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General-Anzeiger
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verantwarü. Redakteur» S. Schrecker te Haaa»
Nr. 86 Rcmivrrdiontdirnri Nr. C05. Mittwoch den 11. Wil K-rnwrc»<Et,ch Nr. C05.
• 1906
An t iches.
Unter Bezugnahme auf die Verordnung des Herrn Ober- Präsidenten der Provinz Hessen-Nassau vom 13. Mai 1905, betr. Verbot der Ausfuhr von Reben und reblausverseuchten Gemarkungen, (veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 21 von 1905) wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß derzeit die Gemarkungen WNmich, Nochern, Liericheid, St. Goarshausen, Patersberg, Börnig, Caub, Lorch, Geisenheim, Biebrich, Wiesbaden, Hochheim, Wicker und Diedenbergen, sämtlich im Regierungsbezirk Wiesbaden, als reblausoerseucht zu gelten haben. (A. III. 1177.)
Cassel am 21. März 1906.
Der Regierungspräsident.
J. A.: Freiherr Schenk.
Landkreis Ranau, MMim-Wen des Mißliche« LMdklltsmts.
Unter dem Schweinebestand des Landwirts Friedrich Toussaint in Roßdorf sind die Dacksteinblattern fest- gestellt worden. Gehöftssperre ist angeordnet.
Hanau den 9. April 1906.
Der Königliche Landrat.
JV9tr.24O8 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Gefundene nnd verlorene Genenstlinde re.
G e f u n d en ^ 1 Taschenmesser, 1 Portemonnaie mit etwas über 4 Mk., 1 weiß- und rotgestreister Kopfkissenüberzug, 1 neues graues Knabenkävpchen, 1 Brille mit sehr scharfen und kleinen Gläsern mit Futteral.
Verloren: 1 goldner Damenring mit rotem Stein, 1 Zehnmarkstück, 1 Meter Leinwand.
Zugelaufen: 1 junger schwarzer Pinscher mit braunen Abzeichen (Art Dobermann), 1 dunkelbrauner Dachshund w. Grschl.
Entlaufen: 1 schwarzer Wachtelspitz m. Geschl. Hanau den 11. April 1906.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Aanait, 11. April.
* Zur Mainkanalisation. Aus Aschaffenburg wird vom 10. ds. berichtet: Die angekündigte Mainkanal-Kommission, bestehend aus den Herren: Unterstaaissekretär Dr. Holle, Geh. Oberbaurat Röder, Geh. Oberreaiernngsrat Peters aus dem preußischen Ministerium, Reg.-Baurat Basch, Reg.- Assessor Dr. von Brüning von der Königl. Regierung Wiesbaden und Baurat Hahn aus Frankfurt a. M. sind gestern abend hier eingetroffen. Die Herren bestiegen heute mittag 1 Uhr in Begleitung der Herren Bürgermeister Dr. Matt und Bauamtmann Schaaf vom hiesigen Straßen- und Flußbauamt einen Dampfer aus Frankfurt a. M., der mit Flaggen in den preußischen, bayerischen und hessischen Landesfarben geschmückt war und in unserem Hafen angelegt hatte, und fuhren zunächst den Hafen entlang bis zum Schleusentor und dann zurück, Main abwärts auf Hanau zu.
Hk. Neuer Zolltarif. In der Gacetta de Madrid vom 31. März d. Js. ist der neue spanische Zolltarif veröffentlicht, gegen welchen nach dem Genehmigungsdekret (real decreto) vom 23. bess. Mts. innerhalb des ganzen Monats April d. I. Einsprüche erhoben werden können. Die Regierung wird über diese Einsprüche im Mai d. Js. nach Anhörung der Zolltarif- und Wertjchätzungs- kommission Beschluß fassen und demnächst den so abgeänderten Tarif am 1. Juli d. Js. in Wirksamkeit setzen. Der Tarif ist ein Doppeltarif. Der zweite soll Anwendung finden auf alle Nationen, welche den spanischen Erzeugnissen die niedrigsten Zölle gewähren, und der erste Tarif auf alle anderen Nationen. Die Negierung kann außerdem auf die Zölle des ersten Tarifs Zuschläge legen für die Waren von Ländern, welche spanische Schiffe oder Waren besonders ungünstig behandeln ; ferner kann sie die Waren, welche in den Herkunftsländern Ausfuhrvergütungen genießen, mit Zollzuschlägen belegen. Die nichteuropäischen Erzeugnisse, die aus einem europäischen Lande emgeführt werden, unterliegen den in dem Sondenarif 3 festgesetzten Zuschlägen. Alle in dem Tarif festgesetzten Zölle sind von dem Tage des Inkrafttretens des Tarifs ab in Gold zu entrichten ; zur Zahlung sollen zuge- lassen werden: 1. Goldmünzen spanischer Prägung. 2. Goldmünzen der Nationen, welche zur lateinischen Münzunion gehören. 3. Banknoten von Frankreich und Großbritannien.
4. Wechsel und Schecks auf Paris, London, Brüssel oder Berlin, wenn sie in Franken, Pfund Sterling, Franken oder
x Die heutige Mi
Mark ausgestellt oder gehörig verbürgt sind. Ausgenommen sind Beträge unter 10 Peseten und b'e Verzollungen nach mündlicher Anmeldung, die von Reisenden bew-rkt wird; diese können in Silbergeld mit Kursausschlag entrichtet werden. Die Zollsätze werden alle fünf Jahre geprüft unter Berücksichtigung tnr Aenderungen der Werte, welche als Grundlage für ihre Festsetzung dienten. ' Alle Dekrete, Vcrorvnungcn und Bestimmungen, welche mit den Vorschriften des neuen Tarifs in Widerspruch stehen, sind aufgehoben.
* Auf dem Makn^^m herrscht gegenwärtig ein Floßverkehr, wie er in ähnlichem Unsanft wohl noch niemals zuvor konstatiert werden konnte. Täglich passieren 30, 40 ja selbst 50 große Flöße, meist mit bedeutenden Ueber» lasten auf ihrer Talfahrt unsern Ori. Sachkundige behaupten, noch über 100 000 Kubikmeter Floßholz stünden für die nächsten Tage noch aus. Wegen des herrschenden Sturmwindes mußte die „fliegende Brücke" zu Seligenstadt neuerdings wiederholt abgefahren werden, um einen Zusammenstoß der talwärts treibenden Flöße mit den Brücken-Bogtnachen zu vermeiden. Die zahlreichen Nebenbahnen der Gebirgsgegenden des oberen Maingeb'etes Hab-n die überreichen Holzschätze der Spessari- und Fiebtelgebirgs-Waldunaeu rc. dem allgemeinen Weltverkehr erschlossen und den erstaunlichen Floßholzhandel verursacht. Die zahlreichen Flöße werden meistens in den Floßhäfen zu Offenbach und Mombach zu Großfloßen gekoppelt und nach den Niederlanden verkrachtet.
* Kunfinsiiz. Der Kunstsalon Hermes in Frankfurt a. M. bringt in seiner April-Ausstellung Kollektionen von Herm. Frobenius, C. Strathmann, Prof. Ludwig Dettmann, Ed. v. Gebhardt, Adolf v. Menzel, Arnold Böcklin, F. A. Kaulbach, Franz v. L e n b a ch , Jgn. Z u l o a p a. Ferner Einzel- werke von Fr. S t ü ck, Fritz T h a u l o w , Eonst. M e u- nier , Ed. Grühuer, Mar Liebermann, Keiler- Reutlingeu re. Die Abteilung für Plastik, Kunst- gewerbe und Gravbik enthält eine reichhaltige Sammlung äußerst seltener Gläser und Keramiken, aus der Manufaktur Halle-Nancy, ferner Original-Radierungen und Holzschnitte von Adolf v. Menzel und Arbeiten von Alexander Liebmann.
* Ein jugendlicher ^Lebensretter. Beim Spielen an der Erbprinz Wilhelm-Anlage gelang es einigen Kindern, den Deckel des an das Stadttheater stoßenden Senkloches zu lichten, unglücklicher Weise kam eines der Kinder, ein vierjähriges Mädchen, auf den Deckel zu stehen, wobei es in das bis oben hin gefüllte Loch fiel und sicher den Tod gesunden hätte, wenn nicht der 14 Jahre alte Otto Glöckner hinzu gekommen wäre, das Kind an den Haaren erfaßt und dem schmutzigen Elemente entrissen hätte.
Sihimg des Schöffengerichts vom 10» April 1906.
Um einen Schweinskopf zu bereiten, schlachtete der Metzgergeselle Biermann von hier im hiesigen Schlachthaus ein Schwein ohne vorherige Betäubung. Er hat sich dadurch gegen die einschlägige Polizeiverordnung vergangen und wurde mit einem Strafbefehl von 12 Mk. bedacht. Da Schweinskopfbereitung zur Ignorierung dieser Verordnung natürlich nicht berechtigt, wird der Einspruch verworfen. — Der Weißbinder Adolf Wenzel von Oberau hat am 19. März hier gebettelt und erhielt einen Strafbefehl auf zwei Wochen Haft. Da er sich die letzten Jahre gut geführt, wird die Strafe auf 1 Woche herabgesetzt. — Als am 12. Februar abends 8 Uhr der Kohlenhändler Hermann ( cller von Großkrotzenburg durch eine dortige Straße fuhr, sprang sein Hund unter dem Wagen hervor, und biß den zufällig in der Nähe stehenden Nachtwächter-in den Arm. Aus Grund der Polizei- verordnung betr. das Freiumherlaufenlassen bissiger Hunde bei Nacht erhielt er einen StrnPefehl, gegen den er Einspruch erhob mit der Begründung, daß der Hund so kurz am Wagen angebunden war, daß er nicht unter demselben hervor konnte. Dies wird durch Zeugen widerlegt und die Strafe auf 20 Mk. erhöht. — Ein hiesiger Konditorlehrling erhielt einen Strafbefehl wegen vier versäumter Zeichenstunden. Ta die fragt. Stunden im Schulplan nicht amge- filhrt waren und durch die Schulbehörde ein Beweis zur Besuchsverpflichtung nicht erbracht ist, wird der Lehrling sreigesprochen. — Der Gelegenheitsarbeiter M. gen. R. ' von hier soll sich durch Trunksucht in einen Zustand gebracht haben, daß er die Hilfe der Armenverwaltung für seine Familie in Anspruch nehmen mußte. M. hatte in der Trunkenheit seine Frau mißhandelt und diese suchte darauf unter der Begründung, daß sie es bei ihrem Mann nicht mehr aushalten könnte, um Armenunter- stiitzung für sich und ihre Kinder nach. Das Gericht erklärt diesen Grund nicht für stichhaltig zur Anziehung des betr. Paragraphen und spricht den Angeklagten frei, zumal derselbe auch außer der Zeit einer Strawerbüßung tatsächlich für seine Familie selbst gesorgt hat. — Der Landwirt und Milchhändler Brodt von Ostheim hat an hiesige Bäcker ui wer umfaßt auder dem UnUrtiaUun^VI
starkentrahmte Milch als Vollmich verkauft. DaS Urteil 100 Mk. Geldstrafe, soll nach Eintritt der Rechtskraft in „Han. Anz." veröffentlicht werden. — Ein hiesiger Metzger hat der Fleischwurst Kartoffelmehl zugesitzt, um eine besser» Bindung zu erzielen. Den Wassergehalt der Wurst hat e' jedoch nicht erhöht, wie dies nach solchem Zusatz östers ge schieht. Dieser betrug 52 Proz., der Mehlzusatz 1,7 Proz Urteil: 25 Mk. Geldstrafe. — Zwei notorische Bettler rot» den zu je 6 Wochen Hast verurteilt und nach deren Der» büßung ins Arbeitshaus geschickt.
Vereins- n. Verqnü^nn^snachrichten
für Mittwoch den 11. Avril.
Nv. Männer« it. 'tfinalmitivrrn : P^a'v'endlosen (av. Dereinshaui.) ^urn-e-"-'"»,; A^end? 9—10 Uhr: Turnen der MännernkUeil'Mg. °rurnge>eincha»t: Abend? non Vi9— MO Ubr: Turnen her Tamtnahteilttef Turn- u. gechtklubt Von 8Vi—10 Uhr^ Fechten; von 9—10 U$t Tinnen r« Märnervbteilnna.
TurÄerev Abends von 8—10 116r: Turnen der Männna'teilung. Tnufm :nnif't)<,r Verein emw : Veirin?abmd im Restaurant Mohr, ^--«in der pentilben staustent-, rutiDerein Hanau - P^iel"-abeud. «rsinnaveiein „Kermania": Tinastunde im „?5»eni<trieben". Net anzeerein „Touhhube": Sinastunbe in der „Stadt Bremen", ananz. ' r eiterörre n Singstunde im Vereinslokal tum „GleDbamen*. 'tkaiional -S eno uavdenvereinr llebnnqsstunde für die Praküler» Abteilung ffotol: „Zur a tonen ffrone").
MelelNchast „Treu beim Alien": Vereinsabend (Brauerei Orschler). Hanauer Radieon 1895; Vereinsabend in der „Stadt Bremer' ThnlenTlub: Zuiammenkun t in den „3 Hasen".
Keael-Klub „Hanov a' : MastbaiiS „vir anten Quelle", ^■biteennerein „Ted" mr „Wiener Seiye": Schieben. >timmerstiip-nae>ll'chau „$aironmfcbe"; Schießen Ziniinernul'-naeirllichatt „vir ichönen Aiisn<ch>"'steiselnadit Schiene«. Hanauer Smiixenverein : Veremsabend tm Restaurant Mohr. Freiwilliqe srenerwebr : 1. Komp, im „goldnen Herz", SteiznkorpS ix der Brauerei Beck. Freimillize Feuerwehr, 3. Komv. im „.Rarofen",
LcWW'^ öcr dellWe« Seemattt
Telegramm ans âmbirrg vom 11. April.
9 Uhr 30 Min.
Ein Hochdnlckgebict über 772 mm erstreckt sich von bet Nordsee nach dem Schwarzen Meer, ein Minimum unter 754 mm lagert im hohen Nordostest. In Deutschland ist das Wetter ruhig, heiter, warm und trocken.
Prognose für den 12. April: Fortdauer der herrschenden Witterung wahrscheinlich.
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Hus Dab und fern,
r - Marbltva, io. April. Ein junger Mann namens Elmsbäuser aus Cappel wurde gestern beim Pflügen aus dem Felde vom Tode ereilt. Passanten, denen rs ausfiel, daß die Pferde plötzlich ohne Führer waren, fanden sein« Leiche.
SC blm, 10. April. Alle Kroaten bei der Elmer Dammrutlch-Aufböschnng stellten gestern die Forderung einer Lohnaufbesserung. Die Eisenbahnbehörde ließ in aller Stille eiligst einen Sonderzug zusammenstellen und schob die ArbeitS- mnvidiqen ab. Durch trefe Maßnahme unS auch dadurch, daß den Kantinenwirten die Abgabe von Spirituosen verboten war^ sind Ausschreitungen hintangehalten worden. Die Ausböschung geht ihrer Vollendung entgegen.
evrievberg, 10. April. Die frühere Markloft'scht Teichmühle bei Köppern hat der Verband mittlerer Justizbeamten für Deutschland von dem seitherigen Besitzer Ge- xichtssekrelär Türmer-Homburg für 85 000 Mk. erworben und richtet sie gegenwärtig zu einem Beaintcnheim ein. Zum Andenken an die silberne Hochzeitsfeier des Kaiserpaares wurde an dem Wirtschaftsbau eine Marmorgedenktafel angebracht und dem Heim der Namen „Kaiser Wilhelm-Heim" verliehen. Mit dem Umbau wurde schon im Winter begonnen, und die Arbeiten sind jetzt soweit gediehen, daß die Eröffnung des Heims spätestens am 1. Juni, wenige Tage vor Pfingsten, zu erwarten ist. In den umfangreichen Ge- bäulichkeiten zind 52 Schlafzimmer für die Kurgäste eingerichtet, ferner ein großer Speisesaal, Billardzimmer, Lese- ümmer, Wirischaftsrâume und Badezellen. Die ehemaligen Mühlräume sind zu einem Elekmzitätswerk eingerichtet, das die Wasserkraft des Müh'grabens ausnutzt, für den Winter soll^eine Dynamomaschine aufgestellt werden. Zu dem Heim gehören auch noch ca. zehn Morgen Land, die von der Verwaltung bebaut werden, sodaß das £>eim stets mit frischem Gemüse rc. versehen ist. Ein Garten an einem Bergabhange soll terrassenförmig angelegt und im Sommer als Gartenwirtschaft dienen. Zu dem Heim gehört auch ein größerer Teich, der von dem Erlenbach gespeist wird. Dieser Teich soll zu einem Schwimmbad eingerichtet werden. DaS Hei" selbst hat eine sehr schöne Lage im Tale des Erlen- bach ( am Eingang des in Touristenkreisen berühmten tt 14 Leit 6 rr.