüchtlinge. Einer floh ins Gebüsch. Der andere sprang in den Fluß. Als er deutsches Gebiet erreicht hatte, schoss der Kosak noch einmal, wodurch der Flüchtling getötet wurde.

Hamburg, 11. April. Ueber 1000 Konfektionsarbeiter stellten wegen angeblichen Tarifbruchs der Unternehmer die Arbeit ein.

Essen, 11. April. Als in Altenessen der Vollziehungs- beamte Vogt wegen eines schweren Dienstvergehens verhaftet rochen sollte, tötete er sich durch einen Revolverschuß. Seine Frau erlitt iiffolgebessert einen Schlaganfall und liegt Hoff­nung?"^ darnieder.

Athen, 10. April. Nach nunmehriger endgültiger Fest­stellung wurden gewählt: 120 Theotokisten, 42 Nalliisten, 7 Zaimisten und 8 Unabhängige.

New-B^rk, 10. April. ' Die Anthrazitkohlenberg werks- bcsitzer hauen den Vorschlag der Bergarbeiter auf schieds­gerichtliche Verhandlungen zurückgewiesen rmd dagegen den Vorschlag gemacht, von neuem die Kommission von 1902 zu- fammentreten zu lasim, um zu erwägen, ob man ihre schieds­gerichtliche Entscheidung von 1902 abändern solle. Die Konstrenz der Kohiengrubenbesitzer und der Vertreter der Arbeiter vertagte sich auf den 12. April.

Peking, 10. April. (Reuter.) Bei den hiesigen Behörden gingen Nachrichten über Unruhen im südlichen Honan und westlichen Schantung ein, die von der GesellschaftVom großen Messet" hërvorgernfen wurden und die als eine Art Ueberbleibsel aus den Boxer-Un uhen zu betrachten sind. Die Feindseligkeiten der Aufständischen richten sich dem Namen nach gegen den neuen Unterrichtsplan und gegen die ka­tholischen Christen, in Wirklichkeit jedoch läuft ihr Verhalten auf Plünderung der Städte hinaus. Es heißt, daß die Banditen von Honan zwölftausend Mann zählen und Banner tragen mit der Inschrift:Nieder mit her Mandschu - Dynastie. Viele Städte bauen die-, -oZM^ ^Wuen^gttnSchuMrvieoer" auf7 Dër' Schättplätz der Un- ruhen Hanan liegt nahe an her Hankau-Beking-Eiscnhahn, sodaß die Reisenden aus der Ferne schießen hörten. Von Haukau wurden Truppen entsandt, von denen man hofft, daß es ihnen gelingen wird, die Unruhen zu unterdrücken.

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