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Ul, 82 Fernsprechanschlirtz Nr. 605»

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Amtliches Handelsregister.

Firma: Erste Hanauer ParfümeriefabrikHano- via" Wilhelm Schaib l e in Hanau: Unter dieser Firma betreibt der Parfümeriefabrikant Wilhelm Schaible in Hanau ein Handels­geschäft als Einzelkaufmann. Der Ehefrau des Parfümeriefabrikanten Wilhelm Schaible, Kathinka geb. Wörner in Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 3. April 1906.

Königliches Amtsgericht 5. 7564

Hus Hrmau Stadt und Eand»

Oana«, 6. April.

* Musterung. Samstag den 7. April: Musterung der Militärpflichtigen der Stadt S'anau, welch« im Jahre 1886 geboren sind und deren Familiennamen mit den Buch­staben I bis einichl. Z, sowie derjenigen des Jahrgangs 1885, deren Familiennamen mit den Buchstaben A bis einschl. G beginnt.

* Prof. Pfarrer Israel t» Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist Herr Prof. Pfarrer Israel, Oberlehrer an der Oberrealschule dahier, verschieden. Aus- gestattet mit reichen Geistes- und Herzensgaben, verliert in ihm nicht nur die Anstalt, an der er beruflich lange Jahre wirkte, einen vorzüglichen Lehrer, vielmehr zieht die Trauer um den Heimgang des vortrefflichen Mannes auch weitere KLeiie.^» Neben deiner beruflichen chLätiakeit midmei« er sich als Mitglied des Dorsteheramtes auch mit großer Hingabe den vielgestaltigen Interessen des ver. evangel. Waisenhauses, sowie desHanauer Anzeigers", der in ihm einen hochge­schätzten Berater und Mitarbeiter verliert. Sein Andenken wirb stets in Ehren bleiben.

* Affefsor-Exameu. G-richtsrcferendar Holm be­stand mit Erfolg sein Assessor-Examen.

* Landmesser. Der von der Ober-Prüstingskommis- sion in Berlin zum Landmesser bestellte Gottlieb. Wilhelm Kranepuhl in Hanau ist am 5. März d. I vereidet - und gemäß 8 36 der Reichsgewerbeordnung als Landmesser öffentlich angesielit worden.

" Schttlpersonalien. Bestätigt: die Wahl der Lehrer Zschiesche aus Magdeburg und Böhme aus Aschersleben zu Lehrern an den städtischen Mittelschulen zu Hanau, die Wahl des Stadtverordneten und Bijouterie- sabrikanten Friedrich Kreuter zu Hanau zum Mitgliede der Stadtschuldeputation daselbst, sowie des Lehrers Zobel aus Höngeda, Reg.-Bez. Erfurt, zum Mittelschullehrer an den städt. Mittelschulen zu Hanau. Endgültig an» gestellt: die bisher einstweilig angestellte Lehrerin Hehr zu Hanau an den städt. Volksschulen daselbst. Einst- weilig angestellt: der Schulamtsbewerber Schön­wald aus Bruchköbel an der ev. Schule zu Hüttengesäß, die Schulamtsbewerberin Amalie Fröhlich zu Hanau an den städt. Volksschulen daselbst. Versetzt: die Lehrer Weitzel zu Reinhards, Kr. Schlüchtern, an die städt. Volks­schulen zu Hanau, H e u r i ch zu Lüdermünd, Kr. Fulda, an die städt. Volksschulen zu Hanau, Obermann zu Langen­diebach, an die Stadtschule zu Marburg, Hilbig zu Hütten­gesäß an die ev. Schule zu Oberkalbach, Kr. Schlüchtern, Prinz zu Windecken an die ev. Schule zu Langendiebach, Reinhardt zu Amöneburg, Kr. Kirchhain, an die kath. .Schule zu Fechenheim, Orth zu Eidengesäß, Kr. Geln­hausen, an die ev. Schule zu Fechenheim. Entlassen: die Lehrer Sack zu Fechenheim und Bernhardt zu Ha­nau behufs Uebertritts in den Schuldienst des Reg.-Bezirks Wiesbaden, die Lehrerin S i n g b a r t l zu Großauheim zwecks Uebertritts in den Schuldienst der Stadt Magdeburg.

* Elektrische Straßenbahn Antomobil- Omnibrrsse. Das Projekt der Erbauung einer elektrischen Straßenbahn für'Hanau mit Verbindung der Nachbarorte Steinheim und Großauheim wird leider noch nicht so bald seine Verwirklichung finden, da die Mitbenutzung der Stein- hcimer Eisenbahnbrücke größere Schwierigkeiten bereitet. Die Eisenbahnverwaltung hält eine kostspielige Verstärkung dieser Brücke für notwendig und die Verhandlungen werben aller Voraussicht nach sich noch in die Länge ziehen. Unter diesen Umständen plant die Stadtverwaltung die Beschaffung von Automobil-Omnibussen, die den Verkehr sowohl von und nach den Nachbarorten wie auch im Innern der Stadt zu vermitteln haben werden und den Vorteil besitzen, daß sie alsbald nach Punkten dirigiert werden können, an denen eine keßere Verkehrsentwickelung zu erwarten steht.

greitan den 6. April

Evangelischer Bttnd mr Wahrung der dentsch - protestantischen Interessen. Im Anschluß an die Einladung und das Inserat in der Mittwochsnummer dieses Blattes sei auch an dieser Stelle nochmals auf die Mitgliederversammlung des Zweicivereins für .f'anau und Umgebung bingewiesen. Dieselbe findet heute abend 8^2 Uhr im kleinen Saale des Gasthauses zur Post statt. Ein öffent­licher Vortrag wird diesmal nicht gehalten. Es wird nur die Tagesordnung (Vereinsbericht, Rechnunosablage, Neuwahl des Vorstandes, Verschiedenes) erledigt werden.

SW» Zeichenakademie. Aus dem Jahresbericht der Handelskammer ist folgendes zu ersehen:

An Stelle des ausgeschiedenen Direktors, Professor Wieie, übernahm ab 1. April 1905 der erste Lehrer Prof. Offterdinaer, vertretungsweise die Leitung der Anstalt. Mit der Fortführung des von Prost Wiese erteilten Unterrichts im Figurenmodkllieren und Akizeichnen wurden bis auf wciteresr die Lehrer Reisner und Koch-Honnef betraut. Der Leite der Gravierwerkstatt, R. Wolf, übernahmab 1. Oktober eine Lehrstelle an der Fachschule für Metall­industrie in Solingen ; der seither von ihm erteilte Unter- richt wurde bis 1. Januar 1906 vertretungsweise dem Graveur Fr. Naas aus Hanau, von da ab dem Graveur WilhelmGertenbach aus Hanau übertragen.

Der Direktionssekretär und Bibliothekar, ©r. Ouilling, begann umfangreiche Ordnungsarbeiten in der Bibliothek, dein Mu'eum und den Inventarien. Das erste Ergebnis dieser Arbeiten ist ein den Zuwachs der Jahre 1894-^-1905 für die Bibliothek und die Vorlageniammiung umfassender Katalog, die Einrichtung einer frei zugönolichen Handbibl-0- thek und die Auslegrmg sämtlicher etwa 60 Zeitschriften im Lesesaal.

Der Unterrichtsplan erstihr einige wesentliche Erweiterungen. So wurde die im letzten Jahresbericht erwähnte Fach klasse für Lithographie und Bu ch druck eingerichtet (vorläufig bis zum nächsten Jahre allerdings auf Liihogravhie beschränkt). Um auch solchen älteren Meistern und Gehilfen, welche die Akademie nicht mehr besuchen, Gelegenheit zu rodetet künstlerischer Aus­bildung zu geben, wurde an zwei Abenden pro Woche Unterricht i in Aktzeichnen eingefübrt Das Schul­geld hierfür beträgt ha'bjäbrlich 15 Mk.; die Beteiligung ist sehr rege und der Erfolg durchaus zufriedenstellend. Neben den wöchentlichen kunstgeschichilichen Lichtbildervorträgen wurden auch k u n st g e s ch i ch t l i ch e Uebungen veranstaltet. In der Zisetterwerkstatt wurde ein K ursus für H a mm er - arb ei t eingerichtet, um die Schüler auch mit der Herstellung der Rohform der Geräte und Gefäße vertraut zu machen. Seine Wiederholung im Sommerhalbjahr 1906 ist bereits genehmigt. Für die Stickereillasse ist Erweiterung durch Aufnahme der Masch i n e nft icke r e i und d er Webe­technik beantragt und wahrscheinlich im nächsten Jahre aus'ührbar.

Studienreisen mit staatlicher Beihilfe unternahmen einzelne Lehrer zur Ausstellung von Sdmlerarbeiten der Kunstgewerbeschnle in Magdeburg, nach den kunstgewerblichen Miiseen und Bibliotheken in Leipzig, Berlin, Hamburg und Köln, zum Studium der Einrichtung von Fachklassen für graphische Künste nach Leipzig, Berlin und Barmen, ferner nach England und zum Besuch der Jubiläums-Ge- w e r b e a u s st e l l u n g i n C a s s e l, auf welcher die An­stalt auch ihrerseits mit zahlreichen Schüler arbeiten in eigenem Raum vertreten war.

A116 an der 1906 in Dresden stattfindenden 3. Kunst gew e r b e - A u s st e l l u n g wM sich die Zeichen akademie beteiligen. Sie war ferner auf dem 15. Dele - giertentag des Verbandes deutscher Kunst- gewerbevereine vertreten und im Auftrage des Herrn Ministers nahm ein Lehrer an dem Kursus für Schriftzeichnen in Düsseldorf unter Professor Behrens teil.

Studienausflüge mit Schülern und Schülerinnen wurden unternommen nach Frankfurt a. M. zum Besuch ber Ausstellung von Schülerarbeiten im Kunstgewerbemuseum, zum Bestich der Museen, der Menzel- Ausstellung rc., sowie nach Hörstein zum Zeichnen nach der Natur.

Die Frequenz und s 0 n st i g e E n t w i ck e l u 11 g der Anstalt während des abgelaufenen Schuljahres iningen nachstehende Zahlen zum Ausdruck:

DaS Schuljahr begann mit 286 männlichen und 31 weib­lichen, zusammen 317 Zöglingen. Der Rückgang gegen das Vorjahr (um 25) erklärt sich aus dem Inkrafttreten der neuen Aufnahmebedingungen, wonach nur noch Schüler, die dirs 15 Lebensjahr vollendet haben, in die Zeichenakademie

Uernsprechattschlutz Nr. 605» 1906

eintreten können, jüngere dagegen der gewerblichen Fortbil­dungsschule zugewiesen werden.

Unter den 317 Zöglingen waren:

einheimische Schüler

145

auswärtige

131

ausländische

10

einheimische Schülerinnen

19

auswärtige r

12

Von den Schütern waren:

Tageovollschüler im Sommerhalbjahr 83 mit durchschnittlich 46 Wochenstunden, Tagesvollschüler im Winterhalbjahr 73 mit durchschnittlich 40 Wochenstunden.

Von den Schülerinnen waren:

Tagesschülerinnen im Sommerhalbjahr 6 Winterhalbjahr 12

mit 36 Wochenstunden, während die übrigen an 18 Wochenstunden durchschnittlich teilnahmen.

Ihrem Beruf nach gehörten die meisten Schüler der Edel- metallindustrie an; es waren im Sommerhalbjahr:

Ajieleure 59

Goldschmiede 126

Silberschmiede 16

Graveure 13

Zeichner und Modelleure 40

Von andern Berufszweigen war namer . cb dic Lithogra­

phie vertreten mit: im Sommerbalbjahr Schülern 20 im Winterhalbjahr , 17

Besticht waren: die Ziseteurklasse von Schülenr........29

Goldschmieden,evkstatt von Schülern ...... 29

Klaffe für Graveure ......27

Emailmalerie von Schülern u. Schülerinnen 10 Kunststickerei von Schülerinnen . 13

An Stipendien wurden verliehen:

4 Staatsstipendien von zusammen..... 1700 Mk.

1 Stipendium der Prinz Wilhelm-Stiftung von00 , 3 Stipendien aus der Stiftung von Firmen der Hanauer Edelmetall- und chromolithographischen

Branchen von zusammen....... 1200 ,

1 Stipendium des Landkreises Hanau von . . 400

Die städtischen Stipendien wurden im Jahre 1905 nicht vergeben, weil zurzeit zwischen der Königl. Regierung und dem Magisttat Erwägungen wegen der Zuwendung an Hanauer, bezw. nicht Hanauer Schüler schweben.

An Preisen kamen außerdem zur Verteilung: 7 Staatspreise von zusammen ...... 300 Mt.

der Weishauptsche Preis von.......120

3 Preise der Wilh. Behrens-Stiftung von zusammen 150

4 Preise der Heinrich Zwernemann-Stiflung von zusammen......... . 200

Ferner wurde von der Anstalt unentgeltlicher Besuch gewährt: Schüler 39

Schülerinnen 2 wurde von der Anstalt das Schulgeld auf V2 ermäßigt für:

Schüler 9

Schülerinnen

wurde von der Stadt Hanau Schulgeldbeihilfe gewährt:

Schülern 61 Schülerinnen

wurde vom

Hanauer Kunstindustrieverein das Schulgeld be-

zahlt für:

Schüler 6

Schü'crinnen

wurde aus

der Pedro Jung-Stiftung das Schulgeld be-

zahlt für:

Schüler 22

Schülerinnen

Es betrugen

: der Staatszuschuß .... 81 225 Mk.

die Einnahmen an Schulgeld . 13 300 die Ausgaben...... 93 600

ttnttrscklatmnfl «nd Wechselfnlschitnft. Der Ziinmermeister Albrecht Ban sch er in Langenselbold stand gestern vor der Strafkammer. Er soll sich der Unterschlagung und Wechselfälschung schuldig gemacht haben dadurch, daß er eine Brieftasche, die der Dampfziegeleibesitzer Ludwig Müller von Neuenhaßlau bei ihm aus Versehen liegen ließ, an sich gebracht und einen darin vorgefundenen Wechsel in Zahlung zu geben versuchie, nachdem er das Datum des» selben geändert. Den Wechsel hatte der Maurermeister Winterstein in Langenselbold an Müller gegeben und dieser fragte dann später denselben, nachdem er ihm durch Bäuscher zum Kauf angeboren wtirde, wie der Wechsel in befjen Besitz gekommen sei. Müller erinnerte sich dabei, daß er diesen Wechsel in der Brieftasche hatte, die ihm verloreu gegangen,