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-totstiouLdruck und Berlaq der Buchdrucker«! 5*6 verein. n, Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Awtliihks Grzau für Stabt- nab FauLKreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fünf gespaktem Petitzeile oder deren Xan« 16 PH an SiMameulei! die Zeit« 36 PH
Serantroor«. Redakteur: <8. Schrecker in («Ma,
Nr. 67 F-rnfprechanschl«tz Nr. 605. Dienstag den 20. März F-rnsprechanschlittz Nr. 605.1906
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Amtliches
Landkreis Ban au.
LcknkLlnchNiW des Miglilhm Landrrisllmts.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden auf die als Sondsrbeilage zu Nr. 11 des Negierungs-Amtsblattes 1906 veröffentlichte Anleitung vom 6. Dezember v. Js., den Kreis der nach dem Jnvalidenversicherungsgesetze vom 13. Juli 1899 (Reichsgesetzblatt Seite 463) versicherten Personen betreffend, hiermit noch besonders aufmerksam gemacht.
Hanau den 19. März 1906.
Der Königliche Landrat.
V 177 I. A.: Conrad, Kreissekretär'
Handelsregister.
Firma Heinrich Aitflnsj Werner & Co. in Großauheim : Unter dieser Firma ist mit dem Sitze in Großauheim eine offene Handelsgesellschaft errichtet worden, welche am 1. Januar 1906 begonnen hat.
Gesellschafter find:
1. Zimmermeister Heinrich August Werner,
2. Emailleur Hermann Ferdinand Harn, beide in Großauheim.
Hanau den 16. März 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 6081
Eingefangen: Auf der Hanauerlandstraße 1 Ferkel, weiß, ca. 4 Wochen alt, männlichen Geschlechts. Abzuholen ^^ Felüftraße 48.
Langenselbold, 17. März 1906.
Die Polizei-Verwaltung. 6121
Hus Hanau Stadt und fand.
Kommunallandtag.
(Eigenbericht.)
-X. Castel, 19. März.
Heute nachmittag 5 Uhr fand in dem neugebauten Saale des Ständehauses die feierliche Eröffnung des 31. Kommunallandtages statt. Sie geschah mit folgender Ansprache deS landesherrlichen Kommissars Se. Excellenz des Herrn Oberpräsidenten D. Win d heim:
Geehrte Herren!
Nachdem Seine Majestät der Kaiser und König geruht haben, die Berufung des Kommunallandtages des Re-
gierungSbezirks Cassel anzuordnen, habe ich die Ehre, Sie namens der Königlichen Staatsregierung beim Beginne Ihrer Verbandlungen zu begrüßen.
Die im vergangenen Jahre in der hiesigen Provinz abgehaltenen Kaisermanöver haben auch den Bewohnern des hiesigen Bezirks willkommene Gelegenheit geboten, ihrer Anhänglichkeit an das Herrscherhaus Ausdruck zu geben.
Die frohen und ungetrübten Familienfeste, die dann vor einigen Wochen in unserem Kaiserhause stattgefunden haben, fanden auch hier im Hessenlande lebhaftesten Widerhall und durch wohltätige Stiftungen, in deren Reihe die vom Be- zirksverbande der Anstalt Hephata gestiftete Kirche obenan steht, ist in feinsinniger Weise bekundet worden, wie hoch auch von Hessens Volk und Land die Tätigkeit unseres KaiserpaareS um das Wohl der Klassen, die der landesväterlichen Fürsorge bedürfen, eingeschätzt war.
Das Jahr, das seit Ihrer letzten Tagung verflossen ist, ist für das wirtschaftliche Leben des Bezirks ohne Störung verlaufen und hat im wesentlichen auf allen Gebieten eine erfreuliche und fortschreitende Entwicklung gezeitigt.
Den größten Teil Ihrer diesjährigen Arbeit wird, auch dieses Mal die Feststellung des Haushaltsplanes in Anspruch nehmen. Der Voranschlag sieht eine Vermehrung der Be- zirkssteuern nicht vor. Die Verwaltung beabsichtigt vielmehr, durch Erhöhung der Pflegesätze, die von den Krankenkassen an die Landkrankenhäuser und von Kreisen und Gemeinden an die Landeshospitäler sowie für die Pflege von Idioten und Epileptikern zu zahlen sind, Deckung für den entstandenen Mehrbedarf Zu schaffen. Ein Teil der Mehreinnahmen ergibt sich auch aus der erfreulichen Steigerung des Einkommens und Steuersolls im Bezirk. Wenngleich erhebliche Neuaufwendungen gegen früher nicht geplant sind, so beweisen doch die vorgesehenen Alehrausgaben für Kunst und Wissenschaft, für Krankenhäuser und die Vorlage wegen Aufnahme einer neuen Anleihe zu Kleinbahnzwecken, daß die Verwaltung über einer sparsamen und vorsorglichen Wirtschaft nicht die «utureüen Aufgaben des Bezirisverbandes vergessen will.
Die von Ihnen im vergangenen Jahre beschlossene Prüfung der Frage, ob und in welchem Umfange die Kreise in stärkerem Maße als bisher an der Verwaltung des Landwegewesens zu beteiligen wären, hat zu eingehenden Beratungen und zu den Ihnen besonders vorgelegten Anträgen des LandeS- ausschusses geführt. Diese Vorschläge tragen den hervorgetretenen Bedürfnissen in ausreichendem Maße Rechnung und werden sich nach ihrer Durchführung als eine brauchbare Grundlage für eine gedeihliche Weiterentwicklung des Landwegewesens erweisen.
In neuen, würdig und künstlerisch ausgestatteten Räumen im alten Rahmen des schönen historischen Ständehauses treten Sie heute an die Ihnen gefetzten Pflichten heran. Indem ich Sie zum ersten Male nach dieser baulichen Veränderung hier willkommen heiße, gebe ich der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck, daß mich in diesem neuen Raume der alte Geist der Einhelligkeit Ihre Versammlungen auszeichnen
und der Boden ruhiger und sachlicher Erörterung nicht verlassen werde.
Mit dem Wunsche, daß auch Ihre diesjährigen Verhandlungen dem Bezirksverbande zum Wohle gereichen und ferne Interessen fördern möchten, erkläre ich im Allerhöchsten Auftrag den 3L Kommunallandtag für eröffnet.
Als den Jahren nach ältestes Mitglied des hohen Hauses übernahm einstweilen Herr Bürgermeister H o l d-Obermeißen das Präsidium, indem er zunächst ein begeistert aufgenom- meneS Hoch auf S. M. den Kaiser ausbrachte. Auf Vorschlag deS Abg. Oberbürgermeisters Dr. Gebeschus -Hanau wurde das seitherige Präsidium per Akklamation wiedergewählt, nämlich die Herren Kammerherr Rabe v. Pappenbeim- Liebenau (1. Bors.), und Geh. Sanitätsrat Dr. Endemann (2. Bors.). AlS Schriftführer wurden gewählt di« Herren Landrat v. D i 1 fu rt h -Rinteln und Bürgermeister V o ck e - Eschw ege. Bei Uebernahme des Vorsitzes dankte Herr v. Pappenheim für das ihm durch die Wiederwahl bewiesene Vertrauen. Er teilte sodann mit, daß er als Vertreter des Bezirksverbandes an den Festlichkeiten zur Silberhochzeit des KaiserpaareS in Berlin teilgenommen und die Adresse an die Majestäten zu überreichen die Ehre gehabt habe, durch welche Mitteilung von der Stiftung der Kirche in Hephata gemacht wurde. Letztere geht übrigens inzwischen der Vollendung entgegen. Sodann beglückwünschte der Herr Vorsitzende den Landtag zu dem neuhergerichteten Sitzungssaal in seiner schönen und vornehmen Ausstattung. Er verwies mit Genugtuung darauf, daß man daS Andenken an die historische Vergangenheit Hessens hierbei gebührend berücksichtigt habe. (An den Wänden befinden sich in Nischen die lebensgroßen Büsten der hervorragendsten hessischen Regenten.) “ Sodann wählte man zur vorläufigen Erledigung der Geschäfte einen Wahlprümngs-Aussckmß, einen Eingaben- Ausschuß und einen Haupt-Ausschuß. Es sei noch erwähnt, daß die Anleihe, welche für Kleinbahnzwecke aufzunehmen vorgeschlagen wird, zwei Millionen betragen soll. Eine weitere Anleihe von 500 000 M. soll den Zwecken der Hergabe von Darlehn aus dem Meliorationsfonds dienen. Die nächste Plenar-Sitzung findet voraussichtlich Donnerstag statt.
Hanau, 20. März.
* Bibelftimve. Heute abend 81/* Uhr findet Bibel- stunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.
• Gut aöffelaufen. Am Bahnübergang der Pedro- Jung-Straße wurde gestern nachmittag ein städtischer Abfuhrivagen von einer rangierenden Maschine erfaßt und stark beschädigt, Führer und Pferde erlitten glücklicherweise keine Verletzungen.
* Hochwasser. Ein Telegramm aus Aschaffenburg meldet steigendes Main-Hochwasser.
* Biehnrarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.
peuMeton.
3. Abonnementskonzert des Oratorien- Vereins.
— Harrait, 19. März.
Nachdem vor 6 Jahren der Oratorienverein zum ersten Male es unternommen hatte, Liszt's „Legende der hl. Elisabeth" aufzuführen, folgte am Sonntag im 3. Abonnementskonzerte «ne Wiederholung der Aufführung dieses bedeutenden Werkes, und zwar mit einem durchschlagenden Erfolge, sodaß das Konzert in den Annalen des Oratorienvereins auf einer Ehrentafel verzeichnet zu werden verdient.
Mit ganz besonderer Liebe und Wärme hat sich offenbar Liszt diesem großen Oratorium zugewendet. Er hat in das Werk so unendlich viel des Schönen und Tiefergreifenden hineingelegt, daß jeder Hörer nur mit dem Gefühle dankbarster Bewunderung diese weihevollen Stunden reinen Genusses entgegengenommen haben wird. In zwei Teilen und mehreren Unterabteilungen behandelt das Werk einzelne Szenen aus dem Leben der Elisabeth. Die Einleitung bildet ein Vorspiel von wunderbarer Schönheit, das dann zur Handlung überführt. In längeren Ausführungen haben wir die Konzertbesucher schon im voraus mit der Handlung vertraut gemacht, sodaß es sich wohl erübrigt, näher darauf einzugeben.
Der Dirigent, Herr Ferd. Küchler- Frankfurt a. M., hatte den durch Mitglieder des Hanauer Lehrersängerchores verstärkten Chor des Oratorienvercins in einer Weise für das schöne Werk vorbereitet, die vollendet genannt werden muß; Rundung und Abtönung des Chorklanges, schlagfertige Rhythmik, Geschlossenheit in den verschiedenen Ein'ätzen waren die hervoriretenden Eigenschaften des Gebotenen. Dabei wurde mit -.in« Frische, einer Ledeudiakeit des Ausdrucks
gesungen, kamen ferner die großen dynamischen Extreme, mochte es fick nun um glanzvolle Fortissimo- oder geheimnisvollste Pianissimowirkungen handeln, so zu ihrem Reckt, daß der Gesamteindruck der (Vorleistungen ein wahrhaft erhebender war und kleine Aussetzungen, die gemacht werden könnten, zurücktreten müssen gegenüber der prächtigen Gesamtleistung. Das Orchester stellte die hiesige Jnfanteriekapelle, die durch hiesige und auswärtige Künstler bedeutend verstärkt worden war, und sich ihrer nicht leichten Aufgabe vollständig gewachsen zeigte.
Die Solopartien waren vorzüglich besetzt. Für die „Elisabeth" hatte man die Konzerisängerin sirl. Johanna Dietz aus Frankfurt a. M. gewonnen, eine Künstlerin, der der Ruf vorausging, als hervorragende Interpretin der „Elisabeth" zu gelten. Ihr Austreten rechtfertigte diesen Ruf; das Gebotene überstieg sogar die gehegten Erwartungen, sodaß rauschender Beifall nicht ausbleiben konnte, der mit Recht namentlich da einsetzte, wo die Künstlerin in ihrer Partie besonders wahre zu Herzen gehende Töne zu finden wußte und Liszt die Höhenpunkie seiner Kunst in diesem Oratorium erstiegen hatte.
Frl. Jeanne B l y e n b u r g aus Frankfurt a. M. sang die vielfach als undankbar bezeichnete Par ie der Landgräfin Sophie mit zmreffendem Ausdruck, sodaß auch sie an dem Erfolge der Veranstaltung lebhaften Anteil hatte.
Von den Solisten ermähnen wir Herrn Ludwig Keller aus Ludivigshasen zuerst, der es übernommen hatte, die Partien des „Landgra'en Ludwig" und des „Seneschall" zu vertreten. Er sang mit guter Deklamation, zum Anfang etwas konventionell, fand jedoch später den erwärmenden Ausdruck, sodaß sich seine Leistling in aufsteigender Linie bewegte.
Herr Frmz Waßmuth, unser bewährter Oratoriensänger, sang die Partien des „Landgrafen Hermann" und des „Kaisers Friedrich II.", die ibm die verdiente Anerkennung erbrachten.
Die Gelegenheit, dieses wundervolle Liszt'sche Werk anzuhören, hatte man nicht unbenutzt vorübergehen lassen, der Saal unb die Tribüne waren vollbesetzt, obwohl ein herrliches Frühlingswetter hinaus ins Freie lockte. Dem Oratorienverein, der unter vielen Mühen und Opfern die Aufführung ermöglichte und herrlich gestaltete, muß aufrichtiger Dank gezollt werden.
Kunst und Oeben.
Der lenkbare Luftballon. Der „Voss. Ztg." wird von militärischer Seite geschrieben: In einer Unterredung, die der Kaiser kürzlich mit den Herren J. Loewe, Paul Schwabach, James Simon und W. Rathenau nebst einer Anzahl höherer Militärs hatte, war von dem bekannten „Zehnmillionenfonds" nicht die Rede, vielmehr wurde als Gegenstand der Unterhaltung ein Thema berührt, dem der Kaiser das lebhafteste Interesse entgegen bringt, das lenkbare Luftschiff. Den unermüdlichen Anstrengungen des im Dienste der Brüder Lebaudy stehenden französischen Ingenieurs Juillot ist es gelungen, ein lenkbares Lufschiff herzustellen, das bei den vor dem französischen Kriegsminister angestellten Versuchen als kriegsbrauchbar bezeichnet werden konnte. Die Gebrüder Lebaudy, die in selbstlosester Weise namhafte Summen für eine lange Reihe von Versuchen ausgegeben und noch fernerhin ausgeben werden, da Juillot an der weiteren Verbesserung der Erfindung arbeitet, haben ihre aus aeronautischem Gebiete gemachten" Errungenschaften ihrem Vaterlande unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dieses Verhalten und der Umstand, daß das Problem des lenkbaren Luftschiffes tatsächlich so weit als gelöst betrachtet werden kann, daß es sich ernstlich lohnt, sich weiter mit der Frage zu beschäftigen, war für die Gäste des Kaisers der unmittelbare Anlaß gewesen, dem französischen Beispiel zu folgen. Die Besprechungen, die bisher in der Angelegenheit statt» fanden, führten schon dazlt, daß eine Studiengesellschaft, di« später einen eigenen Klub gründen dürfte, ins Leben gerufen worden ist, zu deren Komiteemitgliedern Admiral z. D. von Hollmann, Vertreter der einschlääire« militärische« Behörde»